Ein Transfer oder Bewegungsübergang kann als das sichere Bewegen einer Person von einem Ort oder einer Oberfläche zu einem anderen Ort oder einer anderen Oberfläche betrachtet werden.(1) Zudem stellt der Transfer eine Gelegenheit zur Übung dar, um die unabhängige Funktion der Person zu verbessern.(2) Der Transfer von Patienten kann unterschiedliche Maße an Unterstützung erfordern, einschließlich manueller Hilfe und/oder der Verwendung von Hilfsmitteln, wie z. B. einem Lifter.(3) Transfers können vertikal (d.h. von einer sitzenden zu einer sitzenden Position, wie vom Rollstuhl zur Toilette, oder von einer liegenden zu einer sitzenden Position, wie vom Bett zum Rollstuhl), horizontal oder lateral (d.h. von einer flachen Oberfläche zu einer anderen, wie vom Bett zur Liege) erfolgen.(4)
Vorteile der Bewegung und Mobilisation ( edit | edit source )
Es gibt Evidenz für die positive Wirkung von Bewegung und Mobilisation auf:
- die Qualität und Geschwindigkeit der Genesung eines Patienten
- die Fähigkeit des Patienten, sein derzeitiges Niveau der körperlichen Leistungsfähigkeit zu erhalten
Eine frühzeitige Mobilisation ist entscheidend für positive Ergebnisse bei den Patienten, wie z. B. eine geringere Inzidenz von Lungenentzündungen, Stürzen, Skin Tears und eine geringere Verweildauer auf der Intensivstation und in der Akutversorgung sowie eine höhere Lebensqualität(5)
Umgekehrt erhöht die unzureichende Bewegung das Risiko für immobilitätsbedingte unerwünschte Ereignisse wie Dekubitus, eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit, Muskelkraft und Flexibilität sowie Muskelatrophie.(6) (7)(8)
Untersuchungen haben ergeben, dass sich Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen am häufigsten bei Transfers von Patienten verletzen. Bis zu einem Drittel der Arbeitsunfälle von Mitarbeitern in Krankenhäusern und Pflegeheimen ereignen sich beim Bewegen von Patienten.(9) (10) Transfers können auch das Risiko für Patienten erhöhen, sich zu verletzen, Schmerzen zu haben und negative gesundheitliche Folgen zu erleiden. Es wurde auch festgestellt, dass das manuelle Handling in Verbindung mit dem seltenen Einsatz von Hilfsmitteln die Gelegenheiten für Patienten, sich zu bewegen, zu mobilisieren und sich an gewichtsbelasteten Aktivitäten zu beteiligen, verringern kann. Dieser Mangel an Gelegenheiten kann sich auf die Genesung, die Rehabilitation und die allgemeine Gesundheit auswirken.(4)
Um einen erfolgreichen und sicheren Patiententransfer zu gewährleisten, müssen Mitarbeiter in der Gesundheitsversorgung die spezifischen Bedürfnisse des Patienten verstehen, evidenzbasierte Leitlinien befolgen und ein gründliches Assessment durchführen.(11) Sie sollten die effizienteste Transfertechnik wählen und dabei die Sicherheit von Patienten sowie ihre eigene Sicherheit berücksichtigen.
Die Indikationen für den Transfer eines Patienten hängen von der jeweiligen Patientengruppe ab. Transfers sind jedoch in der Regel für Patienten indiziert, die Schwierigkeiten haben, sich selbständig zu bewegen und Hilfe benötigen, um sich sicher von einer Position in eine andere zu bewegen.(2)(4) Patienten sollten immer dazu ermutigt werden, sich selbständig zu bewegen. Auch wenn Hilfe benötigt wird, sollten Patienten dazu angehalten werden, sich so aktiv wie möglich am Transfer zu beteiligen.
Im Folgenden finden Sie einige der Indikationen für den Transfer von Patienten:
- Sicherheit
- Komfort
- Unterstützung der pflegerischen Versorgung
- Unterstützung von ärztlichen Prozeduren
- Prävention von sekundären Komplikationen der Immobilisierung
- Unterstützung der Aktivitäten des täglichen Lebens
- Unterstützung der Rehabilitation
Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen ( edit | edit source )
Es gibt keine allgemeinen Kontraindikationen für Transfers. Bewegungsübergänge können jedoch bei bestimmten Erkrankungen oder nach bestimmten Verfahren kontraindiziert sein. Es kommt jedoch häufiger vor, dass besondere Vorkehrungen getroffen werden, um die Sicherheit während des Transfers zu gewährleisten. Die folgenden Vorsichtsmaßnahmen sollten unter den unten aufgeführten Erkrankungen und Situationen beachtet werden:
- Hüfttotalendoprothese (Hüft-TEP). Entsprechende Restriktionen (zu vermeidende Bewegungen) je nach OP-Technik, Zugang und Vorgaben des Operateurs. In der Regel gelten diese Vorsichtsmaßnahmen für 6 Wochen ab der Operation. Es ist jedoch anzumerken, dass die derzeitige Evidenz die Anwendung dieser Restriktionen bei Patienten nach einer totalen Hüftendoprothese bei primärer Hüftarthrose zur Vermeidung von Luxationen nicht routinemäßig unterstützt.(12)
- Anteriorer Zugang – Vermeiden: Außenrotation, aktive Abduktion und Flexion der Hüfte über 90°
- Posteriorer Zugang – Vermeiden: Innenrotation, Adduktion über die Mittellinie und Flexion der Hüfte über 90°
- Lateraler Zugang – Vermeiden: Außenrotation, aktive Abduktion und Extension der Hüfte
- Nach einer Wirbelsäulenoperation. Für die Wirbelsäule bestehen Leitlinien oder Einschränkungen zum Schutz der Wirbelsäule und zur Verringerung des Risikos weiterer Verletzungen nach einer Wirbelsäulenoperation, einem Wirbelsäulentrauma oder bei Verdacht auf Wirbelsäuleninstabilität.
- Restriktionen für die Flexion nach Wirbelsäulenoperation schränken die Fähigkeit des Patienten ein, bestimmte Positionen bequem einzunehmen, und erfordern möglicherweise Änderungen bei den Transfers, um übermäßige Flexion, Rotation oder Lateralflexion der Wirbelsäule zu vermeiden. Eine klare Kommunikation und ein klares Verständnis der spezifischen Vorsichtsmaßnahmen und ihrer Auswirkungen auf die Positionierung sind entscheidend, um die Sicherheit der Patienten und optimale Ergebnisse zu gewährleisten.
- Rückenmarksverletzung. Die Rehabilitation von Rückenmarksverletzungen erfolgt in verschiedenen Phasen und kann Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern. Transfers spielen in jeder Phase eine wichtige Rolle, wobei bis zu sechs Mitarbeiter zusammenarbeiten müssen, um Routinetransfers durchzuführen. Ein benannter Teamleiter sollte alle Transfers und das Handling während der akuten Phase koordinieren.(13) In speziellen Rehabilitationseinrichtungen für Rückenmarkverletzte sollten unterstützte und unabhängige Transfertechniken gelehrt werden.(13) Lesen Sie mehr über Transfers bei Rückenmarksverletzung.
- Behandlung vor dem Krankenhaus und in der Akutphase – Führen Sie eine vollständige Ruhigstellung der Wirbelsäule durch oder halten Sie sie aufrecht, wenn ein hohes Risiko einer Rückenmarksverletzung besteht.(14) Bei allen Lagerungsmanövern oder beim Transfer eines Patienten von einer Oberfläche auf eine andere müssen Kopf und Wirbelsäule des Patienten in einer Linie gehalten werden.(13)
- Orthesen – Informieren Sie sich über die Bedingungen, die für die Verwendung von Orthesen während des Transfers gelten, und stellen Sie sicher, dass die Schiene, Orthese oder Stütze dem Patienten richtig angepasst ist, bevor Sie einen Transfer durchführen.
- Osteoporose. Definiert als niedrige Knochenmineraldichte, die durch eine veränderte Knochenmikrostruktur verursacht wird und die Patienten zu Fragilitätsfrakturen bei geringer Krafteinwirkung prädisponiert. Fragilitätsfrakturen entstehen durch mechanische Kräfte, die im Normalfall keine Frakturen verursachen würden. Sie treten bei normalen täglichen Aktivitäten wie Bücken, Drehen, Gehen oder Heben relativ leichter Gegenstände auf. Ein erhöhtes Risiko für Spontanfrakturen besteht auch bei der anfänglichen Gewichtsbelastung nach längerer Bettruhe oder Immobilisierung.(15)
- Ermutigen Sie nach Möglichkeit den Patienten dazu, sich selbst zu bewegen, da die aktive Mobilisation des Patienten im Vergleich zur Bewegungsunterstützung durch eine andere Person nachweislich das Frakturrisiko verringert.(16)
- Minimieren Sie die Flexion des Rumpfes, insbesondere unter Belastung, und nutzen Sie die Flexion der Hüfte.(17)
- Schlaganfall oder erworbene Hirnschädigung. Glenohumerale Subluxationen sind eine häufige Komplikation von Schlaganfällen und erworbenen Hirnschädigungen bei Patienten mit Hemiplegie. Sie sind ein wichtiger Risikofaktor für Schulterschmerzen und andere Probleme. Zu den Faktoren, die zu einer glenohumeralen Subluxation beitragen, gehören eine falsche Positionierung, mangelnde Unterstützung in der aufrechten Position und das Ziehen am plegischen Arm beim Transfer.
- Es ist wichtig, den Arm bei Transfers oder funktioneller Mobilität zu schützen und zu stützen; vermeiden Sie es, an dem betroffenen Arm zu ziehen.(18)
- Belastungsstatus. Die Gewichtsbelastung bezieht sich darauf, wie viel Gewicht oder Kraft auf eine bestimmte Extremität einwirkt. Es ist üblich, dass nach bestimmten Operationen oder Verletzungen eine Teilbelastung oder Entlastung verordnet wird. Die Einhaltung einer reduzierten Gewichtsbelastung ist für eine optimale Genesung von entscheidender Bedeutung, da eine verfrühte erhöhte Gewichtsbelastung die Heilung verzögern kann.(19)(20)
- Der eingeschränkte Belastungsstatus kann entweder für die obere und/oder die untere Extremität gelten.
- Der Belastungsstatus kann die Art der Transfers, die beim Patienten möglich sind, und den Grad der erforderlichen Unterstützung erheblich beeinflussen.
- Patienten, die eine Extremität entlasten müssen oder nur teilbelasten dürfen, benötigen beim Transfer möglicherweise zusätzliche Unterstützung, Stabilisation oder Hilfsmittel.
Prinzipien des Transfers ( edit | edit source )
Die folgenden Prinzipien sollten immer in Bezug auf die kurz- und langfristigen Ziele und den Behandlungsansatz eines Patienten berücksichtigt werden. Jeder Patient hat seine eigenen Bedürfnisse und Präferenzen. Daher ist es wichtig, vor dem Transfer eines Patienten die Situation und die Umgebung zu beurteilen. Kliniker müssen auch ein individuelles Assessment vornehmen, das den Gesundheitszustand des Patienten, seine Mobilitätseinschränkungen und seine Wünsche bezüglich auf den Komfort berücksichtigt. Dies trägt dazu bei, dass eine würdevolle und respektvolle Positionierung gewährleistet ist.
Bitte beachten Sie die folgenden Prinzipien, wenn Sie entscheiden, wie viel Hilfe der Patient benötigt, wie viel er selbst tun kann und welche Transfertechnik verwendet werden sollte.
- Vorbereitung für den Transfer
- Ermutigen Sie den Patienten zur aktiven Beteiligung
- Der Grad der Unterstützung, die jeder Patient benötigt, hängt u.a. von seinem bisherigen Gesundheitszustand, seinem Alter, der Art seiner Krankheit und seiner Verweildauer ab(1)
- Die Einbindung des Patienten in den Transfer, indem Sie ihn um seinen Beitrag bitten und ihn in die Entscheidungsfindung einbeziehen, stärkt ihn und fördert den Respekt – ermutigen Sie den Patienten, so viel wie möglich am Transfer mitzuwirken.
- Unterstützen Sie die natürlichen Bewegungsmuster des Patienten
- Ergonomie. Die Wissenschaft der Anpassung der physischen Anforderungen des Transfers an den Therapeuten, um Verletzungen zu vermeiden und den Komfort von Therapeut und Patient während des Transfers zu verbessern.
- Abstand zwischen den Oberflächen
- Achten Sie darauf, dass der Abstand zwischen den Unterlagen für den Transfer so klein wie möglich ist.
- Höhe der Oberflächen
- Ermöglichen Sie ergonomische Arbeitshaltungen ausgehend von der kleinsten helfenden Person als Maß
- Körpermechanik. Die koordinierte Zusammenarbeit von Muskeln, Knochen und dem Nervensystem, um das Gleichgewicht, die Haltung und die Ausrichtung zu erhalten, während Sie Patienten positionieren, transferieren und mobilisieren. Eine korrekte Körpermechanik ermöglicht es der Person, Aktivitäten ohne übermäßigen Energieaufwand auszuführen, und sie hilft, Verletzungen bei Patienten und Fachkräften zu vermeiden.(21) Berücksichtigen Sie vor jedem Transfer die Prinzipien einer korrekten Körpermechanik – beurteilen Sie die Umgebung, planen Sie den Transfer, vermeiden Sie Überdehnungen und Verdrehungen, achten Sie auf einen breiten Stand, stehen Sie so nah wie möglich am Patient und schauen Sie in die Bewegungsrichtung.
- Obere Extremitäten
- Schultern entspannt und tief
- Ellenbogen dicht am Körper
- Handgelenke neutral
- Finger krallen nicht
- Wirbelsäule
- die Wirbelsäule ist bei Transfers am stärksten belastet
- neutrale Wirbelsäule beibehalten
- Rotationen / Verdrehungen der Wirbelsäule minimieren
- Untere Extremitäten
- stellen Sie sicher, dass Knie und Füße ausgerichtet sind
- einen breiten Stand einnehmen – schulterbreit auseinander
- Knie beim Heben beugen
- Kommunikation. Eine klare und einfühlsame Kommunikation fördert das Verständnis und die Kooperation des Patienten während des Transfers. Die Patienten sollten über Transfers und ihre Rolle informiert und ermutigt werden, so viele Schritte wie möglich selbständig durchzuführen.
- Verwendung von Hinweisen („Cues“)
- Sensorische Cues, einschließlich auditiver, taktiler und visueller Cues, werden häufig in der Rehabilitation verwendet und haben sich als vorteilhaft für das motorische Lernen und die motorische Leistung erwiesen. Es ist bekannt, dass sie die Bewegung und Mobilität bei vielen Erkrankungen wie Schlaganfall, Rückenmarksverletzungen, Parkinson und Demenz verbessern können.(22)(23)(24)
- Cues werden verwendet, um die Kommunikation zu verbessern, indem sie eine Person direkt zu einer Aktion oder einer Antwort auffordern oder indirekt andeuten, dass eine Antwort erwünscht ist. Üblicherweise verwenden Kliniker eine Reihe von Cues, um den Transfer zu unterstützen, was oft die Beteiligung des Patienten am Prozess erhöht.(25)
- Kommandos und Zählungen
- Kommandos und Zählungen sollten mit allen Teilnehmern synchronisiert werden
- Wenn mehr als eine Person beim Transfer behilflich ist, sollte die Fachkraft am Kopf des Patienten die Kommandos geben
Grade der Unterstützung ( edit | edit source )
Wie viel Hilfe ein Patient beim Transfer benötigt, hängt von seiner Größe und seinen körperlichen, kognitiven und medizinischen Fähigkeiten ab. Therapeuten bestimmen den Grad der Unterstützung, indem sie subjektiv bewerten, wie viel Unterstützung ein Patient bei bestimmten Aufgaben des Bewegens und Handlings benötigt. Dieses Assessment sollte auf dem Grad der vom Patienten benötigten Hilfe beruhen und nicht auf dem von den Therapeuten wahrgenommenen Grad der Anstrengung während der Hilfeleistung. Dies fördert die Kontinuität der Versorgung – wenn ein anderer Therapeut den Patienten übernimmt, weiß er, wie viel Hilfe erforderlich ist. Es kann auch dazu verwendet werden, den Fortschritt des Patienten zu verfolgen.(26) Die verschiedenen Grade der Unterstützung werden im Folgenden beschrieben:
- Vollständige Unabhängigkeit
- der Patient in der Lage ist, sich selbständig und sicher zu bewegen
- es ist keine Hilfestellung erforderlich
- Beaufsichtigung
- der Patient benötigt möglicherweise Hilfe bei den Vorbereitungen für den Transfer
- während des Transfers keine körperliche Hilfe benötigt
- kann Aufsicht erfordern
- Bewegungssicherung („stand by“)
- der Patient benötigt keine körperliche Hilfestellung
- kann verbale Cues erfordern
- Taktile Unterstützung („contact guard“)
- der Patient ist kooperativ und zuverlässig
- gelegentlicher Verlust des Gleichgewichts
- erfordert, dass der Therapeut minimalen taktilen Kontakt zum Patienten aufrechterhält
- Minimale Hilfestellung
- der Patient ist kooperativ und zuverlässig
- benötigt nur minimale körperliche Hilfe beim Transfer
- erfordert leichte körperliche Anstrengung von der unterstützenden Person während des Transfers
- der Patient ist in der Lage, 75 % der geforderten Aufgabe selbständig auszuführen
- die unterstützende Person bietet 25 % Hilfestellung
- erfordert in der Regel nur eine unterstützende Person beim Transfer
- Mäßige Hilfestellung
- der Patient benötigt mehr als nur leichte körperliche Hilfe
- oft sind Hilfsmittel für den Transfer notwendig
- der Patient ist in der Lage, 50 % der geforderten Aufgabe selbständig auszuführen
- die unterstützende Person bietet 50 % Hilfestellung
- kann zwei unterstützende Personen zur Hilfestellung beim Transfer erfordern
- Maximale Hilfestellung
- der Patient benötigt für alle Transfers volle körperliche Unterstützung
- der Patient kann unberechenbar und unkooperativ sein
- es werden Hilfsmittel bzw. Geräte für den Transfer benötigt
- der Patient ist in der Lage, 0-25 % der geforderten Aufgabe selbständig auszuführen
- die unterstützende Person bietet 75+ % Hilfestellung
- erfordert in der Regel zwei unterstützende Personen zur Hilfestellung beim Transfer
- Vollständige Abhängigkeit
- der Patient ist nicht in der Lage, zu helfen und nimmt nicht aktiv am Transfer teil
- die unterstützenden Personen führen alle Aspekte des Transfers durch
Hilfsmittel für Transfers ( edit | edit source )
Hilfsmittel für Transfers sind Hilfsmittel oder Geräte, die Personen dabei unterstützen, eine optimale Körperpositionierung und -unterstützung für mehr Komfort, Funktion und Unabhängigkeit zu erreichen. Diese Geräte sind vor allem für Personen mit Mobilitätseinschränkungen, körperlichen Behinderungen oder Erkrankungen von Vorteil, die ihre Fähigkeit zur Aufrechterhaltung einer korrekten Haltung und Position beeinträchtigen.(27) Hilfsmittel ermöglichen es den Mitarbeitern in der Gesundheitsversorgung auch, Patienten so zu positionieren und zu transferieren, dass das Verletzungsrisiko für sie selbst und ihre Patienten reduziert wird.
Zu den Hilfsmitteln, die für Transfers verwendet werden können, gehören u.a. Gleitmatten, Transfergurte, Rutschbretter, Drehscheiben, Aufstehhilfen und Lifter. Lesen Sie hier mehr über die breite Palette an Hilfsmitteln, die für den Transfer von Patienten zur Verfügung stehen.
Gängige Transfertechniken ( edit | edit source )
Tabelle 1 gibt einen Überblick über gängige Möglichkeiten des Transfers von Patienten.
Tabelle 1. Übersicht über gängige Transfertechniken
| Transfer |
Zweck und Patientengruppe |
Beschreibung |
Hilfsmittel |
| Transfer mit dem Rutschbrett |
Transfers mit einem Rutschbrett werden in der Regel bei Patienten angewendet, die nicht oder kaum in der Lage sind, Gewicht auf den Beinen zu übernehmen (Stand), oder nach dem Verlust der unteren Extremitäten.
|
- Der Patient wird an den Bettrand sitzend positioniert.
- Der Patient lehnt sich zur Seite, und das Rutschbrett wird ausreichend unter dem proximalen Oberschenkel platziert.
- Das andere Ende des Brettes sollte auf der Zielfläche positioniert werden.
- Der Patient darf sich nicht am Ende des Rutschbretts festhalten, um sich nicht die Finger einzuklemmen.
- Der Patient sollte seine Hand 4 bis 6 Zentimeter vom Rutschbrett entfernt platzieren und beide Arme benutzen, um sich liegestützartig leicht hochzustemmen und über das Brett zu gleiten.
- Der Therapeut sollte vor dem Patienten stehen und ihn bei Bedarf unterstützen, während der Patient schrittweise diese Stützbewegungen ausführt und somit über das Brett rutscht.
|
|
| Tiefer Transfer |
Der tiefe Transfer ist nützlich für Patienten, die einen Teil ihres Gewichts auf den Beinen übernehmen können, aber nicht in der Lage sind, den vollständigen Stand zu erreichen.
|
- Positionieren Sie die Oberflächen nahe beieinander (in einem Winkel von etwa 90 Grad).
- Bei Rollstühlen: entfernen Sie die Armlehnen.
- Helfen Sie dem Patienten oder weisen Sie ihn an, sich an den Rand der Ausgangsfläche zu bewegen (z.B. an den Bettrand).
- Positionieren Sie die Füße des Patienten flach auf dem Boden und die Fersen in Richtung der Zielfläche.
- Blockieren Sie die Knie des Patienten mit Ihren Knien.
- Weisen Sie den Patienten an, sich von der Oberfläche abzustoßen und dabei sein Gewicht mit der „Nase über die Zehen“ zu verlagern.
- Unterstützen Sie den Patienten am Gürtel, an der Taille oder am Gesäß und helfen Sie ihm, den Transfer zur Zielfläche auszuführen. Greifen Sie niemals unter oder ziehen Sie an dem schwächeren Arm des Patienten.
- Bleiben Sie nah an dem Patienten. Sie können Ihren Kopf neben dem Kopf des Patienten auf der Seite der Zielfläche haben, aber der Patient wird dann nicht sehen können, wohin er sich bewegt.
- Weisen Sie den Patienten an, nach der Zielfläche zu greifen.
- Helfen Sie dabei, den Patienten auf die Zielfläche abzusenken.
|
- Transfergurt
- Drehscheibe oder -teller
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| Transfer vom Sitzen zum Stehen |
Der Transfer vom Sitzen zum Stehen (Sitz-Stand) ist nützlich für zuverlässige und vorhersehbare Patienten, die sich aktiv beteiligen können und eine gewisse Fähigkeit zum Stehen haben.
|
- Die Füße des Patienten werden flach auf den Boden gesetzt.
- Der Patient legt seine Hände auf die Armlehnen des Stuhls oder neben sich auf das Bett.
- Der Patient sollte sich mit den Armen hochdrücken, während Sie ihn nahe an Ihren Körper ziehen, während er sich in eine stehende Position begibt.
|
- Transfergurt
- Transferplattform / Aufstehhilfe
|
| Hoher Transfer |
Der hohe Transfer ist nützlich für Patienten, die den Großteil ihres Gewichts im Stehen übernehmen können, sich aber nicht von einem Ort zum anderen bewegen können.
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- Der Patient wird an der Kante des Rollstuhls oder Bettes positioniert, um den Transfer einzuleiten.
- Der Therapeut kann dem Patienten helfen, die Füße flach auf dem Boden zu halten, während er den Kopf und den Rumpf nach vorne bringt.
- Der Therapeut unterstützt bei Bedarf die Füße des Patienten.
- Der Therapeut sollte den Patienten beim Transfer absichern oder unterstützen und ihn anweisen, nach hinten zu greifen, bevor er sich hinsetzt.
- Sobald die Drehung im Stand erfolgt ist, sollte der Therapeut bei Bedarf assistieren, um die Kontrolle zu gewährleisten, wenn sich der Patient auf die Zielfläche absenkt.
|
- Transfergurt
- Drehscheibe oder -teller
- Transferplattform / Aufstehhilfe
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| Hoher Transfer über den Stand mit Schritten |
Der hohe Transfer über den Stand mit Schritten ist für Patienten gedacht, die ihr Gewicht im Stehen übernehmen können, aber nicht in der Lage sind, sich mit Unterstützung von einem Ort zum anderen zu bewegen. Sie können auch Hilfsmittel benutzen.
|
- Stellen Sie den Stuhl leicht angewinkelt an die Seite des Bettes.
- Der Patient rutscht bis an die Stuhlkante nach vorne.
- Stellen Sie sicher, dass die Füße des Patienten flach auf dem Boden stehen.
- Der Therapeut hält die Hand und den Arm des Patienten. Achten Sie darauf, nicht am Arm des Patienten zu ziehen, sondern ihn ruhig zu halten.
- Der Patient sollte eine Hand auf die Armlehne des Stuhls legen. Der Therapeut sollte bereits die andere Hand oder den Arm des Patienten halten.
- Um aufzustehen, beugt sich der Patient nach vorne und drückt sich mit Armen und Beinen und, falls erforderlich, mit der Hand des Therapeuten nach unten.
- Sobald er aufgestanden ist, führt und unterstützt der Therapeut den Patienten.
- Der Patient dreht sich mit kleinen Schritten.
- Während sich der Patient hinsetzt, hält der Therapeut den Arm des Patienten. Der Therapeut kann auch eine Hand hinter die Schulter des Patienten legen und ihn beim langsamen Absenken unterstützen.
|
|
- Der Transfer eines Patienten kann körperlich anstrengend sein und erfordert oft belastende Bewegungen und eine ungünstige Positionierung. Aufgrund der potenziellen Gefährdung sowohl des Patienten als auch der unterstützenden Person gelten Transfers als hochriskante Manöver.
- Die Beachtung der richtigen Ergonomie kann das Risiko von muskuloskelettalen Verletzungen bei Rehabilitationsfachleuten verringern.
- Der Einsatz von Hilfsmitteln wie Gleitmatten, Rutschbrettern, Transfergurten, Aufstehhilfen sowie eines Mehrpersonenteams kann die Belastung für Rehabilitationsfachleute, die routinemäßig Patiententransfers durchführen, verringern.
- Denken Sie daran, dass Transfers immer auf die individuellen Bedürfnisse und Einschränkungen eines Patienten abgestimmt sein sollten.
- Die Transfermethode sollte regelmäßig evaluiert und neu bewertet werden, um die Sicherheit zu gewährleisten und sicherzustellen, dass die gewünschten Rehabilitationsziele des Patienten erreicht werden.
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