Ein Ausbilder, Schulungsleiter oder Trainer spielt eine wichtige Rolle bei der Überbrückung der Kluft zwischen theoretischem Wissen und praktischer oder klinischer Anwendung, indem er eine umfassende Wissensvermittlung ermöglicht. Ausbilder sind bestrebt, ein positives, unterstützendes Lernumfeld zu schaffen, das die Zusammenarbeit und das gegenseitige Lernen fördert und den Lernenden bzw. Auszubildenden einen sicheren Raum bietet, um neue Konzepte zu verstehen und anzuwenden. Durch die Förderung eines Gemeinschaftsgefühls innerhalb der Gruppe stellen Ausbilder sicher, dass die Teilnehmer nicht nur komplexe Ideen verstehen, sondern sie auch selbstbewusst in realen Kontexten umsetzen können.
Ausbilder haben verschiedene Rollen, die sie während einer einzelnen Lerneinheit übernehmen können. Diese Rollen umfassen die eines Lehrenden (Instructor), eines Lernbegleiters (Facilitator) und eines Lerncoaches (Coach), je nach dem spezifischen Schulungsszenario.(1)
Lehrende geben klare Anweisungen und Ratschläge und präsentieren Fakten und Theorien mit Fachwissen. Sie zeigen Kompetenz in ihrem Fachgebiet und sind für die Bewertung von Wissen verantwortlich. Der Ansatz eines Lehrenden ist oft strukturierter und direktiver, wobei der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Informationen/Wissen und der Bewertung des Verständnisses liegt.
Lernbegleiter verfolgen eine interaktivere und kooperativere Herangehensweise an das Lernen. Sie leiten die Teilnehmer mit gezielten Fragen und Diskussionen durch die Lernerfahrungen und bereiten Aktivitäten vor, die das Lernen in der Gruppe fördern. Sie sind geschickt im Umgang mit Gruppenprozessen und -dynamik. Sie geben während des gesamten Lernprozesses ein sinnvolles, konstruktives Feedback, das das Wachstum unterstützt.
Lerncoaches schaffen eine Lernumgebung, die das vorhandene Wissen und die Erfahrung der Teilnehmer wertschätzt. Sie fördern aktiv den offenen Dialog und den Erfahrungsaustausch und helfen so den Teilnehmern, von den praktischen Kenntnissen und Einsichten der anderen zu lernen. In der Rolle eines Lerncoaches baut ein Ausbilder auf dem vorhandenen Know-how und Wissen der Lernenden auf und hilft ihnen, ihr aktuelles Verständnis mit neuen Lernkonzepten zu verknüpfen. Lerncoaches können es den Teilnehmern ermöglichen, aus den kollektiven Erfahrungen der Gruppe sinnvolle Lehren zu ziehen.
Technische Fertigkeiten sind für eine effektive Schulung von grundlegender Bedeutung. Diese Fertigkeiten umfassen Fachwissen,darunter fundierte Kenntnisse über das Thema, praktische Erfahrung mit den Inhalten/dem Thema, die Fähigkeit, Wissen effektiv zu vermitteln, und die Anwendung fachspezifischer Schulungsmethoden.(2) Ausbilder sollten mit den Prinzipien der Erwachsenenbildungvertraut sein, sich mit pädagogischen Grundsätzen auskennen,(2) die Schulung auf die besonderen Bedürfnisse erwachsener Lernender zuschneiden(2) und klare pädagogische Ziele vorgeben.(3) Darüber hinaus sind technologische Kenntnisse für die digitale Lernumgebung von heute von entscheidender Bedeutung.
Berufliche Fertigkeiten sind für eine effektive und erfolgreiche Schulung ebenso wichtig. Kommunikation ist eine wichtige berufliche Fertigkeit,(4) die von Ausbildern verlangt, Informationen klar und prägnant auf eine für die Lernenden verständliche Weise zu vermitteln. Dazu gehört eine taktvolle, nicht bedrohliche Art der Kommunikation,(5) konstruktives Feedback und formelle Bewertungen,(3)(6) die Schaffung und Aufrechterhaltung eines offenen Dialogs(6) sowie aktives Zuhören, um angemessen auf die Bedürfnisse und Anliegen der Lernenden einzugehen. Die Beherrschung der verbalen und nonverbalen Kommunikation, die Durchführung ansprechender Präsentationen und ein effektives Zeitmanagement sind ebenfalls wichtige Komponenten der beruflichen Fertigkeiten.
Persönliche Fertigkeiten sind für Ausbilder ebenfalls wichtig. Anpassungsfähigkeit und Flexibilität ermöglichen es den Ausbildern, sich auf unterschiedliche Lernumgebungen und Bedürfnisse der Lernenden einzustellen. Geduld ist eine gute Fertigkeit, wenn man mit verschiedenen Gruppen von Teilnehmern arbeitet.(3) Kreativität hilft Ausbildern bei der Entwicklung innovativer Ausbildungsansätze, während Begeisterung(3) die Lernenden inspirieren und motivieren kann. Durch Ermutigung und Unterstützung wird ein positives Lernumfeld geschaffen, und eine zugängliche Persönlichkeit trägt dazu bei, dass sich die Teilnehmer wohl und sicher fühlen.(3)
Nach Auswertung der Literatur zu den Kenntnissen und Fertigkeiten von Ausbildern aus der Perspektive von Ausbildern, Auszubildenden und Personalentwicklern identifizierten Wisshak und Hochholdinger(2) spezifische Kategorien von beruflichen Kenntnissen und Fertigkeiten von Ausbildern. Diese sind in Tabelle 1 aufgeführt.
| Planung und Gestaltung von Schulungen | Schulungen sollten sorgfältig geplant und gestaltet werden und dabei klare Lernziele sowie Kenntnisse über didaktische Konzepte und Prinzipien berücksichtigen, um ein Konzept zu entwickeln, das den Bedürfnissen der Lernenden entspricht. |
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| Gruppenmanagement | Schulungen beinhalten oft das Management von Gruppen, und Ausbilder sollten in der Lage sein, mögliche Konflikte zu bewältigen und gleichzeitig ausreichend Zeit für das aktive Lernen zu gewährleisten. Ausbilder müssen effektiv kommunizieren und flexibel auf Veränderungen reagieren können, während sie gleichzeitig ein positives Lernumfeld schaffen und Beziehungen zu den Schulungsteilnehmern aufbauen. |
| Methodische Durchführung von Schulungen | Ausbilder sollten sich über die Lernziele im Klaren sein und für Klarheit und Struktur in den Lernsitzungen sorgen. Sie sollten mit verschiedenen Unterrichtsmethoden und deren Variationen in ihrem Fachgebiet vertraut sein und Medien und Lernmaterialien effizient einsetzen können. Ausbilder sollten die Fähigkeit haben, die Lernenden zu motivieren und Feedback zu geben und zu erhalten. Ausbilder müssen auch sicherstellen, dass das erworbene Wissen bei den Teilnehmern gefestigt (konsolidiert) wird. |
| Diagnostik und Bewertung | Eine Bedarfsanalyse vor und nach der Schulung ist für eine effektive Schulung erforderlich. |
| Pädagogik | Ausbilder müssen über grundlegende Kenntnisse im Bereich der allgemeinen und Erwachsenenbildung verfügen. |
| Individuelle Unterschiede | Ausbilder sollten in der Lage sein, die Schulung an die Bedürfnisse der Teilnehmer anzupassen und mit Heterogenität in einer Gruppe umzugehen. |
| Fachwissen | Sie sollten über fundierte Kenntnisse des Fachgebiets verfügen und praktische Erfahrung im Bereich der Ausbildung haben. |
| Fachspezifischer Unterricht | Ausbilder sollten in der Lage sein, fachspezifische Schulungsmethoden anzuwenden, über fachspezifisches Unterrichtswissen verfügen und das Thema klar erklären können. Außerdem sollten sie eine gute Vorstellung davon haben, welche Kenntnisse die Teilnehmer über das Schulungsthema haben. |
| Beratung und Coaching | Ausbilder sollten über die erforderlichen Fertigkeiten verfügen, um Teilnehmer, die zusätzliche Beratung benötigen, zu beraten und zu coachen. |
Klinische Ausbilder sollten auch in der Lage sein, ethische Faktoren zu berücksichtigen,(7) sich kontinuierlich weiterzubilden,(8) im Team und effektiv zusammenzuarbeiten.(9) In den folgenden Abschnitten erfahren Sie aus der Sicht von Klinikern, Auszubildenden, Praktikanten und Studenten, was einen guten klinischen Ausbilder ausmacht.(10)
Ein guter klinischer Ausbilder erkennt die Bedeutung des Wissenstransfers als moralische, ethische und berufliche Pflicht an, die von einer natürlichen Bereitschaft, anderen zu helfen, getragen wird. Ein angenehmes und freundliches Auftreten, gepaart mit der Bereitschaft, zu lernen und neue Kompetenzen zu erwerben, ist wichtig. Klinische Ausbilder sollten in der Lage sein, Wissen mit Empathie, Freundlichkeit und Fairness zu vermitteln. Die Fähigkeit, konstruktives Feedback auf eine durchdachte und motivierende Weise zu geben, ist von entscheidender Bedeutung.(10)
Ein guter klinischer Ausbilder ist sachkundig und gut organisiert. Er gibt präzises und sorgfältiges konstruktives Feedback und bietet direkte, unterstützende Betreuung. Er ist begeistert von seiner Aufgabe und verfolgt einen ermutigenden und anregenden Lernansatz. Er ist ein guter Zuhörer und geduldig, sodass die Auszubildenden Raum zum Lernen, zum Machen von Fehlern und zum Wachsen in ihrem eigenen Tempo haben.(10)
Gute klinische Ausbilder vermitteln in klinischen Situationen effektiv klinisches Fachwissen. Sie zeigen Einfühlungsvermögen und Fürsorge für Patienten und Familien sowie für Auszubildende.(10)
Gute klinische Ausbilder können sinnvolle Beziehungen aufbauen und effektiv kommunizieren. Sie verfügen über gute zwischenmenschliche Fähigkeiten und schaffen ein integratives Umfeld, das die Studenten aktiv einbindet.(10)
Die Miller-Pyramide wurde von George Miller speziell für die Beurteilung von Studierenden im Gesundheitswesen entwickelt. Die vier Stufen der Pyramide sind in Tabelle 2 dargestellt.
| Stufe | Bezeichnung | Beschreibung | Bewertungsmethoden |
|---|---|---|---|
| Stufe 1 | Knows (Weiß) |
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| Stufe 2 | Knows how (Weiß wie) |
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| Stufe 3 | Shows how (Zeigt wie) |
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| Stufe 4 | Does (Tut) |
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Abbildung 1. Überarbeitete Version von Millers Pyramide (Abbildung stammt aus dem iDesign Educational Assets (iDea) Book. Diese Abbildung wurde von iDesign aus Ramani und Leinster(13) adaptiert.
Cruess et al.(14) schlugen vor, eine fünfte Stufe, „Ist“, über „Tut“ in die Miller-Pyramide einzufügen. Diese Stufe sollte sowohl die klinische Kompetenz als auch das Konzept der beruflichen Identität widerspiegeln. Die Miller-Pyramide wurde ebenfalls überarbeitet, um eine dritte Dimension der beruflichen Authentizität einzubeziehen. Die berufliche Authentizität der Pyramide konzentriert sich auf „Einstellungen“, „Fertigkeiten“ und „Wissen auf einer Skala von Anfänger bis Experte“(15) Abbildung 1 zeigt diese überarbeitete Version.
Feedback kann als „spezifische Information über den Vergleich zwischen der beobachteten Leistung eines Lernenden und einem Standard beschrieben werden, die mit der Absicht gegeben wird, die Leistung des Lernenden zu verbessern.“(16) Feedback ist eine wichtige Form der Interaktion zwischen dem Ausbilder und dem Lernenden und trägt dazu bei, die Lücke zwischen der tatsächlichen Leistung und der gewünschten Leistung zu verringern.(17) Während des Feedback-Prozesses erhält der Lernende Informationen über die Qualität seiner Leistung, was zu einem verbesserten Lernerfolg führen kann. Es kann das Lernen auf folgende Weise fördern:(17)
Untersuchungen zum Feedback während der klinischen Supervision zeigen einige wichtige Grundsätze auf, die wirksames Feedback von unwirksamem Feedback unterscheiden. Wirksames Feedback zeichnet sich dadurch aus, dass es pädagogisch unterstützend, zeitnah, kooperativ und konstruktiv ist. Es konzentriert sich auf beobachtbares Verhalten, liefert konkrete, umsetzbare Vorschläge und bezieht den Lernenden in die Selbstbewertung und die Planung von Verbesserungen ein. Im Gegensatz dazu ist unwirksames Feedback eher wertend, geschieht zum falschen Zeitpunkt, ist verallgemeinernd, auf die Persönlichkeit fokussiert und losgelöst von zukünftigen Entwicklungsstrategien.(18)
Wenn Sie möchten, können Sie hier mehr über Rahmenkonzepte für konstruktives Feedback lesen, die Sie nutzen können, und einige Tipps zum Geben und Empfangen von konstruktivem Feedback finden.