Physiologie der Wundheilung bei Verbrennungen (edit | edit source)
Auf dieser Seite finden Sie eine wachsende Liste der Terminologie und Definitionen zur Wundversorgung.
Epithelisierung ist „ein Prozess der Auffüllung des Defektes auf der Epitheloberfläche während der proliferativen Phase, die in den Stunden nach der Verletzung stattfindet. Bei diesem Prozess erneuern sich die Keratinozyten kontinuierlich und wandern von den basalen zu den differenzierten Schichten nach oben. Eine kontinuierliche Regeneration während der Homöostase und bei Hautverletzungen wird durch die epidermalen Stammzellen aufrechterhalten … Die Epithelisierung ist der wichtigste Teil für den sofortigen Wiederaufbau der Barriere der Haut bei der Wundheilung, bei der die Keratinozyten eine Reihe von Migrations-, Proliferations- und Differenzierungsvorgängen durchlaufen.“(1)
Oberflächlich dermale Wunden (Grad 2a):
- die Epithelisierung findet statt, wenn die proliferative Phase zu Ende geht und die Remodellierungsphase beginnt
- die Menge des aus der Wunde austretenden Exsudats nimmt deutlich ab
- das Risiko einer Infektion sinkt
- die anfängliche Epithelneubildung besteht aus einer dünnen, einschichtigen Lage von Keratinozyten, die zu einer geschichteten, mehrzelligen Struktur heranreift, die die Barrierefunktion der Haut übernimmt
- die Hautanhangsgebilde (Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsen) kehren schließlich zur normalen Funktion zurück
- es wird kein Granulationsgewebe gebildet, sodass diese Verbrennungswunden in der Regel ohne Narbenbildung verheilen
Verbrennungsverletzungen unbestimmter Tiefe oder Grad 2b:
- es liegt eine tiefere Schädigung der dermalen Schicht vor, und diese Verletzungen können viele der Hautanhangsgebilde zerstören
- Verbrennungen 3. Grades zerstören alle dermalen Anhangsgebilde
- die Heilung dieser Verbrennungsverletzungen geht mit Narbenbildung einher; diese Narben erreichen nie wieder die normale Struktur und Funktion der Haut (dies gilt auch für Bereiche, in denen Hauttransplantate eingesetzt wurden)
Versorgung von Verbrennungswunden während der Reepithelisierung (edit | edit source)
„Die Versorgung der Verbrennungswunde während der Reepithelisierung ist entscheidend, damit die neue Epidermis die Verbrennung bedecken und reifen kann. Jedes Trauma oder jede Veränderung im Wundmilieu kann die fortschreitende Epithelisierung verzögern oder verhindern oder zu einer Verschlechterung des neuen Epithels führen.“ – Diane Merwarth, Physiotherapeutin, Spezialistin für Wundversorgung(2)
Die Wundreinigung muss äußerst behutsam erfolgen, um eine Traumatisierung des neuen Epithels zu vermeiden. Ein leichtes Spülen und Abtupfen der Wunde ist ausreichend.
Auswahl der Wundauflage und Techniken (edit | edit source)
Bitte beachten Sie Folgendes:
- verwenden Sie nichthaftende Wundauflagen, die den Wasserverlust durch Verdunstung minimieren (achten Sie darauf, dass die Wunde nicht zu nass wird)
- die Verringerung der Häufigkeit des Verbandwechsels minimiert das Risiko einer erneuter Traumatisierung für das empfindliche neue Epithel
- im Idealfall sollten die Wundauflagen je nach verwendetem Material alle 3 bis 5 Tage gewechselt werden, es sei denn, es gibt Bedenken hinsichtlich einer Infektion
- das Absetzen der silberhaltigen Verbände erleichtert auch die endgültige Deckung der Brandwunde
- der Schutz der Wundränder, einschließlich der neuen Epidermis, verhindert das Anhaften von Verbänden und beugt einer möglichen Mazeration um die Wunde herum vor
- die Anwendung von Wundauflagen sollte eingestellt werden, wenn kein Exsudat mehr auf den Verbänden zu sehen ist und der Wundbereich sichtbar reepithelisiert ist
Tabelle 1. Optionen für Wundauflagen während der Reepithelisierungsphase
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Vorteile |
Risiken |
| Mullauflage auf Petrolatum-Basis (z.B. Xeroform oder Gazeverband mit Vaseline) |
- Bietet eine okklusive Schicht, die ein feuchtes Milieu aufrechterhält
- Haftet kaum auf der Wundoberfläche
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Nicht adhäsiver Schaumstoff-/Schaumverband
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- Haftet kaum auf der Wundoberfläche
- Kann bis zu 7 Tage lang auf der Wunde verbleiben
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Hydrokolloidverbände
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- Bieten eine okklusive Schicht, die ein feuchtes Milieu aufrechterhalten
- Haften kaum auf der Wundoberfläche
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- Können ein zu feuchtes Wundmilieu verursachen
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Folienverbände
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- Ermöglichen die visuelle Überwachung der Wunde
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- Absorbieren kein Exsudat
- Blasenbildung möglich
- Können ein zu feuchtes Wundmilieu verursachen
- Der Klebstoff birgt das Risiko eines Traumas der Wunde oder der Wundumgebung beim Entfernen
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| Alginatverbände |
- Wenn eine Haftung auf dem Wundbett möglich ist, schaffen diese Auflagen ein okklusives Milieu
- Die Gelierung der Wundauflage erhält ein feuchtes Milieu aufrecht
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Komplikation bei Verbrennungswunden: Mazeration (edit | edit source)
Die Mazeration (d.h. die Aufweichung des Gewebes durch übermäßige Feuchtigkeit) ist eine häufige Komplikation bei Verbrennungswunden. Eine längere Einwirkung übermäßiger Feuchtigkeit beeinträchtigt die Haut um die Wunde herum. Sie wird dadurch geschwächt und reißt leicht aufgrund von:(3)(4)
- verminderter Elastizität und zunehmende Brüchigkeit der Epidermis
- verminderter Kollagendichte
- Abflachung der Basalmembran
- verminderter Bindung der Basalmembran an die extrazelluläre Matrix
- gestörter Reepithelisierung
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Die gerötete Haut zeigt eine Reepithelisierung. Bitte beachten Sie die kleinen erhabenen Haarfollikel im Bereich der Reepithelisierung.
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Rote und rosafarbene Bereiche zeigen die Reepithelisierung.
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Rote und rosafarbene Bereiche zeigen die Reepithelisierung.
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Weiße Bereiche in der Wundumgebung zeigen eine Mazeration.
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Weiße Bereiche in der Wundumgebung zwischen den Zehen zeigen eine Mazeration.
Alle Fotos wurden von Diane Merwarth, PT, zur Verfügung gestellt und mit freundlicher Genehmigung verwendet.
Vorbeugung ist die beste Maßnahme, um die mit einer Mazeration verbundenen Komplikationen zu vermeiden:(2)
- Auswahl geeigneter Verbände zur Kontrolle des Exsudats
- Angemessene Häufigkeit des Verbandwechsels
- Schutz der Haut um die Wunde herum und von Epithelinseln in der Wunde:
- Auftragen einer Salbe, Paste, eines Emulgators oder eines flüssigen Polymers zum Schutz der Haut vor Feuchtigkeit.
Beispiel: Zinkoxidpaste, Vaseline oder antibiotische Salbe
- Anbringen eines Verbandes oder einer trockenen Gaze zwischen den Fingern oder Hautfalten
Klinischer Tipp: Zinkoxidpaste (edit | edit source)
Zinkoxidpaste ist eine häufig verwendete Mineralpaste zur Behandlung von Hautreizungen. Sie ist kostengünstig und an den meisten Orten leicht erhältlich.(5) Sie kann die Wundumgebung vor Feuchtigkeit und Mazeration schützen. Die dicke weiße Paste ist undurchsichtig, was die Beurteilung des Zustands der Wundumgebung erschwert.(2) Die Paste kann die Saugfähigkeit und Haftung von darüber liegenden Verbänden beeinträchtigen.(5)
Zinkoxidpaste ist robust und haftet auf der Haut. Glücklicherweise muss sie nicht bei jedem Verbandwechsel vollständig entfernt werden:(2)
- der Bereich kann vorsichtig abgewischt werden, um die Oberflächenrückstände und das verkrustete Exsudat zu entfernen
- wenn noch ausreichend Paste auf der Haut vorhanden ist, muss keine weitere Paste hinzugefügt werden. Wenn es Bereiche mit geringer Abdeckung gibt, kann mehr Paste hinzugefügt werden
- wenn der Schutz der Haut nicht mehr erforderlich ist, kann jede hartnäckige Paste durch Auftragen einer Schicht Vaseline und Abwischen der Haut nach einigen Minuten entfernt werden
Patienten können auf dieses Produkt allergisch reagieren. Unter diesem Link finden Sie weitere Informationen zu Allergien.
Hautpflege nach der Heilung (edit | edit source)
Nach der Reepithelisierung der Haut ist eine sorgfältige Nachsorge erforderlich, um das neue Epithel zu schützen.(2)
- Feuchtigkeitsspeicherung und Hydratation
- nach einer oberflächlich dermalen Verbrennungsverletzung (Grad 2a) kann es bis zu einem Jahr nach der Reepithelisierung dauern, bis diese Funktionen der Haut wiederhergestellt sind
- während der Remodellierungsphase können feuchtigkeitsspendende Cremes oder Lotionen einige der Funktionen der Haut zur Feuchtigkeitsspeicherung ersetzen
- allgemeine Empfehlungen für die Befeuchtung und/oder Hydratation der Haut: Verwenden Sie eine nicht reizende, parfümfreie Creme oder Lotion, die speziell für die Befeuchtung der Haut entwickelt wurde
- Vermeidung der Exposition gegenüber UV-Strahlen
- erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken
- Empfehlungen zum Sonnenschutz: Verwenden Sie einen Sonnenschutz mit mindestens LSF 50 und bedecken Sie die frisch verheilte Haut mit Kleidung oder einem Hut
- Verringerung der Reibung auf der neuen Haut
- Baden/Duschen: Vermeiden Sie beim Waschen und Abtrocknen ein zu starkes Reiben der neuen Haut
- Auftragen von Feuchtigkeitscremes: Dies sollte mit minimaler Reibung erfolgen – es ist nicht notwendig, die Creme oder Lotion vollständig in die Haut einzureiben, da sie von der trockenen Haut sehr schnell aufgenommen wird
- Auswahl der Kleidung:
- vermeiden Sie enge Kleidung über dem verbrannten Wundbereich
- vermeiden Sie das Tragen von Kleidung aus rauen Stoffen
- es werden gut sitzende Schuhe empfohlen
- typische Empfehlungen: Tragen Sie lockere, weiche Kleidung; zu Schuhen sollten immer Socken getragen werden
- Aktivität und Ernährung
- Eine Verbrennungsverletzung führt zu einem anhaltenden hypermetabolischen Zustand, der eine ausreichende Kalorienzufuhr zur Unterstützung des Stoffwechsels erfordert
- es wird empfohlen, eine Ernährungsberatung aufzusuchen
- Müdigkeit ist eine häufige Nebenwirkung, die mit dem Energiebedarf dieses hypermetabolischen Zustands verbunden ist
Rehabilitative Nachbehandlung und Wundpflege (edit | edit source)
„Die Rehabilitation von Patienten mit Verbrennungsverletzungen beginnt am Tag der Verletzung, dauert mehrere Jahre und erfordert multidisziplinäre Bemühungen.“(6)
Die Rehabilitation spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der funktionellen Selbständigkeit sowie bei der Aufrechterhaltung des medizinischen Status. Sie hat auch einen positiven Einfluss auf das emotionale und psychische Wohlbefinden. Die Rehabilitation bei der Behandlung von Verbrennungsverletzungen kann Folgendes umfassen:
- Erhaltung des Bewegungsausmaßes
- Kontrakturprophylaxe und Minimierung der Auswirkungen der Narbenbildung
- Vermeidung von Gelenkfehlstellungen
- Maximierung des psychischen Wohlbefindens
- Maximierung der sozialen Integration
- Maximierung der Funktionsfähigkeit und Genesung
- Verbesserung der Lebensqualität
Bitte lesen Sie diesen Artikel, um mehr über die Rehabilitation nach Verbrennungsverletzungen zu erfahren.
„Die Bildung hypertropher Narben ist ein bedeutender Faktor, der nach einer Verbrennungsverletzung zu einer erheblichen Beeinträchtigung führt. Bei Verbrennungsverletzungen der Grade 2b und 3 ist die Entwicklung hypertropher Narben unvermeidlich. Eine beschädigte oder zerstörte extrazelluläre Matrix kann sich nicht regenerieren und daher nicht die für die Regeneration des Epithels erforderlichen Komponenten bereitstellen. Die übermäßige und anhaltende Entzündungsreaktion, die bei Verbrennungsverletzungen normal ist, führt zur Produktion von unreifem Kollagen.“ — Diane Merwarth, Physiotherapeutin, Spezialistin für Wundversorgung(2)
Merkmale einer hypertrophen Narbe:(7)
- erhaben, fest und gerötet
- pruriginös (juckend) und empfindlich/schmerzhaft für den Patienten
- begrenzt auf die Stelle der ursprünglichen Verbrennungswunde
- nimmt an Größe zu, indem sie die Narbenränder verdrängt
Da sich die Epidermis nicht regeneriert, werden auch die normalen Funktionen der Haut nicht wiederhergestellt:(2)
- Verlust von Schweißdrüsen, was die Thermoregulation im betroffenen Bereich beeinträchtigt
- Talgdrüsen stehen nicht zur Verfügung, um die Haut und die Haarfollikel mit Fett zu versorgen
- Die Geschmeidigkeit/Elastizität der Haut und der Weichteile ist stark vermindert, was direkt zu einer Narbenkontraktur und einem eingeschränkten funktionellen Bewegungsausmaß führt
- Narben können von Patienten als ästhetisch störend und belastend empfunden werden
- Die Abdeckung mit einem Hauttransplantat kann einige der Komplikationen von hypertrophen Narben mildern
Alle Fotos wurden von Diane Merwarth, PT, zur Verfügung gestellt und mit freundlicher Genehmigung verwendet.
Nicht invasive Behandlung hypertropher Narben (edit | edit source)
Hypertrophe Narben sind eine häufige Form der pathologischen Narbenbildung nach Verbrennungen. Heutzutage wird die hypertrophe Narbenbildung als „die größte ungelöste Herausforderung nach Verbrennungsverletzungen“ bezeichnet.(7)
Ein Bericht aus dem Jahr 2023 stellte fest, dass es keinen Konsens über eine einheitliche Intervention bei der Behandlung hypertropher Narben gibt.(8) Wie in allen Bereichen der Rehabilitationspraxis spielen die Erfahrung des Klinikers und das klinische Reasoning eine große Rolle bei der Festlegung und Neubewertung eines Behandlungsplans für Verbrennungsverletzungen. Mentoring und Koordination innerhalb des interdisziplinären Teams sollten zur Unterstützung des Wundpflegepersonals eingesetzt werden.
- Silikongelauflagen:
- Silikongel (Stücke aus dünnem, flexiblem medizinischem Silikon, das in Form einer Folie oder als selbsttrocknendes Gel erhältlich sind) kann über hypertrophe Narben gelegt werden
- diese Produkte können Juckreiz, Trockenheit(9) und Schmerzen(10) nach Verbrennungen lindern
- können allein oder unter der Kompressionskleidung, Schiene oder Gipsverband verwendet werden(9)
- in der Therapie nach Handverletzungen können die Verbesserungen der Narbenqualität signifikanter sein, wenn das Silikon mit der Kompressionskleidung kombiniert wird (siehe unten)(11)
- der Behandlungsmechanismus basiert auf der Fähigkeit des Silikons, die Barrierefunktion der Haut wiederherzustellen, indem der transepidermale Wasserverlust reduziert wird
- die Wiederherstellung dieser Barriere kann bei Wunden nach Verbrennungen 3. Grades mindestens ein Jahr dauern(12)
- trotz mangelnder Evidenz enthalten viele Algorithmen und Nachbehandlungsschemata für Verbrennungen Silikon als erste oder primäre Therapie bei der Narbenbehandlung(2)
- die American Burn Association stellt fest, dass es „keine eindeutigen Vorteile bei der Verwendung von Gelen im Vergleich zu Gelfolien oder von Nicht-Silikonprodukten im Vergleich zu Silikonprodukten in Bezug auf den Behandlungseffekt gibt, aber es scheint weniger unerwünschte Reaktionen bei der Verwendung von Silikongelen im Vergleich zu Gelfolien zu geben.“(13)
- einige Patienten können eine Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Silikon haben, so dass die Haut regelmäßig untersucht werden sollte(9)
- Massagetherapie:
- Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass Massagetherapie kurzfristig eine deutliche Verbesserung bei Verbrennungsnarben bewirken kann, aber keine langfristigen Vorteile bietet.(2)
- Sie kann sich positiv auf den von Patienten berichteten Juckreiz, Schmerzen und die Vaskularisierung auswirken,(14) aber es gibt derzeit keine Evidenz für eine dauerhafte Wirkung auf die Narbenhöhe oder -dicke(2)
- Narbenkompressionskleidung:
- Kompressionskleidung wurde umfassend für die Behandlung von Verbrennungsnarben untersucht(2) und gilt als die wichtigste nicht invasive Behandlung für hypertrophe Narben(12)
- es wird vermutet, dass die von der Kompressionskleidung ausgeübten mechanischen Kräfte die Narbenkontraktur verringern und die Kollagenablagerung während der Remodellierungsphase reorganisieren(12)
- es wurde festgestellt, dass Kompressionskleidung die Farbe, Dicke, Schmerzen und Qualität von Narben verbessern kann(15)
- die Tragepläne für Kompressionskleidung sind nicht standardisiert, wobei die Forschung einen Trageplan von 4-Stunden-Blöcken bis hin zu einem kontinuierlichen 23- oder 24-Stunden-Tag vorschlägt,(15) wobei die Kleidung zur Körperpflege ausgezogen werden kann(2)
- auch der optimale Kompressionsdruck variiert in der Forschung: Einige Berichte zeigen, dass der ideale Druck, der durch die Kleidung ausgeübt werden sollte, 15-25 mmHg beträgt, während andere Studien einen Druck empfehlen, der dem kapillaren Verschlussdruck (40 mmHg) entspricht oder diesen übersteigt(2)
- die Ermüdung der Kleidung (wenn die Kleidung ersetzt werden muss) verringert die Wirksamkeit der Narbenkompressionstherapie erheblich(2)
- die Ergebnisse werden direkt durch eine schlechte Adhärenz (Therapietreue) der Patienten beeinflusst; zu den Gründen für eine schlechte Adhärenz gehören:(2)
- die Kleidung ist unbequem oder es ist zu heiß, um sie wie vorgesehen zu tragen
- das An- und Ausziehen der Kleidung kann schwierig sein
- die Kosten sind ein erheblicher Hinderungsgrund für die Beschaffung und den Austausch von verschlissener Kleidung
- Corticoid-Embedded Dissolving Microneedles (CEDMN):
- CEDMN (etwa: „In Kortikoide eingebettete, sich auflösende Mikronadeln“) bieten eine minimale bis schmerzfreie Hautpenetration und eine direkte dermale Arzneimittelabgabe unter Verwendung eines Hyaluronsäureverbands, auf den die Mikronadeln aufgetragen werden.(16) Wenn sich die Mikronadeln auflösen, setzen sie das eingebettete Kortikoid frei, das sich als wirksam bei der Reduzierung der Dicke hypertropher Narben erwiesen hat(2)
- Diese Intervention ist vielversprechend, da sie intraläsionalen Steroidinjektionen, die äußerst schmerzhaft sein können und nur in einem begrenzten Bereich wirksam sind, überlegen ist(2)
- Seriengips:
- eine kleine Studie aus dem Jahr 2023(17) ergab, dass durch den Einsatz von Seriengips das volle Bewegungsausmaß wiederhergestellt werden kann
- ist das volle Bewegungsausmaß erreicht, wird eine Nachtschiene verwendet, um die Beweglichkeit aufrechtzuerhalten
- das Behandlungsschema, das in der Studie verwendet wurde, umfasste zusätzliche therapeutische Interventionen am Gelenk bei jedem Gipswechsel:(17)
- feuchte Wärme
- aktive Bewegungsübungen mit endgradigen Dehnungen
- Gleitmobilisationen des Gelenks
- progressive Widerstandsübungen
Chirurgische Behandlung hypertropher Narben (edit | edit source)
Wenn nach der Reifung der Narbe weiterhin funktionelle Einschränkungen oder ästhetische Anliegen bestehen, kann ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden, wie z. B.:
- Release von kontrakten Narben
- Abtragung des hypertrophen Narbengewebes (Debulking)
- rekonstruktive Verfahren für bessere kosmetische Ergebnisse
Es gibt eine Fülle von Forschungsarbeiten und Fallberichten, die verschiedene Interventionen zur Verbesserung der Ergebnisse bei hypertrophen Narben untersuchen. Leider sind die Ergebnisse dieser Studien und Berichte sehr unterschiedlich.(2)
Sonderthema bei Verbrennungswunden: Juckreiz (edit | edit source)
Pruritus (Juckreiz) ist eine häufige und schwerwiegende Komplikation bei Verbrennungsverletzungen und kann die Lebensqualität und das psychosoziale Wohlbefinden eines Überlebenden einer Verbrennung stark beeinträchtigen.(18)
- Der Juckreiz kann innerhalb weniger Tage nach der Verbrennungsverletzung auftreten und noch Jahre nach der Heilung anhalten
- Die Prävalenz von Juckreiz unmittelbar nach einer Verbrennung liegt bei 80–100 %; die Prävalenzrate liegt auch 12 Jahre nach der Verbrennungsverletzung noch bei etwa 40 %
- Zu den sensiblen Beschwerden im Zusammenhang mit Juckreiz können gehören: Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl und Stechen
- Juckreiz kann den Schlaf stören und die Fähigkeit einer Person beeinträchtigen, alltägliche Aktivitäten auszuführen(18)
Bei der Behandlung von Pruritus ist es wichtig, festzustellen, ob möglicherweise zugrundeliegende Faktoren zum Juckreiz beitragen. Wenn bei einem Patienten mit Verbrennungen einer dieser Faktoren vorliegt, sollte dieser zuerst behandelt werden, bevor andere Maßnahmen gegen den Juckreiz eingeleitet werden. Zu diesen Faktoren können gehören: (1) eine Allergie oder Empfindlichkeit gegenüber der aktuellen medikamentösen Therapie, (2) eine zugrundeliegende dermatologische Erkrankung oder (3) die Entwicklung einer Neuropathie.
Der Mechanismus des Juckreizes ist nicht gut verstanden, wenn er in direktem Zusammenhang mit der Verbrennungsverletzung selbst steht. Daher gibt es keinen anerkannten Konsens für die Behandlung. Zu den Behandlungen, die einen gewissen Erfolg zeigen, gehören:(2)
- topische Behandlung mit Cremes, Lotionen oder Emollienzien zur Wiederherstellung der Barrierefunktion
- systemische Behandlung
- Antihistaminika
- Gabapentin
- Gabapentin in Kombination mit Pregabalin (diese Kombination erwies sich als wirksamer als die Einzelanwendung)
- Antidepressiva
- einigermaßen wirksam bei Patienten mit Juckreiz, die auch unter Depressionen oder Angstzuständen leiden
- Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)
- physikalische Behandlung
Edukation für Patienten und Kliniker (edit | edit source)
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- ↑ Dhandapani N, Samuelsson K, Sköld M, Zohrevand K, German GK. Mechanical, compositional, and microstructural changes caused by human skin maceration. Extreme Mechanics Letters. 2020 Nov 1;41:101017.
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