Originale Autorin – Ewa Jaraczewska basierend auf dem Kurs von Rachael Moses
Top-Beitragende – Ewa Jaraczewska, Jess Bell und Kim Jackson
Rehabilitationsfachleute spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Menschen, die mit kardiorespiratorischen bzw. kardiopulmonalen Erkrankungen leben.(1) Jede Berufsgruppe hat eine andere Rolle innerhalb des breiteren multidisziplinären Teams, aber alle Teammitglieder verfolgen das gemeinsame Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit diesen Diagnosen zu verbessern.(2)
Dieser Artikel befasst sich mit der Rolle des Rehabilitationsteams bei der Behandlung von Atembeschwerden und funktionellen Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit kardiorespiratorischen Erkrankungen. Der Ansatz auf dieser Seite orientiert sich am Modell der funktionsbasierten Rehabilitation der Weltgesundheitsorganisation (WHO).(3)
Atemnot, oftmals auch als Dyspnoe bezeichnet, ist ein subjektives Gefühl von unangenehmer/schneller Atmung oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen.(4) Sie kann als Warnzeichen für mögliche zugrunde liegende Gesundheitsprobleme dienen und sollte bei jedem Patienten angemessen beurteilt und in einen ganzheitlichen Kontext gestellt werden.
Wenn Atemnot chronisch wird, kann sie viele verschiedene Aspekte des Lebens beeinträchtigen.(5) (6)(7) Bei Menschen mit chronischer Atemnot kann bereits eine minimale Erhöhung der Anforderungen an das Atmungs- oder Herz-Kreislauf-System (z. B. Anziehen, Gehen usw.) zu einer unverhältnismäßigen Steigerung der Atemarbeit führen.(8) Aus diesem Grund ändern Menschen mit Atemnot oft ihr Verhalten und ihre täglichen Aktivitäten, um Situationen zu vermeiden, die ihre Symptome verschlimmern.(9) Langfristig können diese Verhaltensänderungen erhebliche funktionelle, psychologische und soziale Auswirkungen haben.(10)
„Patienten mit respiratorischer Insuffizienz haben aufgrund der damit verbundenen Atemnot oft Schwierigkeiten mit der oralen Nahrungsaufnahme und sind einem erhöhten Risiko für Mangelernährung ausgesetzt (…).“(11)
Eine erhöhte Atemarbeit wirkt sich in vielerlei Hinsicht auf unsere Körpersysteme aus. Zum Beispiel wirkt sich die erhöhte Atemarbeit auf den Stoffwechsel und die Ernährung aus. Obwohl Menschen mit Dyspnoe oft weniger aktiv sind, steigt ihr Stoffwechselbedarf, um den zusätzlichen Energieaufwand für die Atemnot zu decken. Infolgedessen steigt auch ihr Nährstoffbedarf. Eine höhere Atemfrequenz kann jedoch zu Müdigkeit und Schluckbeschwerden führen, was es Menschen mit Atemnot erschweren kann, ihre Ernährungsziele zu erreichen. Dadurch entsteht ein Nährstoffdefizit, das den Muskelabbau beschleunigt und die Funktionsfähigkeit weiter beeinträchtigt.(8)
Eine verminderte Aktivität aufgrund von Atemnot führt auch zu Muskelschwäche und Dekonditionierung. Diese Schwäche betrifft sowohl die Skelett- als auch die Atemmuskulatur und beeinträchtigt die Effizienz der Atmung.(12) Eine Schwäche der Atemmuskulatur kann die Effizienz des Hustens beeinträchtigen. Ein schwacher oder ineffektiver Husten beeinträchtigt die Befreiung der Atemwege von Sekret und erhöht das Risiko von Atemwegsinfektionen, Funktionsstörungen der Atemwege und Funktionsverlust.(13)
Das Verständnis dieser Zusammenhänge bildet die Grundlage für funktionsbasierte Rehabilitationsansätze.
Die kardiopulmonale Rehabilitation erfordert einen koordinierten Ansatz, der auf der Zusammenarbeit eines multidisziplinären Teams basiert. Jedes Mitglied des Rehabilitationsteams führt eingehende Untersuchungen durch und setzt Behandlungsstrategien im Rahmen seines Aufgabenbereichs um. Diese Interventionen zielen darauf ab, Patienten dabei zu helfen, ihre funktionelle Leistungsfähigkeit zu optimieren, die mit Atemnot verbundenen Ängste zu reduzieren(14) und Strategien zum Selbstmanagement zu entwickeln.(8)
In den folgenden Abschnitten werden die verschiedenen Rehabilitationsberufe und ihre Rolle im kardiorespiratorischen Team erläutert. Bitte beachten Sie, dass der Aufgabenbereich der einzelnen Berufe je nach Land oder Region, in dem/der sie ausgeübt werden, unterschiedlich sein kann.
Atemphysiotherapeuten spielen eine wichtige Rolle bei der Verringerung der Atemnot und der Verbesserung der Belüftung (Ventilation) des Atemsystems bei Menschen mit kardiorespiratorischen Erkrankungen. Sie bieten Interventionen an, die den Menschen helfen, ihre Atemwege von Sekret zu befreien und ihre Belastungstoleranz zu verbessern bzw. aufrechtzuerhalten. In all diesen Bereichen beurteilen, diagnostizieren, behandeln und beraten sie Patienten. Außerdem informieren und schulen sie andere Mitglieder des multidisziplinären Teams bei entsprechendem Bedarf. Zu den spezifischen Interventionen der Atemphysiotherapie gehören (1) atemerleichternde Stellungen und Positionierungstechniken zur Verringerung der Atemnot und der Atemarbeit, (2) Techniken zur Sekretolyse, Sekretmobilisation und Expektoration (Abhusten), (3) die Entwicklung und Umsetzung von Übungsprogrammen zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Belastungstoleranz, (4) das Weaning von Patienten, die von der mechanischen Beatmung entwöhnt werden, und (5) die Versorgung komplexer Fälle, einschließlich nichtinvasiver Beatmung und Tracheostomiemanagement.(8)
In einigen Ländern wie den USA gibt es auch das Berufsbild der „Respiratory Therapist“. Diese teilen zwar einige Aufgaben mit Atemphysiotherapeuten, konzentrieren sich jedoch eher auf die technischen Aspekte der respiratorischen Versorgung, wie z. B. die Optimierung der Atemarbeit durch Atemwegsmanagement und endotracheale Absaugung, die Verbesserung der Beatmungseffizienz durch spezielle Beatmungsgeräte, die Anwendung von Airways Clearance Techniques (ACT) zur Mobilisation und Entfernung von Sekreten, die Verwaltung und Umsetzung von Protokollen zur Entwöhnung (Weaning) von Beatmungsgeräten und die Verbesserung der Sauerstofftherapie und der Sauerstoffversorgungssysteme. Sie arbeiten mit Physiotherapeuten bei den funktionellen Aspekten der Versorgung zusammen.(15)
Logopäden befassen sich mit einer Reihe wichtiger Funktionen im Zusammenhang mit der Gesundheit des Atmungssystems. Sie untersuchen und behandeln Schluckstörungen (Dysphagie), die durch Atemstörungen verschlimmert werden können. Sie bieten Interventionen an, die den Menschen helfen, ihre Atmung und ihr Schlucken zu koordinieren, um das Aspirationsrisiko zu verringern und Stimm- und Sprechprobleme im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen zu bewältigen. Außerdem wenden sie mundmotorische Techniken an, um die Atemwege offen zu halten und Sekrete zu entfernen, und entwickeln Kommunikationsstrategien für beatmete Patienten.(8) Logopäden arbeiten auch mit Menschen, die aufgrund einer Kehlkopfdysfunktion unter Atemnot leiden, und sind Teil des multidisziplinären Teams, das Menschen mit Tracheotomien und Laryngektomien unterstützt.
Diätassistenten spielen eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit kardiorespiratorischen Erkrankungen, da der Ernährungszustand die Atemfunktion beeinflusst. Diätassistenten beurteilen und behandeln Mangelernährung und stellen sicher, dass die Nährstoffzufuhr den erhöhten Stoffwechselanforderungen im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen entspricht. Sie befassen sich mit ernährungsrelevanten Symptomen wie Atemnot und Müdigkeit und überprüfen und modifizieren die Konsistenz von Lebensmitteln, um den bei Atemwegspatienten häufig auftretenden Schluckbeschwerden entgegenzuwirken. Sie können auch in Bezug auf Gewichtsmanagementstrategien und enteralen Ernährungsoptionen beratend tätig sein.(8)
Ergotherapeuten helfen Menschen mit kardiorespiratorischen Erkrankungen dabei, weiterhin sinnvolle tägliche Aktivitäten auf der Grundlage ihrer Atemkapazität auszuführen. Sie vermitteln Positionierungstechniken, die helfen, die Atemnot während der Aktivitäten zu verringern, und entwickeln Strategien zur Energieerhaltung und zum Pacing. Sie stellen auch Hilfsmittel und Techniken vor, die den Atembedarf bei täglichen Aufgaben reduzieren, einschließlich optimaler Transfertechniken. Sie können Umweltanpassungen vorschlagen, um die Funktionsfähigkeit einer Person zu Hause zu unterstützen, und Interventionen vorschlagen, die die Lebensqualität verbessern können.(8)
Apotheker spielen eine entscheidende Rolle bei der Optimierung der medikamentösen Behandlung von Atemwegserkrankungen. Sie überprüfen Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und überwachen Nebenwirkungen. Sie bieten Edukation zur richtigen Einnahme von Medikamenten und zur richtigen Verwendung von Inhalatoren. Sie spielen auch eine Rolle beim Deprescribing von Medikamenten (d. h. dem geplanten, überwachten Prozess der Reduzierung/Absetzung von Medikamenten, die keinen Nutzen mehr haben oder schädlich sein könnten).(8)
Psychologen bieten eine Reihe von unterstützenden Therapien an. Sie führen Interventionen ein, die auf den Angst-Vermeidungs-Zyklus abzielen, der häufig den Funktionsverlust bei Menschen mit Atemwegserkrankungen beschleunigt. Psychologische Interventionen können unter anderem kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeit und Entspannungstechniken umfassen.(8)
Betreuungspersonen und Familienangehörige können aktiv am Rehabilitationsprozess mitwirken. Oft leisten sie täglich Unterstützung bei der Umsetzung von Rehabilitationsstrategien und können funktionelle Veränderungen zwischen den Arzt- oder Therapieterminen beobachten und melden. Sie können Techniken erlernen, die bei der Bewältigung von Atemnot in Krisen helfen, das psychische Wohlbefinden durch soziales Engagement unterstützen und die weitere Teilnahme an sinnvollen Aktivitäten fördern.(8)
Wenn kardiorespiratorische Patienten zur physiotherapeutischen Befunderhebung kommen, klagen sie häufig über Atemnot. Weitere Beschwerden können Sekretretention oder Husten sein. Physiotherapeuten versuchen, sich durch eine detaillierte subjektive Untersuchung ein umfassendes Bild über den klinischen Befund zu verschaffen, einschließlich der Art der Symptome und deren Entwicklung (d. h. plötzliches oder allmähliches Auftreten, Schweregrad, Auslöser, lindernde Faktoren usw.).(8)
Physiotherapeuten erfassen systemische Parameter, darunter den Wert der Sauerstoffsättigung, die Atemfrequenz und Herzfrequenz sowie den Blutdruck und die Temperatur, und vergleichen diese mit den Ausgangswerten des Patienten.
Sie achten auch auf die Atemarbeit, das Sputumvolumen, die Farbe und Viskosität des Sputum oder das Vorhandensein von Hämoptysen (Blut im Sputum), den Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, das Atemmuster und die Körperhaltung des Patienten. Die Beobachtung der Körperhaltung des Patienten kann kompensatorische Mechanismen zur Verringerung der Atemanstrengung aufzeigen.(16)(8) Außerdem hören sie die Atmung des Patienten durch Auskultation ab. Falls vorhanden, hilft eine Röntgen-Thoraxaufnahme bei der Differenzialdiagnose.(8)
Es ist wichtig, die medizinische Vorgeschichte eines Patienten zu kennen, einschließlich etwaiger chronischer Krankheiten wie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Asthma oder anderer Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder neurologischen Erkrankungen. Physiotherapeuten berücksichtigen frühere Krankenhausaufenthalte, einschließlich akuter Exazerbationen von Atemwegserkrankungen, da diese Aufschluss über den Krankheitsverlauf und das Ansprechen auf Behandlungen geben können. Sie erfassen auch die chirurgische Vorgeschichte eines Patienten, Allergien und den Impfstatus (z.B. COVID-19 und Influenza).(8)
Im Rahmen der Anamnese ist es auch wichtig, die soziale Situation des Patienten zu berücksichtigen, einschließlich seines Beschäftigungsstatus, seiner Wohnverhältnisse und seines Zugangs zu Unterstützungssystemen.
Physiotherapeuten notieren alle relevanten respiratorischen Medikamente, die der Patient einnimmt, einschließlich der Art der Inhalatoren (z. B. kurzwirksame versus langwirksame Bronchodilatatoren, inhalative Kortikosteroide, Kombinationsinhalatoren), Dosierungen und Häufigkeit. Die Inhalationstechnik des Patienten sollte überprüft werden.
Wenn dies der Fall ist, sollten sich Physiotherapeuten auch über die Sauerstoff-Langzeittherapie des Patienten informieren, einschließlich Flussraten, Nutzungsdauer und Verabreichungssysteme. Darüber hinaus sollte erfasst werden, ob der Patient Schmerzmittel einnimmt. Dies ist wichtig, da eine unzureichende Schmerzkontrolle die Ausdehnung des Brustkorbs und die Wirksamkeit des Hustens einschränken kann, während eine übermäßige Sedierung den Atemantrieb unterdrücken kann. Ferner sollte überprüft werden, ob der Patient Inhalationsgeräte (Vernebler) verwendet und ob er Diuretika und Herz-Kreislauf-Medikamente einnimmt.
Physiotherapeuten sollten versuchen, das übliche Aktivitätsniveau eines Patienten zu ermitteln. Testverfahren wie der 6-Minuten-Gehtest (6MWT) stellen eine standardisierte Methode zur Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit dar. Darüber hinaus führen Physiotherapeuten eine Reihe von funktionellen Tests durch, beispielsweise zur Beurteilung der Fähigkeit des Patienten, Hügel/Steigungen und Treppen zu bewältigen. Sie prüfen auch, ob der Patient Hilfsmittel zur Mobilität benötigt.
Ebenso wichtig ist es, die Frailty zu berücksichtigen. Frailty ist ein klinischer Zustand, der mit einem erhöhten Risiko für Stürze, Unfälle, Institutionalisierung, Pflegebedürftigkeit und Behinderung/Tod verbunden ist.(17) Der Grad der Frailty eines Patienten kann mit validierten Instrumenten wie dem Frailty Index oder dem Clinical Frailty Score bewertet werden. Weitere Informationen über Frailty und diese Ergebnismessungen finden Sie hier.
Physiotherapeuten berücksichtigen auch, ob der Patient an einem pneumologischen Rehabilitationsprogramm teilgenommen hat bzw. dieses abgeschlossen hat, sowie die Ergebnisse dieser Programme. Sie prüfen den Grad der Fatigue, den Rauchstatus (einschließlich aktueller Konsum, Packungsjahre, Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören) und ob eine Patientenverfügung vorliegt.
Wenn Sie mehr über die atemphysiotherapeutische Befunderhebung erfahren möchten, lesen Sie bitte: Respiratorische Befunderhebung
Die Wirksamkeit von atemphysiotherapeutischen Interventionen hängt in hohem Maße von einer optimalen medizinischen Versorgung ab.(8)
Vor Beginn der Rehabilitation sollten Patienten eine angemessene medizinische Behandlung erhalten, einschließlich jeglicher benötigten Maßnahmen wie zusätzlicher Sauerstoffzufuhr, inhalativer Medikamente, Antibiotikatherapie, Flüssigkeitsmanagement und adäquater Schmerztherapie. Die Optimierung der medizinischen Versorgung verbessert die Rehabilitationsergebnisse und die Zufriedenheit der Patienten erheblich. Im Folgenden wird eine Reihe von physiotherapeutischen Interventionen besprochen.
Die Aktiver Zyklus Atemtechnik (Active Cycle of Breathing Technique – ACBT) besteht aus einer Reihe von Atemtechniken zur Sekretförderung.
Sie beginnt mit entspanntem Atmen, gefolgt von vertieften Atemzügen zur Ausdehnung des Brustkorbs, Huffing und Husten (Abbildung 3).(8) Es wurde festgestellt, dass die ACBT das Volumen des ausgeworfenen Sputums verbessern, die Viskosität des Sputums verringern, die Lungenfunktion verbessern und die Dyspnoe lindern kann.(18)
Wenn Sie eine detaillierte Beschreibung der ACBT lesen möchten, lesen Sie bitte diesen optionalen Artikel: Active Cycle of Breathing Technique.
Die Zwerchfellatmung (Abbildung 4), die auch als Bauchatmung bezeichnet wird, ist eine langsame und tiefe Atemtechnik, die die körperliche Leistungsfähigkeit und die Atmungsfunktion bei Menschen mit COPD verbessern kann. Darüber hinaus kann die Zwerchfellatmung die kardiorespiratorische Fitness verbessern und dazu beitragen, Stress und Ängste abzubauen, die mit Atemnot einhergehen.(19)
Wenn Sie mehr über die Rolle des Zwerchfells bei der Atmung, die physiologischen Auswirkungen der Zwerchfellatmung und die Durchführung der Zwerchfellatmung erfahren möchten, lesen Sie bitte die Übungen zur Zwerchfellatmung.
Die Boxatmung oder Quadratatmung (Abbildung 5) ist eine kontrollierte Atemtechnik, die für Menschen mit Atemnot nützlich sein kann, um Stress zu bewältigen und das Wohlbefinden zu steigern.(20) Diese Technik kann vor, während und / oder nach stressigen Erlebnissen angewandt werden.
Weitere Informationen zur Boxatmung finden Sie unter Atemübungen.
Bei der Lippenbremse (Abbildung 6) atmet der Patient bei geschlossenem Mund durch die Nase ein und gegen die locker aufeinanderliegenden Lippen aus. Diese Technik hilft den Patienten, ihre Atmung zu kontrollieren, ihre Atemarbeit zu verringern und Atemnot zu reduzieren.(21)
Wenn Sie eine ausführliche Beschreibung der Technik der Lippenbremse lesen möchten, lesen Sie bitte: Lippenbremse.
Atemmusterstörungen sind ein Oberbegriff für eine Reihe von abnormalen Atemmuster. Atemmusterstörungen können entstehen, wenn bestimmte Auslöser das normale Atemmuster eines Patienten stören und zu einer Funktionsstörung der Atmung führen. Sie können eine Reihe von belastenden respiratorischen und nicht respiratorischen Symptomen verursachen, obwohl keine zugrunde liegende pathophysiologische Ursache vorliegt. Zu den Symptomen können gehören: Atemnot, Brustschmerzen oder Herzklopfen, Benommenheit und Schwindel.
Die folgenden Videos bieten eine Anleitung zur Atmung im Liegen und im Sitzen:
Die Positionierung ist eine wichtige Rehabilitationsintervention und Selbstmanagementstrategie für Menschen mit Atemnot. Die Positionierung kann die Atemmechanik und die Effizienz des Zwerchfells beeinflussen und dazu beitragen, die Atemarbeit zu reduzieren. Die folgenden Positionen können von Vorteil sein.
Abgestütztes Sitzen: Der Patient sitzt und stützt sich mit den Armen entweder auf seinen Knien (Kutschersitz) oder auf einem Tisch ab (Tischsitz), eventuell mit einem Kissen für zusätzlichen Komfort. Diese nach vorne geneigte Haltung verbessert die Zwerchfellausdehnung und reduziert die Aktivierung der Atemhilfsmuskulatur, wodurch die gesamte Atemarbeit verringert wird (siehe Abbildung links unten).(24)
Entlastetes Stehen: Der Patient steht mit dem Rücken an einer Wand. Dies sorgt für Stabilität und fördert gleichzeitig die Ausdehnung des Brustkorbs (siehe Abbildung unten in der Mitte).
Hohe Seitenlage (mit erhöhtem Oberkörper): Der Patient liegt auf der Seite und hat Kissen, um den Oberkörper anzuheben. Diese Position reduziert den Druck auf das Zwerchfell und verbessert das Ventilations-Perfusions-Verhältnis bei Patienten, die eine Ruhelage benötigen (siehe Abbildung rechts unten).(8)
Airways Clearance Techniques (ACTs) umfassen eine Reihe von therapeutischen Strategien, die für das Sekretmanagement in der Versorgung von pneumologischen Patienten entwickelt wurden. ACTs zielen darauf ab, die Obstruktion der Atemwege durch angesammeltes Sekret zu verringern und so Infektionen der Atemwege zu verhindern. Außerdem sollen sie die Reexpansion kollabierter Lungenbereiche begünstigen. Dies trägt zur Optimierung des Gasaustauschs und zur Verringerung der mit zurückgebliebenem Sekret verbundenen Entzündungsreaktion bei.(25)
Die Wirksamkeit von ACTs hängt von patientenspezifischen Faktoren ab. Die Mitarbeit bei der Behandlung hängt von der Motivation des Patienten ab, sich an den Behandlungsplan zu halten, von seiner Zufriedenheit und von dem wahrgenommenen Nutzen dieser Techniken. Bei der therapeutischen Entscheidungsfindung muss ein Gleichgewicht zwischen der klinischen Wirksamkeit und den individuellen Präferenzen und Lebensgewohnheiten gefunden werden.
Klopfungen (Perkussion) sind eine manuelle Technik, bei der Sekrete aus den kleineren Atemwegen gelöst und durch Mobilisation in die größeren Atemwege transportiert werden sollen, damit sie leichter abgehustet werden können. Es handelt sich dabei um eine „rhythmische Abfolge von schnellen und leichten Schlägen, die mit hohlen Händen auf der Brustwand des Patienten ausgeführt werden.“(25)
Wenn Sie mehr über die Technik der Klopfungen erfahren möchten, lesen Sie bitte diesen Artikel: Klopfungen (Perkussion).
Das folgende Video zeigt, wie Sie Klopfungen in der Seitenlage durchführen:
Die manuelle Hustenhilfe hilft, die Stärke des Hustenstoßes zu erhöhen und das Abhusten von Sekret zu unterstützen. Sie ist nützlich für Patienten mit einer erheblichen Schwäche der Atemmuskulatur. Bei dieser Technik übt der Physiotherapeut während der Ausatmung eine externe Kraft auf das Zwerchfell und den unteren Brustkorb des Patienten aus, wodurch der für einen wirksamen Hustenstoß erforderliche erhöhte Druck im Brustkorb erzeugt wird. Die manuelle Hustenhilfe kann an verschiedene Patientenpositionen angepasst und von einem oder zwei Behandlern durchgeführt werden.
Darüber hinaus gibt es auch verschiedene mechanische Geräte zur Hustenunterstützung („Cough Assist“), die die manuellen Techniken ergänzen können.
Wenn Sie mehr über die manuele Hustenhilfe und Cough-Assist-Geräte erfahren möchten, lesen Sie bitte Hustenunterstützung .
Energieerhaltung ist ein grundlegender Bestandteil derrespiratorischen Rehabilitation. Sie ist besonders wichtig für Menschen, die unter Schmerzen und Erschöpfung bzw. Fatigue leiden. Diese Techniken werden oft von Physiotherapeuten und Ergotherapeuten vermittelt.(27)
Energieerhaltungstechniken helfen Patienten dabei, Aktivitäten selbstständig auszuführen und gleichzeitig den Energieverbrauch zu reduzieren.(27)
Physiotherapeuten verwenden häufig die vier Prinzipien der Energieerhaltung, die als 4Ps bekannt sind. Diese sind: Positionierung, Planung, Priorisierung und Pacing. Wie in Abbildung 8 dargestellt, umfasst die Positionierung Strategien wie Körperhaltung, Sitzen statt Stehen und Schieben/Ziehen statt Heben. Die Planung ermutigt die Patienten, sich zu überlegen, wann sie Aktivitäten durchführen, wie sie diese über den Tag verteilen und wie sie die Aktivitäten zeitlich und organisatorisch gestalten. Das Setzen von Prioritäten (Priorisierung) ermutigt die Patienten, zu überlegen, wie wichtig eine Aktivität ist, was realistisch ist und ob sie um Hilfe bitten sollten. Und schließlich umfasst das Pacing Strategien wie Pausen einlegen, eine Routine einhalten und das Tempo drosseln.
Die Löffeltheorie ist ein wirksames Instrument, um Patienten zu helfen, ihre täglichen Energiereserven zu visualisieren und zu verwalten. Bei dieser Analogie werden die Patienten gebeten, sich vorzustellen, dass sie jeden Tag eine bestimmte Anzahl von „Löffeln“ an Energie haben. Sie müssen Prioritäten setzen, wofür sie ihre Löffel an Energie ausgeben wollen. Verschiedene Aufgaben verbrauchen unterschiedlich viele Löffel. Verschiedene Faktoren, wie Schlafqualität oder Arzttermine, können die verfügbare Anzahl an Löffeln (d. h. Energie) für den Tag beeinflussen.(8) Wenn Sie mehr über die Löffeltheorie erfahren möchten, lesen Sie bitte: Die Löffeltheorie, geschrieben von Christine Miserandino.
Periphere Ödeme werden durch eine Reihe von Erkrankungen verursacht, die mehrere Körpersysteme betreffen. Die Behandlung peripherer Ödeme erfordert einen fachübergreifenden Ansatz, bei dem Rehabilitationsfachleute und Physiotherapeuten eine wichtige Rolle spielen. Physiotherapeuten beraten zu Änderungen des Lebensstils, wie Bewegung, Ernährung und Hautpflege, und helfen, langfristige Komplikationen zu vermeiden. Bei Lymphödemen können spezielle physiotherapeutische Techniken hilfreich sein, darunter die manuelle Lymphdrainage (MLD) oder die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE). Diese Therapien erfordern eine individuelle, praktische Ausbildung in Präsenz. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, lesen Sie bitte die verlinkten Texte.
Menschen, die dabei unterstützt werden, Selbstmanagementtechniken zu erlernen, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sich Angstzustände und Depressionen verbessern, Atembeschwerden abnehmen und weniger akute Exazerbationen der Symptome auftreten. Die Entwicklung individueller Selbstmanagementmaßnahmen erfordert eine aktive Zusammenarbeit zwischen medizinischem Fachpersonal, Patienten und ihrem Unterstützungsnetzwerk.
Wirksame Interventionen zum Selbstmanagement konzentrieren sich in der Regel auf Verhaltensänderungen. Im Idealfall sind diese Interventionen strukturiert, individualisiert und motivierend für die Patienten.(28) Sie umfassen verschiedene Komponenten, wie zum Beispiel:(29)
Zu den Zielen des Selbstmanagements für Menschen mit kardiorespiratorischen Erkrankungen gehören die Optimierung/Erhaltung der körperlichen Gesundheit und Funktion, die Verringerung von Symptomen und funktionellen Beeinträchtigungen, die Steigerung des emotionalen und sozialen Wohlbefindens und der Lebensqualität sowie der Aufbau effektiver Unterstützungsmechanismen mit medizinischen Fachkräften, Familie, Freunden und der Gemeinschaft.