Bewegungsausmaß der unteren Extremität

Originale AutorinStacy Schiurring basierend auf dem Kurs von Shala Cummingham
Top-BeitragendeStacy Schiurring und Jess Bell

Einleitung(edit | edit source)

Die Untersuchung der Gelenkbeweglichkeit an der unteren Extremität ist eine grundlegende klinische Fertigkeit. Die Messung des Bewegungsausmaßes eines Gelenks liefert wichtige Informationen, die nahezu jeden Aspekt der Patientenversorgung bestimmen. Bewegungseinschränkungen können zu Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten wie Gehen, Treppensteigen oder Anziehen führen. Umgekehrt kann eine übermäßige Beweglichkeit auf eine Gelenkinstabilität oder Bänderverletzungen hindeuten. Durch die systematische Messung des Bewegungsausmaßes zu Beginn der Befunderhebung können Kliniker feststellen, welche Gelenke problematisch sind, erkennen, ob Einschränkungen vorhersehbaren Mustern folgen (wie z. B. Kapselrestriktionen), und einen Ausgangswert für die Beurteilung des Fortschritts festlegen. Wichtig ist, dass Bewegungseinschränkungen selten isoliert auftreten: Einschränkungen in einem Gelenk zwingen oft benachbarte Gelenke dazu, dies zu kompensieren, was zu einer Kaskade von Folgeproblemen führen kann. Die Beherrschung einer präzisen und zuverlässigen Methode zur Messung des Bewegungsausmaßes ist nicht nur eine technische Fertigkeit, sondern auch ein Schlüssel zum Verständnis, wie die Gelenkmechanik den gesamten Rehabilitationsprozess beeinflusst.

Hüfte(edit | edit source)

Kapselmuster der Hüfte: Die Innenrotation (IR) ist am stärksten eingeschränkt, gefolgt von der Abduktion (AB) und schließlich der Flexion (Flex); die Extension ist am wenigsten eingeschränkt. Dies lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen: IR > Flex > AB > Ext.(1)

Movements of the Hip.jpeg

Nach Angaben der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) und der American Medical Association (AMA) betragen die allgemein anerkannten Werte für das aktive Bewegungsausmaß der Hüfte:(2)(3)

  • 110-135° Flexion
  • 15-30° Extension
  • 40-50° Abduktion
  • 20-30° Adduktion
  • 35-45° Innenrotation
  • 45-60° Außenrotation

Wenn Sie mehr über die Anatomie der Hüfte erfahren möchten, siehe: Funktionelle Anatomie der Hüfte.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Beweglichkeitsprüfung der Hüfte (edit | edit source)

Bei der Untersuchung des Bewegungsausmaßes der Hüfte müssen Kliniker einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um die Sicherheit des Patienten und eine genaue Messung zu gewährleisten. Zu den Kontraindikationen für die Beweglichkeitsprüfung gehören akute Hüftfrakturen, vor Kurzem eingesetzte Hüftendoprothesen (insbesondere wenn aufgrund des chirurgischen Zugangs spezifische Vorsichtsmaßnahmen gelten), schwere Osteoporose, akute entzündliche Zuständeund der Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose.(1)(3) Nach einer Hüfttotalendoprothese (Hüft-TEP) bestimmt die Art der Operation meistens die Vorgaben zur Einschränkung der Bewegung. Bei einem posterioren Zugang müssen Patienten traditionell die Hüftflexion über 90°, die Adduktion über die Mittellinie und die Innenrotation vermeiden. Beim anterioren Zugang hingegen werden Extension und Außenrotation limitiert, obwohl neuere Erkenntnisse darauf hindeuten, dass Nachbehandlungsschemata mit einer frühen Mobilisation für ausgewählte Patienten geeignet sein können.(4) (5) Kliniker sollten zudem ein Screening auf Hüftpathologien wie femoroazetabuläres Impingement (FAI), Labrumrisse oder avaskuläre Hüftkopfnekrose durchführen, die bei bestimmten Bewegungen, insbesondere bei einer Kombination aus Flexion, Adduktion und Innenrotation, Schmerzen verursachen können.(6)

Tabelle 1. Goniometrische Messung des Bewegungsausmaßes der Hüfte(7)
Landmarken für die Goniometrie
Flexion
Der Patient liegt in Rückenlage. Der Rumpf sollte stabil auf der Behandlungsbank liegen; der fixierte Schenkel des Goniometers sollte sich nicht bewegen, wenn der Patient diese Position beibehält.

  • Drehpunkt: Trochanter major femoris
  • Fixierter Schenkel: entlang der lateralen Mittellinie des Beckens (parallel zum Rumpf)
  • Beweglicher Schenkel: entlang des Femurs, wobei der Epicondylus lateralis als Referenzpunkt dient
Extension Der Patient liegt in Bauchlage. Der Patient muss flach liegen bleiben und eine Überstreckung der Lendenwirbelsäule (LWS) oder ein Anheben des Beckens vermeiden.

  • Drehpunkt: Trochanter major femoris
  • Fixierter Schenkel: entlang der lateralen Mittellinie des Beckens (parallel zum Rumpf)
  • Beweglicher Schenkel: entlang des Femurs, wobei der Epicondylus lateralis als Referenzpunkt dient
Abduktion und Adduktion Der Patient liegt in flacher Rückenlage, die Beine gleiten auf der Behandlungsbank. Achten Sie darauf, dass die flache Rückenlage beibehalten wird, um die zusätzliche Flexion oder Extension der Hüfte zu vermeiden.

  • Drehpunkt: Spina iliaca anterior superior (SIAS) derselben unteren Extremität
  • Fixierter Schenkel: auf der imaginären Linie zwischen linker und rechter SIAS
  • Beweglicher Schenkel: entlang der Mittellinie des Femurs, wobei die Patella als Referenzpunkt dient (oder die Tuberositas tibiae, falls die Patella subluxiert/luxiert ist)
  • Hinweis: Für die Adduktion sollte das kontralaterale Bein abgespreizt bleiben, damit das getestete Bein die Mittellinie überschreiten kann.
Innen- und Außenrotation Option eins: sitzend an der Bankkante.
Der Patient darf sein Gewicht nicht von der zu testenden Seite weg verlagern.

  • Drehpunkt: Patella
  • Fixierter Schenkel: senkrecht zum Boden
  • Beweglicher Schenkel: entlang des Unterschenkels, wobei der Mittelpunkt zwischen dem medialen und lateralen Malleolus als Referenzpunkt dient

Option zwei: Bauchlage, Knie in 90° Flexion

  • Drehpunkt: Patella (Knie ragt über die Bankkante)
  • Fixierter Schenkel: senkrecht zur Decke (oder zum Boden)
  • Beweglicher Schenkel: entlang der Mittellinie des Unterschenkels
  • Voraussetzungen: erfordert eine normale Länge des M. rectus femoris, und der Patient muss die Ausgangsstellung tolerieren

Knie(edit | edit source)

Kapselmuster des Knies: Flexion (stark eingeschränkt), Extension (leicht eingeschränkt) oder Flexion > Extension.(2)

Obwohl das Kapselmuster eine stärkere Einschränkung der Flexion als der Extension nahelegt, ist die Extension typischerweise die Bewegung, die nach einer Verletzung oder Operation am schwersten wiederherzustellen ist. Dies wird gemeinhin als „aktives Extensionsdefizit“ (engl. „extension lag“) bezeichnet.(7)

Laut der AAOS und der AMA betragen die allgemein anerkannten Werte für das aktive Bewegungsausmaß des Knies:(2)(3)

  • 130-150° Flexion
  • Extension; bis zu 10-15° Hyperextension gelten als normal, insbesondere bei Frauen

Wenn Sie mehr über die Anatomie des Knies erfahren möchten, sehen Sie unter: Funktionelle Anatomie des Knies.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Beweglichkeitsprüfung des Knies (edit | edit source)

Kliniker müssen sich der Kontraindikationen für die Untersuchung des Bewegungsausmaßes des Knies bewusst sein. Dazu gehören akute Kniefrakturen, vor kurzem eingesetzte Knieendoprothesen oder Bandrekonstruktionen, akuter Hämarthros, Verdacht auf tiefe Venenthrombose, akute entzündliche Zustände (septische Arthritis) und akute Patellaluxation.(3) Nach einer Knietotalendoprothese (Knie-TEP) wird in der Regel eine frühe Mobilisation empfohlen, wobei Kliniker jedoch das spezifische Nachbehandlungsschema des Operateurs und die allgemeinen Heilungszeiträume kennen sollten. Ein aggressives Dehnen sollte in der unmittelbaren postoperativen Phase vermieden werden, insbesondere in den ersten 6–8 Wochen.(8) Bei Patienten mit ligamentärer Instabilität ist Vorsicht geboten, um eine übermäßige Belastung der heilenden oder geschädigten Strukturen zu vermeiden, wobei besonders auf Rotationskräfte und Valgus-/Varusbelastungen zu achten ist.(1) Auch ein Screening auf Meniskusverletzungen kann sinnvoll sein, da bestimmte Bewegungen (insbesondere die Kombination aus Flexion und Rotation) bei Vorliegen eines Meniskusschadens Schmerzen oder mechanische Symptome wie eine Blockierung oder Einklemmung hervorrufen können.(9) Die Patellalaufbahn sollte während der Flexion und Extension des Knies beobachtet werden, da eine patellofemorale Dysfunktion das Bewegungsausmaß einschränken oder Schmerzen verursachen kann, insbesondere in der endgradigen Streckung oder tiefen Beugung.(10) Achten Sie bei der Beurteilung der Hyperextension darauf, dass es sich bei der Messung um eine echte Gelenkbewegung und nicht um eine posteriore Kapsellaxität oder ein Genu recurvatum handelt, und achten Sie auf Anzeichen für ligamentäre Hypermobilitätssyndrome.(11)

Tabelle 2. Goniometrische Messung des Bewegungsausmaßes des Knies(7)
Landmarken für die Goniometrie
Flexion
Der Patient liegt in Rückenlage.

  • Drehpunkt: Epicondylus lateralis femoris
  • Fixierter Schenkel: entlang des Femurs, wobei der Trochanter major als Referenzpunkt dient
  • Beweglicher Schenkel: entlang der Fibula, wobei der Malleolus lateralis als Referenzpunkt dient
  • Hinweis: Der fixierte Schenkel bewegt sich während dieser Messung, da die Bewegung in Rückenlage ausgeführt wird, um eine Einschränkung durch die Muskulatur zu vermeiden
Extension
Der Patient liegt in Rückenlage, mit einer Handtuchrolle unter der Ferse, um eine Hyperextension zu ermöglichen

  • Drehpunkt: Epicondylus lateralis femoris
  • Fixierter Schenkel: entlang des Femurs, wobei der Trochanter major als Referenzpunkt dient
  • Beweglicher Schenkel: entlang der Fibula, wobei der Malleolus lateralis als Referenzpunkt dient

Sprunggelenk(edit | edit source)

Kapselmuster des Talokruralgelenks: Plantarflexion (am stärksten eingeschränkt) > Dorsalextension.(2)

Kapselmuster des Subtalargelenks: Varus/Inversion (am stärksten eingeschränkt) > Valgus/Eversion.(2)

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Laut der AAOS und der AMA betragen die allgemein akzeptierten Bewegungsausmaße für das Sprunggelenk:(2)(3)

Movements of the ankle.jpeg

Talokrurales Gelenk (Oberes Sprunggelenk, OSG):

  • 10-20° Dorsalextension
  • 40-50° Plantarflexion

Subtalargelenk:

  • 30-35° Inversion
  • 15-20° Eversion

Wenn Sie mehr über die Anatomie des Sprunggelenks erfahren möchten, lesen Sie bitte: Funktionelle Anatomie des Sprunggelenks.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Beweglichkeitsprüfung des Sprunggelenks (edit | edit source)

Kliniker müssen sich der Kontraindikationen für die Untersuchung des Bewegungsausmaßes am Sprunggelenk bewusst sein. Dazu gehören akute Sprunggelenksfrakturen, vor Kurzem eingesetzte Endoprothesen am Sprunggelenk oder Rückfuß oder Arthrodesen, akute Bänderrisse (insbesondere Distorsionen Grad II-III in der akuten Phase), schwere Osteoporose, akute entzündliche Zustände (z.B. bei septischer Arthritis, Gicht), Verdacht auf tiefe Venenthrombose und akute Achillessehnenruptur.(3) Patienten mit chronischer Instabilität des Sprunggelenks oder früheren Seitenbandverletzungen erfordern eine sorgfältige Untersuchung, um eine mögliche verbleibende Laxität, propriozeptive Defizite oder mechanische Instabilität zu erkennen, die Beweglichkeitstests und die funktionellen Ergebnisse beeinträchtigen können.(12) Kliniker sollten Syndesmoseverletzungen (hohe Sprunggelenkdistorsionen) ausschließen, da diese eine modifizierte Beweglichkeitsprüfung erfordern, um übermäßige Außenrotations- und Dorsalextensionskräfte zu vermeiden, die die heilende Syndesmose belasten.(13)

Tabelle 3. Goniometrische Messung des Bewegungsausmaßes im Sprunggelenk(7)
Landmarken für die Goniometrie
Dorsalextension und Plantarflexion Der Patient liegt in Rücken- oder Bauchlage mit gebeugtem Knie, um eine Dehnung des M. gastrocnemius zu vermeiden.

  • Drehpunkt: Malleolus lateralis
  • Fixierter Schenkel: entlang der Fibula, wobei der Fibulakopf als Referenzpunkt dient
  • Beweglicher Schenkel: parallel zum 5. Mittelfußknochen
  • Dokumentation: Die 90°-Ausgangsstellung wird auf 0° übertragen; die Dorsalextension wird oberhalb dieser Position gemessen, die Plantarflexion unterhalb
  • Die belastete Dorsalextension kann mit einem Goniometer oder einem an der Tibia ausgerichteten Inklinometer gemessen werden. Die Prüfung der Dorsalextension unter Belastung ist funktionell wichtig und sollte gegebenenfalls einbezogen werden. Dies erfordert jedoch ein angemessenes Gleichgewicht, Kraft und Kontrolle über die unteren Extremitäten; der modifizierte Lunge-Test oder Knee-to-Wall-Test kann die funktionelle Dorsalextension quantifizieren.(14)
Inversion und Eversion
Der Patient liegt in Rückenlage, wobei die Füße in neutraler Position über die Kante hinausragen. Der Patient wird auf natürliche Weise versuchen, bei Inversion eine Plantarflexion und bei Eversion eine Dorsalextension auszuführen. Daher ist es wichtig, eine möglichst neutrale Position beizubehalten.

  • Drehpunkt: in der Mitte zwischen den Malleolen
  • Fixierter Schenkel: entlang der vorderen Tibia, wobei die Tuberositas tibiae als Referenzpunkt dient
  • Beweglicher Schenkel: entlang des 2. Mittelfußknochens
  • Goniometertyp: kleines, flexibles Goniometer entlang der vorderen Oberfläche des Beins

Fuß(edit | edit source)

Joints of the foot.jpeg

Kapselmuster der Metatarsophalangealgelenke (MTP-Gelenke): Extension (am stärksten eingeschränkt) > Flexion

Die Extension des ersten MTP-Gelenks (Großzehengrundgelenk) ist für eine normale Gangmechanik während der terminalen Standphase und der Vorschwungphase entscheidend. Der Verlust dieser Bewegung beeinträchtigt den Abstoß erheblich und kann zu kompensatorischen Bewegungsmustern führen.(7)

Kapselmuster der Interphalangealgelenke (IP-Gelenke): Flexion (am stärksten eingeschränkt) > Extension.

Kapselmuster der Mittelfußgelenke: Dorsalextension, Plantarflexion, Adduktion und Innenrotation (variable Einschränkungen).

Kapselmuster der Tarsometatarsalgelenke: eingeschränkte Beweglichkeit in alle Richtungen (insbesondere Plantarflexion und Supination).(2)

Nach Angaben der AAOS und der AMA sind die allgemein anerkannten Werte für das aktive Bewegungsausmaß am Fuß:(2)(3)

Erstes MTP-Gelenk (Großzehengrundgelenk):

  • 70-90° Extension
  • 30-45° Flexion

Kleinere MTP-Gelenke (Zehen 2-5):

  • 40-50° Extension
  • 35-40° Flexion

IP-Gelenke (alle Zehen):

  • 35-60° Flexion im PIP-Gelenk
  • 50-60° Flexion im DIP-Gelenk
  • 0° (neutral) Extension im IP-Gelenk

Mittelfußkomplex (kombinierte Bewegung):

  • 20-30° Supination des Vorfußes (kombinierte Inversion und Adduktion)
  • 10-20° Pronation des Vorfußes (kombinierte Eversion und Abduktion)

Wenn Sie mehr über die Anatomie des Fußes erfahren möchten, lesen Sie bitte: Funktionelle Anatomie des Fußes.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Beweglichkeitsprüfung des Fußes (edit | edit source)

Kliniker müssen sich der Kontraindikationen für die Untersuchung des Bewegungsausmaßes am Fuß bewusst sein. Dazu gehören akute Fußfrakturen (Mittelfuß-, Zehenknochen oder Fußwurzelknochen), kürzlich durchgeführte Operationen am Vorfuß oder Mittelfuß (Hallux-valgus-Operation, Hammerzehenkorrektur, Mittelfußosteotomie, Arthrodesen), akute Lisfranc-Verletzungen oder postoperative Lisfranc-Reparaturen, schwere Osteoporose mit dem Risiko einer Stressfraktur, akuter Entzündungen (z. B. Gicht, septische Arthritis, akuter Schub der rheumatoiden Arthritis) sowie vermutete oder bestätigte Osteomyelitis.(3) Nach Vorfußoperationen, insbesondere nach Eingriffen am ersten MTP-Gelenk bei Hallux valgus oder Hallux rigidus, müssen sich Kliniker an das spezifische Nachbehandlungsschema des Operateurs und den vorgegebenen Belastungsstatus halten. In der Regel müssen Patienten 6–12 Wochen nach der Operation auf aggressives passives Dehnen verzichten, um die Weichteilheilung und die knöchernen Korrekturen zu schützen.(15)

Besondere Vorsicht ist bei der Untersuchung der Beweglichkeit am MTP-Gelenk geboten im Falle eines Hallux rigidus (degenerative Arthrose, die die Dorsalextension der Großzehe einschränkt), einer Hallux-valgus-Deformität, einer Sesamoiditis, einer Turf-Toe-Verletzung (Verstauchung des ersten MTP-Gelenks) oder einer Morton-Neuralgie, da all diese Erkrankungen das Bewegungsausmaß erheblich einschränken und Schmerzen bei Bewegung verursachen können.(15) Deformitäten der Zehen, darunter Hammerzehen, Krallenzehen und Mallet-Zehen, verändern die normale Arthrokinematik und können sich als fixierte oder flexible Deformitäten präsentieren, die unterschiedlich auf Beweglichkeitstests reagieren.(16)

Tabelle 4. Goniometrische Messung des Bewegungsausmaßes am Fuß(7)
Landmarken für die Goniometrie
Erstes MTP-Gelenk – Extension und Flexion
Der Patient liegt in Rückenlage. Positionieren Sie das Goniometer etwas seitlich des Zehs und nicht direkt auf dem Zeh. Achten Sie darauf, dass der Drehpunkt gegenüber dem Gelenkspalt ausgerichtet bleibt, und richten Sie den proximalen und den distalen Schenkel auf die jeweiligen Knochen (Mittelfußknochen und Phalanx) aus.

  • Drehpunkt: dorsale Seite des MTP-Gelenks selbst
  • Fixierter Schenkel: entlang der Mittellinie des Mittelfußknochens
  • Beweglicher Schenkel: entlang der jeweiligen Phalanx
MTP- und IP-Gelenke der Zehen – Flexion und Extension
Der Patient liegt in Rückenlage, wobei das Goniometer aufgrund der kleinen Gelenkgröße und der Zehenkonturen leicht seitlich positioniert ist.

  • Drehpunkt: am Gelenkspalt (dorsal) positioniert
  • Fixierter Schenkel: ausgerichtet auf das proximale Knochensegment
  • Beweglicher Schenkel: ausgerichtet auf das distale Knochensegment

Ressourcen(edit | edit source)

Die folgenden Videos verdeutlichen, wie wichtig es ist, das aktive Bewegungsausmaß von Hüfte, Knie und Sprunggelenk zu beurteilen.

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Referenzen(edit | edit source)

  1. 1.0 1.1 1.2 Magee DJ, Manske RC. Orthopedic Physical Assessment. 7th ed. St. Louis: Elsevier; 2021.
  2. 2.0 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 American Academy of Orthopaedic Surgeons. Joint Motion: Method of Measuring and Recording. Edinburgh: Churchill Livingstone; 1988.
  3. 3.0 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 Norkin CC, White DJ. Measurement of joint motion: a guide to goniometry. FA Davis; 2016 Nov 18.
  4. Iljazi A, Sørensen MS, Winther-Jensen M, Overgaard S, Petersen MM. Discontinuing the recommendation of hip precautions does not increase the risk of early dislocation after primary total hip arthroplasty using 36-mm heads: a population-based study from the Danish Hip Arthroplasty Register. Acta orthopaedica. 2024 Jul 18;95:407.
  5. Chan PH, Chiu CH, Leung YC, Cheung A, Luk MH, Leung KC, Chan LP, Lau CM, Fu H. A scoping review on the recommendations of hip precautions after posterior total hip arthroplasty. Journal of Orthopaedics, Trauma and Rehabilitation. 2025 Apr 27:22104917251336772.
  6. Giorgi F, Platano D, Berti L, Donati D, Tedeschi R. Optimizing Conservative Treatment for Femoroacetabular Impingement Syndrome: A Scoping Review of Rehabilitation Strategies. Applied Sciences. 2025 Mar 5;15(5):2821.
  7. 7.0 7.1 7.2 7.3 7.4 7.5 Cunningham , S. Introduction to Musculoskeletal Concepts in Rehabilitation. Trunk and Lower Limb Range of Motion Testing. Physioplus. 2025.
  8. Artz N, Elvers KT, Lowe CM, Sackley C, Jepson P, Beswick AD. Effectiveness of physiotherapy exercise following total knee replacement: systematic review and meta-analysis. BMC musculoskeletal disorders. 2015 Feb 7;16(1):15.
  9. Hegedus EJ, Cook C, Hasselblad V, Goode A, Mccrory DC. Physical examination tests for assessing a torn meniscus in the knee: a systematic review with meta-analysis. journal of orthopaedic & sports physical therapy. 2007 Sep;37(9):541-50.
  10. Nunes GS, Stapait EL, Kirsten MH, de Noronha M, Santos GM. Clinical test for diagnosis of patellofemoral pain syndrome: Systematic review with meta-analysis. Physical Therapy in Sport. 2013 Feb 1;14(1):54-9.
  11. Remvig L, Jensen DV, Ward RC. Epidemiology of general joint hypermobility and basis for the proposed criteria for benign joint hypermobility syndrome: review of the literature. Journal of Rheumatology. 2007;34(4):804-809.
  12. Hiller CE, Kilbreath SL, Refshauge KM. Chronic ankle instability: evolution of the model. Journal of athletic training. 2011 Mar 1;46(2):133-41.
  13. Fu K, Jia S, Lin S, Xu C, Fang Z. Risk factors for chronic syndesmotic instability after the first episode of acute ankle sprain: a cross-sectional study of 356 cases. Foot & Ankle International. 2025 Jan;46(1):92-101.
  14. Koshino Y, Takabayashi T, Akuzawa H, Mizota T, Numasawa S, Kobayashi T, Kudo S, Hikita Y, Akiyoshi N, Edama M. Differences and relationships between weightbearing and non-weightbearing dorsiflexion range of motion in foot and ankle injuries. Journal of Orthopaedic Surgery and Research. 2024 Feb 3;19(1):115.
  15. 15.0 15.1 Coughlin MJ, Shurnas PS. Hallux rigidus: demographics, etiology, and radiographic assessment. Foot & ankle international. 2003 Oct;24(10):731-43.
  16. Coughlin MJ. Lesser toe abnormalities. Instructional Course Lectures. 2003 Jan 1;52:421-44.
  17. YouTube. Hip Active Range of Motion / Movement | Clinical Physio. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=j3ov5xuixhk (last accessed 21/October/2025)
  18. YouTube. Knee Active Range of Motion / Movement | Clinical Physio. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=wEHFyAYFoG0 (last accessed 21/October/2025)
  19. YouTube. Ankle Active Range of Motion / Movement | Clinical Physio. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=0sRPRxsHmoA (last accessed 21/October/2025)


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