Schnappende Hüfte und Bursitis trochanterica

Ursprüngliche Herausgeberin Ewa Jaraczewska basierend auf dem Kurs von Rina Pandya
Top-Beitragende Ewa Jaraczewska, Jess Bell und Tarina van der Stockt

Schnappende Hüfte (Coxa saltans) ( edit | edit source )

Es gibt drei Arten der schnappenden Hüfte (Coxa saltans): das externe, das interne und das intraartikuläre Hüftschnappen.

Coxa saltans externa ( edit | edit source )

Die Coxa saltans externa (lateralis) ist ein schmerzhafter Zustand, der auch als laterales Hüftschnappen bezeichnet wird. Es tritt bei etwa 10 % der Allgemeinbevölkerung auf.(1) Externes extraartikuläres Schnappen wird entweder durch das posteriore iliotibiale Band oder den anterioren Aspekt des M. gluteus maximus verursacht, wenn sie sich während der Hüftflexion/-extension oder der Innen-/Außenrotation der Hüfte über den Trochanter major bewegen.(2) Dies kann zu einer Entzündung der Bursa trochanterica führen.(2) Personen mit Coxa saltans externa können auch eine Coxa vara, fibrotisches Narbengewebe, einen prominenten Trochanter major, eine geringere seitliche Beckenbreite aufweisen oder in der Vergangenheit wegen einer anterolateralen Knieinstabilität operiert worden sein.(3) (4)

Coxa saltans interna ( edit | edit source )

Ein internes extraartikuläres Schnappen wird durch das Schnappen der Iliopsoas-Sehne über die Eminentia iliopectinea oder den Femurkopf verursacht und tritt eher auf, wenn sich die Flexoren der Hüfte kontrahieren. Andere vorgeschlagene extraartikuläre Mechanismen dieser Erkrankung sind: (2)

  • Gleiten der akzessorischen Sehne des M. iliopsoas
  • Schnappen des M. iliopsoas über eine Erhöhung am Trochanter minor
  • Schnappen des Ligamentum iliofemorale über dem Femurkopf
  • Subluxation des langen Kopfes des M. biceps femoris am Sitzbein (Ischium)
  • Schnappen an der Spina iliaca anterior inferior(2)

Intraartikuläres Schnappen ( edit | edit source )

Auch intraartikuläre Faktoren können zur Entwicklung von Symptomen einer schnappenden Hüfte führen, darunter Labrumrisse, Ligamentum-teres-Risse, freie Gelenkkörper wie osteochondrale Fragmente oder auch eine Gelenkinstabilität.

Klinisch relevante Anatomie ( edit | edit source )

Iliotibial-band-itb-anatomy-diagrams.jpeg

Iliotibiales Band ( edit | edit source )

Das Das Iliotibialband (ITB) ist ein dickes Faszienband, das an der Seite des Oberschenkels vom Beckenkamm ausgeht und am Knie ansetzt.(5) Es besteht aus straffem faserigem Bindegewebe, das von den vorderen Fasern des M. tensor fasciae latae und den hinteren Fasern des M. gluteus maximus ausgeht. Die meisten Fasern setzen, nachdem sie am lateralen Oberschenkel nach unten ziehen, am Tuberculum tibiale an, einige an der Gluteus-maximus-Sehne, dem Epicondylus lateralis femoris und dem distalen lateralen Rand der Patella.(1) Bei der Hüftflexion bewegt sich das ITB anterior zum Trochanter major, bei der Hüftextension verläuft es posterior.(2)

Auf der lateralen Seite des Hüftgelenks befinden sich drei Schleimbeutel: der Schleimbeutel des Trochanter major (Bursa trochanterica), der Schleimbeutel des M. gluteus medius (Bursa subglutea media) und der Schleimbeutel des M. gluteus minimus (Bursa subglutea minima). Die Bursa trochanterica ist der größte der drei Schleimbeutel und bedeckt den Ansatz der Gluteus-medius-Sehne und den posterioren Teil des Trochanter major. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Reibung zwischen den Sehnen des M. gluteus medius und des ITB zu verringern, wenn diese über den Trochanter major laufen.(6)

Das Iliotibialband ist an der Stabilisierung der Hüfte beim Einbeinstand und beim Gehen beteiligt, wenn es als Sehne des M. tensor fasciae latae (TFL) und des M. gluteus maximus wirkt. Die Kontraktion des M. gluteus maximus und des M. tensor fasciae latae bewirkt eine Straffung des Bandes.

M. gluteus maximus ( edit | edit source )

Der M. gluteus maximus entspringt an der äußeren Abschrägung des dorsalen Segments des Beckenkamms (Crista iliaca), an der glutealen Oberfläche des Darmbeins (Os ilium), an der dorsalen Oberfläche des unteren Teils des Kreuzbeins (Os sacrum), an der Seite des Steißbeins (Os coccygis) und am Ligamentum sacrotuberale. Außerdem teilt er seinen Ansatz an der thorakolumbalen Faszie mit dem ipsilateralen M. multifidus und dem kontralateralen M. latissimus dorsi. Der Muskel setzt an der Tuberositas glutealis und dem Iliotibialband (Tractus iliotibialis) an.

Der M. gluteus maximus ist vor allem an der Extension, Außenrotation und Abduktion der Hüfte beteiligt. Seine Funktion ist für die aufrechte Haltung unerlässlich.

M. iliopsoas(edit | edit source)

Der Iliopsoas-Muskelkomplex besteht aus drei Muskeln: M. iliacus, M. psoas major und M. psoas minor. (2) Er kann als Einheit arbeiten, aber die drei Muskeln haben alle separate Funktionen. Der M. iliopsoas entspringt aus dem Zusammenschluss des M. psoas major und des M. iliacus. Diese Verbindung erfolgt auf der Höhe von L5-S2, und die kombinierten Muskeln verlaufen vom Becken bis zum Oberschenkel unter dem Leistenband. Der M. iliopsoas setzt über die Psoas-Sehne am Trochanter minor des Femurs an.

Der Schleimbeutel des M. iliopsoas (Bursa iliopectinea) ist der größte Schleimbeutel des Hüftgelenks und befindet sich unter dem Muskel-Sehnen-Übergang des M. iliopsoas und anterior der Hüftgelenkkapsel. Es wird angenommen, dass dieser Schleimbeutel bei etwa 15 % der Patienten mit dem Hüftgelenk in Verbindung steht. Er hilft dem Muskel, bei der Bewegung über die Vorderseite der Hüfte zu gleiten.(7)

Der M. iliopsoas ist der stärkste Hüftbeuger und unterstützt die Außenrotation des Oberschenkels. Er ist für eine korrekte Haltung der Lendenwirbelsäule im Stehen und Sitzen sowie beim Gehen und Laufen unerlässlich.

Pathophysiologie(edit | edit source)

  • Coxa saltans externa
    • Eine visuelle Komponente des Schnappens wird vom Patienten beobachtet, wenn das ITB bei der Bewegung der Hüfte von der Extension in die Flexion vom anterioren zum posterioren Aspekt des Trochanter major gleitet. Dies wird in der Regel durch eine Verdickung des posterioren ITB und/oder des anterioren Teils des M. gluteus maximus verursacht. (8)
  • Coxa saltans interna
    • Eine hörbare Komponente des Schnappens entsteht, wenn die Bewegung der Iliopsoas-Sehne von der lateralen zur medialen Position während der Hüftextension und -innenrotation eingeschränkt ist. Diese Einschränkung kann durch den Femurkopf oder die Eminentia pectinea verursacht werden.(8)
  • Intraartikuläres Schnappen
    • Pathologischer Prozess des Hüftgelenks, bei dem freie Gelenkkörper, Labrumrisse am Acetabulum oder osteochondrale Frakturen die Bewegung zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne beeinträchtigen können.(8)

Klinisches Bild ( edit | edit source )

Personen mit Coxa saltans externa beschreiben typischerweise ein Gefühl, das sich wie eine Hüftverstauchung anfühlt. Bei der Coxa saltans interna beschreiben die Patienten das Gefühl, dass das Hüftgelenk „klemmt“ oder blockiert ist, und sie berichten, dass sie ein Schnappgeräusch hören. Das intermittierende Geräusch eines Knackens oder Schnalzens ist charakteristisch für die intraartikuläre Pathologie.

Zusätzlich können Patienten über Folgendes berichten:

  • Schmerzen
  • Muskelschwäche
  • Einschränkungen der Aktivitäten (3)

Untersuchung(edit | edit source)

Physiotherapeutische Befunderhebung ( edit | edit source )

Die physiotherapeutische Befunderhebung umfasst die Anamnese, die körperliche Untersuchung und spezielle Tests.

Anamnese ( edit | edit source )
  • Beschreibung der Symptome (Ort, Art der Empfindung, Zeitpunkt und Dauer)
  • Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens
Körperliche Untersuchung ( edit | edit source )
  • Gelenkpalpation: Ein Schnappen, das über der anterioren Hüfte getastet wird, deutet auf eine Coxa saltans interna hin.
  • Bewegungsausmaß
  • Kraft
  • Schmerzen (Visuelle Analogskala)
  • Funktion einschließlich Beurteilung des Gangbildes.
Spezielle Tests ( edit | edit source )

Coxa saltans externa:

  • FADIR-Test mit Flexion, Adduktion und Innenrotation oder Impingement
  • Ober-Test: Beurteilung der Spannung des ITB (9)
  • Aktive Flexion der Hüfte, gefolgt von passiver Extension und Abduktion: Ein positiver Test reproduziert das Schnappen über dem Trochanter major.
  • Der Hula-Hoop-Test ist ein alternativer Test, bei dem die Hüfte im Stehen adduziert und zirkumduziert wird. Positiver Test: Das Schnappen wird über dem Trochanter major reproduziert.
  • Biomechanische Anomalien (Trendelenburg-Zeichen)

Coxa saltans interna

  • Dynamischer Test (Internal Snapping Hip Test oder „Loop-the-Loop“): Beginnend in der FABER-Position (Flexion, Abduktion und Außenrotation) wird das Hüftgelenk in die EADIR-Position (Extension, Adduktion und Innenrotation) gebracht. Positiver Test: Schnappen der Iliopsoas-Sehne(10)
  • Thomas-Test: ein positiver Test weist auf eine Psoas-Kontraktur hin(11)
  • Stinchfield-Test: Der Patient liegt auf dem Rücken und hat eine Hüftbeugung von 30°. Der Patient wird aufgefordert, die Hüfte vollständig zu beugen, während der Untersucher Widerstand gegen die Bewegung ausübt. Schmerzen in der vorderen Leiste weisen auf einen positiven Test hin.

(11)

Bildgebung(edit | edit source)

  • Röntgenbild: keine typischen Befunde, die auf eine Coxa saltans interna hinweisen. Hinweise auf ein femoroazetabuläres Impingement können auf einem einfachen Röntgenbild gefunden werden.(2)
  • MRT: nicht spezifisch für eine Beteiligung des M. iliopsoas. Kann bei der Diagnose einer Entzündung des Schleimbeutels (Bursitis) oder des M. iliopsoas helfen. Diese Modalität hilft bei Verdacht auf Coxa saltans externa, ein verdicktes ITB und eine fokale Verdickung des M. gluteus maximus sichtbar zu machen.(2)
  • Ultraschall: Hilft bei der Darstellung der dynamischen Bewegung der Iliopsoas-Sehne, erfordert jedoch einen geschulten Kliniker für die Durchführung und Interpretation der Ergebnisse.(2)(12)
  • Dynamische Sonographie: kann die Bewegung des ITB über dem Trochanter major erkennen.
  • Bursographie des Iliopsoas: Unter Röntgendurchleuchtung wird der Schleimbeutel mit Kontrastmittel gefüllt, um die Hin- und Herbewegung der Sehne sichtbar zu machen. Diese Bildgebung wird zur Bestätigung der Coxa saltans interna durchgeführt.(2)

Behandlung / Maßnahmen ( edit | edit source )

Dehnung des Tractus iliotibialis

Konservative Behandlung ( edit | edit source )

Ziel: Schmerzlinderung, Verbesserung der Beweglichkeit und ggf. Ausgleich der Beinlängendifferenz.

Ein konservativer Ansatz sollte für mindestens 6 Monate fortgesetzt werden, und die folgenden Strategien werden empfohlen: (1)

Dehnung des M. iliopsoas

  1. Ruhe, Kühlung und entzündungshemmende Mittel sollten empfohlen werden, um die Entzündung zu reduzieren (2)
  2. Muskelverspannungen, die das Schnappen verursachen, müssen identifiziert werden: ein passives und aktives Dehnungsprogramm speziell für das ITB und den M. iliopsoas sollte eingeleitet werden (2)
  3. Übungen im Einbeinstand (Coxa saltans externa)(13)
  4. Seitliches Gehen mit Theraband (Coxa saltans externa)(13)
  5. Hip-Hiking-Übung (Coxa saltans externa)(13)
  6. Bewegungen, die das Schnappen provozieren, sollten vermieden werden
  7. Sportliche Aktivitäten müssen reduziert werden
  8. Aktive Release-Techniken(13)
  9. Einsatz von Lasertherapie oder extrakorporale Stoßwellentherapie ESWT(14)

ITB-Verlängerungsplastik nach Ilizaliturri. Adaptiert von: Randelli F, Mazzoleni MG, Fioruzzi A, Giai Via A, Calvisi V, Ayeni OR. Surgical interventions for external snapping hip syndrome.

Operative Maßnahmen ( edit | edit source )

Ziel: Release der ITB-Kontraktur oder Tenotomie des M. iliopsoas, um das Schnappen zu beheben(15)

Coxa saltans externa:

  1. Partielle Verlängerung der Sehne
  2. Vollständiges Release des Sehnenanteils(16)

Zu den Verlängerungsverfahren gehören: Z-förmiges Release, formale Z-Verlängerungsplastik, kreuzförmiges Release und Release des Ansatzes der Gluteus-maximus-Sehne am Femur. (2) (1)

Coxa saltans interna:

  1. Anteriorer Zugang zum Release des posteromedialen Sehnenanteils des M. iliopsoas
  2. Endoskopisches Release der Iliopsoas-Sehne (2)(17)

Bursitis trochanterica ( edit | edit source )

Schmerzen in der seitlichen Hüfte, die auf eine Entzündung des Schleimbeutels zurückzuführen sind und in der Regel durch Mikrotraumata verursacht werden, führen zu einer Bursitis trochanterica oder Trochanter-Major-Schmerzsyndrom (Greater Trochanteric Pain Syndrome – GTPS).(18)(19) Am häufigsten sind Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren betroffen.(20) Die abnorme Hüftbiomechanik ist die Hauptursache für die Entwicklung der Symptome, wobei die Tendinopathie des M. gluteus medius und minimus zusammen mit oder ohne Schleimbeutelentzündung zu diesem schmerzhaften lateralen Hüftsyndrom führen kann.(20)

Bursitis trochanterica

Klinisch relevante Anatomie ( edit | edit source )

Ein Schleimbeutel oder Bursa (Plural: Bursae) ist ein von einer Synovialmembran oder Synovium ausgekleideter Membransack, der Synovialflüssigkeit enthält.(21) Schleimbeutel befinden sich zwischen Knochen und umgebendem Weichteilgewebe und in der Nähe eines Gelenks.(21) Ihre Aufgabe ist es, die Grenzfläche zwischen Knochen und Weichteilen zu schmieren und die Spannung und Reibung zu verringern. Sie wirken auch als Stoßdämpfer bei der Bewegung von Muskeln und Gelenken. Ausführliche Informationen über den Verletzungsmechanismus oder den pathologischen Prozess der Bursitis finden Sie hier.

Bei einer Bursitis trochanterica sind in der Regel zwei Schleimbeutel betroffen:

  1. Bursa subglutea media – befindet sich oberhalb des Trochanter major und unter dem Ansatz des M. gluteus medius.
  2. Bursa subglutea maxima – befindet sich zwischen dem Trochanter major und dem Ansatz des M. gluteus medius und des M. gluteus maximus.

Pathophysiologie(edit | edit source)

Eine veränderte Biomechanik der unteren Extremitäten und Ungleichgewichte führen zur Entwicklung des Trochanter-Major-Schmerzsyndroms. Die Ätiologie dieses Syndroms ist multifaktoriell(19) und es wird vermutet, dass die folgenden Punkte zu seinem Vorhandensein beitragen:

  • Ein geringerer Winkel zwischen Schenkelhals und Femurschaft (Centrum-Collum-Diaphysen-Winkel)(22)(23)
  • Kürzlich erhöhtes Aktivitätsniveau(22)(24)
  • Ungeeignetes Schuhwerk(22)
  • Hormonelle Veränderungen nach der Menopause(22)(25)
  • Degeneration oder Tendinopathie der Muskulatur des M. gluteus medius und minimus(26)
  • Wiederholtes Mikrotrauma des Schleimbeutels durch Reibung zwischen dem Trochanter major und dem Iliotibialband(27)

Klinisches Bild ( edit | edit source )

Das folgende klinische Bild kann auftreten:

  • Schmerzen an der lateralen Seite der Hüfte, die nach unten ausstrahlen(20)
  • Schwierigkeiten bei der Seitenlage auf der betroffenen Seite(20)
  • Schmerzen beim Gehen(20)
  • Veränderungen des Gangbildes (20)
  • Schmerzempfindlichkeit über dem Trochanter major(24)
  • Schmerzen, die den Schlaf und die körperliche Funktion beeinträchtigen(24)

Differenzialdiagnose:

Untersuchung(edit | edit source)

Physiotherapeutische Befunderhebung ( edit | edit source )

Die physiotherapeutische Befunderhebung umfasst die Anamnese, die körperliche Untersuchung und spezielle Tests.

Anamnese ( edit | edit source )
  • Beschreibung der Symptome (Schmerzen)
  • Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens
Körperliche Untersuchung ( edit | edit source )
  • Inspektion
    • Beobachten Sie die Körperhaltung des Patienten im Sitzen und Stehen: Achten Sie auf eine leicht gebeugte Haltung, eine zusammengesunkene Position und eine Neigung zur nicht betroffenen Seite.(28)
    • Beobachten Sie den Patienten beim Gehen: Achten Sie auf den Beckenschiefstand, die Tendenz der Hüfte, sich beim Gehen in Adduktion zu bewegen.(20)(29)

(29)

  • Palpation:
    • Palpieren Sie den Tractus iliotibialis und achten Sie auf Verspannungen, Reizungen, Schmerzen und Triggerpunkte.(20)
    • Untersuchen Sie die Lendenwirbelsäule, die Iliosakralgelenke, das Sitzbein, den Beckenkamm, die laterale Seite der Bursa trochanterica, die Muskelbäuche und die Schambeinfuge, um eine mögliche Ursache für Hüftbeschwerden oder -schmerzen zu ermitteln.(28)
  • Bewegungsausmaß: Überprüfung der aktiven Flexion, Innen- und Außenrotation, Abduktion und Adduktion der Hüfte Bewegung kann den Schmerz im verletzten Bereich reproduzieren.
  • Kraft: Testen Sie die wichtigsten Muskelgruppen, die auf das Hüftgelenk einwirken. Eine Schwäche der Hüftabduktoren ist ein häufiger Befund, und die Prüfung der Abduktoren kann bei der Untersuchung seitliche Hüftschmerzen hervorrufen.
  • Funktion: Mobilität, Gangbild. Achten Sie auf Beinlängendifferenzen, Schwäche und den Fersenkontakt, der zur Funktion des M. gluteus maximus beiträgt.(30) Die Unfähigkeit, den Test des Sockenanziehens durchzuführen, bei dem der Patient mit einem gekreuzten Bein in der 4er-Position sitzen muss, kann ein Hinweis auf Veränderungen im Hüftgelenk sein. Diese Veränderungen können zu Arthrose oder Schleimbeutelentzündung führen.
Spezielle Tests ( edit | edit source )
  • Jump-Sign: Patient liegt in Seitenlage, so dass die betroffene Seite oben liegt. Druck um die laterale Hüfte oder den Trochanter major provoziert Schmerzen.(20) Dieser Test hat einen positiven prädiktiven Wert von etwa 83 % für die Bestätigung der MRT-Befunde.(20)
  • Einbeinstandtest: Der Patient muss 30 Sekunden lang auf einem Bein stehen. Der Test ist positiv, wenn der Patient nicht in der Lage ist, das Gleichgewicht zu halten. Dieser Test hat einen fast hundertprozentigen positiven prädiktiven Wert, für die Bestätigung des MRT-Befundes.(20)
  • FADIR-Test
  • FABER-Test(31)
  • Ober-Test
  • Step-down- und Step-Up-Test(32)
  • Trendelenburg-Test

Bildgebung(edit | edit source)

  • Ultraschall: zeigt eine Ausweitung der Bursa trochanterica durch anechogene oder hypoechogene Flüssigkeit(33)
  • MRT: zur Diagnose der Bursitis trochanterica nicht erforderlich. Sie kann dazu beitragen, mögliche Diagnosen zu bestätigen oder auszuschließen.(34)

Behandlung / Maßnahmen(edit | edit source)

Adaptiert aus: Mellor R, Bennell K, Grimaldi A, Nicolson P, Kasza J, Hodges P, Wajswelner H, Vicenzino B., 2018. Education plus exercise versus cortico- steroid injection use versus a wait and see approach on global outcome and pain from gluteal tendinopathy: a prospective, single-blinded, randomised clinical trial.

Konservative Behandlung ( edit | edit source )

Aus der Literatur geht hervor, dass etwa 64 % der Patienten nach einem Jahr konservativer Therapie der Bursitis trochanterica und 71 % nach fünf Jahren Linderung erfahren. Die Rezidivrate von Symptomen des Trochanter-Major-Schmerzsyndroms ist hoch, was eine wiederholte konservative Therapie erfordert.(35)

Ziel: Schmerzlinderung, Verbesserung der funktionellen Aktivitäten.

Akute Phase:

  • Änderung der Aktivität: Verringerung der Intensität und Häufigkeit des Laufens, Vermeidung des Laufens auf unebenem Untergrund oder auf abschüssigen Strecken(19)(20)
  • Positionsänderung: Schlafen auf der nicht betroffenen Seite mit einem Kissen zwischen den Knien oder an der Seite(20)
  • Kühlung(19)(20)
  • Orale NSARs (nichtsteroidale Antirheumatika) sowie Kortikosteroid- und Plättchenplasma-Injektionen (PRP)(19)(36)
  • Oberflächliches Release mit Weichteiltechniken(20)
  • Taping(20)
  • Stoßwellentherapie: kann unter besonderen Umständen eingesetzt werden(20)(37)(38)
  • Ultraschalltherapie: nicht ausreichend belegt(20)

Übungen zur Kräftigung der Hüftabduktoren

Subakute Phase:

  • Kräftigung der Abduktoren der Hüfte(20)
  • Adduktoren dehnen

    Dehnung der Adduktoren(20)

  • Änderung der Aktivität: Hüftadduktion (Überkreuzen der Beine) vermeiden(20)
  • Übungsmodifikation: Vermeiden Sie übermäßige ITB-Dehnungsübungen(20)

Operative Maßnahmen ( edit | edit source )

Fälle mit Rissen der Abduktoren oder einer durch Bildgebung bestätigten intraartikulären Pathologie sprechen nicht gut auf eine konservative Behandlung an und erfordern häufig einen operativen Eingriff.(19)

Ziel: Schmerzlinderung

  • Bursektomie am Trochanter major mit oder ohne Release des Iliotibialbandes: gute Behandlungsoption bei Tendinopathie Grad 1 und 2(19)(39)
  • Verlängerung oder Release des ITB und der Fascia lata (Z-Plastik)(35)
  • Trochanter-Reduktionsosteotomie(35)
  • Chirurgische Reparatur bei Tendinopathie der Grade 3 (Teilrisse) und 4 (vollständige Risse): schwache Evidenz(39)

Ressourcen(edit | edit source)

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Referenzen(edit | edit source)

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