Einführung in Geschlechtergleichstellung und soziale Inklusion (GESI)

Originalherausgeber User:Robin Tacchetti basierend auf den Kurs von Linda Thumba
Top-BeitragendeRobin Tacchetti, Amanda Ager, Tarina van der Stockt und Kim Jackson

Einführung(edit | edit source)

Diese Seite soll Ihnen helfen zu verstehen, welche Rolle Geschlechtergleichstellung und soziale Inklusion (GESI) bei der Rehabilitation spielen. Das Ziel ist es, den klinisch Tätigen zu helfen, sich wohl zu fühlen und die nötige Kompetenz zu erlangen, um Möglichkeiten zu erkennen, GESI-Überlegungen in ihre tägliche klinische Praxis zu integrieren.

Was ist Geschlechtergleichstellung und soziale Inklusion (GESI)? ( edit | edit source )

Die Geschlechtergleichstellung und die soziale Inklusion sind zwei miteinander verknüpfte Konzepte, die dazu beitragen, den Zugang zu Gütern und Dienstleistungen für alle zu verbessern, einschließlich der Ausgegrenzten, der Frauen und der wirtschaftlich weniger stabilen Menschen. GESI fördert eine inklusive Politik und konzentriert sich auf die Stärkung der Macht der Ausgegrenzten, Frauen und Armen.(1)

Laut World Vision ist GESI ein Ansatz, der darauf abzielt, bestehende Barrieren zu beseitigen, um den Zugang zu verbessern und die Entscheidungsfindung und Beteiligung marginalisierter Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen. Diese Definition besagt weiter, dass GESI von uns verlangt, ein Umfeld zu schaffen, das es ALLEN ermöglicht, sich an Entwicklungsmaßnahmen zu beteiligen und in GLEICHEM Maße davon zu profitieren.

Im Rehabilitationskontext ist GESI ein Ansatz, der darauf abzielt, Barrieren zu beseitigen und den Zugang zu verbessern, die Nutzung von Rehabilitationsdiensten zu erleichtern und die Erfahrungen der Nutzer für alle zu verbessern.

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle marginalisierten Bevölkerungsgruppen gleichermaßen benachteiligt oder ausgeschlossen sind.

Für klinisch Tätige ist es wichtig zu erkennen, wie sich soziale Merkmale gegenseitig beeinflussen und wie sie den Gesundheitszustand, den Zugang zu Rehabilitationsleistungen, die Inanspruchnahme unserer Leistungen und die Erfahrungen der Patienten und Patientinnen insgesamt beeinflussen können.

Zu beachtende soziale Merkmalen (einschließlich, jedoch nicht beschränkt auf): ( edit | edit source )

  • Soziales Geschlecht (Gender)
  • Race
  • Klasse
  • Behinderung
  • Familienstand
  • Einwanderungsstatus
  • Geografischer Standort
  • Bildungsstand
  • Religion
  • Ethnische Zugehörigkeit

Als Gesundheitsdienstleister sind wir verpflichtet, die notwendigen angepassten Rehabilitationsdienste und Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, damit der Einzelne sein höchstes Maß an Funktion erreichen kann und letztlich durch die Förderung einer größeren Teilhabe einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft weltweit hat.

Um klinisch effektiv zu sein, ist es auch wichtig zu erkennen, dass jeder Mensch mehrere soziale Identitäten mit sich überschneidenden Faktoren (wie Race, Gender, Alter, sexuelle Orientierung, Beruf, Familienstruktur, Fähigkeiten, um nur einige zu nennen) hat und sich mit mehreren Gruppen identifizieren kann. Dies geht auf das neue Konzept der sozialen Identitätskomplexität zurück, das sich auf die subjektive Selbstdarstellung einer Person und die Verhältnisse, die sie zu mehreren Gruppenidentitäten haben kann, bezieht.(2) Menschen sind komplex und haben unterschiedliche soziale Identitäten und Erfahrungen, die bei der Behandlung in einem klinischen Umfeld berücksichtigt werden müssen.

Gleichstellung der Geschlechter ( edit | edit source )

Das Ziel der Geschlechtergleichstellung ist es, dass Männer und Frauen die gleichen Ressourcen, Chancen, Menschenrechte und gesellschaftlich geschätzten Güter haben.(3) Die Weltbank definiert die Gleichstellung der Geschlechter wie folgt: „Die Geschlechtergleichstellung oder die Gleichheit zwischen verschiedenen Gruppen von Frauen und Männern bezieht sich auf den gleichwertigen Genuss von Rechten, gesellschaftlich geschätzten Gütern, Chancen, Ressourcen und Anerkennungen durch Gruppen von Frauen und Männern – jeden Alters und unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Gleichstellung bedeutet nicht, dass Frauen und Männer gleich sind, sondern dass die Wahrnehmung von Rechten, Möglichkeiten und Lebenschancen nicht davon abhängt, ob sie als Frau oder Mann geboren wurden.“(4)

Die Weltbank unterteilt das soziale Geschlecht weiter nach folgenden Kriterien: ( edit | edit source )

Beim sozialen Geschlecht (Gender) geht es:

  • Um Frauen, Mädchen, Männer und Jungen und die damit verbundenen Normen, Verhaltensweisen und Rollen sowie die Beziehungen zwischen diesen Gruppen. Das Geschlecht wird als soziales Konstrukt betrachtet und seine Definition kann von Gesellschaft zu Gesellschaft variieren und sich im Laufe der Zeit verändern. Ziel ist es, einen geschlechtergerechten Ansatz (in der Rehabilitation) anzuwenden, der anerkennt, dass manche Menschen es vorziehen, nicht-binäre Bezeichnungen zu verwenden, um sich zu identifizieren.

Beim sozialen Geschlecht (Gender) geht es nicht:

  • Nur um Frauen und Mädchen: Männer und Jungen sollten auch Teil der GESI-Gleichung sein
  • Nur um die Verantwortung der Frauen: Damit sich wirklich etwas ändert, müssen alle mitmachen
  • Um ein westliches oder ausländisches Konzept: Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein globales Ziel, das in nationalen, regionalen und internationalen Verpflichtungen und Verträgen zum Ausdruck kommt, die von vielen Ländern weltweit unterzeichnet wurden.
  • Um ein Versuch, die Rechte von Männern und Jungen zu beschneiden: Die Menschenrechte sind universell, das heißt, sie gelten für alle Menschen
  • Nur um ein Thema für Gender-Spezialisten: Wenn man sich nur auf Gender-Spezialisten verlässt, kann man die Hauptursachen für Geschlechterungleichheit und soziale Ausgrenzung nicht bekämpfen. Jeder muss beteiligt sein und sich für Gleichheit und Inklusion einsetzen.

Soziales Geschlecht (Gender) vs. Geschlechtsidentität ( edit | edit source )

  • Das soziale Geschlecht ist unsere gesellschaftlich zugeschriebene Identität
  • Die Geschlechtsidentität ist unsere bevorzugte Identität, unabhängig vom Geschlecht bei der Geburt;
    • Die innerste Vorstellung von sich selbst als männlich, weiblich, eine Mischung aus beidem oder weder noch – wie Individuen sich selbst wahrnehmen und wie sie sich selbst nennen. Die Geschlechtsidentität einer Person kann mit dem bei der Geburt zugewiesenen biologischen Geschlecht übereinstimmen oder davon abweichen.(5)
Gender Expansion( edit | edit source )
  • Eine Person mit einem breiteren, flexibleren Spektrum an Geschlechtsidentität und/oder -ausdruck als typischerweise mit dem binären Geschlechtersystem verbunden. Wird oft als Oberbegriff verwendet, wenn es um junge Menschen geht, die noch die Möglichkeiten ihres Geschlechtsausdrucks und/oder ihrer Geschlechtsidentität erkunden. (5)

Das folgende Video zeigt den Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Tedros, bei einer Diskussion über die Geschlechtergleichstellung bei Frauen und Mädchen:

Was bedeutet GESI-Reaktionsfähigkeit? ( edit | edit source )

Es bedeutet, dass wir die geschlechtsspezifischen und soziokulturellen Unterschiede, die zwischen uns als klinisch Tätigen in den Gesundheitsdiensten bestehen, und die Unterschiede zwischen den Patienten bei der Erbringung von Rehabilitationsleistungen berücksichtigen müssen.

Wie man in der klinischen Tätigkeit auf GESI reagieren kann ( edit | edit source )

Wir können GESI als ein Kontinuum betrachten, das von der Nichtberücksichtigung unserer Gemeinsamkeiten und Unterschiede bis hin zur aktiven Suche nach und dem Engagement für transformative Veränderungen beim Zugang, bei der Nutzung und den Erfahrungen der Rehabilitation reicht.

Das GESI-Bewusstsein ermöglicht es uns, die vier As der Rehabilitationsdienste zu verstehen:

  1. Verfügbarkeit (Availability)
  2. Barrierefreiheit (Accessibility)
  3. Erschwinglichkeit (Affordability)
  4. Akzeptanz (Acceptability)

Als Rehabilitationsfachleute sind wir in einer idealen Position, um uns für transformative Veränderungen in allen Phasen der Rehabilitation einzusetzen und aktiv daran mitzuwirken.

Als klinisch Tätige müssen wir uns der GESI-Überlegungen stärker bewusst sein:

  • Welche gesellschaftlichen und kulturellen Normen beeinflussen uns als Physiotherapiefachkräfte und unsere Patienten und Patientinnen
  • Was Patienten und Patientinnen sagen und wie sie sich verhalten; und wie dies durch das Geschlecht beeinflusst werden kann
  • Wie wir das, was wir (von unseren Patienten und Patientinnen) gesehen und gehört haben, auf der Grundlage unserer eigenen Geschlechternormen, Annahmen und Geschlechterstereotypen interpretieren; und wie wir auf der Grundlage dieser Interpretationen handeln
  • Welche Geschlechter- und Machtverhältnisse wir in Organisationen erkennen können und wie sie unsere Arbeit, die Arbeitsbedingungen sowie die Realität und Gesundheit der Patienten und Patientinnen beeinflussen
  • Möglichkeiten zur sozialen Inklusion durch verbesserte Kommunikation und Überweisungswege zwischen Krankenhaussystemen und gemeindenahen Rehabilitationsdiensten
  • Bereitstellung von Bildungs- und Ausbildungsangeboten für Familien, um die Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

Soziale Inklusion ( edit | edit source )

Die soziale Inklusion zielt darauf ab, dass schutzbedürftige Gruppen nicht von bestimmten Umständen ausgeschlossen werden. Zu den schutzbedürftigen Gruppen gehören ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, religiöse Minderheiten, Frauen, Mädchen, LGBTQ, usw. (6) Die Weltbank definiert soziale Inklusion wie folgt: „In jedem Land stoßen einige Gruppen auf Barrieren, die sie daran hindern, voll am politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben teilzunehmen. Diese Gruppen können nicht nur durch Rechtssysteme, Land und Arbeitsmärkte ausgeschlossen sein, sondern auch durch diskriminierende oder stigmatisierende Einstellungen, Überzeugungen oder Wahrnehmungen. Die Benachteiligung beruht häufig auf der sozialen Identität, die sich unter anderem auf die Dimensionen Gender, Alter, Wohnort, Beruf, Race, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Staatsbürgerschaft, Behinderung, sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität (SOGI) beziehen kann. Diese Art der sozialen Ausgrenzung beraubt den Einzelnen seiner Würde, seiner Sicherheit und der Möglichkeit, ein besseres Leben zu führen. Wenn die Ursachen für strukturelle Ausgrenzung und Diskriminierung nicht angegangen werden, wird es schwierig sein, ein nachhaltiges integratives Wachstum und eine rasche Armutsbekämpfung zu unterstützen.“ (7)

Wenn wir über soziale Inklusion in einem Rehabilitationskontext nachdenken, ist es wichtig, nicht nur an einen Zustand funktioneller Abhängigkeit zu denken, sondern eher an funktionelle Unabhängigkeit. Dies bedeutet, dass der Einzelne in die Lage versetzt wird, so unabhängig wie möglich zu sein und an der Gemeinschaft teilzuhaben. Dies beinhaltet, ist aber nicht beschränkt auf:

  • Engagement
  • Lernen
  • Arbeiten
  • Interaktion mit seiner/ihrer Umgebung
  • Sinnvolle Verbindungen mit anderen herstellen
  • Alle Menschen darin bestärken, eine Stimme zu haben (aus ihren Worten und ihrer Perspektive lernen)

Ein hilfreiches Beispiel für die soziale Inklusion in der Rehabilitation stammt aus einer systematischen Übersicht und Meta-Analyse von Obembe & Eng (2016), in der dargelegt wird, wie die soziale Teilhabe für die Genesung eines Menschen entscheidend ist. (8)

„Die soziale Teilhabe wird als eines der wichtigsten und entscheidendsten Ergebnisse einer erfolgreichen Genesung angesehen.(9) Es hat sich gezeigt, dass die Betroffenen drei Monate nach einem Schlaganfall unzufrieden mit ihrer Fähigkeit sind, sich an zahlreichen Aspekten der Teilhabe zu engagieren, darunter soziale Kontakte, Ausflüge und Reisen.(10) Die Bereitstellung von Rehabilitationsleistungen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kann besonders wichtig sein, da sie darauf abzielt, die Unabhängigkeit der Patienten und ihre Wiedereingliederung in die Gemeinschaft zu fördern.

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) definiert Teilhabe (Partizipation) als „Beteiligung an einer Lebenssituation“.(11) oder als „die gelebte Erfahrung“ von Menschen in dem tatsächlichen Kontext, in dem sie leben“. Die Partizipation ist ein Behandlungsziel im Zusammenhang mit der Genesung nach einem Schlaganfall und korreliert bekanntermaßen mit Bereichen, die mit der Lebensqualität zusammenhängen.(12) … In ähnlicher Weise definiert das konzeptionelle Modell des Disability Creation Process die soziale Teilhabe als eine Möglichkeit, seine Lebensgewohnheiten in seiner Umgebung (z.B. Schule, Arbeitsplatz, Nachbarschaft) auszuüben.(13)(8)

Das folgende Video von Healthwest TV zeigt, wie wichtig die soziale Inklusion ist:

GESI und Gesundheitswesen ( edit | edit source )

Das soziale Geschlecht (Gender) bestimmt die Reaktionen auf die Gesundheit, die Pflegepraktiken, das Gesundheitsverhalten und im Wesentlichen auch die Ergebnisse. (14) Es gibt eine Verbindung zwischen sozialen Normen und biologischen Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen.(15) Obwohl die Gleichstellung der Geschlechter ein grundlegendes Menschenrecht ist, ist sie nach wie vor eine der wichtigsten Determinanten für gesundheitliche Ungleichheit.(14) Um diese gesundheitlichen Ungleichheiten zu bekämpfen, haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Vereinten Nationen die Länder dazu gedrängt, geschlechtsspezifische Aspekte in ihre Gesundheitssysteme aufzunehmen.(16)

GESI und Frauen ( edit | edit source )

Frauen haben aufgrund ihrer reproduktiven Rolle, ungleicher Ernährung und ihres niedrigeren Status in der Gesellschaft ein höheres Risiko für Krankheiten.(16) (17) Darüber hinaus sind Kinderehen bei Mädchen häufiger (um das 5-Fache), und Frauen sind die meisten Opfer von sexuellem Missbrauch und häuslicher Gewalt. (15)(17) Ein schlechter Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen betrifft Frauen stärker, da sie die Wasserversorgung im Haushalt verwalten.(15) Und schließlich haben Frauen ein höheres Risiko für Angststörungen, Depressionen und Krebs.(18) Im Gegensatz dazu werden Männer als stark und nicht pflegebedürftig wahrgenommen.(18)

GESI und Physiotherapie ( edit | edit source )

GESI betrifft das gesamte Spektrum der Gesundheitsversorgung, einschließlich der Physiotherapie. Forschungsstudien haben ergeben, dass es drei Bereiche gibt, in denen GESI und Physiotherapiefachkräfte sich gegenseitig beeinflussen:

  1. Gender in der klinischen Praxis
  2. geschlechtsspezifische organisatorische Aspekte
  3. geschlechtsspezifische soziokulturelle Normen und Ideale(19)

Um in der klinischen Versorgung auf GESI reagieren zu können, sollten wir Folgendes berücksichtigen: ( edit | edit source )

  • Verfügbarkeit von männlichen und weiblichen Therapeuten
  • Ausbildung der Therapeuten und Therapeutinnen zu Geschlecht, geschlechtsspezifischen Vorurteilen und Geschlechtsidentität
  • Angepasste Hilfsmittel
  • Multidisziplinäre Betreuung
  • Automatische Überweisungen
  • Frühzeitige Aufnahme in die Rehabilitation
  • Erhebung von aufgeschlüsselten Daten
  • Einsatz für die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen

Gender in der klinischen Praxis ( edit | edit source )

Die folgenden vier Studien(19) zeigen, wie sich das soziale Geschlecht (Gender) auf Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen in einer regulären klinischen Praxis auswirken kann:

  • Studie zu Rücken- und Nackenschmerzen: Bei der Ansprache von Patienten in einer Rehabilitationseinrichtung werden die Botschaften der Therapeuten an die Patienten aufgrund von geschlechtsspezifischen Stereotypen unterschiedlich ausgedrückt.
    • Frauen hören „seien Sie vorsichtig“ in Bezug auf Schmerzen, während Männer bei „schwere Arbeit führt zu Schmerzen“ unterstützt wurden.
    • Männer bekamen nicht so viele Übungen wie Frauen, da sie als stark galten.
  • CP-Studie: Interventionen für Kinder mit Zerebralparese hängen nicht nur mit ihrer grobmotorischen Funktion, sondern auch mit ihrem sozialen Geschlecht zusammen
  • LGBTQ-Studie: LGBTQ-Patienten und -Patientinnen empfanden den Umgang der Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen mit ihnen in Bezug auf Berührung, körperliche Nähe, Beobachtung ihres Körpers oder Ausziehen als unangenehm.
  • Transgender-Studie: Die Transgender-Gemeinschaft ist der Meinung, dass die Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen zu wenig über transgender-spezifische Gesundheitsfragen wissen(19)

Das folgende Video beschreibt die Probleme, mit denen Transgender-Personen konfrontiert werden, wenn sie medizinische Hilfe suchen:

Organisatorische Aspekte des sozialen Geschlechts ( edit | edit source )

Auch das soziale Geschlecht kann in der Struktur des Gesundheitswesens und einer Organisation als Ganzes einen Einflussfaktor darstellen. Hier sind einige Dinge, die Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie über eine Organisationsleiter nachdenken (19):

  • Männer haben in der Regel mehr Macht auf der Organisationsebene
    • Viele Männer berücksichtigen möglicherweise nicht die Probleme von Frauen, was die Breite der Programme einschränkt, die auf die spezifischen Bedürfnisse anderer Geschlechter/geschlechtlicher Identitäten ausgerichtet sind
  • Werkzeuge und Instrumente am Arbeitsplatz sind oft auf Männer ausgerichtet:
    • was zu ungünstigen Ergebnissen für Frauen und einem hohen Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen bei Frauen führt
  • Das Arbeitsleben kann Frauen stärker beeinflussen als Männer
    • Mehr Frauen als Männer beenden ihre Karriere aufgrund von Krankheit, psychischen Problemen und Problemen mit dem Bewegungsapparat

Um eine GESI-reaktionsfähige Organisation zu sein, ist es wichtig, Folgendes zu berücksichtigen: ( edit | edit source )

  • Frauen, geschlechtsspezifische Minderheiten und Menschen mit Behinderungen in Führungspositionen
  • Integration von Tele-Rehabilitation
  • Gemeindebasierte Rehabilitationsprogramme
  • Einbeziehung der Rehabilitation in die medizinische Grundversorgung
  • Die Verwaltung und das Management von angepassten Geräten und die Anpassung von Einrichtungen für die Barrierefreiheit
  • Bereitstellung von erschwinglichen Rehabilitationsleistungen und Hilfsmitteln im Rahmen der universellen Gesundheitsversorgung
  • Einbeziehung von Rehabilitationsnutzenden in die Führungs- und Verwaltungsstrukturen
  • Integration von GESI in relevante neue oder bestehende Unternehmensrichtlinien

Geschlechtsspezifische soziokulturelle Normen und Ideale ( edit | edit source )

Das Konstrukt des Geschlechts kann im Laufe der Zeit und in verschiedenen Kulturen unterschiedlich verstanden werden. In einigen Gesellschaften werden Frauen traditionell als schwächer und anfälliger für Krankheiten dargestellt als Männer.(19)

Auswirkungen auf die Rehabilitation ( edit | edit source )

Um den traditionellen Geschlechterstereotypen entgegenzuwirken, sollten Rehabilitationsfachleute wissen, was sie tun: (19)

„1) Was Patienten sagen und wie sie sich verhalten, und wie dies durch das soziale Geschlecht beeinflusst werden kann;

2) Wie wir das, was wir (von unseren Patienten und Patientinnen) gesehen und gehört haben, auf der Grundlage unserer Geschlechternormen, Annahmen und Geschlechterstereotypen interpretieren; und wie wir auf der Grundlage dieser Interpretationen handeln;

3) Welche Geschlechter- und Machtverhältnisse können wir in Organisationen erkennen und wie beeinflussen sie unsere Arbeit, die Arbeitsbedingungen sowie die Realität und Gesundheit der Patienten und Patientinnen?

4) Welche geschlechtsspezifischen gesellschaftlichen und kulturellen Normen uns als Physiotherapiefachkräfte und unsere Patienten und Patientinnen beeinflussen.“(19)

Außerdem empfehlen Stenberg et al., 2020(19) Schulungen zur Sensibilisierung für Genderfragen in PT-Schulen und eine geschlechtssensible Vorgehensweise bei der Bewertung und Entscheidungsfindung für Maßnahmen. In diesem Bereich ist mehr Forschung erforderlich, um Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen bei der Gleichstellung der Geschlechter und der sozialen Inklusion zu helfen.(19)

Hilfreiche Definitionen ( edit | edit source )

Barrierefreiheit: Bezogen auf den Zugang zur Gesundheit bedeutet dies, dass Gesundheitseinrichtungen, -güter und -dienste für alle Teile der Bevölkerung, insbesondere für gefährdete oder marginalisierte Gruppen wie ethnische Minderheiten und indigene Bevölkerungsgruppen, Frauen, Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Menschen mit HIV/AIDS, auch in ländlichen Gebieten, in sicherer physischer Reichweite sein müssen. Barrierefreiheit ist auch die Eigenschaft, die Produkte, Waren und Dienstleistungen haben, damit sie von allen Menschen sicher und unter gleichen Bedingungen genutzt werden können. Sie umfasst die physische Umgebung, Transport, Information und Kommunikation.

Barrierefreiheit zielt darauf ab, allen Menschen die Möglichkeit einer gleichberechtigten und sinnvollen Teilhabe an allen Aspekten der Gesellschaft zu bieten. Bei der Barrierefreiheit geht es um die Beseitigung von Hindernissen für die Teilnahme, einschließlich physischer, informativer, einstellungsbedingter und institutioneller Hindernisse. Obwohl Barrierefreiheit oft im Zusammenhang mit der Gewährleistung der vollen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen gesehen wird, ist sie für jeden relevant und wichtig.

Barrierefreiheit wird gemeinhin als ein Mechanismus zur Verbesserung der physischen Zugänglichkeit für Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen betrachtet. Es geht dabei nicht nur um die physische Zugänglichkeit der Infrastruktur, sondern auch um zugängliche Waren und Dienstleistungen, einschließlich Veranstaltungen.

Bias (oder Gender-Bias): Bias oder Gender-Bias ist eine erklärte Position, eine Annahme oder eine Situation, die eine bevorzugte Sichtweise oder Behandlung des einen Geschlechts gegenüber dem anderen, d.h. einen geschlechtsbezogenern Verzerrungseffekt zeigt.

Diskriminierung: Diskriminierung liegt vor, wenn Entscheidungen aufgrund von sozialen Merkmalen einer Person wie Gender, Race oder ethnische Zugehörigkeit, Religion, Vereinigung, körperlichen Merkmalen und/oder anderen Unterscheidungen getroffen werden. Eine unmittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn eine Person aufgrund eines bestimmten Merkmals wie Alter, Gender, Behinderung, Race, Region, Religion, Kultur, sozialer Status oder anderer Gründe eine weniger günstige Behandlung erfährt als eine andere Person unter gleichen oder ähnlichen Umständen. Indirekte Diskriminierung liegt vor, wenn es eine Politik, eine Vorschrift oder eine Vorgehensweise gibt, die oberflächlich betrachtet fair oder neutral zu sein scheint, sich aber ungleich auf bestimmte Gruppen von Menschen mit einem bestimmten Merkmal auswirkt und die Politik oder Vorschrift unangemessen ist. Indirekte Diskriminierung ist ungesetzlich, unabhängig davon, ob die diskriminierende Person die Absicht hat, zu diskriminieren, oder sich nicht bewusst ist, dass sie diskriminiert.

Gleichheit (Equality): Gleichheit bedeutet, dass alle Menschen den gleichen Status genießen. Alle Menschen haben die gleichen Voraussetzungen, um ihre Menschenrechte und ihr Potenzial voll auszuschöpfen, zur nationalen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung beizutragen und von den Ergebnissen zu profitieren.

Gerechtigkeit (Equity): Gerechtigkeit ist ein Prozess der Fairness. Es bedeutet, dass Schritte unternommen werden, um Fairness und Gerechtigkeit bei der Verteilung von Vorteilen und Verantwortung zu erreichen. Oft sind Programme und politische Maßnahmen erforderlich, um bestehende Ungleichheiten zu beseitigen. Gerechtigkeit führt zu Gleichheit.

Gender (soziales Geschlecht): Gender beschreibt die unterschiedlichen Rollen und Verantwortlichkeiten von Frauen und Männern – was Männer und Frauen tun, wofür sie verantwortlich sind, wie sie sich verhalten sollen, was sie tun dürfen und was als normales und angemessenes Verhalten angesehen wird. Geschlechterrollen und -verantwortlichkeiten variieren je nach kulturellen, religiösen, historischen und wirtschaftlichen Faktoren.

Gender-Bewusstsein: Gender-Bewusstsein ist die Anerkennung der Unterschiede in den Interessen, Bedürfnissen und Rollen von Frauen und Männern in der Gesellschaft und wie sie zu Unterschieden in Macht, Status und Privilegien führen. Es bedeutet auch die Fähigkeit, Probleme zu erkennen, die sich aus geschlechtsspezifischer Ungerechtigkeit und Diskriminierung ergeben. Die Gleichstellung der Geschlechter bedeutet, dass Männer und Frauen den gleichen Wert, die gleichen Rechte und die gleichen Möglichkeiten haben, an allen Aspekten der Beschäftigung und des Lebens teilzunehmen. Geschlechtergerechtigkeit ist der Prozess der Fairness gegenüber benachteiligten Männern oder Frauen durch spezifische Interventionen und Maßnahmen, wie z.B. den Ausgleich früherer oder aktueller Unterschiede, die sich negativ auf die Fähigkeit einer Frau oder eines Mannes ausgewirkt haben, vollständig und gleichberechtigt an der Beschäftigung und anderen Möglichkeiten teilzuhaben. Geschlechterungleichheit bedeutet, dass ein Mann oder eine Frau nicht die gleichen Werte, Rechte oder Möglichkeiten hat.

Gleichstellung der Geschlechter: Ist die Verwirklichung gleicher Rechte, Pflichten, Chancen und Respekt für Männer, Frauen und sexuelle und geschlechtliche Minderheiten.(20) Geschlechtergerechtigkeit – der Prozess der Fairness gegenüber Frauen, Männern und sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten – beinhaltet Strategien und Maßnahmen, um die historischen und sozialen Nachteile von Frauen auszugleichen. Geschlechtergerechtigkeit als Prozess führt zu Geschlechtergleichheit als Ergebnis.(21) Als Reaktion auf den ungleichen Zugang von Frauen und Mädchen zu Rechten, Verantwortung, Chancen und Respekt, der zu ihrer erhöhten sozialen Verwundbarkeit und Marginalisierung führt, wird der GESI-Ansatz oft einen speziellen Fokus auf Frauen und Mädchen beinhalten. Gleichzeitig bemüht es sich, die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zu verringern, indem sie Männer und Jungen einbezieht und geschlechtsspezifische Machtverhältnisse anspricht. Sie können die WHO-Skala Gender-Responsive Assessment Scale verwenden(22) um festzustellen, inwieweit die Geschlechtsüberlegungen in die Programme und Politiken einbezogen werden. Die Skala umfasst fünf Stufen für Politik und Programmierung:

-Gender unequal: setzt die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern fort, indem es unausgewogene Normen, Rollen und Beziehungen verstärkt.

-Gender blind: Ignoriert geschlechtsspezifische Ungleichheiten.

Gender-sensitive: berücksichtigt die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, ergreift aber keine Maßnahmen, um sie zu beseitigen.

-Gender-specific: berücksichtigt die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und ergreift Abhilfemaßnahmen, ändert aber nicht die zugrunde liegenden Machtverhältnisse.

-Gender transformative: geht einige der zugrunde liegenden Ursachen geschlechtsspezifischer Ungleichheiten an, indem ungleiche und schädliche Geschlechternormen, Rollen und Beziehungen verändert werden, um progressive Veränderungen in den Machtbeziehungen zwischen Frauen und Männern sowie sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zu fördern.

Gender Mainstreaming: Gender Mainstreaming ist der Prozess, der sicherstellt, dass alle Frauen und Männer auf allen Stufen der organisatorischen Prozesse, Praktiken und Politiken gleichen Zugang zu und gleiche Kontrolle über Ressourcen, Entscheidungsfindung und Vorteile haben.

biologisches Geschlecht (Sex): Das biologische Geschlecht beschreibt die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Sexuelle Belästigung: Sexuelle Belästigung liegt vor, wenn eine Person einer anderen Person gegenüber unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche macht, sie um sexuelle Gefälligkeiten bittet oder andere unerwünschte sexuelle Handlungen vornimmt, und zwar unter Umständen, bei denen eine vernünftige Person in Anbetracht aller Umstände erwartet hätte, dass die andere Person beleidigt, gedemütigt oder eingeschüchtert wird.

Soziale Exklusion: Die soziale Exklusion kann gesetzlich vorgeschrieben sein, aus wirtschaftlichen Gründen geschehen oder wegen der fehlenden Versorgung mit sozialen Gütern oder Dienstleistungen. Zu den Gruppen, die sozial ausgegrenzt sind, gehören Arbeitslose, ethnische Minderheiten, Obdachlose, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Diese Gruppen haben einen schlechteren Gesundheitszustand als die Allgemeinbevölkerung.

Soziale Inklusion: Soziale Inklusion wird definiert als „der Prozess der Verbesserung der Bedingungen für die Teilhabe an der Gesellschaft, insbesondere für benachteiligte Menschen, durch die Verbesserung der Chancen, des Zugangs zu Ressourcen, der Mitsprache und der Achtung der Rechte“.(23) Dazu gehört die Einbeziehung von Gruppen, die in einem bestimmten soziokulturellen Kontext von Ausgrenzung bedroht sind.(24) Zu diesen Gruppen können gehören: Frauen und Mädchen, Jugendliche und junge Menschen, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, ethnische Minderheiten, religiöse Minderheiten, Menschen, die mit einer stigmatisierten Krankheit leben, Binnenvertriebene, Migranten, nomadische Gemeinschaften, Angehörige von Minderheitenclans oder -unterclans, Menschen, die in städtischen Siedlungen oder geografisch unzugänglichen Bezirken leben, LGBTQI+-Gemeinschaften, Gruppen mit geringer formaler Bildung und Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status.

Von Exklusion bedrohte Gruppen können:

1) eine unzureichende Vertretung und/oder Beteiligung an der Führung und Entscheidungsfindung auf allen Ebenen haben;

2) aufgrund ihrer sozialen Identität oder ihres Gesundheitszustands diskriminiert werden und/oder soziale Stigmatisierung und Marginalisierung erfahren;

3) eingeschränkte Rechte haben und/oder es fehlt ihnen an Macht, Ressourcen und Handlungsfähigkeit, um ihre Rechte wahrzunehmen und Zugang zu sozialem Schutz zu erhalten. Da Menschen immer mehreren sozialen Gruppen angehören, können sie aufgrund der Art und Weise, wie sich soziale Identitäten überschneiden, oder ihrer Intersektionalität, verstärkt Erfahrungen mit Marginalisierung, Verletzlichkeit und Ausgrenzung machen.(24)

Gleichzeitig kann eine Person aufgrund der komplexen Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen sozialen Identitäten einer Person sowohl Marginalisierung als auch Privilegien erfahren. So kann beispielsweise eine Frau mit einer Behinderung aus einer Gruppe mit hohem Einkommen aufgrund ihres sozioökonomischen Status einige Privilegien genießen, während sie gleichzeitig aufgrund ihres Geschlechts und/oder ihrer Behinderung auf mehreren Ebenen marginalisiert wird.

Soziale Normen: Soziale Normen sind Verhaltensregeln oder Verhaltensmodelle, die von einer Gesellschaft oder sozialen Gruppe erwartet werden. Diese sind in Sitten, Traditionen und Wertesystemen verwurzelt, die sich nach und nach in einer Gesellschaft oder sozialen Gruppe entwickeln. Es ist wichtig zu verstehen, dass soziale Normen zwar allgemein akzeptiert werden, aber nicht immer einen ethischen oder fairen Umgang mit anderen darstellen.

Schutzbedürftige Personen: Zu den schutzbedürftigen Personen gehören folgende Gruppen:

-Menschen mit Behinderungen sind definiert als Menschen mit körperlichen, geistigen, intellektuellen oder sensorischen Beeinträchtigungen, die in Wechselwirkung mit verschiedenen einstellungs- und umweltbedingten Barrieren ihre volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft gleichberechtigt mit anderen behindern können;

-Überlebende von Kriegen und Konflikten, die sich mobilitätsbedingte Verletzungen zugezogen haben, einschließlich Erkrankungen, die auf unterbrochene Gesundheitsdienste zurückzuführen sind;

-Überlebende von Folter und Trauma, einschließlich geschlechtsspezifischer Gewalt;

-Kinder unter 18 Jahren: bei denen die Gefahr besteht, dass sie Entwicklungsverzögerungen aufgrund von Defiziten in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und/oder Betreuung erleiden; die ohne dauerhafte und schützende Betreuung leben; die Gefahr laufen, die dauerhafte und schützende familiäre Betreuung zu verlieren; und/oder die Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch und/oder Vernachlässigung ausgesetzt sein können; und

-Versorger der oben genannten Personen.

Zusätzliche Ressourcen ( edit | edit source )

Weitere Lektüre ( edit | edit source )

Referenzen(edit | edit source)

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