Die Analyse und das Training des Gehens gehören zu den grundlegenden klinischen Fertigkeiten eines Physiotherapeuten. Die Komplexität und Einzigartigkeit des Gangzyklus einer Person erfordert die individuelle Gestaltung eines Therapieplans. Das Studium des menschlichen Gangzyklus kann ein berufsbegleitendes Unterfangen sein und erfordert vom Physiotherapeuten Kreativität bei den therapeutischen Interventionen.
Manchmal erfordern die Gangabweichungen einer Person eine spezielle Ausrüstung, um die Gangdynamik zu verbessern. Zu diesen Hilfsmitteln können Gehstöcke oder Rollatoren, Orthesen und/oder Schienen gehören. Solche Hilfsmittel können teuer sein und werden von den Versicherungen oft nur teilweise erstattet. Es liegt in der Verantwortung der medizinischen Fachkraft, angemessene und kosteneffektive Hilfsmittelempfehlungen zu geben. Die Vermietung und Leihgabe von Hilfsmitteln oder die Modifizierung bereits vorhandener Ressourcen kann eine preisgünstige Auswahl und Anpassung der Hilfsmittel erleichtern.
Falls erforderlich, lesen Sie bitte die folgenden Seiten über häufige Hilfsmittel (assistive Technologien) wie Gehwägen/Rollatoren, Krücken und Gehstöcke.
Borade et al.(1) sammelten Daten aus Patientenbefragungen zum täglichen Gebrauch von Hilfsmitteln. Sie fanden heraus, dass der eingeschränkte Zugang und die nicht rechtzeitige Verschreibung von Hilfsmitteln, die Barrieren bei der Verwendung von Hilfsmitteln zu Hause und in der Öffentlichkeit sowie die Kosten von Hilfsmitteln zu den größten Beschwerden von Personen gehörten, die sie seit mindestens 12 Monaten verwendeten. Die Auswirkungen dieser Studie für Rehabilitationsfachleute sind unter anderem:(1)
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass Rehabilitationsfachleute bei der Verschreibung von Hilfsmitteln achtsam und zielgerichtet vorgehen. Kritisches Denken und kreative Interventionstechniken erfordern unkonventionelle Behandlungsmethoden für die Auswahl und den Einsatz von Hilfsmitteln.
Gründe für die Verschreibung von Mobilitätshilfen:(2)
- Erhöhung der Stabilität
- Verstärkung der Muskelaktivität
- Verringerung der Belastung durch das Körpergewicht
Wenn sie eine einhändige Gehhilfe wie einen Gehstock oder eine einzelne Gehstütze (Krücke) verwenden, halten die meisten Menschen diese während des Gehens in der kontralateralen Hand. Aragaki et al.(3) stellten jedoch fest, dass bei einer jungen und gesunden erwachsenen Population sowohl der ipsilaterale als auch der kontralaterale Einsatz der Gehhilfe zu einer Verringerung der Kadenz, einer geringeren durchschnittlichen vertikalen plantaren Kraft auf den vorderen Fuß und einer längeren Dauer der doppelt unterstützten Standphase führte. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Verwendung eines Gehstocks sowohl auf der ipsilateralen als auch auf der kontralateralen Seite die untere Extremität effektiv entlasten kann.(3) Hasbiandra et al.(4) untersuchten die Auswirkungen der ipsilateralen gegenüber der kontralateralen Benutzung eines Gehstocks bei Erwachsenen mit Kniearthrose (Gonarthrose). Sie fanden heraus, dass das Gehen mit einem Gehstock unabhängig der gewählten Seite einen signifikanten Unterschied in der Ganggeschwindigkeit, der Schrittdauer, der Standphase, der Schwungphase, der Schrittlänge und der doppelt unterstützten Standphase im Vergleich zum Gehen ohne Hilfsmittel verursacht. Hasbiandra et al.(4) fanden ebenfalls keinen signifikanten Unterschied in der Gangsymmetrie beim Vergleich des Gehens mit kontralateralem versus ipsilateralem Einsatz eines Gehstockes bei Patienten mit Kniearthrose. Diese Evidenz deutet darauf hin, dass die Verwendung einer einhändigen Gehhilfe zur Verbesserung der Gangdynamik gerechtfertigt ist, und eröffnet Behandlungsmöglichkeiten, die nur durch die Kreativität des Therapeuten begrenzt sind.
Das folgende Video ist ein Beispiel dafür, wie die Gangabweichungen eines Patienten auf verschiedene Weise mit Hilfsmitteln behandelt werden können. Dies ermöglicht dem Therapeuten Kreativität, um Gangabweichungen auf eine für den Patienten angepasste Weise zu behandeln. In diesem Video wird jedes Interventionsbeispiel zweimal gezeigt, einmal in Echtzeit und dann in Zeitlupe.
Tokuda et al.(7) versuchten, einen Zusammenhang zwischen der lateralen Rumpfneigung und der Verlagerung des COM im Gang von Personen mit Kniearthrose zu finden. Sie stellten fest, dass der Spitzenwert des externen Knieadduktionsmoments beim Gehen mit lateraler Rumpfneigung geringer war als beim „normalen“ Gehen. Sie fanden auch heraus, dass ein geringeres Knieadduktionsmoment auftrat, wenn (1) der Druckmittelpunkt des Kniegelenks nach medial verschoben war, (2) der Abstand zwischen dem Druckmittelpunkt und dem Kniegelenkszentrum verringert war und (3) der Abstand der Knie-Bodenreaktionskraft während der Standphase verkürzt war. Diese Ergebnisse könnten klinische Anwendungen für das Gangtraining bei Patienten mit Kniearthrose haben.(7)
Die Bilder unten zeigen einen Patienten, der eine laterale Rumpfneigung mit einer durch die oberen Extremitäten unterstützte Gewichtsverlagerung nutzt, um sein COM zu verlagern. Dieser Patient stellt sich mit beidseitigen Knieschmerzen vor, wobei seine rechte Seite schlimmer ist als die linke. Er zeigt in der Standphase einen deutlichen Valgus-Thrust an der rechten unteren Extremität. Unten sehen Sie zwei Bilder desselben Patienten, die jeweils beim Initialen Kontakt des rechten Fußes aufgenommen wurden.(5)
Dies ist das anfängliche Ganbgild des Patienten. Bitte beachten Sie die Bodenreaktionskraft. Sie zeigt, dass seine Knieachse ein hohes externes Valgusmoment erfährt.(5)
Der Patient hebt nun seinen rechten Arm zur Seite, möglicherweise um seinen Massenschwerpunkt nach rechts zu verlagern. Die Bodenreaktionskraft wird durch das Kniegelenk geleitet, was vielleicht seine Knieschmerzen lindert, indem es ihm hilft, seinen COM nach rechts zu verlagern.(5)
Für einen Überblick über die Orthetik lesen Sie bitte diesen Artikel. Für einen Überblick über Knöchel-Fuß-Orthesen (Sprunggelenkorthesen/AFOs) lesen Sie bitte den verlinkten Artikel.
Viele muskuloskelettale Schmerzsyndrome sind auf übermäßige Bewegung, Instabilität und Schwäche zurückzuführen. Eine externe Unterstützung kann unter diesen Umständen helfen, die veränderte Gangdynamik zu verbessern. Es gibt viele verschiedene Arten von externen Stützen für den klinischen Gebrauch. Zum Beispiel kann eine Sprunggelenkorthese einer Person mit der neurologischen Gangabweichung einer Fußheberschwäche externe Unterstützung bieten. Vor der Bereitstellung einer Sprunggelenkorthese kann der Therapeut eine provisorische Orthese mit Tape anfertigen. Dies ermöglicht eine sanfte Erprobung der Strategie, um festzustellen, ob diese Veränderung die Investition von Zeit und Ressourcen für eine dauerhafte externe Unterstützung rechtfertigt.(5)
Die Art der Schuhe, die ein Patient trägt, ist wichtig und kann einen erheblichen Einfluss auf den Gang haben. Wenn der Fuß den Boden berührt, beginnt die Bodenreaktionskraft. Wir können also den Gang verändern, indem wir die Schuhe des Patienten anpassen oder einen alternativen Schuhstil vorschlagen.(5) Für weitere Informationen über die Anatomie eines Laufschuhs lesen Sie bitte diesen Artikel.
Die Sprengung ist der Unterschied zwischen der Höhe der Ferse und der Höhe des Vorfußes in einem Schuh. Dieser Abstand wird in Millimetern (mm) gemessen und liegt bei Laufschuhen normalerweise zwischen 0 und 11 mm. Die Sprengung ist nicht zu verwechseln mit der Standhöhe eines Schuhs, die die Menge an Dämpfung zwischen dem Fuß und dem Boden angibt.(9) Ein Schuh mit einer Fersendicke von 10 mm und einer Vorfußdicke von 4 mm hätte zum Beispiel den gleichen Absatzabstand wie ein Schuh mit einer Fersendicke von 15 mm und einer Vorfußdicke von 9 mm. Die Sprengung würde in beiden Fällen 6 mm betragen, obwohl der zweite Schuh eine größere Standhöhe bzw. Dämpfung hat.
Bereiche verschiedener Sprengungen:(9)(10)
- 0-5mm – minimalistische Sprengung
- 5-10mm – mittlere Sprengung
- 11-15mm – maximale Sprengung
Besson et al.(11) stellen fest, dass die Sprengung des Schuhs einen signifikanten Einfluss auf die weibliche Laufkinematik hat. Dies war bereits für männliche Läufer bekannt. Sie fanden heraus, dass kleinere Sprengungen für Menschen mit Kraftdefiziten am Knie oder für Menschen, die zu Knieverletzungen neigen, besser geeignet sind. Für Personen mit verkürzten Achillessehnen/Wadenmuskeln sind größere Sprengungen möglicherweise besser geeignet.(11)
Zhang et al.(10) beobachteten, dass typische männliche Läufer, die Schuhe mit mittlerer bis großer Sprengung trugen, eine signifikant höhere Belastung des patellofemoralen Gelenks aufwiesen als Läufer, die Barfußlaufschuhe benutzten.
Klinisches Beispiel: Personen mit einem hohen Fußgewölbe und einem steifen Fuß, d.h. einem Spitzfuß (Pes equinus), haben einen funktionell abgesenkten Vorfuß. Die Plantarebene des Kalkaneus ist gegenüber der Plantarebene der Mittelfußköpfe versetzt. Der Vorfuß steht aufgrund des plantarflektierten Chopart-Gelenks (Art. transversa tarsi) im Verhältnis zum Rückfuß tiefer bzw. plantar. Diese Person würde von einer großen Sprengung profitieren, damit ihre Ferse den Boden berühren kann.(5)
Mit einem Fersenkeil können Sie die Erhöhung der Sprengung auf einfache Art testen. Die folgenden Bilder zeigen ein Beispiel für diese Methode.
Abbildung 1: Betrachtet man diese Patientin von lateral und verwendet eine vertikale Linie, die von der vorderen Kante des Malleolus gezogen wird, so scheint es, dass zwei Drittel ihres Körpers vor dieser vertikalen Linie liegen und ein Drittel dahinter.Abbildung 2: Beachten Sie die Änderungen in ihrer vertikalen Ausrichtung, nachdem eine Fersenerhöhung (in diesem Fall ein Rohling/Fräskeil) hinzugefügt wurde. Die vertikale Schwerkraftlinie teilt ihren Körper nun in zwei Hälften. Diese Patientin würde auch von einer größeren Sprengung in ihren Schuhen profitieren.(5)
Diese Schuhmodifikation wurde als „das Aspirin für chronische Fußprobleme“ bezeichnet.(5) Abrollschuhe (auch „Rocker-Bottom-Schuhe“ genannt) können zur Behandlung bei (1) Hallux limitus, (2) Arthrose im Großzehengrundgelenk, (3) plantarem Fersenschmerz, (4) Arthrodese des Großzehengrundgelenks und (5) Arthrodese des Sprunggelenks eingesetzt werden. Sie können auch bei (6) Kniearthrose und (7) Rückenschmerzen einen gewissen Nutzen haben.(5)
Ein Abrollschuh könnte für die folgenden Gangabweichungen in Frage kommen:(5)
- Verminderte Dorsalextension der Zehen, insbesondere der Großzehe
- Verminderte Dorsalextension des Sprunggelenks oder vorzeitige Fersenanhebung („early heel off“)
- Vorzeitige Supination
- Hyperextension des Knies, um die eingeschränkte Dorsalextension von Fuß und Sprunggelenk zu kompensieren
- Schwacher Abdruck („push-off“) bzw. schwache Fersenanhebung
Ein Test für die Wirkung des Abrollschuhs kann einfach durch Hinzufügen und Befestigen von Schichten aus festem Material, wie z.B. Wellpappe, an der Unterseite des Schuhs des Patienten durchgeführt werden. Sowohl der Scheitelpunkt als auch die Dicke der Sohle können bei diesem Versuch angepasst werden. Ein Orthopädietechniker kann dann, basierend auf dem Ergebnis des Tests, einen individuellen Abrollschuh anfertigen.(5)
Die Technologie der Wearables (aus dem Englischen für „tragbar“) ist ein schnell wachsender Bereich. Beispiele sind Fitbits, Apple-Uhren und Smartphones.(5) Rehabilitationsfachleute beginnen damit, tragbare Technologien in die Praxis zu integrieren, um die Biomechanik und die Trainingsbelastung von Patienten zu quantifizieren und so bewegungsbedingten Verletzungen vorzubeugen.(12) Wearables, die Messungen und Feedback für klinische Interventionen liefern können, werden als inertiale Messeinheiten (Inertial Measurement Units – IMUs) bezeichnet. Sie können Daten über mehrere Dimensionen liefern, die Beschleunigung eines Körpersegments messen, Winkelverschiebungen erfassen und die Körperausrichtung erkennen. IMUs können an verschiedenen Körperregionen angebracht werden, zum Beispiel im Schuh, und liefern Daten über die Kraft pro Flächeneinheit in einem bestimmten Teil des Fußes oder einem bestimmten Teil des Schuhs.(5)
Beispiele für klinisch nützliche Daten über den Gang, die durch Wearables gesammelt werden:(5)
- Feedback zu räumlich-zeitlichen Faktoren, die bei der Quantifizierung der Trainingsbelastung helfen können
- Feedback zu Schritt- oder Doppelschrittlänge, Kadenz
- Feedback zu Gelenkkinematik, Bewegungsausmaß, Beschleunigungen und Verzögerungen
- Daten zum Plantardruck und zur Druckverteilung über den Fuß und innerhalb des Schuhs
- Messungen der Stoßkräfte und/oder Stoßdämpfungswerte
- Vergleichsdaten der reziproken Gangbewegung der Extremitäten
Sonderthema: Was ist der Unterschied zwischen diesen klinischen Parametern?
Doppelschrittlänge: „Der Abstand zwischen den aufeinanderfolgenden initialen Kontakten desselben Fußes. Sie besteht aus zwei Schrittlängen, der linken und der rechten, die jeweils der Entfernung entsprechen, um die sich der genannte Fuß vor dem anderen Fuß bewegt. Beim pathologischen Gang ist es durchaus möglich, dass die beiden Schrittlängen unterschiedlich sind.“
Kadenz oder Schrittfrequenz : Die Anzahl der Schritte, die pro Minute beim Gehen oder Laufen gemacht werden (Schritte/Minute)
Gehgeschwindigkeit = Doppelschrittlänge x Kadenz
Die Herausforderungen von Wearables in der klinischen Praxis werden von Windt et al. gut zusammengefasst:
„Die Technologie ist auf dem Vormarsch – nicht nur im Sport, sondern in praktisch jeder Disziplin … Externe Belastungen können durch globale Positionierungssysteme (GPS), inertiale Messeinheiten (IMUs), optische Tracking-Systeme und so weiter überwacht werden. Interne Belastungen können mit Herzfrequenzmessgeräten, Laktatmessungen und mehr erfasst werden. Der Erholungszustand kann mit Geräten gemessen werden, die von Low-Tech-Wellness-Umfragen bis hin zu High-Tech-Lösungen reichen, wie z.B. Herzfrequenzvariabilität (HRV) oder Kraftplattentests. Derzeit gibt es neue technologische Lösungen mit potenziellen Anwendungen im Sport, wie implantierbare Geräte, markerlose Bewegungserfassung, Atemanalyse, intelligente Kleidung, biomechanische Einlagen und Hautsensoren. In diesem technologischen Zeitalter müssen Praktiker in der Sportwissenschaft die Fülle der verfügbaren Optionen kritisch bewerten und fundierte Entscheidungen über die Beurteilung und den Einsatz von Technologien in ihrem spezifischen Kontext treffen.“(13)
Die Autoren schlagen einen Rahmen und eine Reihe von Fragen vor, die Rehabilitationsfachleuten dabei helfen sollen, Entscheidungen über die Investition von Zeit und Geld in neue tragbare Technologien zu treffen.
Rahmenfragen für Wearable-Technologien:(13)
- Wären die versprochenen Informationen/Daten hilfreich?
- Können Sie den Informationen/Daten, die Sie erhalten, vertrauen?
- Können Sie die Daten effektiv integrieren, verwalten und analysieren?
- Können Sie die Technologie in Ihrer Praxis einsetzen?
- Ist die Technologie es wert?
Die Entscheidung, neue Wearable-Technologien in die klinische Praxis zu implementieren, ist komplex und individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Rehabilitationsfachleute abgestimmt. Die Entscheidung erfordert eine sorgfältige Bewertung der Evidenz in Bezug auf die Technologie und das Umfeld, in dem sie eingesetzt werden soll.(13) Der Komfort der Patienten und ihr Recht auf Datenschutz sollten ebenfalls berücksichtigt werden.
Ein einfaches und erschwingliches Beispiel für ein Wearable ist das Laser-Feedback. Laserlicht kann einen sichtbaren externen Fokus für das Bewegungsfeedback liefern.(5)
Das folgende optionale Video zeigt Ihnen, wie Sie eine Laser-Wasserwaage an einem Rollator anbringen. Für eine kostengünstigere Version können Sie ein Laser-Katzenspielzeug oder einen Laserpointer verwenden.
In den meisten Fällen reichen Übungen allein nicht aus, um die Gangabweichung oder Gangstörung einer Person zu verändern. Brach et al.(15) erörterten, dass aufgabenorientierte Übungen für das motorische Lernen ein wesentlicher Bestandteil eines Behandlungsplans zur Verbesserung des Gangbilds sind. Sie fanden heraus, dass mehrkomponentige, auf Beeinträchtigungen basierende Übungen zwar einzelne Fertigkeiten verbessern können, die beim Gehen erforderlich sind (Kraft, Flexibilität und Ausdauer), jedoch nicht unbedingt zu einem „besseren Gehen“ insgesamt führen. Zusätzliche aufgabenorientierte Gehübungen zum motorischen Lernen verbessern die Gangabfolge und die Koordination und steigern die Gehfähigkeit einer Person.(15) Gangtraining ist demnach ein wesentlicher Bestandteil eines Behandlungsplans und notwendig, um Gangabweichungen zu verändern.(5)
Van Dillen et al.(16) verglichen die funktionellen Ergebnisse bei Patienten mit chronischen Kreuzschmerzen. Diejenigen, die zusätzlich zu den traditionellen Kraft- und Flexibilitätsübungen ein individuelles motorisches Training erhielten, zeigten eine stärkere Verbesserung der Gesamtfunktion als die Gruppe, die nur die traditionellen Übungen erhielt.(16) Dies ähnelt dem Konzept des sportartspezifischen Trainings. Der Patient muss die Fertigkeit, die er verbessern möchte, in sein Training einbeziehen.(5)
Der Behandlungsplan sollte Folgendes enthalten:(5)
- Übungen zur Kraft und Flexibilität
- Aufgabenspezifisches Training zur Behandlung der Gangabweichung
- Teilen Sie die motorische Aufgabe in ihre Komponenten auf und üben Sie jede davon einzeln
- Setzen Sie die Gangaufgabe wieder zusammen und üben Sie sie als Ganzes
- Sorgen Sie für gute Cues und Kommandos, die auf dem bevorzugten sensorischen System des Patienten basieren
- Übungen und aufgabenspezifisches Training müssen individuell auf die einzigartigen Gangabweichungen des Patienten abgestimmt werden
Einen Überblick über die Konzepte der Theorie des motorischen Lernens, angewandt auf das Gehtraining, finden Sie in diesem Artikel.
Empfohlene optionale Lektüre: