Schulungsstrategien für klinische Ausbilder

Originale Autorin Wanda van Niekerk basierend auf dem Kurs von Claire Boulanger Top-BeitragendeWanda van Niekerk und Jess Bell

Einleitung
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Die effektive Gestaltung und Durchführung von Schulungen sind wichtige Fertigkeiten für alle, die erwachsene Lernende unterrichten. Es ist hilfreich, den Schulungsbedarf Ihrer Zielgruppe mit Hilfe einer Bedarfsanalyse zu ermitteln und zu verstehen. Die Festlegung gut strukturierter und messbarer Lernziele dient als Leitfaden für die Gestaltung der Lernsitzungen, während eine sorgfältige Planung der Sitzungen und Module zum Erfolg Ihrer Schulung beiträgt. Effiziente Kommunikations- und Moderationsfertigkeiten sind wichtige Eigenschaften erfolgreicher Schulungsleiter bzw. Trainer.

Ermittlung des Schulungsbedarfs (edit | edit source)

Durch einen systematischen und angemessenen Ansatz bei der Ausbildung erwachsener Lernender können deren Fertigkeiten und Leistungen verbessert werden. Durch die Ermittlung, das Verständnis und die Bewertung des Schulungsbedarfs der Rehabilitationsfachleute kann eine Organisation Vertrauen, Know-how und verschiedene neue Fertigkeiten sicherstellen, die die Bereitschaft von einzelnen Mitarbeitern und Teams verbessern.(1)

Vor Beginn eines Schulungsprogramms sollte eine Bedarfsanalyse (Training Needs Assessment – TNA) durchgeführt werden. Eine Bedarfsanalyse kann Aufschluss über den aktuellen Wissensstand, den Fertigkeitsgrad und den Lernbedarf der Lernenden geben. Darüber hinaus ermöglicht sie es dem Ausbilder, die Lernziele eines Schulungsmoduls zu definieren,(2) geeignete Schulungsmaterialien auszuwählen und ein passendes Modul zu entwickeln.(3) Wichtige Punkte, die bei einer Bewertung des Schulungsbedarfs berücksichtigt werden müssen, sind die aktuellen Probleme und Bedürfnisse der Mitarbeiter sowie die gewünschte Situation. Dies hilft dem Ausbilder, die „Leistungslücke“ (d. h. die Differenz zwischen der tatsächlichen und der gewünschten Situation) zu bewerten. Die Bedarfsanalyse kann auch dazu verwendet werden, Leistungsbarrieren, die erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse sowie den allgemeinen Zweck der Schulung zu ermitteln.(2) Die Bedarfsanalyse kann auch bei der Analyse der Zielgruppe helfen und den Trainern einen Überblick über die demografischen Merkmale, Rollen und Verantwortlichkeiten, Verbindungen zwischen den Teilnehmern, Gründe für die Teilnahme, das Interesse und die spezifischen Bedürfnisse und Interessen der Teilnehmer verschaffen.(2)

Die Bedarfsanalyse kann formell oder informell mithilfe verschiedener Methoden durchgeführt werden, darunter Interviews, Durchsicht von Unterlagen, Beobachtungen, Fokusgruppendiskussionen, Fragebögen und Umfragen.(3)

Festlegung der Lernziele (edit | edit source)

Ein Lernziel kann definiert werden als „eine Aussage, die den Zweck des Unterrichts unter Verwendung eines Aktionsverbs kommuniziert und die erwartete Leistung sowie die Bedingungen, unter denen die Leistung erbracht werden soll, beschreibt.“(4) Fünf Elemente sollten in einem effektiven Lernziel enthalten sein: 1) wer, 2) wird tun, 3) wie viel oder wie gut, 4) von was und 5) bis wann.(5)

SMART-Ziele (edit | edit source)

Die Eselsbrücke „SMART“ ist hilfreich, um alle Elemente eines Lernziels zu beschreiben.

S = Spezifisch (specific); M = Messbar (measurable); A = Erreichbar (attainable); R = Relevant (relevant); T = Zeitgebunden (time-bound)

Einige praktische Tipps zum Verfassen effektiver Lernziele:(6)

  • identifizieren Sie die Inhalte und Wissensbereiche, die die Lernenden erwerben sollen
  • wählen Sie Aktionsverben, die messbar und beobachtbar sind (z.B. beschreiben, identifizieren, auswählen, entwickeln, klassifizieren)
  • verwenden Sie gegebenenfalls Verben höherer Ordnung (z. B. vergleichen, validieren, entwerfen)
  • vermeiden Sie Verben wie „verstehen“, „lernen“, „wissen“, „vertraut sein mit“.
  • ein Lernziel sollte eigenständig sein; verschiedene Handlungen, wie z.B. Diagnose und Rehabilitation, sollten nicht in einem Ziel zusammengefasst werden
  • beginnen Sie das Ziel mit der Angabe der Bedingungen, unter denen die Handlung stattfinden soll – eine gute Möglichkeit ist, die Aussage mit „Am Ende der Schulung/des Kurses/der Lernaktivität wird der Lernende in der Lage sein, …“ zu beginnen
  • beachten Sie die SMART-Lernziele

Das folgende Video gibt einen kurzen Überblick über die Erstellung von Lernzielen anhand der Bloomschen Taxonomie, einem Rahmenwerk, das Ihnen helfen kann, klare und messbare Lernergebnisse zu erzielen.

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Gestaltung von Schulungseinheiten und Programmen für erwachsene Lernende (edit | edit source)

Berücksichtigen Sie bei der Gestaltung von Schulungseinheiten die Phasen des Lernzyklus. Menschen mit unterschiedlichen Lernstilen werden je nach ihren Vorlieben in verschiedenen Phasen des Zyklus einsteigen. Die Phasen des Lernzyklus nach Kolb umfassen aktives Experimentieren (Ausprobieren des Gelernten), konkrete Erfahrung (Erleben), reflektierendes Beobachten (Reflexion über die Erfahrung) und abstrakte Begriffsbildung (Lernen aus der Erfahrung).(8)

Hier können Sie Ihr Wissen über die verschiedenen Lernstile auffrischen: Lernstile und Prinzipien der Erwachsenenbildung.

Format von Lernsitzungen und Modulen (edit | edit source)

Eine Lernsitzung findet in der Regel über mehrere Tage (normalerweise ein bis sechs Tage) statt und ist in Lernmodule unterteilt. Die Module dauern in der Regel etwa eineinhalb Stunden, mit Pausen dazwischen. Die Planung einer Lernsitzung kann von der lokalen Kultur, den Gewohnheiten und den Präferenzen der Teilnehmer abhängen.(2) Es kann ein übergeordnetes Lernziel für die Lernsitzung geben, aber jedes Lernmodul sollte auch eigene Ziele haben.

Eine Lernsitzung besteht in der Regel aus einem einleitenden Modul, gefolgt von einer Reihe aufeinander aufbauender Module und einem abschließenden Modul.

Bestandteile der einleitenden und abschließenden Module von Lernsitzungen (edit | edit source)

Einleitung
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Die Einleitung einer Lernsitzung besteht aus zwei Hauptkomponenten: der offiziellen Begrüßung und der Einstimmung. Während der offiziellen Begrüßung wenden sich Vertreter der Organisation an alle Teilnehmer, anschließend werden administrative und logistische Angelegenheiten geklärt.

Die Einstimmung ist wichtig, um eine lernfördernde Umgebung zu schaffen. Dieser Teil umfasst die Vorstellung der Lernziele, die Darstellung des Arbeitsaufwands, die Überprüfung der Erwartungen der Teilnehmer und die Festlegung von Grundregeln. Eisbrecher-Sitzungen sind in der Regel Teil dieser einleitenden Phase. Bei der Auswahl der Eisbrecher-Aktivitäten sollten die Moderatoren Aktivitäten wählen, die sowohl zur Art und Kultur der Gruppe passen als auch die Lernziele unterstützen. Es ist auch wichtig, Aktivitäten auszuwählen, die die Teilnahme von Lernenden mit unterschiedlichem Hintergrund fördern, da effektive Eisbrecher die Beteiligung der Lernenden und die Lernerfahrung insgesamt verbessern können.(9) Einige Beispiele für Eisbrecher-Aktivitäten sind in Tabelle 1 aufgeführt. Wenn Sie die Lernfortschritte der Teilnehmer messen möchten, ist dies auch der richtige Zeitpunkt, um einen Vortest und/oder Fragebögen zur Selbsteinschätzung zu verteilen.(2)

Tabelle 1. Beispiele für Eisbrecher-Aktivitäten und ihre Vorteile(9)(10)
Eisbrecher-Aktivität Beschreibung Wichtigste Vorteile
Eisbrecher für Online-Kurse Die Teilnehmer teilen persönliche Elemente über digitale Beiträge mit: bedeutungsvolle Zitate, Worte zu ihrem Lebensweg, für sie wichtige Lieder oder besondere Eigenschaften. Digitale Interaktion, Aufbau einer Gemeinschaft
Spinnennetz Die Teilnehmer erstellen ein physisches Netz, indem sie ein Garn- oder Wollknäuel weiterreichen und miteinander verbundene Fadenmuster erstellen, während sie Verbindungen austauschen und die Beziehungen der Gruppe durch physische Visualisierung demonstrieren Netzwerkaufbau, kollektive Einheit
Stell Dir das vor Die Teilnehmer beschreiben kreativ abstrakte Konzepte (z.B. die Farbe von heute, Freude als Geschmack oder Stimmung als Farbe) Fantasievolles Denken, Ausdruck
Abschluss(edit | edit source)

Das abschließende Modul umfasst drei Aspekte: Vertiefung des Gelernten, Bewertung und offizieller Abschluss.

Komponenten eines Lernmoduls (edit | edit source)

Die vier Schritte eines spezifischen oder einzelnen Lernmoduls, die den Lernprozess unterstützen, sind (1) ein einleitender Abschnitt, in dem der Trainer die Vorkenntnisse der Teilnehmer zum Thema erkunden kann, (2) ein Abschnitt für Input, in dem den Teilnehmern durch Präsentationen und/oder Demonstrationen Wissen vermittelt wird, (3) ein Abschnitt zur Verankerung, in dem die Teilnehmer ihr neu erworbenes Wissen durch verschiedene Methoden wie Fallstudien, Rollenspiele und Gruppenarbeit in die Praxis umsetzen, und (4) eine Zusammenfassung am Ende des Lernmoduls mit einer Übersicht über die wichtigsten Konzepte.

Tabelle 2 enthält eine Zusammenfassung der vier Schritte eines Lernmoduls und einige Moderationstechniken, die während jedes Abschnitts eingesetzt werden können.

Tabelle 2. Die Komponenten eines Lernmoduls(2)
Schritte in einem Lernmodul Dauer im Verhältnis zur Gesamtdauer des Moduls Ziel Ideen / Beispiele
Einleitung 10 bis 20 Prozent des Moduls Erkundung des Wissensstands der Teilnehmer Spiele, Simulationen, Brainstorming, Quiz, kurze Reflexionen (einzeln oder in Gruppen)
Input 20 bis 30 Prozent des Moduls Vermittlung von Wissen und Inhalten an die Teilnehmer Präsentationen, Demonstrationen, Nachbesprechung der Eröffnungsaktivität
Verankerung 50 bis 60 Prozent des Moduls Die Teilnehmer setzen ihre Schlussfolgerungen und Theorien in die Praxis um und aktivieren ihr Wissen Fallstudien, Rollenspiele, Simulationen, Gruppenarbeit
Zusammenfassung Ende des Moduls Zusammenführung aller Schlüsselkonzepte des Lernmoduls Zusammenfassung und Wiederholung der Schlüsselkonzepte, Bestätigung der wichtigsten Lernergebnisse der Sitzung

Effiziente Kommunikation und Moderation (edit | edit source)

Einsatz visueller Hilfsmittel (edit | edit source)

Visuelle Hilfsmittel dienen dazu, das Lernen und die Gedächtnisleistung während der Schulung zu verbessern. Durch die Umwandlung von Text und Daten in leicht verständliche visuelle Formate wie Grafiken, Diagramme und Abbildungen ziehen visuelle Hilfsmittel die Aufmerksamkeit auf sich und heben wichtige Botschaften hervor. Sie können helfen, komplexe Konzepte zu vereinfachen, das Verständnis der Teilnehmer zu verbessern und das Lernen zu fördern.(11)

Trainer können strategische Ansätze verwenden, um die Effektivität von visuellen Hilfsmitteln zu maximieren. Dazu gehört, die Anzahl der Bilder zu begrenzen, möglichst wenig Text zu verwenden und durch eine durchdachte Gestaltung dieser Hilfsmittel auf Klarheit zu achten. Das Ziel ist es, visuelle Hilfsmittel zu erstellen, die das Verständnis und das Engagement verbessern, ohne den eigentlichen Schulungsinhalt zu überschatten oder abzulenken.(11)

Beispiele für visuelle Hilfsmittel sind Flipcharts, Kreidetafeln/Whiteboards und PowerPoint-Folien.

Tafeln/Whiteboards bieten eine spontane, benutzerfreundliche und kostengünstige visuelle Hilfe, die als Aufmerksamkeitsmittel dient, die Monotonie von Vorträgen effektiv durchbricht und gleichzeitig eine löschbare Oberfläche für dynamische Präsentationen bietet. Allerdings gibt es auch einige Nachteile, wie z. B. langsames Schreiben und schlechte Lesbarkeit. Idealerweise können Tafeln für kleine, informelle Besprechungen verwendet werden, bei denen spontane Ideenentwicklung und gemeinsame Brainstorming-Sitzungen sinnvoll sind.(11)

Flipcharts sind preiswert, einfach zu benutzen und tragbar. Sie können im Voraus vorbereitet werden und ermöglichen es den Trainern, ihre Ideen nacheinander zu präsentieren. Es können bunte Marker verwendet werden. Nachteile von Flipcharts sind, dass sie sperrig sind, nur zum Schreiben verwendet werden können und Trainer oft dazu neigen, klein zu schreiben, um alle Ideen auf eine Seite zu bringen. Sie können auch teuer sein, wenn sie professionell vorbereitet sind. Flipcharts können effektiv in kleinen Gruppen, in Vorträgen zum spontanen Hervorheben von Ideen, in Brainstorming-Sitzungen und zum Erstellen von Listen und Verfahrensschritten eingesetzt werden.(11)

PowerPoint-Folien sind hochwertige, tragbare und leicht zu bedienende visuelle Hilfsmittel. Fotografische Details lassen sich leicht hinzufügen und die Folienpräsentation kann für Gruppen jeder Größe verwendet werden. Durch die Möglichkeit, die Folien mit einer Fernbedienung zu steuern, können sich Trainer während der Lernsitzung frei bewegen. Ein Nachteil von PowerPoint-Präsentationen ist, dass die Folien zum Mittelpunkt der Lernsitzung werden können und nicht der Trainer und die Schulung.
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Im folgenden Video finden Sie einige Tipps zur Gestaltung visueller Hilfsmittel für eine maximale Wirkung.

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Nonverbale Kommunikation (edit | edit source)

Wenn Sie eine Lerneinheit leiten, sprechen Taten oft lauter als Worte. Setzen Sie nonverbale Kommunikationstechniken ein, um das Engagement der Teilnehmer zu stärken. Stellen Sie Augenkontakt her, um Verbindungen aufzubauen und Aufmerksamkeit zu zeigen. Verwenden Sie eine offene, einladende Körpersprache und eine ansprechende Körperhaltung. Gehen Sie näher an die Teilnehmer heran, um sie aktiv in die Diskussion einzubeziehen. Nicken Sie und lächeln Sie aufrichtig, um Ermutigung zu zeigen und eine positive Lernatmosphäre zu schaffen. Achten Sie schließlich darauf, dass Ihre Mimik zu Ihrer verbalen Kommunikation passt (lächeln Sie mit Ihrem Mund und Ihren Augen).(11) Es wurde berichtet, dass der angemessene Einsatz von nonverbaler Kommunikation durch Lehrer/Ausbilder wichtig ist, um die Lernergebnisse der Studenten zu verbessern.(13)

Verbale Kommunikation (edit | edit source)

Effektive verbale Kommunikation setzt voraus, dass Sie verstehen, wie Ihre Worte und deren Vermittlung als Trainer die Gruppendynamik beeinflussen. Es ist sinnvoll, regelmäßig selbst zu bewerten, wie Ihre Botschaft wahrgenommen wird. Dies hilft Ihnen, die Lücke zwischen Ihrer Absicht und der Wahrnehmung Ihrer Worte durch die Gruppe zu schließen. Ein einladender Lernraum kann durch ermutigende Sätze wie „Ich bin froh, dass Sie das Thema angesprochen haben“ oder „Erzählen Sie mir mehr“ geschaffen werden. Zeigen Sie aktives Zuhören, indem Sie auf den Ideen anderer aufbauen und Sätze verwenden wie „Um auf Ihren Punkt zurückzukommen, Jack,…“ oder „Wie Jane bereits erwähnt hat…“. Bestätigen Sie Emotionen mit einfühlsamen Antworten wie „Ich spüre, dass Sie sich über das, was ich gerade gesagt habe, aufregen“ oder „Sie scheinen sich sehr für dieses Thema zu interessieren“. Durch den Einsatz dieser Kommunikationsstrategien können Sie einen sicheren Raum schaffen, in dem sich die Teilnehmer wohlfühlen und ihre Gedanken und Ideen frei äußern können.(11)

Moderation durch Fragen (edit | edit source)

Die Kunst des Fragens ist für Moderatoren in der Erwachsenenbildung von entscheidender Bedeutung. Das Ziel ist es, Fragen zu stellen, die sinnvolle Diskussionen und Interaktionen anregen, anstatt einfache sachliche Antworten. Offene Fragen, die mit „wer“, „was“, „wo“, „wann“ und „wie“ beginnen, sind wertvoll, da sie detailliertere Antworten und ein größeres Engagement der Teilnehmer fördern. Obwohl eine Frage, die mit „Warum“ beginnt, eine offene Frage ist, neigt sie dazu, Menschen in die Defensive zu treiben, da sie das Gefühl haben, dass sie ihre Antworten erklären oder rechtfertigen müssen. Die Art der Frage sollte auf das gewünschte Ergebnis abgestimmt sein. Wenn Sie zum Beispiel eine allgemeine Frage an die ganze Gruppe stellen, können die Teilnehmer ihre Meinung äußern. Eine Vielzahl von Meinungen kann das Interesse an dem Thema wecken und zu tiefgreifenden Diskussionen führen. Anschließend können spezifische Folgefragen gestellt werden, um die Gründe für bestimmte Meinungen zu erkunden. Ein wichtiger Aspekt der Moderation durch Fragen ist der richtige Einsatz von Pausen nach dem Stellen einer Frage. Geben Sie den Teilnehmern mindestens 10 bis 12 Sekunden Zeit, um eine Antwort zu formulieren, anstatt sie zu drängen. Diese Methoden helfen den Ausbildern, eine Lernumgebung mit produktiven Gruppendiskussionen und Lernerfahrungen zu schaffen.(11)

Antworten auf Fragen der Teilnehmer (edit | edit source)

Erwachsene Lernende sind neugierig, stellen Fragen und beteiligen sich an Diskussionen. Dies kann die Interaktion manchmal zu einer Herausforderung machen. Einige Gründe, warum Teilnehmer während der Lernsitzungen die Möglichkeit haben möchten, Fragen zu stellen, sind:(11)

  • um besser zu verstehen und mehr Informationen zu erhalten
  • um ihr Wissen anderen zu zeigen
  • um den Trainer herauszufordern oder zu unterstützen
  • um die Rückkehr zur Arbeit zu verzögern

Im Folgenden finden Sie einige Richtlinien für den Umgang mit Fragen von Teilnehmern als Trainer.(11)

Legen Sie den Grundstein, indem Sie zu Beginn der Sitzung klare Regeln dafür aufstellen, wann Fragen gestellt werden können (während der gesamten Sitzung, in bestimmten Abständen oder am Ende). Wenn Sie Fragen während der gesamten Sitzung zulassen, achten Sie auf das Zeitmanagement und die Anzahl der Fragen. Wenn Fragen erst am Ende gestellt werden können, ermutigen Sie die Teilnehmer, sie aufzuschreiben, um später darauf zurückgreifen zu können.

Wiederholen oder paraphrasieren Sie die Frage eines Teilnehmers, bevor Sie sie beantworten. Vergewissern Sie sich, dass die ganze Gruppe die Frage hören kann und überprüfen Sie, ob Sie die Frage verstanden haben. Nutzen Sie diesen kurzen Moment, um Ihre Gedanken zu ordnen. Ein empfohlener Ansatz kann sein: „Wenn ich Sie richtig verstehe, lautet Ihre Frage ….. Ist das richtig?“ Vermeiden Sie Formulierungen wie „Was Sie meinen, ist…“ oder „Was Sie sagen, ist…“ oder „Was Sie zu sagen versuchen, ist…“, da sie herablassend wirken können.

Stellen Sie Blickkontakt mit dem Teilnehmer her, der die Frage gestellt hat, während Sie die Frage umschreiben und richten Sie Ihre Antwort an die gesamte Gruppe. Wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht. Vermeiden Sie herablassende Ausdrücke wie „natürlich“ oder lenkende Phrasen wie „Sie müssen verstehen, dass…“.

Bewahren Sie Respekt und Inklusivität. „Setzen Sie niemals einen Teilnehmer herab oder bringen Sie ihn in Verlegenheit.“(11) Beantworten Sie wiederholte Fragen geduldig, ohne Sätze wie „Wie ich bereits erwähnt habe …“ zu verwenden. Gehen Sie auf Fragen aus allen Teilen des Raumes ein und behandeln Sie individuelle Anliegen kurz – bieten Sie bei Bedarf ein persönliches Gespräch in der Pause an.

Seien Sie in schwierigen Situationen, wenn Sie die Antwort nicht wissen, ehrlich. Bieten Sie an, die Frage weiterzuverfolgen und geben Sie Quellen an, um die Informationen zu finden.

Alternativen für die Kommunikation. Sätze wie „Das ist eine gute Frage“ könnten herablassend wirken und „Beantwortet das Ihre Frage?“ nach einer Antwort kann Unsicherheit vermitteln. Bessere Alternativen sind Sätze wie „Das ist eine interessante Frage“; „Welche anderen Fragen haben Sie?“ oder „Möchten Sie, dass ich mehr ins Detail gehe?“

Bei der Beantwortung von Fragen in Lernsitzungen sollten Sie stets Professionalität und Respekt wahren. Gehen Sie auf alle Teilnehmer ein und zeigen Sie echtes Interesse an Fragen. Seien Sie ehrlich und selbstbewusst und konzentrieren Sie sich darauf, ein unterstützendes Lernumfeld für alle zu schaffen.(11)

Referenzen(edit | edit source)

  1. Markaki A, Malhotra S, Billings R, Theus L. Training needs assessment: tool utilization and global impact. BMC medical education. 2021 May 31;21(1):310.
  2. 2.0 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 Boulanger, C. Training Strategies Course. Plus. 2025
  3. 3.0 3.1 Desta SZ, Gugssa MA. The implementation of andragogy in the adult education program in Ethiopia. Education research international. 2022;2022(1):2028248.
  4. Orr RB, Csikari MM, Freeman S, Rodriguez MC. Writing and using learning objectives. CBE—Life Sciences Education. 2022;21(3):fe3.
  5. Thomas PA, Kern DE, Hughes MT, Tackett SA, Chen BY, editors. Curriculum development for medical education: a six-step approach. JHU press; 2022 Aug 30.
  6. Chatterjee D, Corral J. How to write well-defined learning objectives. The journal of education in perioperative medicine: JEPM. 2017 Oct;19(4).
  7. Kaborzi Learning Network. How to Write Learning Objectives Using Bloom’s Taxonomy! 📚 (Instructional Design 101) Available from: https://www.youtube.com/watch?v=obVeHav8mbking (last accessed 11/02/2025)
  8. De Jong D, Dexter S. Experiential learning through simulations in fully online asynchronous courses: Exploring the role of self-debriefing. The Internet and Higher Education. 2025 Apr 1;65:100976.
  9. 9.0 9.1 Gazder U. Determining the Relationship of Icebreakers with Principles of Learning and Teaching. WSEAS Transactions on Advances in Engineering Education. 2023;20:106-11.
  10. Chlup DT, Collins TE. Breaking the ice: Using ice-breakers and re-energizers with adult learners. Adult Learning. 2010 Jun;21(3-4):34-9.
  11. 11.00 11.01 11.02 11.03 11.04 11.05 11.06 11.07 11.08 11.09 11.10 11.11 Lawson K. The trainer’s handbook. John Wiley & Sons; 2015 Dec 29.
  12. Manchester Metropolitan University. Presentations – Visual Aids. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=LPREy0F3nuU(last accessed 11/02/2025)
  13. Khan P. Impact Of Teachers’ Adverse Non-Verbal Communication On University Students’ Learning Outcomes (Within Classroom). Journal of Positive School Psychology. 2023 Jun 16;7(6):1289-301.


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