Kultur und Kommunikation

Die Herausforderung der kulturellen Vielfalt in der medizinischen Praxis (edit | edit source)

Die umfangreiche globale menschliche Migration hat in vielen Ländern zu einer zunehmenden kulturellen und ethnischen Vielfalt geführt.(1) Auch innerhalb der Bevölkerung einzelner Nationen gibt es eine interkulturelle und ethnische Vielfalt.(2) Medizin- und Rehabilitationsfachleute kümmern sich oft um Patienten aus verschiedenen Kulturen, mit unterschiedlichem Hintergrund und verschiedenen Sprachen. Leider erfahren ethnische Minderheiten weltweit oft eine schlechtere Versorgung im Gesundheitswesen. Es gibt Berichte über Probleme wie Barrieren beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, Ungleichheit, geringere Qualität der Gesundheitsversorgung und schlechtere Gesundheitsergebnisse.(3)(4)(5)(6)(7)

Mehrere ursächliche Faktoren können bei der mangelhaften Bereitstellung multikultureller medizinischer Dienstleistungen eine Rolle spielen. Zu diesen Faktoren gehören Sprachbarrieren,(8) Unterschiede in der Gesundheitskompetenz, sozioökonomische Stressfaktoren, Ressourcenknappheit in Gesundheitseinrichtungen, ein unterschiedliches Verständnis von Krankheit und Behandlung, negative Einstellungen sowohl beim Patienten als auch beim Kliniker/bei der Betreuungsperson sowie Unterschiede in Kultur und Tradition.(3)(9) Für optimale medizinische Ergebnisse ist es unerlässlich, dass Kliniker die Werte, Überzeugungen und Verhaltensweisen ihrer Patienten in Bezug auf die Gesundheitsversorgung berücksichtigen und entsprechend reagieren.(10)

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Die Rolle der Kultur in der Gesundheit (edit | edit source)

Kultur kann als eine homogene Gruppe von Werten, Normen oder Einstellungen (oft tief verwurzelt) definiert werden, die von einer bestimmten Gruppe von Menschen geteilt werden.(2) Jede Kultur umfasst verschiedene sichtbare Aspekte (z. B. Sprache, Kleidung, Musik und Essen) und nicht sichtbare Aspekte (z. B. Kommunikationsstile, Überzeugungen, Werte, Ethik und Umgang mit Emotionen). Die nicht sichtbaren Aspekte der Kultur bestimmen, wie Menschen Gesundheit und Krankheit wahrnehmen und wie sie darauf reagieren.(10) Kultur kann somit die Gesundheit auf vielfältige Weise beeinflussen. Dazu gehören die Kommunikation und Darstellung von Symptomen, Bewältigungsstile, die Bereitschaft, medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen,(4) Bias/Präferenz für Behandlungsstrategien(10) sowie Vertrauen und Compliance gegenüber Fachkräften im Gesundheitswesen.(12)

Es besteht ein Bedarf an einer effektiven und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung, die die kulturellen Orientierungen der Patienten anerkennt und respektiert.(4) Die erfolgreiche Umsetzung dieser Versorgung wird dazu beitragen, dass Patienten die aktuelle Versorgung sowie die Präventivmedizin besser annehmen. Kulturell integrative Gesundheitsmodelle müssen patientenzentriert sein und bei Klinikern Sensibilität und Demut gegenüber der Patientenkultur fördern.(13) Kliniker sollten bereit sein, sich an Grundwerte, Verhaltensweisen oder Einstellungen zu halten, die für ihre Patienten von kultureller Bedeutung sein können. Dazu können Religion, Alter, sexuelle Orientierung, die Rolle der Familie, Beruf und Bildung gehören.(12) Die Rolle (oft kulturell verwurzelter) medizinischer Glaubenssysteme sollte auch für den potenziellen Erfolg der medizinischen Behandlung nicht unterschätzt werden. Die Gesundheitsüberzeugungen der Patienten beeinflussen die Wahrnehmung und Interpretation des Krankseins durch den Einzelnen und können darüber entscheiden, ob medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird.(10)

Gesundheitsüberzeugungen werden im Allgemeinen in drei Kategorien eingeteilt: übernatürlich, ganzheitlich und wissenschaftlich.

Übernatürliche Glaubenssysteme

Das übernatürliche Glaubenssystem erkennt den Einfluss eines höheren Wesens oder einer höheren Macht an, der der Patient ausgesetzt ist. Ein kranker Patient kann sich beispielsweise als Opfer einer Bestrafung durch eine übernatürliche Macht wie Gott oder Ahnengeister sehen. Patienten können traditionelle Heiler aufsuchen, von denen angenommen wird, dass sie die Fähigkeit besitzen, mit übernatürlichen Kräften zu intervenieren.

Ganzheitliche Glaubenssysteme

Das holistische Glaubenssystem betrachtet den Menschen als eine Kombination aus Teilen, die in Interdependenz zueinander stehen, nämlich Körper, Geist, Emotionen und Seele. Wenn einer dieser Aspekte nicht optimal funktioniert, ist das gesamte Wesen beeinträchtigt. Das holistische Glaubenssystem strebt daher nach dem maximalen Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele in allen Lebensbereichen.

Wissenschaftliche Glaubenssysteme

Das wissenschaftliche Glaubenssystem stützt sich auf objektive, gültige und zuverlässige Maßstäbe bei Diagnose und Behandlung, mit wissenschaftlichem Denken und einem biomedizinischen Ansatz in Bezug auf Krankheit und Gesundheit. Dieses System bildet die Grundlage für die Ausbildung der meisten medizinischen Fachkräfte. In der Regel lässt das wissenschaftliche Glaubenssystem wenig Raum für die Koexistenz von ganzheitlichen und übernatürlichen Überzeugungen bei der Behandlung von Krankheiten, insbesondere wenn sie im Widerspruch zur Praxis der wissenschaftlicheren Methode stehen.(10)

Der Respekt und das Wissen von Angehörigen der Gesundheitsberufe über verschiedene Gesundheitsüberzeugungen ermöglicht eine optimale Kommunikation(3) und reduziert das Auftreten von Fehldiagnosen oder ineffektiven Behandlungen.(10) Leider verfügen viele wissenschaftlich ausgebildete Leistungserbringer im Gesundheitswesen nur über begrenzte Kenntnisse über interkulturelle Gesundheitsüberzeugungen.(1)(10) In der Literatur wird darauf hingewiesen, dass medizinische Fakultäten mehr in Vermittlung angemessener multikultureller Fertigkeiten investieren sollten(1)(10) und dass eine postgraduale Ausbildung in kultureller Sensibilität wichtig ist.(10) Anstatt die Überzeugungen von Patienten, die der eigenen wissenschaftlichen Sichtweise widersprechen, abzutun, ist es manchmal notwendig, diese Überzeugungen in einem bestimmten Kontext zu erforschen, um den Gedankengang eines Patienten besser zu verstehen.

Interkulturelle medizinische Kommunikation (edit | edit source)

Aus dem vorherigen Abschnitt geht hervor, dass das Treffen zwischen einem Kliniker und einem Patienten mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund möglicherweise ein Treffen zweier sehr unterschiedlicher Vorstellungen und Kontexte von Versorgung und medizinischer Dienstleistung sein kann.(10) Der kulturell bedingte Kontext, die Werte, Überzeugungen und Praktiken werden die Erwartungen, Präferenzen und Verhaltensweisen der Patienten stark beeinflussen.(3)

Die interkulturelle Kommunikation birgt eine Reihe von Herausforderungen.

Geringe Sprachkenntnisse

Geringe Sprachkenntnisse führen zu einem großen Missverhältnis, wenn Patienten nicht in der Lage sind, sich richtig auszudrücken und ihre Bedürfnisse und Beschwerden zu verbalisieren. Es kann auch schwierig für sie sein, dem Kliniker oder der Betreuungsperson zu folgen. Eine angemessene gemeinsame Zielsetzung und Entscheidungsfindung werden auf diese Weise oft beeinträchtigt.

Nonverbale Kommunikationssignale

Nonverbale Kommunikationssignale sind in verschiedenen Kulturen oft unterschiedlich, was zu einer massiven Fehlinterpretation nonverbaler Botschaften führen kann.

Kulturelle Sensibilität der Kommunikation

Die kulturelle Sensibilität der Kommunikation bezieht sich darauf, wie sich die Interpretation und die tieferen Nuancen verbaler Botschaften je nach kulturellem Kontext unterscheiden können, selbst wenn beide Gesprächspartner dieselbe Sprache sprechen. So kann beispielsweise der gut gemeinte Einsatz von Humor in einem Gespräch im kulturellen Kontext des Empfängers als unangemessen empfunden werden.

Soziale Dimension der Kommunikation

Die soziale Dimension der Kommunikation beschreibt das Konzept der Menschlichkeit in der Versorgung. Oftmals beschränken Betreuungspersonen die Kommunikation auf ein Minimum und konzentrieren sich nur auf die klinischen Inhalte, insbesondere bei geringen Sprachkenntnissen. Patienten empfinden dies als unaufmerksam und als Mangel an sozialer Unterstützung. Umgekehrt fühlen sich Patienten besser unterstützt und betreut, wenn Kliniker aktiv versuchen, den sozialen Aspekt einer Person in die Kommunikation einzubeziehen.

Strukturelle Bedingungen der Kommunikation

Unter strukturellen Bedingungen der Kommunikation versteht man Barrieren wie die Nichtverfügbarkeit eines Dolmetschers, das Problem der Vertraulichkeit bei der Hinzuziehung eines Dolmetschers als Drittpartei oder den Zeitmangel, um schlecht verstandene Konzepte zu wiederholen oder einem Gespräch einen Sinn zu geben.(3)

Grundsätze der interkulturellen Kommunikation (edit | edit source)

Rust und Kollegen(12) haben den CRASH-Kurs für kulturelle Kompetenz entwickelt, um viele der Kommunikationsprobleme zu lösen, mit denen Kliniker bei Patientenkontakten in kulturell unterschiedlichen Kontexten konfrontiert sein können. Die Umsetzung dieser Schritte kann Kliniker dabei unterstützen, die Kultur des Patienten in die gemeinsame medizinische Entscheidungsfindung einzubeziehen. „CRASH“ ist eine Abkürzung für fünf Komponenten einer kultursensiblen Gesundheitsversorgung: (Culture) Kultur berücksichtigen, (Respect) Respekt zeigen, (Assess/Affirm) Unterschiede erkennen/würdigen, (Sensitivity/Self-awareness) Sensibilität und Selbsterkenntnis zeigen und (Humility) alles mit Demut tun.(12) Diese Komponenten werden in Tabelle 1 ausführlicher erläutert.

C Bei der Berücksichtigung der Kultur erkennt der Kliniker an, dass kulturelle Vielfalt mit unterschiedlichen Wahrnehmungen, Werten und Erfahrungen in der Gesundheitsversorgung und der Interaktion zwischen Patient und Kliniker einhergeht.
R Respekt zu zeigen bedeutet nicht nur, höflich zu sein oder Unterschiede zu tolerieren, sondern tatsächlich zu verstehen, was Respekt im Kontext jedes Patienten bedeutet. Scheuen Sie sich nicht, den Patienten zu fragen, wenn Sie etwas nicht wissen. Der Dialog kann Sätze wie die folgenden enthalten: „Es ist mir wichtig, Sie zu respektieren. Gibt es etwas Bestimmtes, das ich vermeiden sollte, das als respektlos angesehen werden könnte?“ Potenziell heikle Themen, insbesondere im Zusammenhang mit früherer Unterdrückung oder dem Status als Minderheit, sollten mit äußerster Vorsicht behandelt werden.
A „Assess“ (Erkennen) bezieht sich auf die Feststellung der „innerhalb der Gruppe bestehenden Unterschiede“ in der Kultur Ihres Patienten und wo diese einzuordnen sind. Mögliche Fragen können sein: „Was ist Ihr familiärer Hintergrund?“ oder „Hat Ihre Kultur möglicherweise Auswirkungen auf Ihre Gesundheitsversorgung?“
Zu würdigen bedeutet, kulturelle Unterschiede anzunehmen, anstatt sie zu verwerfen. Es gibt bestimmte kulturell bedingte Gewohnheiten, die leicht negativ wahrgenommen werden, weil sie nicht mit der Vorstellung des Klinikers von dem, was richtig ist, übereinstimmen. So kann beispielsweise ein Patient, der fünf Minuten zu spät kommt, als respektlos empfunden werden, obwohl dies überhaupt nicht beabsichtigt war (in bestimmten Kulturen ist eine gewisse Verspätung völlig akzeptabel). Versuchen Sie lieber, eine positive Absicht zu sehen, als einen negativen Effekt wahrzunehmen.
S Kulturelle Sensibilität befähigt Sie zu erkennen, welches Verhalten oder welche Äußerungen Anstoß erregen oder das Vertrauensverhältnis zwischen Kliniker und Patient negativ beeinflussen können. Wir sollten auch darauf achten, einen einzelnen Patienten nicht aufgrund seines typischen Verhaltens oder der Gewohnheiten der kulturellen Gruppe, der er/sie sich zugehörig fühlt, zu stereotypisieren.
Selbsterkenntnis wird durch die Reflexion über unsere eigenen kulturellen Normen, Werte und potenziellen Probleme, die zu Missverständnissen mit anderen führen können, hergestellt.
H Demut bedeutet zu akzeptieren, dass wir als Kliniker nie zu 100 % „kulturell kompetent“ sein werden und dass wir immer bereit sein müssen, zu lernen und unsere eigenen Wahrnehmungen und Biases kontinuierlich zu ändern. Wir sollten uns nie zu stolz fühlen, um uns nach einer kulturellen Fehlkommunikation oder einem Missgeschick zu entschuldigen, und sollten immer offen dafür sein, aus den Erfahrungsberichten anderer zu lernen.

Tabelle 1: CRASH-Kurs in kultureller Kompetenz (nach Rust et al.(12))

Praktische Hinweise für eine kulturell diverse Kommunikation (edit | edit source)

Die folgenden Hinweise bieten eine Orientierungshilfe für die interkulturelle Kommunikation:

  • Empathie ist unerlässlich. Patienten suchen oft erst dann einen Leistungserbringer im Gesundheitswesen auf, wenn sie bereits alles versucht haben, um gesund zu werden, und sind dann bereits ängstlich und erschöpft.(3) Als Leistungserbringer im Gesundheitswesen sollten Sie:
    • sich auf herzliche, unterstützende Gespräche einlassen und den Versuch unternehmen, den Standpunkt des Patienten zu verstehen.
    • Ihre wissenschaftlichen Überzeugungen und Werte für einen Moment beiseitelassen und davon absehen, Ihre Patienten in eine wissenschaftliche Richtung zu beeinflussen, wenn Wissenschaft nicht ihrem Glaubenssystem entspricht
    • darauf achten, keine wertende Kommunikation zu vermitteln, die der Patient als missbilligend empfinden könnte (verbal oder nonverbal), sondern vielmehr die Versuche und positiven Verhaltensweisen der Patienten zur Verbesserung der Gesundheit zu unterstützen(10)
  • Sprechen Sie Ihre Patienten anfangs eher förmlich an. Verwenden Sie Nachnamen (Herr/Frau XYZ) anstelle von Vornamen, bis der Patient angibt, dass eine informellere Ansprache bevorzugt wird. Es ist einfacher, die Formalität ein wenig zu lockern, als sie zu verstärken.(10)(12)
  • Berücksichtigen Sie das ehe- und geschlechtsspezifische Sozialverhalten in verschiedenen Kulturen. Für manche ist es nicht akzeptabel, von einem Kliniker des anderen Geschlechts behandelt zu werden, oder dass ein Ehepartner im Wartezimmer bleibt, während sein/ihr Partner behandelt wird.(12) Seien Sie proaktiv und erkundigen Sie sich im Voraus nach den Vorlieben, anstatt Annahmen zu treffen (z. B. „Möchten Sie, dass Ihr Mann mitkommt?“ oder „Hallo Herr Smith, Sie können gerne mitkommen„).
  • Schaffen Sie ein Umfeld, in dem Patienten offen und ehrlich sein können, insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Behandlung ihrer Erkrankung. Sie zögern möglicherweise, zuzugeben, dass sie beispielsweise traditionelle Medizin ausprobiert haben, obwohl dies für den Kliniker eine wichtige Information sein kann. Eröffnen Sie das Gespräch mit einfachen Fragen, um mehr über die täglichen Aktivitäten Ihres Patienten zu erfahren (lassen Sie ihn beispielsweise über seine Arbeit, seinen Sport oder seine Familie sprechen). Bitten Sie den Patienten dann, den Grund für den Besuch in eigenen Worten zu nennen.(10)
  • Seien Sie sich möglicher Unterschiede in den Gesundheitsvorstellungen bewusst. Ihr Patient teilt vielleicht nicht unbedingt Ihre wissenschaftlichen Ansichten über Gesundheit, Krankheit und den Körper. Seien Sie respektvoll, versuchen Sie herauszufinden, wie er seine Krankheit sieht, und versuchen Sie, sich an die Perspektive Ihres Patienten anzupassen, um seine Realität besser zu verstehen. Bleiben Sie höflich und fürsorglich.(10)
  • Denken Sie an die Auswirkungen übernatürlicher Glaubensvorstellungen. Wenn die Patientin davon überzeugt ist, dass ihre Krankheit auf einen Fluch zurückzuführen ist, wird sie nicht die volle Verantwortung für ihre Behandlung übernehmen. Versuchen Sie, durch Fragen wie „Gibt es andere Stressfaktoren, die bei Ihrer Krankheit eine Rolle spielen könnten? Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für die Krankheit? Welche Art von Behandlung halten Sie Ihrer Meinung nach für notwendig?“ Einblicke aus der Perspektive der Patientin zu gewinnen.(10)
  • Vertrauen kommt vor Beziehung. Lassen Sie sich nicht abschrecken, wenn kulturelle Unterschiede den Aufbau einer spontanen guten Beziehung behindern. Konzentrieren Sie sich darauf, eine Basis des gegenseitigen Respekts und Vertrauens zu schaffen, auf der eine offenere Beziehung aufbauen kann.(12)
  • Verzichten Sie auf die Verwendung Ihrer eigenen (oder lokalen) kulturspezifischen Sprache, Umgangssprache oder Handzeichen.(12) Diese können von Menschen aus anderen Kulturen völlig falsch interpretiert werden oder wenn Patienten sie nicht verstehen, können sie sich isoliert fühlen. Insgesamt erhöht dies das Risiko einer fehlerhaften Kommunikation.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn es um Berührungen geht. Für Physiotherapeuten ist es das Natürlichste der Welt, ihre Patienten zu berühren. Dies ist jedoch nicht unbedingt in allen Kulturen akzeptabel. (12) Vergewissern Sie sich vor der Behandlung, ob das Berühren in Ordnung ist (es empfiehlt sich, dies in die informierte Einwilligung aufzunehmen). Selbst wenn der Patient zustimmt, sollten Sie mit ihm kommunizieren, bevor Sie sich in seinen persönlichen Bereich begeben oder Körperkontakt herstellen.
  • Bauen Sie gute Beziehungen zu den Familienmitgliedern des Patienten auf, insbesondere im Falle eines Krankenhausaufenthalts. In vielen Kulturen spielen Familienangehörige eine wichtige Rolle bei der Versorgung und Unterstützung des Patienten.(12) Sie können bei Kommunikationsproblemen helfen, manchmal bei der Übersetzung helfen und auch eine aktive Rolle bei der gemeinsamen Entscheidungsfindung spielen.(3)
  • Verhandeln Sie immer über die Notwendigkeit Ihrer empfohlenen Behandlung, anstatt sie dem Patienten in weniger kritischen Fällen aufzuzwingen. Erklären Sie Ihrem Patienten die Bedeutung des vorgeschlagenen Behandlungsplans und stellen Sie sicher, dass er ihn versteht, anstatt einfach nur auf seiner Einhaltung zu bestehen.(10)
  • Versuchen Sie vorherzusagen und festzustellen, wie Ihr Patient auf eine schlechte Prognose reagieren wird, und kommunizieren Sie entsprechend. Die Persönlichkeit des Patienten ist oft ein wichtiger Faktor für den Umgang mit schlechten Nachrichten, aber auch kulturelles Verhalten kann eine wichtige Rolle spielen.(10)
  • Stellen Sie sicher, dass im Kommunikationsprozess so wenig Information wie möglich verloren geht. Vergewissern Sie sich nach dem medizinischen Gespräch, dass Ihr Patient alles verstanden hat, indem Sie ihn bitten, das empfohlene Behandlungsschema zu wiederholen, oder indem Sie alle spezifischen Anweisungen, die er befolgen muss (z. B. Übungen oder Medikamenteneinnahme), ausführlich aufschreiben. Am Ende des Gesprächs muss der Patient die Möglichkeit erhalten, Fragen zu stellen und Unklarheiten zu beseitigen.(10)

Das Ergebnis guter interkultureller Kommunikation ist eine vertrauensvolle und bedeutungsvolle Beziehung. Eine solche Beziehung zwischen Kliniker und Patient zeichnet sich durch die Fähigkeit beider Parteien aus, die beiden kulturellen Kontexte der Versorgung zu überbrücken. Kliniker, die zu einer effektiven interkulturellen Versorgung beitragen, zeichnen sich durch eine Kombination aus Kompetenz und Wissen aus. Sie sehen den Patienten als Menschen, sind kontaktfreudig und freundlich und akzeptieren die Rolle, die Familie zu unterstützen.(3) Verlässt der Patient nach der Sitzung Ihren Raum, sollten Sie sich sein Vertrauen verdient haben und er sollte nicht zögern, für einen Folgetermin zurückzukommen oder sich mit Fragen an Sie zu wenden.

Fallstudie von Think Cultural Health (edit | edit source)

Praktische Beispiele für misslungene interkulturelle Kommunikation (edit | edit source)

Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für bekannte Personen und Marken, die kulturelle Grenzen überschritten haben. Alle diese Beispiele waren wirklich gut gemeint, aber leider nicht gut durchdacht. Mit mehr kultureller Sensibilität hätte viel Demütigung erspart werden können. Denken Sie über diese Vorfälle nach und versuchen Sie herauszufinden, welche Fehler in Bezug auf die Kommunikation gemacht wurden und wie sie besser hätten gehandhabt werden können.

1. Cricket-Kommentar geht nach hinten los

2. Einfach … recherchieren, bevor man Produkte auf den Markt bringt

3. Andere Länder, andere Sitten (oder Punjab)

4. Falscher Ort, falsche Zeit

5. Hände dahin, wo ich sie sehen kann!

6. Aschenputtel im Kontext

7. Ist der Niqab notwendig oder unnötig?

Referenzen(edit | edit source)

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