Die Körperhaltung hat einen erheblichen Einfluss auf die Funktion des Zwerchfells.(1) Um die Funktion des Zwerchfells zu optimieren, ist eine longitudinale Länge erforderlich, d. h. die Brust- und Bauchhöhle (Thorax und Abdomen) müssen lang genug sein, damit das Zwerchfell bei der Ein- und Ausatmung einen Unter- und Überdruck erzeugen kann.(2) Der Patient muss in der Lage sein, tief bis in die Lungenbasis zu atmen, so dass sich die Rippen aufrichten und das Zwerchfell absinken kann.(2) Eine ausführliche Diskussion über die Atmung finden Sie hier und hier. Es wurde festgestellt, dass bestimmte Körperhaltungen wie die vorwärtsgerichtete Kopfhaltung (Forward Head Posture – FHP) und die thorakale Hyperkyphose die Atemmechanik, einschließlich der Zwerchfellbeweglichkeit, beeinflussen.(3)
Die vorwärtsgerichtete Kopfhaltung ist „eine schlechte gewohnheitsmäßige Nackenhaltung, die durch eine Hyperextension der oberen Halswirbel und eine anteriore Translation der Halswirbel gekennzeichnet ist“.(4)
Die vorwärtsgerichtete Kopfhaltung beeinträchtigt die Ausdehnung des Brustkorbs und die Aktivität der Atemmuskulatur, was zu einer verminderten Ventilation der Alveolen führen kann.(3)(5) Zafar et al.(3) fanden heraus, dass eine induzierte vorwärtsgerichtete Kopfhaltung bei gesunden Probanden eine unmittelbare Auswirkung auf die Atmungsfunktion hat. Sie schlugen vor, dass dies durch eine vorübergehende Einklemmung des Nervus phrenicus (d. h. des Nervs, der das Zwerchfell versorgt) verursacht werden könnte. Diese Einklemmung würde die Nervenaktivität verringern und letztlich das Zwerchfell schwächen.(3)
Hodges et al.(6)(7) schlussfolgerten, dass eine veränderte Zwerchfellfunktion zu einer Instabilität der Core-Muskulatur führt, die andere systemische und muskuloskelettale Störungen, einschließlich einer Instabilität der Wirbelsäule, zur Folge haben kann.
Eine vorwärtsgerichtete Kopfhaltung hat Auswirkungen auf die Biomechanik der Atemwege.(8) Sie führt zu einer Ausdehnung des oberen Brustkorbs und einem Zusammenziehen des unteren Brustkorbs. Diese Veränderungen beeinträchtigen die Atmungsfunktion.(4)
Damit das Zwerchfell von Patienten mit einer vorwärtsgerichteten Kopfhaltung bei der Atmung effektiver arbeiten kann, müssen wir:(9)
Sehen Sie sich dieses 6-minütige Video an, in dem erklärt wird, wie man die vorwärtsgerichtete Kopfhaltung misst und korrigiert.
Hyperkyphose ist definiert als: „eine Zunahme der Vorwärtskrümmung der Wirbelsäule, die in der Sagittalebene zu beobachten ist“.(10)
Sie kann durch Schiefhals (Torticollis) verursacht werden (d. h. wenn sich der Hals zu einer Seite dreht).(3)) sowie durch eine vorwärtsgerichtete Kopfhaltung, die zur Entwicklung einer sekundären Krümmung der Brustwirbelsäule führt, um die veränderte Halswirbelsäulenkrümmung zu kompensieren. Eine veränderte zervikothorakale Beweglichkeit beeinträchtigt die normale Atemmechanik durch eine geringere Beweglichkeit und Kraft des Zwerchfells.(3)(11)
Bei Personen, die in einer kyphotischen Haltung zusammengesackt sind, ist eine Annäherung der Rippen und des Beckens zu beobachten. Diese Annäherung kann den intraabdominalen Druck erhöhen, was die Bewegung des Zwerchfells beeinträchtigt.(3) Dies kann zu Folgendem führen:(3)
Sehen Sie sich dieses 1-minütige Video über die Symptome der Hyperkyphose an.
Die Atemfunktion sollte daher bei Patienten mit Körperhaltungen wie einem vorwärtsgerichteten Kopf oder Torticollis untersucht werden.(3) Zafar et al.(3) empfehlen Klinikern die Verwendung des SNIP-Tools (Sniff Nasal Inspiratory Pressure)(14) zur Beurteilung der Atmungsfunktion, da es sich um eine einfache, leicht anzuwendende Methode zur Untersuchung von Patienten mit Haltungsschäden handelt.(3)
Das folgende 4-minütige Video zeigt, wie man das SNIP-Tool verwendet.
Auf der Intensivstation werden häufig Kissen unter Kopf und Knie der Patienten gelegt, damit sie es im Bett bequem haben. Diese Haltung führt jedoch dazu, dass sie in einer „Hängematten“-Position liegen, wodurch das Zwerchfell nicht optimal arbeiten kann.(2)
Eine schlechte Lagerung auf der Intensivstation führt zu:(2)
Dies hat unter anderem folgende Auswirkungen:(2)
Das Zwerchfell beeinflusst:(2)
Weitere Informationen über die Rolle des Zwerchfells finden Sie hier.