Lernstile und Prinzipien der Erwachsenenbildung

Originale Autorin Tarina van der Stockt basierend auf dem Kurs von Claire Boulanger
Top-Beitragende Wanda van Niekerk, Jess Bell, Tarina van der Stockt und Kim Jackson

Einleitung
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Es gibt keine universelle Lernmethode. Stattdessen gibt es verschiedene Ansätze, deren Wirksamkeit von der jeweiligen Aufgabe, dem Kontext und der Persönlichkeit des Lernenden abhängt. Das Verständnis der Bandbreite der verfügbaren Lernmethoden und das Wissen, wann diese anzuwenden sind, kann zu einem effizienteren und effektiveren Lernen führen.(1)

Lernende können zwar nicht immer wählen, wie sie die Inhalte aufnehmen, aber Lehrende, die die Lernstile und Vorlieben ihrer Schüler sorgfältig berücksichtigen und die Lehrmaterialien an deren Bedürfnisse anpassen, können das Engagement, die Zufriedenheit und den allgemeinen akademischen Erfolg steigern.(1)

Es ist wichtig anzumerken, dass einige Forschungsergebnisse die Annahme in Frage stellen, dass die Anpassung von Lehr-/Trainingsmethoden an individuelle Lernstile die Lernergebnisse verbessert. Stattdessen wurde vorgeschlagen, dass Trainer sich auf bewährte Trainingsstrategien und die Prinzipien der Erwachsenenbildung konzentrieren sollten. Dieser Ansatz kann erwachsenen Lernenden helfen, die Fähigkeit zu entwickeln, ihre Lernansätze an unterschiedliche Situationen anzupassen.(2)

Diese Seite bietet einen Überblick über die vier bekannten Lernstile, erforscht die Prinzipien der Erwachsenenbildung und stellt Strategien zur Schaffung eines lernfördernden Umfelds vor.

Lernstile (edit | edit source)

Obwohl Lerntheorien ihre Grenzen haben, bieten verschiedene Rahmenkonzepte nützliche Erkenntnisse für Trainer. Peter Honey und Alan Mumford entwickelten ein „Lernstilmodell, das speziell auf organisatorische Settings zugeschnitten ist“. Dieses Modell ist in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung sehr beliebt. Dieser Rahmen kann Organisationen dabei helfen, effektive Schulungsprogramme zu entwerfen und eine Lernkultur zu fördern, die den unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen der Belegschaft gerecht wird.(3) Um das persönliche Lernen zu maximieren, schlagen Honey und Mumford außerdem vor, dass es hilfreich ist, wenn eine Person ihren einzigartigen Lernstil versteht und Gelegenheiten findet, ihn zu nutzen.(4)

Honey und Mumford schlugen vier Lernstile oder Präferenzen vor, die Menschen verwenden.(1)

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    Aktivisten:

    • lernen durch Handeln und mit neuen Erfahrungen und Möglichkeiten
    • handeln zuerst und kümmern sich später um die Konsequenzen – sie fühlen sich wohl, wenn sie ins kalte Wasser geworfen werden
    • finden Rollenspiele, Lernen mit Spielen und Problemlösen mit anderen nützlich
    • verfügen über die Fähigkeit, eine Gruppe zu leiten
    • finden es weniger hilfreich, Vorlesungen oder langatmigen Erklärungen zuzuhören oder Aufgaben wie Lesen, Schreiben und Denken alleine zu erledigen
    • lernen weniger, wenn sie viele Daten interpretieren oder genaue Anweisungen befolgen müssen
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    Theoretiker:

    • lernen am besten, wenn sie die relevanten Theorien oder Prinzipien verstehen und ein Modell, ein System oder eine strukturierte Situation mit einem klaren Ziel haben
    • arbeiten gut, wenn sie analysieren, Fragen stellen, nachhaken und synthetisieren können
    • lernen, wenn sie komplexe Probleme verstehen müssen
    • lernen nicht in Situationen, in denen Emotionen und Gefühle im Vordergrund stehen oder wenn die Aktivität unstrukturiert ist
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    Pragmatiker:

    • setzen neue Ideen um, sind praktisch veranlagt, erledigen gerne Dinge und lassen nichts offen
    • lernen am besten, wenn es eine direkte Verbindung gibt und sie klare Richtlinien haben
    • kopieren gerne Beispiele
    • lernen am besten, wenn ihnen eine Technik gezeigt wird und sie die dahinter stehende Logik verstehen
    • lernen weniger, wenn sie keinen unmittelbaren praktischen Nutzen sehen oder etwas nur für Theorie halten
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    Nachdenker:

    • lernen durch Beobachten/Zuhören und brauchen Zeit zum Nachdenken und Nachforschen, bevor sie handeln
    • brauchen Zeit, um alle Aspekte und Auswirkungen zu überprüfen und abzuwägen
    • lernen am besten, wenn sie keine engen Fristen haben
    • lernen weniger, wenn sie eine Gruppe leiten müssen, enge Fristen einhalten müssen oder unvorbereitet sind

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Malcolm Knowles und Prinzipien der Erwachsenenbildung (edit | edit source)

Die Theorie der Erwachsenenbildung ist ein Ansatz, der die einzigartigen Eigenschaften erwachsener Lernender anerkennt und sich von standardisierten Modellen der Bildung entfernt. Sie berücksichtigt die bisherigen Erfahrungen, aktuellen Verpflichtungen und individuellen Motivationen von Erwachsenen. Dieses Verständnis ermöglicht es Pädagogen, maßgeschneiderte Lernstrategien zu entwickeln, die effektiv, ansprechend und für erwachsene Lernende relevant sind. Malcolm Knowles, ein amerikanischer Pädagoge, führte dieses Konzept 1968 ein und es wird heute allgemein als Theorie der Erwachsenenbildung (engl.: Adult Learning Theory) bezeichnet.(6)(7)

Wichtige Definitionen:(8)

  • Andragogik: die Wissenschaft der lebenslangen Bildung des Erwachsenen
  • Pädagogik: Bildung von Kindern, Jugendlichen und abhängigen Lernenden

Ein zentraler Gedanke in Knowles‘ Theorie ist, dass Erwachsene anders lernen als Kinder, weil sie andere Erfahrungen, Motivationen und Ausrichtungen haben. Einige Prinzipien der Andragogik überschneiden sich jedoch mit denen der Pädagogik, und es wird argumentiert, dass das Lernen von Erwachsenen eine natürliche Fortsetzung des kindlichen Lernens ist. Dadurch wird „Lernen zu einem lebenslangen Kontinuum mit unterschiedlichen Zielen in verschiedenen Phasen“.(9)

Knowles definierte selbstgesteuertes Lernen (SGL) als einen Prozess, bei dem eine Person mit oder ohne Hilfe ihre Lernbedürfnisse bestimmt, sich Ziele setzt und Lernressourcen findet.(10) Die Person übernimmt die Verantwortung und die Initiative für ihr eigenes Lernen.(2) wobei der Pädagoge als Vermittler fungiert.(10)

Nach Knowles gehören zu den wichtigsten Komponenten des selbstgesteuerten Lernens:(10)

  • Erfassung des Lernbedarfs
  • Entwicklung von Lernzielen
  • Identifizierung von Ressourcen
  • Umsetzung von Prozessen
  • Verpflichtung zum Lernen
  • Bewertung des Lernprozesses

Selbstgesteuertes Lernen ist ein wichtiges Konzept in der Erwachsenenbildung. Die Kontrolle darüber, wann, wo und in welchem Tempo man lernt, ist für selbstgesteuertes Lernen zwar notwendig, steht jedoch nicht im Vordergrund. Ebenso wichtig ist es, die Fähigkeit des Lernenden zur Reflexion, zum kritischen Denken und zum Wissen über verschiedene Lernoptionen zu fördern. Nur weil eine Person erwachsen ist, ist sie noch kein selbstgesteuerter Lerner. Es ist jedoch wichtig, erwachsene Lernende als selbstgesteuerte Lernende zu behandeln, da dies ihr Selbstbild positiv beeinflusst. Selbstständiges Lernen ist gut für die persönliche Entwicklung, aber auch für die berufliche Entwicklung und die Gesellschaft als Ganzes. Daher haben Trainer bzw. Ausbilder eine wichtige Verantwortung: Sie müssen erkennen, dass nicht alle erwachsenen Lernenden die gleichen Fähigkeiten oder den gleichen Wunsch nach selbstgesteuertem Lernen haben. Aus diesem Grund sollten Trainer ihre Trainingsansätze an die Bereitschaft jedes erwachsenen Lernenden zur Selbststeuerung anpassen. Um effektive Lernerfahrungen zu schaffen, müssen sich Trainer der individuellen Unterschiede in der Fähigkeit und Bereitschaft erwachsener Lernender zum selbstständigen Lernen bewusst sein.(2)

Prinzipien der Erwachsenenbildung (edit | edit source)

Das Verständnis von Theorien der Erwachsenenbildung (Andragogik) ist für Ausbilder im Gesundheitswesen von Vorteil, weil:

  • evidenzbasierte Praxis Bildungsphilosophien und -theorien umfasst
  • sie den Ausbilder bei der Auswahl der geeigneten Ziele leiten
  • sie die Gestaltung des Unterrichts und die Bewertung beeinflussen
  • der Pädagoge das Lernen der Schüler verbessern kann, indem er Lerntheorien, Lerninhalte und das Verständnis der Schüler integriert(9)

Die Prinzipien der Erwachsenenbildung sind grundlegende Konzepte, die den effektiven Unterricht für erwachsene Lernende leiten. Es gibt viele Prinzipien der Erwachsenenbildung.

Die folgenden Tabellen enthalten einige der gängigsten Prinzipien der Erwachsenenbildung mit Tipps für den Ausbilder. (11)(6)(7)(12)(13)(14)

Tabelle 1. Allgemeine Prinzipien der Erwachsenenbildung und Tipps für Ausbilder.
Prinzip Tipps für Ausbilder
Erwachsene Lernende verfügen über eine Fülle von Wissen und Lebenserfahrung und teilen diese gerne. Bauen Sie auf dem Wissen und der Erfahrung der Erwachsenen auf und nutzen Sie diese. Sie lernen besser, wenn sie den Inhalt mit ihren beruflichen und persönlichen Erfahrungen verknüpfen können.
Erwachsene wollen wissen, warum sie etwas lernen sollten und wie es ihnen helfen wird, ihre Ziele zu erreichen, bevor sie ihre Zeit, ihr Geld und ihre Energie in eine Lernveranstaltung investieren. Erklären Sie den Zweck der Schulung, indem Sie das Ziel und die spezifischen Lernziele mitteilen und die Schulung in einen Kontext stellen. Sie müssen wissen, warum der Inhalt für das Lernen wichtig ist.
Erwachsene lernen gerne aktiv und interagieren gerne mit anderen. Bevorzugen Sie partizipative Methoden und motivieren Sie die Lernenden, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen.
Erwachsene sind am ehesten bereit zu lernen, wenn sie die Relevanz des Wissens für ihre Aufgaben oder die Lösung von Problemen erkennen. Sie lernen am besten, wenn die Informationen einen unmittelbaren Wert haben und auf ihr Leben und ihre Arbeit anwendbar sind. Stellen Sie sicher, dass die Schulung einen Bezug zu den Situationen hat, mit denen Erwachsene konfrontiert sind. Nutzen Sie Fallstudien und Erfahrungen aus dem wirklichen Leben.
Erwachsene reagieren besser auf interne Motivatoren (wie gesteigertes Selbstwertgefühl, Anerkennung, bessere Lebensqualität, erhöhtes Selbstvertrauen und Selbstverwirklichung) als auf externe (wie Gehaltserhöhungen). Sie lernen am besten, wenn sie intrinsisch motiviert sind. Schaffen Sie eine sichere Lernumgebung, um die interne Motivation zu steigern. Beispiele: Geben Sie sinnvolles Feedback, üben Sie keinen Druck aus, stellen Sie keine Herausforderungen, urteilen Sie nicht usw.
Erwachsene schätzen es, wenn sie einbezogen werden und Spaß haben. Gestalten Sie die Schulung entsprechend ansprechend und unterhaltsam.
Erwachsene sind selbstgesteuerte Lernende. Sie ziehen es vor, mitzubestimmen, was sie lernen und wie sie lernen. Unterstützen Sie die Lernenden bei der Steuerung ihres Lernens und geben Sie ihnen einen Grund zum Lernen.

Experte werden (edit | edit source)

Fachwissen (Expertise) entwickelt sich im Laufe der Zeit und durchläuft verschiedene Stufen: vom Anfänger über den fortgeschrittenen Anfänger, den kompetent Handelnden und dem Erfahrenen/Gewandten bis hin zum Experten.(18) Ein Experte auf einem Gebiet zu sein, bedeutet nicht, dass man auch ein Experte auf einem anderen Gebiet ist. Fachwissen ist also bereichs- oder domänenspezifisch.(18)(19)

Adaptive Experten können ihr Wissen aufgrund ihrer ausgeprägten metakognitiven Fertigkeiten in verschiedenen Situationen anwenden, während Routineexperten in vertrauten Umgebungen glänzen, aber Schwierigkeiten haben, wenn sie mit neuen oder veränderten Bedingungen konfrontiert werden.(19)

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich Experten und erfahrene Lernende von Anfängern unterscheiden, und bietet eine Orientierungshilfe für den Umgang mit Unterschieden in Lernumgebungen.(18)(19)(20)

Tabelle 2. Unterschiede zwischen Experten/erfahrenen Lernenden und Anfängern.
Experten / Erfahrene Lerner
Anfänger
Anleitungshilfe
Sie verfügen über eine solide Wissensgrundlage, die nicht nur das Abrufen, sondern auch das Verstehen unterstützt. Ihr Wissen ist organisiert und integriert. Anfängern fällt es schwer, neues Wissen zu behalten, weil ihnen das Vorwissen fehlt, an das sie es anknüpfen können, und sie erkennen oft keine wichtigen Muster oder Prinzipien in einem Bereich. Verstehen Sie, was die Lernenden bereits wissen . Wenn sie in den Unterricht kommen, beeinflussen ihr Wissen und ihre Missverständnisse das, was sie während des Unterrichts lernen.
Expertenwissen ist situationsabhängig. Das bedeutet, dass Experten wissen, wie und wann sie ihr Wissen in bestimmten Situationen oder unter bestimmten Bedingungen anwenden müssen. Sie erkennen Muster und wissen, dass bestimmte Strategien oder Informationen nur unter bestimmten Umständen nützlich sind. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihnen, ihre Vorgehensweise je nach Kontext anzupassen. Mit zunehmender Erfahrung wird das Wissen eines Experten somit dekontextualisiert. Anfänger betrachten Wissen als kontextabhängig und als eine Sammlung isolierter Fakten. Sie haben Schwierigkeiten, Verbindungen zu zuvor erworbenem Wissen herzustellen. Ihr Lernen ist so organisiert, dass es in bestimmten Kontexten funktioniert, sich aber nicht gut auf andere Bereiche übertragen lässt. Um den Lernenden zu helfen, Wissen zu dekontextualisieren und das Lernen zu verbessern, sollten Lehrkräfte verschiedene Ansätze verwenden: Perspektiven variieren, häufige Wiederholungsübungen anbieten, Testformate mischen, Bewertungen zeitlich staffeln, Ideen kontextübergreifend verknüpfen und spezifisches Feedback mit Ressourcen für weitere Hilfe geben. Verwenden Sie kontrastierende Beispiele, um wichtige Punkte im Unterricht hervorzuheben.
Präsentieren Sie zwei Fälle mit konkreten Unterschieden, um wichtige Konzepte zu veranschaulichen. Experten erkennen oft subtile Unterschiede zwischen komplexen Fällen, die Anfängern möglicherweise entgehen. Beginnen Sie daher mit einfachen kontrastierenden Fällen und steigern Sie die Komplexität allmählich, wenn sich das Verständnis der Lernenden verbessert.
Sie verfügen über überlegene Strategien, um Wissen automatisch und flüssig abzurufen und anzuwenden. Während der Problemlösung erkennen sie sinnvolle Muster leichter, wodurch mentale Energie (kognitive Anforderungen) freigesetzt wird, sodass sie sich auf neues Wissen konzentrieren können, um das Muster zu ergänzen. Wenn ein Anfänger Informationen abruft, stellt dies enorme kognitive Anforderungen an seine Aufmerksamkeit. Während der Problemlösung bemerkt der Anfänger keine sinnvollen Zusammenhänge zwischen den Informationen. Um die Problemlösungskompetenz auf Expertenniveau zu fördern, sollten Lehrer die Lernenden dabei anleiten, Probleme visuell darzustellen, Informationen nach Relevanz oder Themen zu kategorisieren und Einschränkungen zu identifizieren. Konzentrieren Sie sich darauf, den Lernenden beizubringen, Muster, Zusammenhänge und wichtige Beziehungen innerhalb von Problemszenarien zu erkennen, damit sie letztendlich klare Lösungen finden können.

Den Denkprozess offenlegen:

  1. Ermutigen Sie die Lernenden, an Aktivitäten teilzunehmen, bei denen sie nicht nur die Endergebnisse, sondern auch die Schritte und Überlegungen hinter ihren Gedanken offenlegen.
  2. Demonstrieren Sie die Denkweise von Experten, indem Sie die Strategien und Methoden, die oft implizit im Denken eines Experten enthalten sind, klar erklären.
Sie sind selbstreguliert und haben unterschiedliche Motivationen. Ihr metakognitives Bewusstsein ist ausgeprägter, was sie in die Lage versetzt, zu verstehen, was sie wissen und was nicht, und strategisch und flexibel zu planen. Experten sind besser in der Lage, sich selbst zu überwachen, zu wissen, wann sie nach Fehlern suchen müssen, zu verstehen, warum sie eine Situation möglicherweise nicht erfassen, und ihre Bemühungen anzupassen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Dieses Bewusstsein hilft Experten, die Schwierigkeit von Aufgaben vorherzusagen und die Zeit für die Problemlösung effektiv einzuteilen.

Sie haben oft Schwierigkeiten, ihr Lernen zu überwachen, und erkennen möglicherweise nicht, ob sie den Stoff verstanden oder beherrschen. Dies hängt mit dem Dunning-Kruger-Effekt zusammen, bei dem weniger erfahrene Personen ihre Fähigkeiten überschätzen.

Bei Anfängern ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie Selbsttests oder Selbstbefragungen nutzen, um Fehler zu korrigieren oder ihre Lernstrategien anzupassen.

Der Schlüssel liegt darin, den Schülern metakognitive Fertigkeiten wie Selbstreflexion und Selbsteinschätzung zu vermitteln. Dies ermöglicht es ihnen, ihre eigene Arbeit und ihre Lernfortschritte selbständig zu bewerten und zu beaufsichtigen.

Die reibungslose und mühelose Leistung eines Experten kann die wichtigsten Prinzipien und Strategien verbergen, die ein Anfänger lernen muss, um sich zu verbessern. Diese Prinzipien sind für den Experten so selbstverständlich, dass er sich ihrer möglicherweise gar nicht bewusst ist, und ein Anfänger, der den Experten beobachtet, bemerkt sie vielleicht auch nicht, da sie unauffällig in die Handlungen des Experten eingebunden sind.(19)

Lernfördernde Umgebungen schaffen (edit | edit source)

Die effektivsten Lernumgebungen integrieren die folgenden vier voneinander abhängigen Elemente:(20)(19)

  1. Lernerzentrierte Umgebungen konzentrieren sich darauf, das vorhandene Wissen, die Fertigkeiten, Einstellungen und Überzeugungen, die die Lernenden in den Unterricht mitbringen, zu verstehen und zu berücksichtigen.
    • Lehrkräfte müssen erkennen, dass Lernen auf Vorwissen aufbaut und dass sie den Lernenden helfen müssen, Verbindungen zwischen Vorwissen und dem aktuellen Lernstoff herzustellen.
    • Es ist entscheidend, dass Lehrkräfte zu Beginn eines Kurses etwaige Fehlvorstellungen, unvollständiges Verständnis oder naive Konzepte der Lernenden erkennen und darauf eingehen. Diese zu ignorieren, kann zu unbeabsichtigten Lernergebnissen führen.
    • Ein effektiver, auf den Lernenden ausgerichteter Unterricht beinhaltet, dass die Aufgaben angemessen schwierig sind – so schwierig, dass das Interesse erhalten bleibt, aber nicht so schwierig, dass die Lernenden entmutigt werden. Dies erfordert von den Lehrkräften ein gutes Gespür für das aktuelle Wissen, die Fähigkeiten und die Interessen ihrer Schüler.
  2. Wissenszentrierte Umgebungen konzentrieren sich darauf, Lernenden dabei zu helfen, gut organisierte Informationen zu erwerben, die das Verständnis und die Anpassungsfähigkeit fördern.
    • Diese Umgebungen legen Wert auf klare Lernziele und informieren die Lernenden ausdrücklich über die zu erwerbenden Kenntnisse und deren Anwendungsmöglichkeiten. Sie konzentrieren sich auf den Aufbau einer soliden Grundlage an Grundkonzepten, die als Plattform für das weitere Lernen dient.
    • Wissenszentrierte Ansätze stehen im Einklang mit lernerzentrierten Ansätzen, da sie die Vorkenntnisse der Lernenden zum Thema berücksichtigen. Sie legen auch Wert auf Informationen und Aktivitäten, die ein tieferes Verständnis der Disziplinen fördern.
    • Das Ziel besteht darin, den Lernenden zu helfen, Wissen auf eine Weise zu erwerben, die das Verständnis und die Anwendung in verschiedenen Kontexten ermöglicht.
  3. Bewertungszentrierte Umgebungen bieten regelmäßig Gelegenheit für Feedback, wobei der Schwerpunkt eher auf dem Verstehen als auf dem Auswendiglernen liegt.
    • Sie legen Wert auf formative Bewertungen, die es den Lernenden ermöglichen, ihr Denken zu überdenken und zu verbessern, anstatt nur summative Bewertungen, die die endgültigen Lernergebnisse messen.
    • Ziel ist es, die metakognitiven Fähigkeiten der Lernenden zur Selbsteinschätzung und Reflexion zu entwickeln.
    • Formative Bewertungen, wie z. B. Kommentare der Lehrkraft zu Entwürfen, tragen zur Verbesserung des laufenden Lernprozesses bei. Summative Bewertungen, wie z. B. Tests am Ende einer Lerneinheit, messen die Gesamtleistung. Der Schwerpunkt liegt hier auf klassenraumgestützten Bewertungen, die das Lernen fördern, wie z. B. formative Bewertungen.
  4. Gemeinschaftszentrierte Umgebungen fördern kollaboratives Lernen, aktive Beteiligung und kontinuierliche Verbesserung.
    • Sie gehen über den Klassenraum hinaus und fördern Verbindungen innerhalb der Schule und der breiteren Gemeinschaft.
    • Dieser Ansatz fördert das Lernen aus Fehlern und von Gleichaltrigen und schafft ein Gleichgewicht zwischen Unterstützung und Herausforderungen, um die Lernergebnisse insgesamt zu verbessern. Er erkennt die Bedeutung der Gemeinschaft für die Verbesserung der Lernergebnisse an.
    • Die Verbesserung des Lernens von Lehrkräften umfasst die Schaffung von Praxisgemeinschaften, die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Gleichaltrigen und die aktive Beteiligung an Bildungsforschung und -implementierung.

Lehrmethoden zur Verbesserung der Erfahrungen erwachsener Lernender im Rehabilitationsbereich (edit | edit source)

Eine Vielzahl von Lehrtechniken kann eingesetzt werden, um die Lernerfahrung von erwachsenen Lernenden im Rehabilitationsbereich zu verbessern.(21)

  • Simulation
    • die Lernenden können in einer sicheren Umgebung klinische Kompetenzen erwerben
    • kommunikative Fertigkeiten, Selbstvertrauen und die Bereitschaft für klinische Begegnungen werden entwickelt
    • bietet Möglichkeiten zur Reflexion und Diskussion während der Nachbesprechungen
  • Fallstudien
    • helfen, Wissen zu festigen und ermöglichen es den Lernenden, ihr Wissen auf reale Szenarien anzuwenden
    • verbessern und fördern den Wissenserhalt, das kritische Denken und die klinische Entscheidungsfindung
    • können in mehreren Kursen/Modulen eingesetzt werden, um auf bereits vorhandenem Wissen aufzubauen
  • „Umdrehen“ des Unterrichts
    • Vorbereitungsaufgaben, die die Lernenden selbstständig erledigen müssen
    • Einsatz aktiver Lerntechniken wie Fallstudien, Rollenspiele und Diskussionen im Lernumfeld
    • trägt dazu bei, dass Lernende noch selbstbestimmter lernen und ihre Fähigkeiten zum kritischen Denken verbessern
  • Debatten
    • fördern den Dialog und die aktive Beteiligung der erwachsenen Lernenden
    • verbessern kritisches Denken, Kommunikation und Teamarbeit
    • helfen den Lernenden, neue Perspektiven zu entwickeln und vorgefasste Meinungen zu hinterfragen

Referenzen(edit | edit source)

  1. 1.0 1.1 1.2 Rosewell J. Learning styles. The Open University. Technology: level. 2005;1
  2. 2.0 2.1 2.2 Loeng S. Self‐directed learning: A core concept in adult education. Education Research International. 2020;2020(1):3816132.
  3. Oladele OK. The History and Evolution of Learning Style Theory. October, 19. 2024.
  4. Oliveira A, Spinola V, Garrido D, Teixeira MM, Salles C, Haddad AE. Influence of learning styles on student performance in self-instructional courses. Plos one. 2023 Jul 27;18(7):e0289036.

  5. Apropos Productions Ltd. Learning Styles. 2020. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=2N3VjCzMYZY
  6. 6.0 6.1 Gutierrez K. Adult learning theories every e-learning designer must know. Learning Technologies. 28 Feb 2021.
  7. 7.0 7.1 New England Institute of Technology. Everything You Needed to Know About Adult Learning Theory. 8 April 2021.
  8. Center for Online Learning, Research and Service. University of Illinois Springfield. Pedagogy, Andragogy and Heutagogy. Available from: https://www.uis.edu/colrs/teaching-resources/foundations-good-teaching/pedagogy-andragogy-heutagogy#:~:text=Pedagogy%20is%20the%20teaching%20of,who%20are%20self%2Ddirected%20learners. (accessed 24 November 2024).
  9. 9.0 9.1 Mukhalalati BA, Taylor A. Adult learning theories in context: a quick guide for healthcare professional educators. Journal of medical education and curricular development. 2019 Apr;6:2382120519840332.
  10. 10.0 10.1 10.2 Murad MH, Varkey. Self-directed learning in health professions education. Annals Academy of Medicine Singapore. 2008;37(7):580.
  11. Feder M. Adult learning theory: The principles of andragogy. University of Phoenix. Updated 12 Feb 2024.
  12. Claire Boulanger. Physiopedia Plus Course. 2024
  13. El-Amin A. Andragogy: A theory in practice in higher education. Journal of Research in Higher Education. 2020;4(2).
  14. Dong H, Lio J, Sherer R, Jiang I. Some learning theories for medical educators. Medical science educator. 2021 Jun;31:1157-72.
  15. The L&D Academy. What are the Adult Learning Principles? 2022. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=h5FlW4-NKXE (last accessed 1/9/2024)
  16. Rebecca J. Hogue. Principles of Andragogy. 2019. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=UgNeWsbKDUY (last accessed 1/9/2024)
  17. PHILO-notes. Knowles’s Adult Learning Theory. 2022. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=Vhn1WA5bgWw (last accessed 1/9/2024)
  18. 18.0 18.1 18.2 Persky AM, Robinson JD. Moving from novice to expertise and its implications for instruction. American journal of pharmaceutical education. 2017 Nov 1;81(9):6065.
  19. 19.0 19.1 19.2 19.3 19.4 How People Learn. Center for Teaching. Vanderbilt University.
  20. 20.0 20.1 Bransford JD, Brown AL, Cocking RR. How people learn: Brain, mind, experience, and school: Expanded Edition. Washington DC: National Academy Press, 2000.
  21. Lewis N, Bryan V. Andragogy and teaching techniques to enhance adult learners’ experience. Journal of Nursing Education and Practice. 2021 Jul;11(11):31-40.
  22. University of St. Augusting for Health Sciences. OT Students Practice ADL Skills with Mock Patients in Simulated Home — USAHS. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=xH4Ysd46MHc(last accessed 13/11/2024)
  23. Medmastery. Why the Flipped Classroom works in medical education. Available from: https://www.youtube.com/watch?v=FAxBKnmyO9E&t=22s(last accessed 13/11/2024)


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