Hüftschmerzen tragen wesentlich zur weltweiten Belastung durch muskuloskelettale Behinderungen bei. Die Komplexität der Befunderhebung an der Hüfte ergibt sich aus der Vielzahl der Strukturen, die Symptome verursachen können, darunter Knochen, Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und Nerven. Darüber hinaus erfordert die Wechselbeziehung zwischen Rumpf- und Hüftbeweglichkeit in Verbindung mit der Möglichkeit von übertragenen Schmerzen sowohl von der Lendenwirbelsäule (LWS) auf die Hüfte und von der Hüfte auf den unteren Rücken und zum medialen Knie(1) einen umfassenden und systematischen Untersuchungsansatz.(2) Daher müssen Kliniker über ein gründliches Verständnis der Hüftanatomie und der subjektiven und objektiven Untersuchung der Hüfte verfügen, um diese Erkrankungen genau zu diagnostizieren und effektiv zu behandeln.
Subjektive Untersuchung ( edit | edit source )
Die Eselsbrücke L-M-N-O-P-Q-R-S-T hebt die wichtigsten Bereiche hervor, die bei der Anamnese zu berücksichtigen sind.
Die folgenden subjektiven Angaben sind hilfreich, um die Ursache von Hüftschmerzen einzugrenzen:(3)
- Verschlimmerung der Symptome bei Aktivität
- Drehbewegungen, wie z. B. sich umdrehen, Richtungswechsel
- Sitzen kann unangenehm sein (Hüftflexion)
- Das Aufstehen aus sitzender Position ist oft schmerzhaft (z. B. ein „Einklemmen“ oder „Knacken“)
- Schwierigkeiten beim Treppensteigen
- Symptome beim Ein- und Aussteigen aus einem Auto
- Dyspareunie (schmerzhafter Geschlechtsverkehr)
- Schwierigkeiten beim An- und Ausziehen von Schuhwerk (inkl. Schuhe, Socken, Strümpfe)
L: Lokalisation der Symptome und Grad (Level) der funktionellen Beeinträchtigung
Die Lokalisation der Symptome kann Ihnen dabei helfen, hypothetische Diagnosen zu erstellen, die darauf basieren, welche Gewebe sich in dem Bereich befinden. Betrachten Sie die folgenden Schmerzlokalisationen und die damit verbundenen Pathologien:(1)(4)
Tabelle 1.0. Hüft- und Leistenschmerzen: Lokalisationsbezogene Differenzialdiagnose(1)(4)
Schmerzlokalisation
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Lokale Pathologie
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Quellen für übertragenen Schmerz |
Klinische Überlegungen |
| Anteriore Hüfte (Leistengegend) |
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- Das „C-Zeichen“ weist in der Regel auf eine intraartikuläre Pathologie hin
Aus der Praxis: das „C-Zeichen“: der Patient legt seine Hand wie ein C um die Hüfte (anterior oder lateral), um zu zeigen, wo der Schmerz sitzt. Das liegt daran, dass der Schmerz typischerweise tief in der Leiste empfunden wird, einer Region, die von Nerven aus dem Hüftgelenk versorgt wird; und die „C“-Form der Hand stellt den Bereich der Beschwerden dar.(5)
- Typisch schleichender Beginn
- Kann von unilateral zu bilateral übergehen
- LWS mit wiederholten Bewegungen untersuchen
- Untersuchen Sie das ISG mit dem Testcluster für das Iliosakralgelenk
- Berücksichtigen Sie das Alter: Arthrose bei älteren Erwachsenen; FAI/Labrumläsion bei jüngeren, aktiven Patienten
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| Schambeinbereich / Symphyse |
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- Eine Druckempfindlichkeit der Symphyse weist eine hohe Sensitivität für symphysenbedingte Schmerzen auf (für den Ausschluss hilfreich)
- Squeeze-Test bei 0° Hüftflexion in Verbindung mit einer Verletzung der Aponeurose am Schambein
- Der „Crossover-Test“ beurteilt die Toleranz der Schambeinfuge für Scherbelastungen
- Häufig bei Sportarten mit Tritt- und Drehbewegungen
- Es können mehrere klinische Entitäten gleichzeitig vorliegen
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| Laterale Hüfte/Gesäß |
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| Anteriorer Oberschenkel |
- Zerrung des M. quadriceps femoris
- Zerrung/Tendinopathie des M. rectus femoris
- Kompression des N. femoralis
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- Intraartikuläre Hüftgelenkpathologie (FAI, Arthrose)
- LWS-Pathologie (Nervenwurzeln L2-L4)
- Hüftkopfnekrose
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- Nervus-Femoralis-Test (Prone Knee Bend) zur Beurteilung der neuralen Spannung, in Bauchlage mit passiver Knieflexion
- Untersuchung des Hüftbeugerkomplexes in Betracht ziehen (modifizierter Thomas-Test)
- Tiefe, fortschreitende Leistenschmerzen bei axialer Belastung deuten auf Osteonekrose hin
- Red-Flag-Screening durchführen (Kortikosteroideinnahme, Alkoholkonsum)
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| Medialer Oberschenkel/Adduktorenbereich |
- Adduktorenzerrungen (adduktorenbedingte Leistenschmerzen)
- Adduktorenpathologie am Ursprung
- Kompression des N. obturatorius
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- Hüftarthrose (Koxarthrose)
- Pathologie der Schambeinfuge
- LWS-Pathologie
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- Häufigste Ursache für Leistenbeschwerden bei Sportarten mit Schussbewegungen
- Die Druckempfindlichkeit am Adduktorenursprung weist eine ausgezeichnete Interrater-Reliabilität auf (κ > 0.80)
- Das Fehlen einer Druckempfindlichkeit am Adduktorenursprung hat eine hohe Sensitivität (93 %) zum Ausschluss einer Adduktorenpathologie
- Testen Sie die Adduktion gegen Widerstand in verschiedenen Hüftpositionen (0°, 45°, 90° Flexion)
- Eine MRT-Korrelation mit den klinischen Befunden wird empfohlen
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| Posteriore Hüfte/tiefes Gesäß |
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- LWS-Pathologie (insbesondere L5-S1)
- ISG-Dysfunktion
- Intraartikuläre Hüftgelenkpathologie (posteriore Labrumrisse)
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- Die Außenrotation in 0° Flexion wird in erster Linie durch ein posteriores Impingement zwischen Trochanter major und Os ischii begrenzt
- Führen Sie ein systematisches Screening von LWS und Beckengürtel durch
- Beteiligung des N. ischiadicus in Betracht ziehen
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Sie sollten zudem ermitteln, inwieweit die Schmerzen des Patienten dessen Fähigkeit beeinträchtigen, Aktivitäten des täglichen Lebens sowie andere Aufgaben im Zusammenhang mit Arbeit, Schule und Sport auszuführen.(1)
M: Medizinische Faktoren (Medikamente) und Mechanismus der Verletzung
Wir müssen herausfinden, welche Medikamente ein Patient einnimmt (einschließlich Nahrungsergänzungsmittel) und welche Komorbiditäten er hat. Wir möchten auch feststellen, wann und wie die Verletzung aufgetreten ist (spezifisches Trauma, Überlastung usw.). Wenn die Hüftschmerzen durch eine traumatische Verletzung ausgelöst wurden, stellen Sie fest, ob zum Zeitpunkt des Traumas neurologische Symptome (Taubheitsgefühl, Kribbeln, scharfe oder brennende Schmerzen) vorhanden waren.(1)
Red Flags: plötzliches Auftreten von starken Schmerzen ohne Auslöser oder Trauma, neurologische Symptome zum Zeitpunkt des Traumas
N: Neurologische Symptome
Zu den neurologischen Symptomen gehören Taubheit, Kribbeln, Parästhesien und scharfe oder brennende Schmerzen. Wenn neurologische Symptome vorhanden sind, müssen wir feststellen, ob sie konstant oder intermittierend sind, ob sie einem dermatomalen Muster folgen (was auf einen Ursprung in der Lendenwirbelsäule hindeutet) oder ob sie einem peripheren Nervenmuster folgen (N. femoralis oder N. ischiadicus) und ob die Symptome mit bestimmten Positionen oder Bewegungen zusammenhängen.(1)
Red Flags: Strumpfförmiges Taubheitsgefühl, das mehrere Dermatome betrifft (denken Sie auch an eine Beteiligung mehrerer peripherer Nerven)
O: Beruf (engl.: „occupation“), einschließlich Einschränkungen
Gibt es arbeits- oder beschäftigungsbezogene Faktoren, die von Bedeutung sind? Besteht die Möglichkeit einer Überlastung? Verrichtet der Patient irgendwelche sich wiederholenden (repetitiven) Aufgaben? Berücksichtigen Sie sportartspezifische und berufliche Anforderungen.(1)
P: Provozierende und lindernde (engl.: „palliating“) Faktoren
Finden Sie heraus, was die Symptome verstärkt oder verschlimmert und wie lange es dauert, bis die Symptome nach einer Verschlimmerung wieder zurückgehen. Diese Informationen geben Aufschluss über die Irritierbarkeit des Gewebes.(1)
Red Flags: konstante, unerbittliche Symptome; Symptome, die sich unabhängig von Aktivität oder Ruhe nie beruhigen; nichts lindert die Symptome
Q: Qualität der Symptome/Schmerzen
Ermitteln Sie, ob die Symptome scharf, dumpf, stechend oder stromschlagartig sind und ob Taubheitsgefühle, Kribbeln oder ein Gefühl der Schwäche/Unkoordination vorliegen.(1)
Klinische Anmerkung: Mechanische Symptome wie ein „Knacken“ oder „Ploppen“ werden häufig bei Patienten mit Labrumrissen berichtet (oft in Verbindung mit einem Gefühl des „Einrastens“ oder der Blockierung). Diese Symptome treten jedoch auch bei zahlreichen anderen Hüfterkrankungen auf, darunter freie Gelenkkörper, degenerative Gelenkerkrankungen und Osteonekrose, was ihre diagnostische Spezifität einschränkt. Das Fehlen eines „Knackens“/“Ploppens“ kann klinisch hilfreicher sein, um eine Labrumläsion auszuschließen, obwohl spezifische Likelihood Ratios für dieses Symptom allein in der Literatur nicht gut belegt sind. Das „Knacken“ sollte zusammen mit anderen klinischen Befunden (Leistenschmerzen, positiver FADIR-Test, eingeschränkte Hüftrotation) und der Bildgebung betrachtet werden und nicht als isolierter diagnostischer Indikator.(6)(7)
R: Ausstrahlung (engl. „radiation“) der Symptome
Fragen, die Sie bei ausstrahlenden Symptomen stellen sollten:(1)
- Wohin strahlen die Symptome aus?
- Werden die ausstrahlenden Symptome durch Aktivitäten oder eine bestimmte Position ausgelöst?
- Wie lange dauern die ausstrahlenden Symptome an?
Red Flags: Ausstrahlende Symptome, die mehrere Dermatome betreffen (denken Sie daran, die sensiblen Innervationsgebiete der peripheren Nerven zu überprüfen, wenn mehr als ein Dermatom betroffen zu sein scheint)
S: Schweregrad der Symptome
Skalen wie die Visuelle Analogskala (VAS) oder die Numerische Rating-Skala (NRS) können verwendet werden, aber berücksichtigen Sie auch, wie die Symptome die Funktion und die Aktivitäten beeinträchtigen. Muss der Patient aufgrund der Symptome Aktivitäten verändern oder einstellen?(1)
Red Flag: Plötzliches Auftreten starker Schmerzen ohne Auslöser oder Trauma
T: Zeitlicher Verlauf (engl. „timing“) der Symptome
Ermitteln Sie den zeitlichen Verlauf der Symptome über einen Zeitraum von 24 Stunden und in Bezug auf Aktivitäten. Wie zeigen sich die Symptome vom Morgen über die täglichen Aktivitäten, die Arbeit, die Aktivitäten des täglichen Lebens bis in den Abend hinein? Dies liefert einen vollständigen zeitlichen Überblick über das Symptomverhalten.(1)
Red Flags: Symptome, die den Schlaf stören oder nachts schlimmer sind; konstante, unerbittliche Schmerzen, die den ganzen Tag über unabhängig von der Aktivität gleich bleiben
Es ist wichtig, dass Sie auf zusätzliche Red Flags oder systemische (allgemeine/konstitutionelle) Symptome achten, d.h., Symptome oder Probleme, die den gesamten Körper und nicht nur einen bestimmten Teil betreffen.
Red Flags, die eine sofortige Überweisung an einen Arzt oder in die Notaufnahme erfordern:(4)
- Trauma in der Anamnese mit Verdacht auf Fraktur
- Fieber mit Gelenkschmerzen
- Ungeklärter Gewichtsverlust
- Nächtliche Schmerzen, die durch Ruhe nicht gelindert werden
- Langfristiger Gebrauch von Kortikosteroiden (Risiko einer Osteonekrose)
- Krebs in der Vorgeschichte
- Brennen beim Wasserlassen
- Fortschreitendes neurologisches Defizit
Fragebögen zur Selbsteinschätzung bei Hüftschmerzen (edit | edit source)
Denken Sie daran, den gesamten unteren Quadranten (Hüfte, Knie und Sprunggelenk-/Fußkomplex) sowie die LWS zu untersuchen. Vergleichen Sie beide Körperseiten während der Inspektion. Die Untersuchung sollte sowohl die Funktion der belasteten Gelenke als auch die statische Körperhaltung umfassen:(1)
Tabelle 2.0. Beispiele für die klinische Inspektion der Hüfte(1)(8)
| Klinisches Inspektionsverfahren |
Wichtige Untersuchungsbereiche |
Haltungsanalyse
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- Haltung im Sitzen
- Haltung im Stehen
- Beachten Sie, ob der Patient das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilt oder es auf eine Seite verlagert
- Beobachten Sie, ob der Patient gleichmäßig auf beiden Sitzbeinhöckern sitzt
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Ganganalyse
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- Beobachten Sie das Gangmuster
- Achten Sie auf einen antalgischen Gang, Trendelenburg-Gang oder kompensatorische Muster
- Achten Sie auf ein einseitiges Anheben des Beckens, um den Fuß vom Boden zu lösen (kann auf einen erhöhten Tonus des M. quadratus lumborum hindeuten)
- Beispiele für standardisierte Assessments:
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| Funktionelles Screening |
Diese funktionellen Tests geben einen ersten Aufschluss über Beweglichkeit, Gleichgewichtsdefizite und die allgemeine funktionelle Leistungsfähigkeit, bevor die einzelnen Bereiche speziell untersucht werden.
- Rumpfflexion (beachten Sie, dass dies im Stehen eine Hüftflexion beinhaltet)
- Rumpfextension (beinhaltet im Stehen eine Hüftextension)
- Einbeinstand zur Beurteilung des Gleichgewichts (dient auch der Beurteilung der Belastungstoleranz der Extremität)
- Beurteilung der Hocke (sofern für das Funktionsniveau des Patienten angemessen)
- Wenn die tiefe Hocke nicht möglich ist: Aufstehen aus dem Sitz (halbe Hocke)
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Tabelle 3.0. Wichtige Palpationspunkte an der Hüfte(1)(9)(10)(11)
| Anteriore Strukturen |
- Spina iliaca anterior superior (SIAS): vergleichen Sie die Symmetrie zwischen den Seiten; Ansatz des M. sartorius
- Spina iliaca anterior inferior (SIAI): Ansatz des M. rectus femoris
- Anteriores Hüftgelenk: befindet sich unmittelbar lateral der Leiste; Druckempfindlichkeit kann auf Arthrose, eine Fraktur oder eine avaskuläre Nekrose hindeuten
- Leistenband (Lig. inguinale): Palpation von der SIAS bis zum Tuberculum pubicum
- Schambeinfuge (Symphysis pubica): Beurteilung der Symmetrie der SIAS; Druckempfindlichkeit kann auf eine Osteitis pubis oder eine Verletzung der Rumpfmuskulatur hindeuten
- Tuberculum adductorium und Ursprünge der Adduktoren: Palpation auf Druckempfindlichkeit, insbesondere bei Leistenschmerzen
- Hüftbeuger (M. iliopsoas, M. rectus femoris): Druckempfindlichkeit deutet auf eine mögliche Zerrung oder Entzündung der Sehne hin
- A. femoralis: verläuft mittig unter dem Leistenband hindurch, auf halbem Weg zwischen SIAS und Tuberculum pubicum
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| Laterale Strukturen |
- Beckenkamm (Crista iliaca): Palpation von anterior nach posterior entlang des Randes
- Trochanter major: lokalisieren Sie den Trochanter und prüfen Sie, ob er druckempfindlich ist; am deutlichsten hervortretend, wenn sich die Hüfte in neutraler Rotation befindet
- Bursa trochanterica: umfasst drei Schleimbeutel (der Schleimbeutel des M. gluteus maximus ist der wichtigste); Druckempfindlichkeit deutet auf eine mögliche Bursitis trochanterica hin
- Ansatz des M. gluteus medius: setzt am lateralen Teil des Trochanter major an
- Tractus iliotibialis : tastbar über der lateralen Seite des Oberschenkels
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| Posteriore Strukturen |
- Spina iliaca posterior superior (SIPS): befindet sich auf Höhe des zweiten Kreuzbeinwirbels; sichtbar als kleine Vertiefung; häufig druckschmerzhaft bei ISG-Dysfunktion (Fortin-Zeichen)
- Sitzbeinhöcker (Tuber ischiadicum): beurteilen Sie die Symmetrie des Beckens im Sitzen und Stehen
- N. ischiadicus: liegt mittig zwischen dem Trochanter major und dem Tuber ischiadicum
- M. piriformis: tief unter dem M. gluteus maximus
- Kreuzbein (Os sacrum): Palpation der Mittellinie und des Sulcus sacralis (Vertiefungen auf Höhe der SIPS)
- Iliosakralgelenke (ISG, Art. sacroiliaca) : liegen medial zur SIPS; beachten Sie, dass das Gelenk selbst anatomisch für eine direkte Palpation unzugänglich ist, da es von Gewebe überlagert wird und medial ausgerichtet ist
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| Lumbale und lumbopelvine Strukturen |
- Dornfortsätze der Lendenwirbelsäule: Palpation auf Druckempfindlichkeit und Ausrichtung
- Höhe des Beckenkamms: eine horizontale Linie, die die höchsten Punkte beider Beckenkämme verbindet, kreuzt die Wirbelsäule zwischen L4 und L5 oder auf Höhe des L4-Wirbels
- M. quadratus lumborum: auf erhöhten Tonus untersuchen, insbesondere bei Patienten, die beim Gehen ein Anheben des Beckens zeigen
- Paraspinale Muskeln: Druckempfindlichkeit und Muskeltonus beurteilen
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Das folgende optionale Video bietet einen Überblick über die Palpation der wichtigsten Landmarken der Hüftregion und vermittelt klinische Einblicke in häufige Pathologien.
(12)
- Dermatome: Prüfung der Sensibilität in den Versorgungsgebieten der lumbalen Nervenwurzeln
- Myotome: Untersuchung der wichtigsten Muskelgruppen auf die Funktion der lumbalen Nervenwurzeln
- Lasègue-Test/Straight Leg Raise: Untersuchung auf eine Beteiligung des N. ischiadicus
- Nervus-femoralis-Test/Prone Knee Bend: Untersuchung auf eine Beteiligung des N. femoralis(1)
Es ist wichtig, sowohl das aktive als auch das passive Bewegungsausmaß zu prüfen, einschließlich des Überdrucks. Weitere Informationen über die Messung des Bewegungsausmaßes finden Sie unter: Untersuchung der Gelenkbeweglichkeit.
Tabelle 4.0: Bewegungsausmaß der Hüfte und Endgefühl (AAOM = American Academy / Association of Orthopedic Medicine)
Bewegungsrichtung
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AAOM-Werte(13) |
Normwerte in der Literatur(14)(15) |
Typisches Endgefühl(16) |
Flexion
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120° |
110–125° |
Weichteilgewebe trifft aufeinander |
Extension
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20° |
10-30° |
Kapsulär/fest; Gewebedehnung |
| Abduktion |
40° |
30-50° |
Kapsulär/fest; Gewebedehnung |
| Adduktion |
20° |
20-30° |
Weichteilgewebe trifft aufeinander |
| Innenrotation in 90° Hüftflexion |
45° |
30-45° |
Kapsulär/fest |
| Außenrotation in 90° Hüftflexion |
45° |
40-60° |
Kapsulär/fest |
Innenrotation (neutral/Bauchlage)
|
45° |
30-40° |
Kapsulär/fest |
| Außenrotation (neutral/Bauchlage) |
45° |
40-50° |
Fest |
Der spinopelvine Femoralkomplex (spinopelvic femoral complex, SPFC) bezeichnet das Zusammenspiel zwischen LWS, Becken und Hüften, die gemeinsam die aufrechte Körperhaltung, das Gleichgewicht des Rumpfes und eine effiziente Bewegung der unteren Extremitäten gewährleisten. Bei gesunden Menschen bewegen sich diese Bereiche harmonisch, um fließende Übergänge zwischen verschiedenen Körperhaltungen zu ermöglichen (z. B. vom Sitzen zum Stehen und umgekehrt). Im Stehen kippt das Becken nach vorne (Anteversion), wodurch die Lendenlordose verstärkt wird, und die Hüften sind in Extension. Im Sitzen kippt das Becken nach hinten (Retroversion), wodurch die Lendenlordose verringert wird, während die Hüften in Flexion sind. Durch diese dynamische Beziehung verändert das Acetabulum seine Ausrichtung: Es öffnet sich im Sitzen nach vorne, um die Bewegung des Femurs zu ermöglichen, und schließt sich im Stehen, um für Gelenkstabilität zu sorgen.(17)
Daher spielt die LWS durch ihren Einfluss auf die Beckenausrichtung und die spinopelvine Ausrichtung eine wichtige Rolle bei der Hüftbeweglichkeit.(1) Eine flexible LWS ermöglicht eine freie Rotation des Beckens und reduziert dadurch die mechanische Belastung des Hüftgelenks bei Bewegungen wie Flexion und Extension. Umgekehrt wird die Beweglichkeit des Beckens eingeschränkt, wenn die LWS unbeweglich oder versteift ist. Diese Einschränkung zwingt die Hüfte zu einer kompensatorischen Überbewegung, was häufig die Belastung des Gelenks erhöht und zu Impingement oder Instabilität prädisponiert.(17)
Tabelle 5.0. Differenzierung zwischen Hüfte und Rumpf bei der Untersuchung der Beweglichkeit in Flexion/Extension(1)
Bewegungsrichtung
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Ausmaß der kombinierten Bewegung in häufigen Ausgangsstellungen für die Untersuchung
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Flexion
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- Rumpfflexion im Stehen: Kombinierte Rumpf- und Hüftbewegung
- Rumpfflexion im Sitzen: Kombinierte Rumpf- und Hüftbewegung
- Hüftflexion im Sitzen: Hüftbewegung mit teilweiser Rumpfbeteiligung
- Hüftflexion in Rückenlage: Isolierte Hüftbewegung, da der Rumpf auf der Unterlage in neutraler Position verbleibt
|
Extension
|
- Rumpfextension im Stehen: Kombinierte Rumpf- und Hüftbewegung
- Hüftextension im Stehen: Beinhaltet häufig eine LWS-Extension (Patient verstärkt die LWS-Lordose)
- Hüftextension in Seiten- oder Bauchlage: Reduziert die Beteiligung des Rumpfes
Klinische Anmerkung: Wenn Sie die Hüftextension in Seitenlage beurteilen, kontrollieren Sie die Dornfortsätze der LWS durch Palpation, um sicherzustellen, dass keine kompensatorische lumbale Extension stattfindet. |
Prüfen Sie die Kraft der Hüftbeuger (M. iliopsoas, M. tensor fasciae latae, M. sartorius und M. rectus femoris), der Hüftstrecker (M. gluteus maximus, M. semitendinosus, M. semimembranosus und M. biceps femoris), der Abduktoren (M. gluteus medius und M. gluteus minimus) sowie der Adduktoren (M. adductor magnus, M. adductor brevis, M. adductorus longus, M. pectineus und M. gracilis), der Außenrotoren (M. gluteus maximus, M. piriformis, M. quadratus femoris, M. obturator externus, M. obturator internus, M. gemellus superior und M. gemellus inferior) sowie der Innenrotatoren (anteriore Fasern des M. gluteus minimus und des M. gluteus medius, M. tensor fasciae latae).(18)
Weitere Informationen zur Untersuchung der Muskelkraft finden Sie unter Untersuchung der Muskelkraft.
Akzessorische Bewegungen / Prüfung der Gelenkbeweglichkeit ( edit | edit source )
Tabelle 5.0. Akzessorische Bewegungen (Zusatzbewegungen) der Hüfte(1)
| Zusatzbewegung |
Kopplung mit physiologischen Bewegungen / Therapeutische Indikation
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Longitudinale Traktion
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- Allgemeiner Beweglichkeitstest (alle Richtungen)
- Therapeutisch nützlich zur Schmerzhemmung oder -reduzierung
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| Laterale Traktion |
- Allgemeiner Beweglichkeitstest (alle Richtungen)
- Therapeutisch nützlich zur Schmerzhemmung oder -reduzierung
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| Gleiten nach inferior |
- Zusammenhang mit Flexion und Abduktion
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Gleiten nach posterior
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- Zusammenhang mit Flexion und Innenrotation
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Gleiten nach anterior
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- Zusammenhang mit Extension und Außenrotation
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Tabelle 6.0. Spezielle Tests am Hüftgelenk(19)(20)(21)(22)(23)(24)
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Name des Tests
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Zweck |
Durchführung
|
Vorsichtsmaßnahmen |
Positives Ergebnis |
Reliabilität/Validität |
| Allgemeine Tests bei Hüftpathologien |
Log-Roll-Test |
Unspezifischer Screening-Test für Hüftgelenkspathologien |
- Patient in Rückenlage
- Therapeut legt beide Hände auf den Oberschenkel
- Das Bein wird passiv nach innen und außen rotiert
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- Übermäßige Kraft bei Patienten mit akuter Hüftpathologie vermeiden
- Nicht geeignet bei Verdacht auf Fraktur
- Kann bei verschiedenen Hüfterkrankungen Symptome hervorrufen (geringe Spezifität)
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Schmerzprovokation oder Bewegungseinschränkung während der Rollbewegung |
- Begrenzte Forschungslage zur diagnostischen Genauigkeit
- Wird im Allgemeinen eher zum Screening als zur Diagnose verwendet
- Oft positiv bei verschiedenen Hüftpathologien, was die Spezifität einschränkt
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| Hüftquadrant / Scour-Test |
Identifizierung des Hüftgelenks als Ursache der Symptome; Untersuchung auf intraartikuläre Pathologien, Labrumrisse oder Arthrose |
- Patient in Rückenlage
- Die Hüfte wird in 70° Flexion und volle Adduktion gebracht
- Durch den Femurschaft wird Kompression ausgeübt
- Die Hüfte wird unter Beibehaltung der Kompression von 70° auf 140° Flexion bewegt
- Der Test wird in Abduktion wiederholt
- Alternative Methode: volle Flexion und Adduktion mit Kompression, dann in die Abduktion „scheuern“ (engl. scour)
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- Kontraindiziert bei akuten Frakturen oder Luxationen
- Vorsicht bei schwerer Arthrose
- Kontraindiziert bei Patienten mit Hüftgelenkersatz (Hüft-TEP)
- Kann erhebliche Schmerzen hervorrufen
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Reproduktion der Hüftschmerzen des Patienten während des Manövers |
- Mäßige Sensitivität (59-69 %) für intraartikuläre Pathologie
- Geringe bis mäßige Spezifität
- Am besten in Kombination mit anderen Tests anzuwenden
- Schmerzlokalisation wichtig: Leistenschmerzen deuten eher auf eine intraartikuläre Pathologie hin
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| Spezielle Tests bei Labrumpathologie und femoroazetabulärem Impingement (FAI) |
FADIR-Test (Flexion-Adduktion-Innenrotation) |
Zur Beurteilung von Labrumläsionen, femoroazetabulärem Impingement (FAI) oder intraartikulären Pathologien |
- Patient in Rückenlage
- Hüfte in 90° Flexion
- Die Hüfte wird dann maximal adduziert und innenrotiert
- Am Ende des Bewegungsbereichs wird Überdruck angewendet
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- Bei akuter Luxation oder Fraktur der Hüfte vermeiden
- Nach Operationen mit Vorsicht anwenden
- Kontraindiziert bei Patienten nach Hüftgelenkersatz (Hüft-TEP)
- Kann zu erheblichen Leistenschmerzen führen
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Provokation von Leistenschmerzen (anteriore Hüftschmerzen deuten auf einen Labrumriss oder FAI hin) |
- Hohe Sensitivität: 78-100 % für Labrumrisse und FAI (variiert je nach Studie und Referenzstandard)
- Geringe Spezifität: 8-33 %
- Positive Likelihood Ratio: mäßig
- Nützlicher zum Ausschluss einer Pathologie bei negativem Befund
- Die Sensitivität variiert je nach bildgebendem Referenzstandard: 8–100 % (Röntgen), 33–100 % (MRT), 90 % (CT)
- Am besten in Kombination mit anderen klinischen Tests und bildgebenden Verfahren anzuwenden
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FABER-Test (Flexion-Abduktion-Außenrotation) / Patrick-Test / Vierer-Zeichen
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Screening von Hüftpathologien (Labrumrisse, FAI, Arthrose), ISG-Dysfunktionen oder Pathologien des M. iliopsoas |
- Patient in Rückenlage
- Hüfte in Flexion, Abduktion und Außenrotation (Vierer-Position)
- Das laterale Sprunggelenk liegt über der kontralateralen Patella
- Therapeut stabilisiert das Becken an der kontralateralen SIAS
- Dann wird die Hüfte langsam in die maximale Abduktion und Außenrotation abgesenkt
- 3–5 Oszillationen mit kleiner Amplitude am Ende des Bewegungsausmaßes
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- Bei akuter Hüftpathologie oder Frakturen vermeiden
- Bei Hüftgelenkersatz nur mit Vorsicht anwenden
- Schmerzen können von verschiedenen Strukturen ausgehen (Hüfte, ISG, LWS)
- Auf Entspannung des Patienten achten, um eine muskuläre Schutzspannung zu vermeiden
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- Leistenschmerzen = intraartikuläre Hüftpathologie
- Gesäßschmerzen/Posteriore Beckenschmerzen = ISG-Dysfunktion
- Eingeschränktes Bewegungsausmaß ohne Schmerzen = Weichteilrestriktion
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- Sensitivität für Labrumrisse: 41–97 % (sehr variabel)
- Spezifität: 18-100 % (sehr variabel)
- Für FAI: Sensitivität 77 %, Spezifität 17 %
- Interrater-Reliabilität: mäßig (κ = 0,63)
- 88 % Sensitivität für allgemeine Hüftpathologie als Screening-Test
- Zuverlässiger in Kombination mit anderen Tests in einem Testcluster
- Validität wird in einigen systematischen Reviews aufgrund geringer Evidenzqualität in Frage gestellt
- Eher als Screening-Instrument als als definitiver diagnostischer Test geeignet
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| Fitzgerald-Test (Dynamischer Labrum-Test) |
Beurteilung der Integrität des Labrums (vorderer und hinterer Teil) |
Untersuchung des anterioren Labrums:
- Patient in Rückenlage
- Die Hüfte wird aus voller Flexion, Außenrotation und Abduktion in Extension, Innenrotation und Adduktion bewegt
Untersuchung des posterioren Labrums:
- Die Hüfte wird aus der vollen Flexion, Adduktion und Innenrotation in die Extension, Abduktion und Außenrotation bewegt
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- Bei akuten Hüftpathologien zu vermeiden
- Kontraindiziert bei Patienten nach Hüftgelenkersatz (Hüft-TEP)
- Erfordert eine erhebliche Hüftbeweglichkeit, um adäquat durchgeführt zu werden
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Schmerzen mit oder ohne hörbarem Knacken während des Bewegungsbogens |
- Begrenzte Forschungslage zur diagnostischen Genauigkeit
- Keine belastbaren Daten zur Sensitivität/Spezifität verfügbar
- Der Mechanismus zielt auf die Kompression des Labrums während der Bewegung ab
- Der klinische Nutzen erfordert weitere Validierung
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| Tests für die Integrität der Hüftabduktoren |
Trendelenburg-Test |
Beurteilung der Integrität und Kraft der Hüftabduktoren (M. gluteus medius und M. gluteus minimus) |
- Patient im Stehen
- Der Patient wird aufgefordert, 30 Sekunden lang auf einem Bein zu stehen, ohne sich zur Seite zu neigen
- Bei Bedarf darf er sich zum besseren Gleichgewicht leicht abstützen
- Beobachten Sie die Position des Beckens
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- Es besteht Sturzrisiko bei Patienten mit Gleichgewichtsstörungen
- Sichern Sie den Patienten gut ab
- Nicht geeignet für Patienten, die das Bein nicht belasten dürfen
- Akute Hüftschmerzen können die Durchführung des Tests einschränken
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- Das Becken sinkt auf der Seite des Schwungbeins ab
- Weist auf eine Schwäche der Hüftabduktoren auf der Seite des Standbeins hin
- Kompensation: Rumpfneigung zur Standbeinseite
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- Intrarater-Reliabilität: Sehr hoch bei Messung mit Goniometer (ICC 0,95–0,99)
- Interrater-Reliabilität: Variabel, oft schlecht (κ = 0,22-0,25)
- Test-Retest-Reliabilität: Gut (κ > 0.75) bei Patienten mit chronischen Kreuzschmerzen
- Sensitivität für Hüftarthrose: 55 %
- Spezifität für Hüftarthrose: 70 %
- Bedenken hinsichtlich der Validität: Schwache Korrelationen zwischen der Kraft der Hüftabduktoren und dem Absinken des Beckens bei gesunden Personengruppen
- Geringe Übereinstimmung zwischen der Beobachtung durch den Behandler und der 3D-Bewegungsanalyse
- Sollte nicht als primäres Screening-Verfahren für die Kraft der Hüftabduktoren in Bevölkerungsgruppen mit einer Kraft von >30 % des Körpergewichts verwendet werden
- Zuverlässiger bei Patientengruppen mit Erkrankungen als bei gesunden Personen
- Vorsicht ist geboten bei der Anwendung zur Beurteilung einer Schwäche der Hüftabduktoren ohne intraartikuläre Hüftpathologie
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| Spezielle Tests zur Beurteilung der Länge der Hüftbeuger |
Modifizierter Thomas-Test |
Beurteilung der Muskellänge der Hüftbeuger (M. iliopsoas, M. rectus femoris, M. tensor fasciae latae, M. sartorius) |
- Patient steht am Ende der Behandlungsbank, das Gesäß am Rand angelehnt
- Der Patient legt sich auf die Bank zurück und zieht dabei beide Knie zur Brust
- Das nicht zu testende Bein wird in 90° Hüftflexion gehalten, um die LWS abzuflachen
- Der Therapeut stabilisiert das Becken an der SIAS der Testseite
- Das zu untersuchende Bein wird langsam so weit wie möglich abgesenkt
- Beobachten Sie die Position am Ende des Bewegungsausmaßes
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- Vermeiden Sie diesen Test bei akuter Zerrung der Hüftbeuger oder akuter Hüftpathologie
- Kontraindiziert bei Patienten nach Hüftgelenkersatz (Luxationsrisiko)
- Erfordert ein ausreichendes Bewegungsausmaß der Knieflexion
- Nicht sinnvoll bei beidseitiger Hüftbeugekontraktur
- Vorsicht bei Patienten mit lumbaler Pathologie
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Die Unfähigkeit, die normale Endposition zu erreichen, deutet auf eine Verkürzung der Hüftbeuger hin (spezifische Muskeln werden anhand des Bewegungsmusters identifiziert); Normale Befunde:
- Hüfte in Neutralstellung (0°) oder in Extension
- Hüfte in Neutralstellung oder leichter Abduktion
- Knie der Testseite in etwa 80° gebeugt
Interpretation der Einschränkungen:
- Eingeschränkte Hüftextension bei Knieflexion ≥ 80° = Verkürzung des M. iliopsoas
- Hüfte fällt in Abduktion = Verkürzung des M. tensor fasciae latae/Tractus iliotibialis
- Hüfte fällt in Abduktion + Flexion + Außenrotation = Verkürzung des M. sartorius
- Ausreichende Hüftextension + Verminderte Flexion des Knies (Knie zieht in Extension) = Verkürzung des M. rectus femoris
- Eingeschränkte Hüftextension + Verminderte Flexion des Knies (Knie zieht in Extension) = Verkürzung des M. rectus femoris
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- WICHTIG: Die Validität hängt von der Kontrolle der Beckenkippung ab
- Ohne Beckenkontrolle: Schlechte Validität, Sensitivität 32 %, Spezifität 57 %
- Mit Beckenkontrolle: Deutlich verbesserte Validität (r = 0,98)
- Intrarater-Reliabilität mit Beckenkontrolle: Ausgezeichnet (ICC 0,97-0,99)
- Interater-Reliabilität mit Beckenkontrolle: Hoch (ICC 0,83-0,87)
- Standardmessfehler (SEM): 2,85° insgesamt; 2,35° bei aktiver lumbopelviner Stabilisierung
- Minimal nachweisbare Veränderung (MDC): 2,35-4,17° je nach Methode
- Pass/Fail-Zuverlässigkeit eingeschränkt, wenn die Beckenposition nicht kontrolliert wird
- Für die Validität der Ergebnisse ist es unerlässlich, während des gesamten Tests eine neutrale Beckenkippung beizubehalten
- Frühere Berichte über geringe Zuverlässigkeit sind wahrscheinlich auf eine unzureichende Stabilisation des Beckens zurückzuführen
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| Spezielle Tests zur Beurteilung der femoralen Anteversion/Retroversion |
Craig-Test (Trochanterpalpationstest, Femoral Anteversion Test) |
Zur Abschätzung des Grades der femoralen Anteversion oder Retroversion |
- Patient in Bauchlage mit 90° Flexion des Knies
- Therapeut palpiert den Trochanter major, andere Hand hält den Unterschenkel
- Die Hüfte wird nach innen und außen rotiert, bis der Trochanter major seitlich am stärksten hervortritt (parallel zur Unterlage).
- Der Winkel wird mit einem Goniometer entlang der Längsachse der Tibia relativ zur Senkrechten gemessen
- Interpretation:
- Normal: 8-15° Innenrotation bei Erwachsenen
- Erhöhte Anteversion = 15° Innenrotation
- Retroversion = <8° Innenrotation oder Außenrotation
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- Erfordert ein ausreichendes Bewegungsausmaß der Hüfte in Rotation
- Die Erfahrung des Untersuchers beeinflusst die Genauigkeit
- Schwierig bei Patienten mit Adipositas (Herausforderung bei der Palpation)
- Nicht geeignet unmittelbar nach einer Operation
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- Vermehrte Anteversion: >15° Innenrotation
- Retroversion: <8° Innenrotation bis hin zur Außenrotation
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- Intrarater-Reliabilität: Gut bis ausgezeichnet (ICC 0,74–0,90)
- Interrater-Reliabilität: Schlecht bis mäßig (ICC 0,25–0,62; verbessert auf 0,62 mit lasergesteuertem Goniometer)
- Korrelation mit CT: r = 0,93 in einigen Studien berichtet
- Korrelation mit MRT: r = 0,97 für MRT vs. niedriger für Craig-Test
- Bedenken hinsichtlich der Validität: Mehrere Studien zeigen, dass der Craig-Test im Vergleich zu CT/MRT nicht in der Lage ist, >75 % der Varianz zu erklären
- Messungen des Bewegungsausmaßes der Hüftrotation können zuverlässigere Schätzungen der Femurversion liefern als der Craig-Test
- Eignet sich besser für das Screening als für präzise Messungen
- Trotz Einschränkungen bleibt er der am häufigsten verwendete klinische Test für die Femurversion
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| Spezielle Tests für gluteale Tendinopathie |
Palpation des Trochanter major |
Test auf gluteale Tendinopathie |
- Der Patient liegt Seitenlage, die zu untersuchende Seite liegt oben
- Die Hüften sind in ca. 60° Flexion
- Der Therapeut palpiert den Trochanter major des Femurs
- Der Palpationsdruck ist mäßig stark
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- Vermeiden Sie übermäßigen Druck
- Andere Strukturen können ebenfalls druckempfindlich sein (Bursa Trochanterica, Tractus iliotibialis)
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Schmerzen im Bereich des Trochanter major |
- Begrenzte Forschungslage zur diagnostischen Genauigkeit als isolierter Test
- Wird häufig in Kombination mit anderen Tests zur glutealen Tendinopathie eingesetzt
- Die Druckempfindlichkeit bei der Palpation allein weist eine geringe Spezifität auf
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| FADER-Test (Flexion-Adduktion-Außenrotation für gluteale Tendinopathie) |
Provokationstest für gluteale Tendinopathie |
Passive Variante:
- Patient in Rückenlage
- Hüfte in 90° Flexion
- Die Hüfte wird dann in maximale Adduktion und Außenrotation gebracht
Variante mit Widerstand:
- Gleiche Position wie bei der passiven Variante
- Isometrische Innenrotation gegen Widerstand hinzufügen
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- Kann erhebliche seitliche Hüftschmerzen hervorrufen
- Kontraindiziert bei akuten Rissen der glutealen Sehnen
- Differenzieren zur Bursitis trochanterica
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Schmerzen über den Glutealsehnen (laterale Hüfte/Trochanter-major-Bereich) |
- Begrenzte Anzahl veröffentlichter Studien zur diagnostischen Genauigkeit
- Wird häufig in der klinischen Praxis verwendet, erfordert aber weitere Validierungsstudien
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| Spezielle Tests zur Hüftinstabilität |
Abduktions-Hyperextensions-Außenrotationstest |
Zur Beurteilung der anterioren Instabilität der Hüfte |
- Der Patient liegt in Seitenlage, die betroffene Hüfte liegt oben
- Die obere Hüfte wird in eine Abduktion von 30–45°, Extension und Außenrotation angehoben
- Ein nach vorne gerichteter Druck wird auf den posterioren Aspekt des Trochanter major ausgeübt
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- Risiko einer Subluxation/Luxation bei instabiler Hüfte
- Kontraindiziert bei akuter Hüftluxation
- Nicht geeignet nach einem Hüftgelenkersatz ohne Zustimmung des Chirurgen
- Erfordert eine sorgfältige Technik
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Anteriorer Hüftschmerz mit oder ohne Apprehension |
- Begrenzte Forschungslage zur diagnostischen Genauigkeit
- Häufiger in der postoperativen Untersuchung verwendet
- Die klinische Erfahrung zeigt den Nutzen bei hypermobilen Patienten
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| Hyperextensions- und Außenrotationstest |
Zur Beurteilung der anterioren Instabilität der Hüfte |
- Der Patient liegt in Rückenlage am Ende der Behandlungsbank, die Beine hängen frei herunter
- Das nicht getestete Bein wird an die Brust herangeführt und dort gehalten
- Der Therapeut steht am Ende der Bank und senkt die zu testende Hüfte langsam in die Extension ab
- Die Hüfte wird dann außenrotiert
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- Wegen dem Sturzrisiko muss der Patient gut abgesichert werden
- Risiko einer Subluxation bei instabiler Hüfte
- Kontraindiziert bei Patienten nach Hüftgelenkersatz (Hüft-TEP)
- Bei akuter Pathologie vermeiden
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Anteriorer Hüftschmerz mit oder ohne Apprehension |
- Begrenzte veröffentlichte Forschungsergebnisse zu Sensitivität/Spezifität
- Erfordert weitere Validierung
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| Instabilitätstest in Bauchlage (Prone Instability Test) |
Zur Beurteilung der anterioren Instabilität der Hüfte |
- Patient in Bauchlage
- Die Hüfte wird passiv maximal außenrotiert
- Der Therapeut übt einen nach anterior gerichteten Druck auf den posterioren Teil des Trochanter major aus
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- Risiko einer Subluxation
- Bei akuter Luxation vermeiden
- Kontraindiziert bei Patienten nach Hüftgelenkersatz ohne Freigabe des Operateurs
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Provokation von Schmerzen im anterioren Hüftbereich |
- Nur wenige veröffentlichte Daten zur diagnostischen Genauigkeit
- Der klinische Nutzen erfordert weitere Forschung
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Die folgenden Videos geben einen Überblick über die einzelnen Bewegungen der Hüfte.
Bitte beachten Sie, dass das Video zur Hüftadduktion nur direkt auf der YouTube-Website angesehen werden kann. Bitte klicken Sie auf den Link, um das Video anzusehen. Oder klicken Sie HIER.
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