Management der chronischen Sprunggelenkinstabilität

Originale Autorin – Ewa Jaraczewska basierend auf dem Kurs von Helene Simpson
Top-Beitragende Ewa Jaraczewska, Jess Bell und Kim Jackson

Definition der chronischen Sprunggelenkinstabilität (CAI) ( edit | edit source )

Die chronische Sprunggelenkinstabilität (CAI, für „chronic ankle instability“) wird definiert als „wiederholtes Auftreten einer Instabilität des lateralen Sprunggelenks, die zu zahlreichen Sprunggelenkdistorsionen führt“.(1) Unter chronischer Instabilität versteht man ein Gefühl der Unsicherheit („apprehension“) im Sprunggelenk, ein „Nachgeben“ („giving way“) sowie rezidivierende Sprunggelenkdistorsionen, wobei diese mindestens sechs Monate nach der ersten Distorsion bestehen bleiben.(2) Zu den Anzeichen und Symptomen gehören:(2)

  • Schmerzen am lateralen Sprunggelenk;
  • chronische Schwellung;
  • Schwierigkeiten beim Gehen auf unebenem Untergrund.

Auf der Grundlage des Modells der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) gehören zu den Auswirkungen von CAI auf Funktion und Gesundheit:

  • In Bezug auf Schädigungen:(3)
    • erhöhte Bandlaxität;
    • propriozeptive Defizite.
  • In Bezug auf die Beeinträchtigungen der Aktivität:(3)
    • Unfähigkeit zu gehen;
    • Unfähigkeit zu springen;
  • In Bezug auf die Partizipation (Teilhabe):(3)
    • Einstellen der sportlichen Betätigung;
    • Rückzug aus dem Beruf oder Verringerung des beruflichen Engagements;
    • Rückgang der körperlichen Betätigung;
    • Änderung der Sportart.

Langzeitergebnisse ( edit | edit source )

Patienten mit CAI erleben eine Verminderung ihrer körperlichen Lebensqualität. Behandlungen können die Stabilität verbessern, aber sie sind langwierig und erfordern möglicherweise spezielle Vorrichtungen.(2) Konradsen et al.(4) führten eine Studie durch, in der Patienten sieben Jahre nach einem Inversionstrauma am Sprunggelenk weiter beobachtet wurden. Die Autoren konnten Folgendes feststellen:(4)

  • 32 % der Patienten berichteten über chronische Beschwerden wie Schmerzen, Schwellungen oder wiederholte Verstauchungen;
  • 72 % der Teilnehmer mit verbleibender Behinderung gaben an, dass sie durch ihr Sprunggelenk in ihrer Funktion beeinträchtigt waren;
  • 4 % der Patienten hatten Schmerzen in Ruhe und waren schwerbehindert;
  • 19 % wurden durch wiederholte Inversionsverletzungen geplagt;
  • 43 % dieser Teilnehmer meinten, sie könnten dies durch eine externe Stütze am Sprunggelenk ausgleichen;
  • 85 % der Personen, die nach einer unilateralen Distorsion ein CAI entwickeln, berichten über Probleme im kontralateralen Sprunggelenk.

Nach Hertel,(5) garantiert eine Distorsion die nächste.(2) Und Struijs und Kerkhoffs(6) stellten fest, dass es bei 30 % der Distorsionen innerhalb eines Jahres nach der Verletzung zu einem Rezidiv kommt.(2)

Zu den weiteren berichteten Langzeitergebnissen gehören:

  • Gelenkknorpeldefekte auf der medialen Seite des Gelenks aufgrund von:(2)
    • Ruptur des Lig. talofibulare anterius (ATFL, für anterior talofibular ligament) und des Lig. calcaneofibulare (CFL, für calcaneofibular ligament);
    • Veränderung und Erhöhung der Spitzenbelastung des Knorpels;
    • was zur Degeneration des tibiotalaren Knorpels führt (Arthrose).
  • Anteriorer Positionsfehler des Talus(7)
  • Veränderte Bewegungsmuster bei instabilen Sprunggelenken:(2)
    • Landung in stärkerer Dorsalextension, im Versuch, die Abhängigkeit von den Seitenbändern zu minimieren und die knöcherne Stabilität zu erhöhen;
    • beim Drop Jump: größere maximale Eversion des Kalkaneus und frontale Verschiebung des Körpers;
    • kürzere Zeit bis zur maximalen Bodenreaktionskraft bei der Falllandung („drop landing“);
    • größere mediale Bodenreaktionskraft;
    • niedrigere Höhe der Mittelfußknochen während der terminalen Schwungphase des Gangs.

Mechanische und funktionelle Instabilität ( edit | edit source )

Es gibt zwei allgemein anerkannte Untergruppen von CAI: mechanische Instabilität und funktionelle Instabilität.(2)(3) Nach Hertel’s(8) Modell der Sprunggelenkstabilität sind mechanische und funktionelle Instabilität Teil eines Kontinuums. Zu rezidivierenden Distorsionen kommt es dann, wenn beide Bedingungen gegeben sind.(8)

Mechanische Instabilität ( edit | edit source )

Mechanische Instabilität wird als pathologische Laxität der Bänder im Bereich des Sprunggelenks bezeichnet.(9) Mechanische Instabilität kann durch verschiedene anatomische Veränderungen verursacht werden, die isoliert oder in Kombination vorliegen können. Sie können zu Pathologien führen, die für die Instabilität des Sprunggelenks verantwortlich sind.(3)

Funktionelle Instabilität ( edit | edit source )

Es gibt keine allgemeingültige Definition der funktionellen Sprunggelenkinstabilität.(10) Auf der Grundlage der von Evans et al. festgelegten Definition(11) ist die funktionelle Instabilität eine subjektiv empfundene Schwäche. Lentell et al.(12) beschreiben funktionelle Instabilität als Sprunggelenkschmerzen und die Wahrnehmung, dass das verletzte Sprunggelenk weniger funktionell ist als das andere oder dass es weniger funktionell ist als vor der Verletzung.(12) Tropp et al.(13) kamen zu dem Schluss, dass funktionelle Instabilität definiert werden kann als eine Gelenkbewegung, die die normalen physiologischen Grenzen nicht überschreitet, aber nicht mehr willentlich kontrolliert wird(13)

Beeinträchtigungen der propriozeptiven und neuromuskulären Kontrolle können für eine funktionelle Instabilität verantwortlich sein.(8)

Mechanische Instabilität zeigt sich typischerweise als übermäßige Inversion, Laxität des Rückfußes und übermäßige anteriore Laxität des talokruralen Gelenks. Sie kann durch eine Instabilität der Bänder oder einen degenerativen und chronischen Entzündungsprozess verursacht werden. Bei der funktionellen Instabilität hingegen klagen die Patienten über das Gefühl, dass das Sprunggelenk nachgibt („giving way“). Die verzögerte neuromuskuläre Antwort, propriozeptive Defizite oder Gleichgewichtsstörungen können dieses Symptom verursachen.

Tabelle 1 gibt einen Überblick über die oben genannten Ursachen und das klinische Bild der mechanischen und funktionellen Instabilität des Sprunggelenks:(2)

Diagnostische Verfahren ( edit | edit source )

Mit Hilfe diagnostischer Verfahren können Kliniker das Vorhandensein verschiedener Sprunggelenksdefizite, einschließlich eines eingeschränkten Bewegungsausmaßes und einer wahrgenommenen Behinderung, festzustellen Dies kann helfen, einen bestimmten Zustand zu bestätigen bzw. zu diagnostizieren. Kliniker sollten prüfen, ob Forschungsergebnisse auf einen „konsistenten positiven Nutzen“ hindeuten, bevor sie sich für ein diagnostisches Instrument entscheiden:(14)

  • Vorderer Schubladentest: wird in leichter Kniebeugung durchgeführt, um den M. gastrocnemius zu entspannen. Kovaleski et al.(15) empfehlen jedoch einen Test mit 90° Knieflexion und 10° Plantarflexion des Sprunggelenks, um das Lig. talofibulare anterius zu isolieren.(15) Ein bilateraler Vergleich wird empfohlen.(14) Eine übermäßige anteriore Translation (Talusvorschub) und das Fehlen eines festen Endgefühls weisen auf ein positives Testergebnis hin.
  • Stressaufnahmen (Röntgen): zur Quantifizierung des Ausmaßes der Sprunggelenklaxität. Sie zeigen den Abstand der knöchernen Gelenkstrukturen unter Krafteinwirkung. Klinisch helfen sie, eine übermäßige Belastung der Bandstrukturen zu erkennen. Eine insgesamter Talusvorschub von mehr als 9 mm oder ein Talusvorschub von mehr als 5 mm im Vergleich zur kontralateralen Seite (oder beides) weist auf eine signifikante Laxität des Lig. talofibulare anterius hin. Eine pathologische Laxität des Lig. calcaneofibulare zeigt sich durch eine Taluskippung von mehr als 10° oder einen Winkel der Taluskippung, der mehr als 5° größer ist als der der kontralateralen Extremität.(14)
  • MRT: gilt nicht als aussagekräftig. Negative MRT-Befunde sind bei einem symptomatischen Patienten mit Vorsicht zu betrachten und eine Arthroskopie sollte in Betracht gezogen werden.(16)
  • Diagnostischer Ultraschall: Es gibt Evidenz dafür, dass der diagnostische Ultraschall eine moderate bis starke Bestätigung für die Diagnose einer Außenbandverletzung bietet.(17) Bei Personen mit CAI in der Anamnese zeigt sich eine größere Länge des Außenbandes während des vorderen Schubladentests und des Talar-Tilt-Tests.(18)
  • Stabile Kraftmessplatten: werden vorgeschlagen für die Beurteilung der Gang- und Sprungstabilität:(19)

(20)

  • Bildgesteuerte Kortisoninjektionen als klinisches Diagnoseinstrument. Der Delphi-Konsens der Experten der European Society of Musculoskeletal Radiology kam zu dem Ergebnis, dass intraartikuläre Injektionen von Lokalanästhetika an Fuß und Sprunggelenk, die unter bildgebender Kontrolle durchgeführt werden, präzise Informationen über die Schmerzquelle liefern.(21)

Physiotherapeutisches Management ( edit | edit source )

Bei akuten Verletzungen des lateralen Sprunggelenks ist ein konservatives Management die Behandlung der Wahl – ein chirurgisches Vorgehen bei diesen Verletzungen ist speziellen Fällen vorbehalten.(22) Zu den derzeit verfügbaren konservativen Behandlungsmethoden gehören:(2)

  • Neuromuskuläres Training
  • Gleichgewichtstraining
  • Bewegungseinschränkungen
  • Neuromuskuläre Kontrolle der Mm. peronaei (Theraband und isokinetisches Training haben keinen Einfluss auf die Kraft der Eversion des Sprunggelenks)(2)
  • Orthesen und Taping
  • Flexibilitäts- und Krafttraining

Neuromuskuläres Training ( edit | edit source )

  • De Vries et al.(23) fanden heraus, dass ein isoliertes neuromuskuläres Training ein positives kurzfristiges Ergebnis hat und die Patienten eine bessere Funktion aufweisen.(23) Diese Art von Training ist ein Hauptmerkmal der meisten konservativen Behandlungsmethoden.(23)(2)
  • Eine Studie von Kim et al.(24) fand heraus, dass Sportler mit instabilen Sprunggelenken ein verändertes Gangbild aufweisen, d. h. eine relative Inversion im Sprunggelenk während des initialen Kontakts und der mittleren Standphase. Nach sechs Wochen neuromuskulärem Training änderte sich die Ausrichtung des Sprunggelenks der Athleten bei der Sprunglandung sofort in eine relativ stärker invertierte Richtung. Es gab jedoch keine Auswirkungen auf das Gehen und Laufen.(24)
  • Nach Guzmán-Muñoz et al,(25) verbesserte ein vierwöchiges neuromuskuläres Training die posturale Kontrolle bei College-Volleyballspielern mit funktioneller Sprunggelenkinstabilität (functional ankle instability – FAI).(25)

    Schritt 1

Schritt 2

Schritt 3

Leitfaden für das neuromuskuläre Training ( edit | edit source )

Neuromuskuläres Training ist eine „unbewusste Aktivierung dynamischer Kontrollstrategien in Vorbereitung und als Reaktion auf Gelenkbewegungen und -belastungen zur Erhaltung und Wiederherstellung der funktionellen Gelenkstabilität“.(2)

Ziele des neuromuskulären Trainings:

  1. Optimierung der posturalen Kontrolle der unteren Extremität;(2)
  2. Wiederherstellung der aktiven Stabilität durch Training;(26)
Übungen(edit | edit source)

Die Übungen werden in geschlossener Kette und in funktionellen Positionen durchgeführt:

  • Einbeiniger Stand auf Wackelbrett / Kreisel oder Balance-Matte;
  • Ballwurf im einbeinigen Stand;
  • Theraband-Kicks und Step-Downs im einbeinigen Stand (siehe Abbildungen mit den Schritten 1-3).

Gleichgewichtstraining ( edit | edit source )

  • Bei der Untersuchung der funktionellen Sprunggelenkinstabilität und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität kamen Arnold et al.(27) zu dem Schluss, dass das Gleichgewichtstraining mehrere Gelenke beeinflussen und insgesamt zu Verbesserungen führen kann.(2)
  • McKeon et al.(19) zeigten, dass Gleichgewichtstraining die statische und dynamische Haltungskontrolle signifikant verbessert.(2)
  • Eine prospektive Kohortenstudie von Sefton et al.(28) ergab, dass die Rehabilitation die Funktion des sensomotorischen Systems beeinflusst.(2)
  • Auf der Grundlage einer Übersichtsarbeit von randomisierten kontrollierten Studien haben Mollà Casanova et al.(29) zu dem Schluss, dass Gleichgewichtstraining die Funktionalität, Instabilität und das dynamische Gleichgewicht bei Menschen mit chronischer Sprunggelenkinstabilität signifikant verbessert.(29)

Leitfaden für das Gleichgewichtstraining ( edit | edit source )

Aus der Literatur geht hervor, dass die folgenden Gleichgewichtsmessungen die klinische Praxis leiten sollten. Allerdings fanden De Vries et al.(23) jedoch dabei keine Korrelation mit der Funktion:

  • Abweichung vom Druckschwerpunkt (Centre of Pressure – COP)(30)
Propriozeption(edit | edit source)

Bei Patienten mit chronischer Sprunggelenkinstabilität sind Kinästhesie (Bewegungssinn) und Gelenkstellungssinn (joint position sense – JPS) in der Regel beeinträchtigt.(33) Die Testmethodik für die Propriozeption umfasst:

  • Kinästhesie: wird anhand des Schwellenwerts der Erkennung passiver Bewegungen (Threshold To Detection of Passive Motion, TTDPM) bewertet;(2)
  • Gelenkstellungssinn (Joint Position Sense, JPS): wird anhand des Winkelreproduktionstests bewertet.(2)
Therapeutische Maßnahmen ( edit | edit source )
  • Übungsprogramm mit mehreren Stationen einmal pro Woche(2)
    • Training mit Balancekissen / Kreisel, Balance-Pad
  • Perturbationsübungen mit elastischen Tubes(34)(2)
    • Vier Übungen, darunter Frontzug, Rückenzug, Crossover und Reverse Crossover, die 3 Mal pro Woche durchgeführt werden. Das Standardprotokoll umfasst 3 Sätze mit 15 Wiederholungen mit einem Fitnessband im Stand auf dem betroffenen Bein
    • Ziel: Aufrechterhaltung der Ausrichtung und Stabilität
    • Ergebnis: Verbesserung des Gleichgewichts innerhalb von 4 Wochen

Bewegungseinschränkungen(edit | edit source)

  • Eine eingeschränkte Dorsalextension des Sprunggelenks beim Joggen und Gehen gilt aus folgenden Gründen als Risikofaktor für rezidivierende Distorsionen:(2)
    • die verriegelte Stellung des Sprunggelenks wird während des Standes nicht erreicht;
    • es gibt die Tendenz, den Mittelfuß in Supination zu verriegeln;
    • der Schwerpunkt verlagert sich nach lateral, wodurch das Sprunggelenk anfällig für eine Supination und letztendlich auch für eine Distorsion wird.
  • Nach Westad et al,(35) waren die Techniken der Mobilisation mit Bewegung (Mobilisation with Movement – MWM), die zur Behandlung peripherer Gelenke eingesetzt wurden, einem Plazebo überlegen, nicht aber anderen medizinischen oder physiotherapeutischen Interventionen.(35)
  • Die Ergebnisse einer systematischen Übersicht und Metaanalyse von Weerasekara et al.(36) deuten darauf hin, dass Patienten mit chronischer Sprunggelenkinstabilität unmittelbar von einer Mobilisation mit Bewegung (MWM) profitierten, indem das Bewegungsausmaß der Dorsalextension vergrößert wurde.(36)
Therapeutische Interventionen ( edit | edit source )

Mulligans Technik der Mobilisation mit Bewegung (MWM) sollte Folgendes beinhalten:

  • Gleiten der Fibula am distalen und proximalen Tibiofibulargelenk;
  • Gleiten des Talus.

Helene Simpson empfiehlt außerdem eine MWM-Technik, die die Mobilisation des Mittelfußes am Os naviculare umfasst.(2)

Orthesen und Taping ( edit | edit source )

Taping(edit | edit source)

  • Hubbard und Cordova(37) stellten fest, dass die mechanische Laxität nach dem Anbringen eines Tapes abnahm.(2)
  • Delahunt et al.(38) stellten keine Veränderung der „tatsächlichen“ Stabilität fest, aber die von den Patienten wahrgenommene Stabilität verbesserte sich erheblich (56 %).(2)
  • Hopper et al.(39) fanden heraus, dass das Mulligan-Taping keinen Einfluss auf die neuromuskuläre Kontrolle während des statischen und dynamischen Gleichgewichts hatte.(2)
Therapeutische Maßnahme ( edit | edit source )

Die folgenden Taping-Techniken wurden klinisch bewertet:(2)

  • Laterale subtalare Schlinge (soll die subtalare Inversion verhindern)

(40)

  • Fibula-Repositions-Tape,(41) wobei der genaue Mechanismus zur Verringerung der Häufigkeit von Distorsionen unbekannt ist

(42)

  • Die Anwendung des kinesiologischen Tapings zur Vorbeugung von Sprunggelenkdistorsionen hatte keinen Einfluss auf die Muskelaktivierung des M. peronaeus (fibularis) longus(43)

Orthesen(edit | edit source)

Es wurde kein signifikanter Effekt des Einsatzes einer Orthese auf die Funktion und das Gleichgewicht festgestellt.(2) Die folgenden Ergebnisse sind hervorzuheben:

  • Barlow at al.(44) fanden heraus, dass Orthesen die neuromuskuläre Aktivität beim Gehen beeinflussen, was zur Verringerung von Distorsionen beitragen kann.
  • Feger at al.(45) untersuchten die Auswirkungen von Sprunggelenkorthesen auf die Muskelaktivität der unteren Extremitäten bei funktionellen Übungen:
    • Ausfallschritt (Lunge) nach vorne: Verringerung der Muskelaktivität vor dem initialen Kontakt im M. gastrocnemius lateralis und nach dem initialen Kontakt im M. peronaeus longus.
    • Star Excursion Balance Test (SEBT): geringere Muskelaktivität des M. peronaeus longus, des M. gastrocnemius lateralis, des M. rectus femoris und des M. gluteus medius während der anterioren Testrichtung.
    • Anteriore Testrichtung des SEBT: deutliche Verringerung der Aktivität der Oberschenkelmuskeln und der Gesamtmuskelaktivität.
    • Posterolaterale Testrichtung des SEBT: deutliche Verringerung der Aktivität des M. gluteus medius.
    • Gleichgewicht im Einbeinstand mit geschlossenen Augen, posteromediale Testrichtung des SEBT oder bei „Lateral Hops“ (seitlichem Hüpfen): keine Unterschiede zwischen den Testbedingungen mit und ohne Orthese.
  • Janssen et al.(46) legten ein Protokoll zur Beurteilung der Wirkung von Orthesen im Vergleich zu neuromuskulären Übungen vor.(2)Laut ihrer Veröffentlichung aus dem Jahr 2014:(47) „Es zeigte sich, dass eine Orthese dem neuromuskulären Training überlegen ist, wenn es darum geht, die Häufigkeit, nicht aber den Schweregrad von selbstberichteten rezidivierenden Sprunggelenkdistorsionen nach der üblichen Versorgung zu reduzieren“.(47)
  • Fuerst et al.(48) argumentierten, dass Personen mit Sprunggelenkinstabilität von einer halbstarren Sprunggelenkorthese profitieren können, um den Inversionswinkel des Sprunggelenks „in einem Bereich zu halten, der mit den Werten gesunder Personen vergleichbar ist“.(48)
Therapeutische Maßnahme ( edit | edit source )
  • Die Messungen zur Beurteilung der Wirksamkeit des Einsatzes von Orthesen bei Patienten mit chronischer Sprunggelenkinstabilität sind nicht sensibel genug, um die dynamische Stabilität zu beurteilen.(2)
  • Helene Simpson schlägt vor, weiterhin Orthesen zu verwenden:(2)
    • basierend auf Daten zu akuten Sprunggelenkdistorsionen und zur Vorbeugung von erneuten Distorsionen für ein Jahr lang nach der Verletzung;
    • wegen des Kosten-Nutzen-Verhältnis und der Zeiteffizienz.

Flexibilitäts- und Krafttraining ( edit | edit source )

Flexibilität:

Zu den traditionellen Konzepten für Beweglichkeitsübungen bei chronischer Sprunggelenkinstabilität gehören Dehnungen des M. soleus und des M. gastrocnemius, die dreimal für 30 Sekunden durchgeführt werden.(2) Ein neues Protokoll schlägt vor, zusätzlich die Plantarfaszie zu dehnen und Rückwärtsgehen zu üben.(49) Helene Simpson empfiehlt langsame, fließende Rumpfbeugen (Wirbelsäule im Stand Wirbel für Wirbel ein- und aufrollen) und die Dehnung der Zehen (M. flexor hallucis longus und Extension der Großzehe).(2)

Kraft:

Eine Meta-Analyse von Arnold et al.(50) über Defizite bei der konzentrischen Kraft der Muskulatur der Eversion ergab:

  • keinen kausalen Zusammenhang zwischen Defiziten und Verlust der funktionellen Stabilität;
  • es ist nicht leicht, eine Schwäche der Muskulatur der Eversion zu erfassen;
  • isokinetische Tests bei langsamen Geschwindigkeiten könnten die Unterschiede maximieren;
  • Schwäche der Invertoren.

Bei Kräftigungsübungen ist die Kokontraktion der Muskeln unerlässlich. Die Behandlungsprotokolle sollten Folgendes umfassen:

  • Beidseitiges Fersenheben;
  • Short Foot Exercises (Übungen mit „kurzem Fuß“).(49)

Kraft ist wichtig und sollte in die Rehabilitation einbezogen werden.

Beispiel für ein Behandlungsprotokoll ( edit | edit source )

Helene Simpson gibt ein Beispiel für ihr Behandlungsprotokoll zur Behandlung der chronischen Sprunggelenkinstabilität.(2)

Allgemeine Grundsätze ( edit | edit source )

  1. Die Zielsetzung ist entscheidend
    • Teamarbeit
    • Der Sportler übernimmt Verantwortung
  2. Haltungsstabilität ansprechen
  3. Einbeziehung der proximalen Stabilität, insbesondere der Hüft- und Kniegelenke
  4. Fokus auf lokale Stabilisatoren des Sprunggelenks und des Fußes
  5. Die Wiederherstellung des Bewegungsausmaßes der Dorsalextension ist eine Priorität
  6. Kardiovaskuläre Fitness miteinbeziehen
  7. Integration von Übungen in das normale Training im Fitnessstudio zur Verbesserung der Adhärenz
  8. Beurteilung von Schuhwerk und sportartspezifischer Technik

Training für das Innenband

Phase 1 ( edit | edit source )

Kardiovaskuläre Fitness, einschließlich:

  • Ergometer
  • Hydrotherapie oder Schwimmen
  • Gehen
    • Vorwärts und rückwärts
    • Koordinationsleiter: Schrittlänge, „Der rosarote Panther“, Ferse-Zehe, Großzehe, Platzierung des Fußes

Posturale Kontrolle / Gleichgewichtsübungen sollten Folgendes beinhalten:

  • Training des M. tibialis posterior

    Pilates

  • Short Foot Exercises (Übungen mit „kurzem Fuß“)
  • Training des M. tibialis posterior

Kräftigungsübungen sollten Folgendes beinhalten:

  • Beinpresse
  • Fersenheben, Theraband-Übungen
  • Hamstring-Curls
  • Brücke / Bridging (Glutealmuskulatur)
  • Bauchmuskeltraining
  • Neurodynamik und Flexibilität

Ausfallschritte (Lunges)

Gleichgewicht und proximale Kontrolle

Phase 2 ( edit | edit source )

Kardiovaskuläre Fitness

  • Laufen (Rennen)
  • Crosstrainer
  • Stepper
  • Rudergerät

Funktionelles Krafttraining

  • Modifizierte Ausfallschritte (Lunges)
  • Kniebeugen (squats): beidbeinig, einbeinig
  • Aktivitäten im Einbeinstand

Gleichgewichtstraining

  • „Flieger“, Star Excursion Balance Test
  • Bosu-Ball, Balance-Pad, Wackelbrett, Kreisel

Beurteilung der Schuhe

Phase 3 ( edit | edit source )

Kardiovaskulär

  • Sportartspezifische Übungen und Fertigkeiten
  • Ausdauer
  • Gelände

Gleichgewicht/ Funktion/ Agilität

  • Springen, Hüpfen, Landen
  • Mehrfachsprünge
  • Vertikale Sprünge

Integration von sportartspezifischen Aktivitäten, ohne die Qualität der Bewegung zu beeinträchtigen.

Überwachung der Schmerzen

Referenzen(edit | edit source)

  1. Hertel J. Functional Anatomy, Pathomechanics, and Pathophysiology of Lateral Ankle Instability. J Athl Train. 2002 Dec;37(4):364-375.
  2. 2.00 2.01 2.02 2.03 2.04 2.05 2.06 2.07 2.08 2.09 2.10 2.11 2.12 2.13 2.14 2.15 2.16 2.17 2.18 2.19 2.20 2.21 2.22 2.23 2.24 2.25 2.26 2.27 2.28 2.29 2.30 2.31 2.32 2.33 Simpson H. Chronic Ankle Instability Course. Physiopedia 2022
  3. 3.0 3.1 3.2 3.3 3.4 Hiller CE, Kilbreath SL, Refshauge KM. Chronic ankle instability: evolution of the model. Journal of athletic training. 2011 Mar;46(2):133-41.
  4. 4.0 4.1 Konradsen L, Bech L, Ehrenbjerg M, Nickelsen T. Seven years follow-up after ankle inversion trauma. Scand J Med Sci Sports. 2002 Jun;12(3):129-35.


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