Selbstfürsorge für Rehabilitationsfachleute, die mit Flüchtlingen und Vertriebenen arbeiten

Originaler Autor – Kamal Khalifa, Wala’a Awwad von The Center for Victims of Torture und Giuseppe Daverio als Teil des PREP Content Development Project

Top-BeitragendeNaomi O’Reilly, Jess Bell, Kim Jackson und Carin Hunter , Ilona Fricker von The Center for Victims of Torture

Einleitung(edit | edit source)

Die Arbeit mit Menschen, die Flucht oder Vertreibung erlebt haben, ist oft eine lohnende und sinnvolle Tätigkeit, kann aber auch eine Herausforderung sein, insbesondere für die physische und psychische Gesundheit der in diesem Bereich tätigen Personen. Rehabilitationsfachleute, die Flüchtlinge und Vertriebene behandeln, sind oft möglichen negativen Reaktionen ausgesetzt, die mit verschiedenen schwierigen Aspekten ihrer Arbeit zusammenhängen. Sie sind tagtäglich mit Leid und Trauer und der Situation des allgemeinen Verlusts konfrontiert, in der sich Flüchtlinge und Vertriebene oft befinden.(1) Insbesondere die Geschichten von Überlebenden von Traumata können für ungeschulte Rehabilitationsfachleute sehr anspruchsvoll sein, da sie oft mit Folter und/oder Gewalt verbunden sind.(2)(3) Darüber hinaus kann es bei der Arbeit mit dieser Bevölkerungsgruppe zu Schwierigkeiten in Bezug auf die kulturelle Kompetenz kommen.(4)

All diese Aspekte können zusammengenommen zu schwierigen Problemen führen, die den Rehabilitationsfachleuten das Gefühl geben, nicht ausreichend geschult oder qualifiziert zu sein, und sie der Gefahr ernsthafter Belastungsreaktionen aussetzen.(5) Rehabilitationsfachleute in diesem Bereich berichten, dass sie sich bei ihrer Arbeit manchmal wie betäubt, abgeschnitten, isoliert, überfordert und deprimiert fühlen können. Aus solchen Gründen ist die Selbstfürsorge entscheidend.(6) Es gibt nur wenige Studien über diesen Aspekt im Bezug auf Angehörige der Rehabilitationsberufe, aber sie haben gezeigt, dass auch sie schwerwiegenden Belastungsreaktionen ausgesetzt sind. Eine Studie ergab, dass 45,8 % der Physiotherapeuten von Burnout betroffen waren oder ein hohes Risiko hatten, dieses Syndrom zu entwickeln.(7)

Was ist Selbstfürsorge? ( edit | edit source )

Selbstfürsorge ist jede Tätigkeit, die wir bewusst ausüben, um uns um unsere eigene geistige, emotionale und körperliche Gesundheit zu kümmern. Es ist „etwas, das uns auftankt, anstatt von uns zu nehmen“.(5)

Es handelt sich um ein umfassendes Konzept, das Hygiene (allgemein und persönlich), Ernährung (Art und Qualität der verzehrten Lebensmittel), Lebensstil (sportliche Aktivitäten, Freizeit usw.), Umweltfaktoren (Lebensbedingungen, soziale Gewohnheiten usw.), sozioökonomische Faktoren (Einkommensniveau, kulturelle Überzeugungen usw.) und Selbstmedikation umfasst. (8)

Warum Selbstfürsorge wichtig ist ( edit | edit source )

  • Die Arbeit mit Menschen mit Erfahrungen von Flucht und Vertreibung kann für die in diesem Bereich Tätigen emotional schwierig sein.
  • Die Einbindung von Selbstfürsorgeaktivitäten in das tägliche Leben hilft, Stress und Ängste zu erkennen, zu bewältigen und zu reduzieren. Sie trägt dazu bei, die Gesundheit und das Wohlbefinden kurz- und längerfristig zu erhalten und zu verbessern.
  • Sie kann dazu beitragen, negative Reaktionen (siehe unten) wie sekundäre Traumata, Mitgefühlsmüdigkeit oder Burnout zu verhindern.
  • Sie trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei und unterstützt ein gesundes Gleichgewicht zwischen Leben und Arbeit.
  • Wenn Sie sich um sich selbst kümmern, werden Sie sich auch weiterhin um die Menschen kümmern können, die Sie beruflich und privat unterstützen.

Stress verstehen ( edit | edit source )

Im Grunde genommen ist Stress die Reaktion unseres Körpers auf den Druck, der von einer Situation oder einem Lebensereignis ausgeht. Stress kann auf zwei Arten betrachtet werden: als Eustress und als Distress. Eustress ist positiver Stress in unserem Leben und Distress ist negativer Stress in unserem Leben. Wenn wir von Stress sprechen, meinen wir in der Regel Distress.

Eustress unterscheidet sich von Distress durch die folgenden Merkmale:(9)

  • Er hält nur kurzzeitig an
  • Er regt an und motiviert
  • Er wird als etwas wahrgenommen, das wir selbst bewältigen können
  • Er fühlt sich aufregend an
  • Er steigert Konzentration und Leistung

Andererseits ist Distress oder negativer Stress durch Folgendes gekennzeichnet:

  • Kurz- und langfristig anhaltend
  • Auslöser von Angst und Besorgnis
  • Übersteigt unsere Bewältigungsfähigkeiten
  • Erzeugt unangenehme Gefühle
  • Nachlassende Konzentration und Leistung
  • Trägt zu psychischen und physischen Problemen bei

Was zu Stress beiträgt, kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein und hängt von unseren sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen, der Umgebung, in der wir leben, und unserer genetischen Veranlagung ab. Zu den häufigen Merkmalen von Dingen, die Stress auslösen können, gehören die Erfahrung von etwas Neuem oder Unerwartetem, etwas, das das eigene Selbstwertgefühl bedroht, oder das Gefühl, wenig Kontrolle über eine Situation zu haben.

Häufige Stressquellen für Rehabilitationsfachleute ( edit | edit source )

Es kann zwischen externen und internen Stressquellen unterschieden werden:

Externe Stressquellen ( edit | edit source )

Beispiele für externe Stressoren sind:(10)(11)

  • Ein chaotisches Arbeitsumfeld
  • Arbeitsüberlastung
  • Enge Fristen und gestresste Mitarbeiter
  • Sich durch unerfüllte Bedürfnisse überfordert fühlen
  • Überlastung an Verwaltungsaufgaben
  • Geringe Aufstiegsmöglichkeiten am Arbeitsplatz
  • Kommunikationsschwierigkeiten aufgrund von persönlichen und kulturellen Unterschieden
  • Konfrontation mit moralischen und ethischen Dilemmata
  • Unzureichender Arbeitsraum
  • Unrealistische Erwartungen der Patienten und ihrer Familien
  • Tägliche unvorhergesehene und ungeplante Situationen

Andere nicht arbeitsbezogene Faktoren könnten sein:

  • Reiseschwierigkeiten und Verspätungen
  • Mangel an sozialer Unterstützung
  • Große Veränderungen im Leben: eine neue Ehe, eine geplante Schwangerschaft, der Tod eines geliebten Menschen oder eine Scheidung
  • Umwelt: Dinge, die unsere natürlichen Sinne überfordern, wie z. B. Bauarbeiten nebenan, Sonnenlicht in den Augen bei der Arbeit im Büro
  • Sozial: negative Familiendynamik, neue Interaktionen

Interne Stressquellen ( edit | edit source )

Beispiele für interne Stressoren sind:

  • Ängste wie Versagensangst, Angst vor öffentlichen Auftritten („Lampenfieber“) oder Flugangst
  • Ungewissheit und mangelnde Kontrolle; Ungewissheit über den Arbeitsplatz oder Warten auf die Ergebnisse eines Tests
  • Überzeugungen: Dabei kann es sich um Einstellungen, Meinungen oder Erwartungen handeln, z. B. die Erwartung eines perfekten Urlaubs oder unterschiedliche politische Überzeugungen in der Familie oder unter Freunden
  • Negativität und Pessimismus
  • Frühere Erfahrungen mit Traumata oder sehr belastenden Ereignissen(12)

Stressphysiologie ( edit | edit source )

Unser Körper beurteilt eine Situation und entscheidet, ob sie stressig ist oder nicht. Diese Entscheidung wird auf der Grundlage des sensorischen Inputs und Verarbeitung (d. h. der Dinge, die wir in der Situation sehen und hören) und auch auf der Grundlage gespeicherter Erinnerungen (d. h. was das letzte Mal passiert ist, als wir uns in einer ähnlichen Situation befanden) getroffen.(13) Wenn wir ein Ereignis wahrnehmen, das für uns stressig oder beängstigend ist, wird unser Körper angeregt, Stresshormone zu produzieren, die eine „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion auslösen (auch bekannt als akute Stressreaktion).(14) Diese Reaktionen sind evolutionäre Anpassungen und helfen uns, in bedrohlichen Situationen schnell zu reagieren und unsere Überlebenschancen zu erhöhen.(13)

  • Informationen aus den Sinnesorganen werden an die Amygdala weitergeleitet, einen Bereich des Gehirns, der an der emotionalen Verarbeitung beteiligt ist.
  • Die Amygdala interpretiert die Bilder und Töne. Wird eine Gefahr wahrgenommen, sendet sie sofort ein Notsignal an den Hypothalamus.
  • Der Hypothalamus kommuniziert mit dem Rest des Körpers über das vegetative (autonome) Nervensystem, das unwillkürliche Körperfunktionen wie Atmung, Blutdruck und Herzschlag steuert.
  • Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei Komponenten, dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Das sympathische Nervensystem funktioniert wie das Gaspedal in einem Auto und versorgt den Körper mit einem Energieschub, damit er auf wahrgenommene Stressoren/Gefahren reagieren kann. Das parasympathische Nervensystem wirkt wie eine Bremse. Es fördert die „Ruhe- und Verdauungsreaktion“, die den Körper beruhigt, wenn die Gefahr vorüber ist.
  • Der Hypothalamus aktiviert das sympathische Nervensystem, indem er über die autonomen Nerven Signale an die Nebennieren sendet. Diese Drüsen reagieren, indem sie das Hormon Epinephrin, auch Adrenalin genannt, in den Blutkreislauf pumpen. Wenn Epinephrin durch den Körper zirkuliert, bewirkt es eine Reihe von physiologischen Veränderungen.
Tabelle.1 Kampf oder Flucht – Physiologische Reaktionen(15)
Körpersystem Physiologische Wirkung Folge
Herz Erhöhte Herzfrequenz

Erweiterung der Koronargefäße

Erhöhung des Blutflusses

Verbesserte Verfügbarkeit von Sauerstoff und Energie für das Herz

Kreislauf Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation) zur Versorgung der Muskeln

Verengung der Blutgefäße (Vasokonstriktion), die der Verdauung dienen

Erhöhte Verfügbarkeit von Sauerstoff für die Skelettmuskulatur

Blut wird zu den Skelettmuskeln und zum Gehirn umgeleitet

Bronchien Erweiterung der Bronchien (Bronchodilatation)

Erhöhte Atemfrequenz

Erhöhte Verfügbarkeit von Sauerstoff im Blut
Leber Erhöhte Umwandlung von Glykogen in Glukose Erhöhte Verfügbarkeit von Glukose in Skelettmuskel- und Gehirnzellen
Haut Die Haut wird blass, da der Blutfluss reduziert ist. Erhöhter Blutfluss zu den Muskeln und weg von nicht überlebenswichtigen Teilen des Körpers wie der Peripherie
Augen Erweiterung der Pupillen (Mydriasis) Erhöhter Lichteinfall, so dass die Sehschärfe verbessert wird, um die nähere Umgebung zu erfassen

Chronischer Stress ( edit | edit source )

Langzeitstress wird durch das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-System (HPA, von „Hypothalamic-Pituitary-Adrenal“) reguliert, das eine adaptive Reaktion auf jeden Stressor ermöglicht. Der Hypothalamus signalisiert der Hypophyse, ein Hormon zu produzieren, das wiederum den Nebennieren, die sich oberhalb der Nieren befinden, signalisiert, die Produktion von Kortisol zu erhöhen. Kortisol erhöht die Menge des verfügbaren Energieträgers, indem es Glukose und Fettsäuren aus der Leber mobilisiert. Während eines stressigen Ereignisses kann ein Anstieg des Kortisols die Energie liefern, die für die Bewältigung längerer oder extremer Herausforderungen erforderlich ist.(16) Wenn unsere Stressreaktion jedoch wiederholt aktiviert wird oder über einen längeren Zeitraum anhält, können die Auswirkungen zu einer Überlastung des Körpers führen und bewirken, dass wir uns ständig in einem Zustand von „Kampf oder Flucht“ befinden.(17) Anstatt uns zu helfen, durchzuhalten, kann dieser Druck dazu führen, dass wir uns überfordert oder unfähig fühlen, ihn zu bewältigen.

Die Auswirkungen von chronischem Stress auf die Körpersysteme ( edit | edit source )

Tabelle.2 Auswirkungen von chronischem Stress auf die Körpersysteme
Körpersystem Folge
Nervensystem
  • Übersteuerung des autonomen Nervensystems, die Veränderungen in mehreren Körpersystemen verursacht
Muskuloskelettales System
  • Mechanische Schmerzen im Zusammenhang mit einer veränderten motorischen Kontrolle/myofaszialen Einschränkungen
  • Reduzierte Core-Stabilität
Respiratorisches System
  • Veränderte Atemmechanik:
  • Verminderte Zwerchfellatmung
  • Verstärkte akzessorische Atmung
Kardiovaskuläres System
  • Erhöhtes Risiko einer Herzerkrankung
  • Verminderte Leistungsfähigkeit des Kreislaufs
Endokrines System
  • Ein erhöhter Kortisolspiegel kann die Insulinaktivität beeinträchtigen und zu Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Adipositas führen
  • Auch das Immunsystem ist beeinträchtigt. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die unter chronischem Stress stehen, anfälliger für Viruserkrankungen wie Grippe und Erkältung sowie für andere Infektionen sind.
Gastrointestinales System
  • Erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen
  • Appetitveränderungen
  • Saurer Reflux
  • Durchfall oder Obstipation
  • Magenschmerzen
  • RDS (Reizdarmsyndrom)
  • Verschlechterungen bei CED (chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)
Fortpflanzungssystem
  • Veränderungen der Menstruation und des sexuellen Verlangens, erhöhte Risiken in der Schwangerschaft, verschlimmerte prämenstruelle Symptome oder Wechseljahrsbeschwerden
Sensorisches System
  • Lichtempfindlichkeit
  • „Sensory Exclusion“
Psychische Gesundheit
  • Depression
  • Angststörungen

Stress wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Es kann verschiedene körperliche oder psychische Symptome zur Folge haben, die die Funktionsfähigkeit im Alltag erschweren können. Art und Schweregrad der Symptome sind von Person zu Person sehr unterschiedlich. Anzeichen und Symptome von Stress können sein:

Tabelle.3 Anzeichen und Symptome von Stress
Emotional
  • Stimmungsschwankungen
  • Sich „überemotional“ fühlen
  • Reizbarkeit
  • Angststörungen
  • Depression
  • Wut
  • Emotionale Taubheit
Geistig
  • Unzureichende Konzentrationsfähigkeit
  • Verwirrung und desorganisierte Gedanken
  • Vergesslichkeit
  • Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung
  • Träume oder Albträume
  • Aufdringliche Gedanken
Existentiell
  • Gefühle der Leere
  • Verlust des Sinns
  • Entmutigung und Verlust der Hoffnung
  • Zynismus
  • Zweifel
  • Religiöse Krise
  • Entfremdung und Verlust des Gefühls der Verbundenheit
Verhaltensbezogen
  • Erhöhte Risikobereitschaft, z. B. rücksichtsloses Fahren
  • Über- oder Unterernährung
  • Vermehrtes Rauchen
  • Lustlosigkeit
  • Übererregbarkeit
  • Aggressivität
Körperlich
  • Wenig Energie
  • Magenverstimmung, einschließlich Durchfall, Verstopfung und Übelkeit
  • Schmerzen und Verspannungen
  • Schneller Herzschlag und schnelle Atmung
  • Schlaflosigkeit
  • Häufige Erkältungen und Infektionen
  • Verlust des sexuellen Verlangens und/oder der sexuellen Funktionsfähigkeit

Hohes Stressniveau und damit verbundene Reaktionen ( edit | edit source )

Selbstfürsorge ist wichtig und wir alle brauchen sie, da wir alle unter Stress bei der Arbeit leiden können, aber die Arbeit mit Menschen mit Fluchterfahrung hat ihre ganz eigenen Herausforderungen. Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die Rehabilitationsfachleute entwickeln können, wenn sie einem hohen Maß an Stress ausgesetzt sind. Das nachstehende Diagramm zeigt die Zustände, sowohl positive als auch negative, die Rehabilitationsfachleute im Bezug auf die Qualität ihres Berufslebens entwickeln können.

Mitgefühlsmüdigkeit (Compassion Fatigue) ( edit | edit source )

Mitgefühlsmüdigkeit („compassion fatigue“) bezieht sich auf die Unfähigkeit, sich in die Betroffenen einzufühlen, wenn sie ihre Erfahrungen mitteilen, oder auf die mangelnde Bereitschaft, den Schmerz schwieriger Geschichten mitzuerleben oder Unterstützung zu leisten. Fachkräfte, die regelmäßig mit den traumatischen Erfahrungen der Menschen, die sie betreuen, konfrontiert sind, wie z. B. Mitarbeiter des Gesundheitswesens, des Rettungsdienstes und der kommunalen Dienste, sind besonders anfällig für die Entwicklung von Mitgefühlsmüdigkeit. Die Mitgefühlsmüdigkeit ist gekennzeichnet durch Symptome wie Erschöpfung, Wut und Reizbarkeit, negatives Bewältigungsverhalten einschließlich Alkohol- und Drogenmissbrauch, verminderte Fähigkeit, Mitgefühl und Empathie zu empfinden, vermindertes Gefühl der Freude oder Zufriedenheit mit der Arbeit, vermehrte Fehlzeiten und eine beeinträchtigte Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und für Patienten bzw. Klienten zu kümmern.(18) Der Begriff konzentriert sich auf kognitive, emotionale und verhaltensbezogene Veränderungen, die bei der Arbeit mit Traumaopfern auftreten.(19)

Mitgefühlsmüdigkeit kann das Ergebnis einer hohen Arbeitsbelastung in einem klinischen Umfeld sein, insbesondere wenn der Kliniker das Gefühl hat, hilflos zu sein oder nicht in der Lage, die Bedürfnisse der Patienten zu erfüllen.

Abbildung 2. Figleys Prozess der Mitgefühlsmüdigkeit (20)

Indirekte oder stellvertretende Traumatisierung ( edit | edit source )

Indirekte, sekundäre oder stellvertretende Traumatisierung bezieht sich auf Traumasymptome, die bei Beschäftigten des Gesundheitswesens auftreten können, wenn sie mit den Erzählungen von Überlebenden traumatischer Ereignisse konfrontiert werden. Eine indirekte Traumatisierung kann bei einem Mitarbeiter schon nach einem einzigen Kontakt mit einem traumatisierten Patienten auftreten.(21) Die Symptome können die gleichen oder ähnliche sein wie bei denjenigen, die das Trauma erlitten haben, wie z. B. Ermüdung, Hypervigilanz, Vermeidungsverhalten, Gefühllosigkeit und Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Die indirekte Traumatisierung entsteht durch den kumulativen Kontakt mit traumatisierten Patienten. Dies führt zu mentalen und kognitiven Zeichen und Symptomen in Bezug auf sich selbst, andere und die Umwelt:(22)

  1. Veränderungen in der Spiritualität
    • Zum Beispiel Veränderungen von Überzeugungen, Kausalität und Glauben, Infragestellung früherer Überzeugungen und des Sinns und Zwecks des Lebens, Hoffnungslosigkeit
  2. Veränderungen der Identität
    • Zum Beispiel Veränderungen in der Art und Weise, wie Sie über einen Freund oder ein Familienmitglied denken oder wichtige Identitäten im Beruf ausüben
  3. Veränderungen der Überzeugungen in Bezug auf wichtige psychologische Bedürfnisse
    • Zum Beispiel Überzeugungen in Bezug auf Sicherheit, Kontrolle, Vertrauen, Wertschätzung und Intimität. Diese Überzeugungen können Ihr Denken (z. B. Sorge um die Sicherheit, Misstrauen gegenüber Fremden) und Handeln (z. B. mehr Schutz für Ihre Kinder) beeinflussen.(22)

In der Regel ist der Beginn schleichend, da der Mitarbeiter immer mehr Geschichten in einem Kontext hört, in dem es ihm an Unterstützung oder guten Selbstfürsorgepraktiken mangelt. Indirekte Traumatisierung führt zu einer Verringerung der Arbeitsmotivation, der Arbeitsproduktivität und des Einfühlungsvermögens sowie zu einem Anstieg der Arbeitsvermeidung. (18)

Burnout(edit | edit source)

Burnout wird von der WHO (2018) als ein Syndrom definiert, das durch chronischen Stress am Arbeitsplatz entsteht, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Das Burnout-Syndrom ist durch drei Dimensionen gekennzeichnet:(23)

  1. Gefühle von Energiemangel oder Erschöpfung
  2. Zunehmende mentale Distanz zur Arbeit oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus in Bezug auf die Arbeit
  3. Geringere berufliche Effektivität(23)

Burnout ist gekennzeichnet durch emotionale Erschöpfung, Energielosigkeit oder Demotivation, Apathie, Gefühle der Hoffnungslosigkeit, rasche Erschöpfung, Desillusionierung, Melancholie, Vergesslichkeit, Reizbarkeit, das Erleben der Arbeit als schwere Last, eine entfremdete, unpersönliche, gefühllose und zynische Haltung gegenüber den Patienten bzw. Klienten, eine Tendenz, sich selbst die Schuld zu geben, verbunden mit einem Gefühl des Versagens.(24)(25)

Die folgende Tabelle zeigt die zahlreichen Symptome von Burnout.

Tabelle.4 Symptome von Burnout
Psychologisch
  • Depression
  • Angststörungen
  • Hoffnungslosigkeit
  • Emotionale Taubheit
  • Zynismus
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Mangelnde Motivation
  • Negative Haltungen
  • Aufdringliche Gedanken
  • Niedrige Moral
  • Vergesslichkeit
  • Schuldgefühle
Körperlich
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Körperliche Schmerzen
  • Körperliche Ermüdung
  • Chronische Gesundheitsprobleme, z. B. Bluthochdruck, Magengeschwüre, usw.
  • Magenbeschwerden
  • Veränderungen des Appetits
  • Tachykardie
  • Atembeschwerden
  • Muskelverspannungen
  • Unfähigkeit zur Entspannung
  • Wenig Energie
Verhaltensbezogen
  • Sozialer Rückzug
  • Gleichgültigkeit und Langeweile
  • Aufschieben und Verpassen von Terminen
  • Fehlen von Grenzen, Enthemmung
  • Reizbarkeit
  • Beschuldigen von Anderen
  • Beziehungsschwierigkeiten
  • Kommunikationsschwierigkeiten
  • Vermehrte Süchte oder Abhängigkeiten
  • Misstrauen gegenüber Kollegen
  • Häufigere Fehler
  • Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Aufgaben

Ursachen für Burnout am Arbeitsplatz ( edit | edit source )

Am Arbeitsplatz kann Burnout durch eine hohe Arbeitsbelastung, unzureichende Unterstützung oder Ressourcen, organisatorische und persönliche Konflikte verursacht werden.(26) Zwischenmenschliche Konflikte, Ungleichheit, mangelnde Arbeitszufriedenheit oder Anerkennung können ebenfalls dazu beitragen. Die Arbeit mit der Flüchtlingsbevölkerung kann eine Herausforderung sein, aber sie ist auch lohnend, inspirierend und anregend. Sie werden Zeuge ihrer Widerstandsfähigkeit, ihrer Stärke, ihrer Hoffnung und ihres Wachstums während der Therapie, was Sie dazu anspornt, weiterhin Unterstützung zu leisten und die Arbeit der Hilfe zu tun.

Es gibt auch positive Reaktionen, die mit der Arbeit mit dieser Bevölkerungsgruppe verbunden sind.

Mitgefühlszufriedenheit (Compassion Satisfaction) ( edit | edit source )

Dies ist die Freude, die Sie aus Ihrer Arbeit schöpfen, und umfasst die Teile, die Sie als „lebensspendend“ erleben. Sie können zum Beispiel das Gefühl haben, dass es Ihnen Freude bereitet, anderen durch Ihre Arbeit zu helfen, oder Sie haben ein positives Gefühl hinsichtlich Ihrer Fähigkeit, einen Beitrag zum Arbeitsumfeld zu leisten.

Stellvertretende Resilienz (Vicarious Resilience) ( edit | edit source )

Dies ist die positive Auswirkung auf die persönliche Entwicklung von Therapeuten, die sich aus der Konfrontation mit traumatischem Material und der bei Überlebenden beobachteten Resilienz ergibt.(27) Die stellvertretende Resilienz manifestiert sich als persönliches Wachstum in den Bereichen Selbstwahrnehmung und Weltanschauung, Spiritualität, Selbstfürsorge, Traumaarbeit und Verbindung mit Patienten.(28)

Das ABC der Selbstfürsorge ( edit | edit source )

Das Verständnis dafür, wie man Selbstfürsorge schafft, basiert auf drei Hauptprinzipien.(29)

Awareness (Bewusstheit)(edit | edit source)

Bewusstheit ist ein wichtiger erster Schritt, um herauszufinden, wie Sie auf die Geschehnisse in Ihrer Arbeit und in Ihrem Leben (die potenziellen Risikofaktoren und Ihre eigenen Warnzeichen) reagieren und was Sie tun können, um in dieser Zeit für sich selbst zu sorgen. Es ist wichtig, sich selbst regelmäßig zu überprüfen:

  1. Wie fühlen Sie sich (körperlich, emotional und geistig)?
    • Verbringen Sie einige Zeit damit, darüber nachzudenken, wie Sie sich fühlen (körperlich, emotional und geistig)
    • Fragen Sie sich, wie Sie sich gefühlt haben, als Sie heute Morgen aufgewacht sind? Wie fühlen Sie sich jetzt? Probieren Sie Übungen wie Körperreisen und Selbsteinstimmung
  2. Erkennen Sie die Ursachen für Ihren Stress. Wie reagieren Sie darauf?
    • Bei welcher Art von Problemen oder Menschen fällt es Ihnen besonders leicht, mitzufühlen?
    • Welche Auswirkungen hat es auf Sie, wenn Sie sich um Menschen kümmern, die verletzt wurden?
    • Ermitteln Sie, wo in Ihrem Leben Stress entsteht und welche Bereiche Ihres Lebens verbessert werden müssen. (Ein hilfreiches Werkzeug hierfür ist das Rad des Lebens bzw. das „Wheel of Strife“)
  3. Bleiben Sie verbunden und präsent
    • Wenn Sie mit Menschen mit Fluchterfahrung arbeiten, ist es wichtig, in Verbindung zu bleiben und präsent zu sein. Das wird Ihnen helfen, Ihren Körper und Ihren Geist zu beobachten und sich Ihrer Aktionen und Reaktionen bewusster zu werden.
    • Führen Sie alle Anzeichen oder Symptome auf, die Sie in den Bereichen Körper, Psychologie, Verhalten und Beziehungen sowie Weltanschauung oder Bezugsrahmen (Spiritualität, Identität und Überzeugungen) verspüren (siehe auch Tabelle oben unter Anzeichen von Stress).
    • Denken Sie an die letzten paar Jahre zurück. Was sind Ihre Frühwarnzeichen? (d.h. die ersten Signale, die Sie warnen, dass Sie in diesem Bereich Probleme haben)
  4. Erkennen Sie frühzeitig die Notwendigkeit, Ihr Arbeits- und Privatleben entsprechend anzupassen
    • Wissen Sie, was Sie bei Ihrer Arbeit tun, und warum? (Das Wissen, dass Ihre Arbeit das Leben anderer Menschen verändert, erinnert Sie daran, dass Ihre Arbeit einen Sinn und Zweck hat und sich positiv auf das Leben der Menschen auswirkt)
    • Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Arbeit? (Zum Beispiel: Müssen Sie alles auf Ihrer Aufgabenliste erledigen, um Erfolg zu haben? Oder spüren Sie den Erfolg, wenn Sie bei jeder Aufgabe Ihr Bestes geben?)
    • Was können Sie bei Ihrer Arbeit kontrollieren? (Können Sie eine Entscheidung über Ihre Arbeitszeiten treffen? Und über Ihre Arbeitsstruktur?) Wenn Sie wissen, was Sie kontrollieren können und was nicht, können Sie verhindern, dass Sie Energie aufwenden und sich auf Dinge konzentrieren, die Sie nicht ändern können; ein hilfreiches Instrument ist hier das Konzept des Circle of Influence.
    • Was sind die Kosten und der Nutzen dieser Arbeit, und wie verändern Sie sich persönlich? (Wenn Sie in einem humanitären Bereich arbeiten, ist es unvermeidlich, dass Sie durch Ihre Arbeit verändert werden. Überlegen Sie, was an der Arbeit, die Sie tun, lohnend ist. Was sind die Risiken? Überlegen Sie, warum Sie in diesem Bereich arbeiten wollen. Heben Sie die Unterschiede zwischen damals und heute hervor).
    • Führen Sie auf, wie Sie sich im Laufe der Zeit durch Ihre Arbeit verändert haben.

Balance (Gleichgewicht)(edit | edit source)

Es ist wichtig, dass Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse mit den Anforderungen Ihrer Arbeit in Einklang bringen; stellen Sie sicher, dass jeder Arbeitstag Pausen für Mahlzeiten und körperliche Aktivität vorsieht und dass Sie sich gelegentlich eine Auszeit von der Arbeit nehmen, um sich auszuruhen und zu entspannen, um Freunde und Familie zu besuchen, um sich geistig zu erneuern, und es ist auch wichtig, dass Sie ein Gleichgewicht zwischen der Sorge für andere und der Sorge für sich selbst finden. Beim Gleichgewicht geht es auch darum, ein Gleichgewicht innerhalb der Arbeit zu finden, das es Ihnen ermöglicht, auf nachhaltige Weise zu arbeiten.

Nennen Sie die Dinge, die Sie tun, um mit diesen Symptomen fertig zu werden: Im körperlichen, geistigen und emotionalen Bereich, im Verhalten und in den Beziehungen sowie am Arbeitsplatz. Welche Aktivitäten, die Sie regelmäßig oder gerne ausüben, können Ihnen bei der Bewältigung helfen? Welche finden Sie am hilfreichsten? Und welche Strategien würden Sie gerne regelmäßiger anwenden? (Siehe Tabelle der Strategien zur Selbstfürsorge oben); ein hilfreiches Instrument ist auch hier das Selbstfürsorge-Rad.

Connection (Verbindung)(edit | edit source)

Es ist wichtig, die Verbindung zu anderen Menschen aufrechtzuerhalten, die man mag und die einem wichtig sind. Es geht darum, die Verbindung zu anderen Menschen und zu unserem spirituellen Selbst aufrechtzuerhalten. Es ist auch wichtig, sich mit der Gemeinschaft zu verbinden, sich einer Gruppe von Menschen anzuschließen, die sich kennen, die Erfahrungen und Werte teilen und einander in guten Zeiten oder in Zeiten der Not oder des Kummers die Hand reichen. Es ist ratsam, sich mit verschiedenen Gemeinschaften in Verbindung zu setzen, da diese oft unterschiedliche Arten von Unterstützung anbieten.

Strategien zur Selbstfürsorge ( edit | edit source )

Tabelle.5: Strategien zur Selbstfürsorge
Emotional
  • Reflektieren: Tagebuch führen, schreiben, meditieren
  • Fortlaufende Selbsthilfegruppe
  • Beratung
  • Expressive Therapien
  • Zeichnen
  • Filme, Bücher, Musik
Körperlich
  • Regelmäßige Bewegung
  • Gesunde Ernährung
  • Ausreichend trinken
  • Alkoholkonsum einschränken
  • Entspannungstechniken
  • Therapeutische Massage
  • Regelmäßige Tätigkeiten wie Spazierengehen, Malen und Kochen
  • Genug Schlaf bekommen
Zwischenmenschlich
  • Regelmäßiger Kontakt mit Freunden und Familie
  • Gesunde Grenzen
  • Einsatz von Humor
  • Aufbau und Aufrechterhaltung positiver Beziehungen
  • Eine Auszeit nehmen
Spirituell
  • Seien Sie sich Ihrer Werte bewusst: Wo finden Sie den Sinn Ihres Lebens?
  • Teilhabe an einer Gemeinschaft mit Sinn und Zweck
  • Regelmäßige Zeit für Gebet, Lesen, Meditation
  • Spirituell sinnvolle Gespräche
  • Spirituelle Musik anhören
  • Kontakt mit religiösen / spirituellen Mentoren

Bewertungsinstrumente ( edit | edit source )

The Professional Quality of Life Measure (ProQOL) ( edit | edit source )

Das ProQOL ist die am häufigsten verwendete Messung für die negativen und positiven Auswirkungen der Hilfe für andere, die Leid und Trauma erfahren haben. Es umfasst Unterskalen für Mitgefühlszufriedenheit, Burnout und Mitgefühlsmüdigkeit. Dieses Instrument wird seit 1995 angewandt. Es ist in einer Vielzahl von Übersetzungen erhältlich.

Self-Care Assessment Tool (SCAT) ( edit | edit source )

Das SCAT ist ein von Karen W. Saakvitne und Laurie Anne Pearlman (1996) entwickeltes Instrument, das einen Überblick über wirksame Strategien zur Aufrechterhaltung der Selbstfürsorge in fünf Hauptbereichen bietet: körperlich, psychologisch, emotional, spirituell sowie am Arbeitsplatz und im Beruf. Nach Abschluss der vollständigen Bewertung können Sie mit der Ausarbeitung eines umfassenden Plans zur Selbstfürsorge fortfahren.

Maslach Burnout Toolkit and Maslach Burnout Inventory (MBI) ( edit | edit source )

Die ursprüngliche Form des MBI wurde von Christina Maslach und Susan E. Jackson mit dem Ziel entwickelt, die Burnout-Erfahrung einer Person zu bewerten. Die Durchführung des MBI dauert zwischen 10 und 15 Minuten und kann an Einzelpersonen oder Gruppen durchgeführt werden. Es besteht aus 22 Punkten, die sich auf berufliches Burnout beziehen, und untersucht drei Dimensionen: Erschöpfung, Depersonalisierung und persönliche Leistungsfähigkeit.

The Work Stress Questionnaire (WSQ) ( edit | edit source )

Der Work Stress Questionnaire (WSQ) wurde zur frühzeitigen Identifizierung von Personen entwickelt, bei denen das Risiko besteht, aufgrund von arbeitsbedingtem Stress krankgeschrieben zu werden. Er wurde bereits in vielen medizinischen Forschungsarbeiten eingesetzt, z. B. in einer systematischen Übersichtsstudie über Stress bei Angehörigen der Gesundheitsberufe. (30)

Tipps(edit | edit source)

  1. Identifizieren Sie Ihre eigenen Stressquellen
  2. Lernen Sie Ihre eigenen Stresssignale, Ihre Frühwarnzeichen kennen
    • Erkennen Sie, wie Sie mit Stress umgehen
    • Finden Sie gesunde Wege zur Stressbewältigung
    • Wenden Sie regelmäßig Strategien zur Selbstfürsorge an, z. B.
      • Zwerchfellatmung
      • Mentale Visualisierungen („guided imagery“)
      • Achtsamkeitsübungen
      • Progressive Muskelentspannung
      • Yoga
  3. Achten Sie auf sich selbst
    • Ernähren Sie sich gesund
    • Führen Sie ein aktives Leben
    • Sorgen Sie für einen guten Schlaf
    • Setzen Sie Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben
    • Nehmen Sie sich Zeit für Hobbys und Freizeitaktivitäten
    • Nehmen Sie sich Zeit für Familie und Freunde
  4. Sorgen Sie für Rückzugsmöglichkeiten / Verbinden Sie sich mit Anderen
    • Wenn Sie hauptsächlich in einem Team arbeiten, versuchen Sie, sich auch eine kleine Auszeit zu gönnen. Wenn Sie alleine arbeiten, versuchen Sie, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten
    • Holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung, z. B. von Familienmitgliedern, Freunden, Arbeitskollegen, direkten Vorgesetzten, Beratern
  5. Ändern Sie einige der Dinge, die Sie stören
    • Ändern Sie Dinge, die Sie kontrollieren können, z. B. das Aufräumen und Organisieren Ihres Schreibtisches
  6. Versuchen Sie etwas Neues bei der Arbeit
    • Vermeiden Sie die Routine und versuchen Sie, etwas auf eine andere Art und Weise zu tun, z. B. mit einem Kollegen an einem Projekt zu arbeiten, einen kleinen Workshop durchzuführen, etwas Neues zu lernen
  7. Schreiben Sie über Ihre Erfahrungen bei der Arbeit
  8. Finden Sie Wege, um während des Tages die Perspektive zu bewahren oder wiederzuerlangen
    • Machen Sie einige Übungen, um Ihren Körper zu beruhigen und Ihren Geist zu erden
    • Versuchen Sie einige Atem- und Meditationsübungen
  9. Investieren Sie in berufliche Netzwerke und Beziehungen zu Kollegen
    • Teilen Sie Ihren Kollegen Ihre Arbeitserfahrungen mit, z. B. in Form einer Fallstudie, oder einige Ressourcen, oder einige Erfahrungen außerhalb der Arbeit.

Ressourcen(edit | edit source)

Zeichen von Stress ( edit | edit source )

Weitere Informationen über Anzeichen von Stress finden Sie unter:

Organisationen(edit | edit source)

Referenzen(edit | edit source)

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