Evidenzbasiertes Schmerzmanagement bei Flüchtlingen, Vertriebenen und Migranten

Originaler Autor – Zafer Altunbezel

Top-BeitragendeNaomi O’Reilly, Wanda van Niekerk, Ewa Jaraczewska, Kim Jackson und Jess Bell

Einleitung(edit | edit source)

Chronische Schmerzen sind eine der größten Beeinträchtigungen und Herausforderungen für Rehabilitationsfachleute, die mit traumatisierten Menschen arbeiten.(1)(2) Eine wirksame Behandlungsstrategie erfordert aufgrund des multifaktoriellen Charakters chronischer Schmerzen bei traumatisierten Flüchtlingen bzw. Vertriebenen ein Verständnis der verschiedenen Einflussfaktoren. Der persönliche und kulturelle Hintergrund des Einzelnen, der nur durch eine angemessene Schmerzbeurteilung verstanden werden kann, sollte bei der Ausarbeitung einer Behandlungsstrategie berücksichtigt werden.(1)

Während der allgemeine Ansatz in der gängigen Praxis dem sehr ähnlich ist, hängt die Auswahl der Instrumente und Techniken bei der Arbeit mit Flüchtlingen, Vertriebenen und Migranten von zwei Faktoren ab:

  • verfügbare Ressourcen, einschließlich:
    • Zeit:
      • die Dauer und Häufigkeit, mit der der Patient an Behandlungen teilnehmen kann;
      • während es in einigen Einrichtungen machbar ist, langfristige und regelmäßige Nachfolgetermine zu vereinbaren, ist in anderen Einrichtungen möglicherweise nur eine kurze Intervention möglich.
    • Geräte und Ausrüstung;
    • Bildgebung;
    • Zugang zu Spezialisten/Chirurgie;
  • Akzeptanz durch den Patienten;
    • einige Behandlungsoptionen werden von den Patienten aufgrund ihres kulturellen Hintergrunds, ihrer persönlichen Überzeugungen oder Erwartungen möglicherweise nicht gut angenommen;
    • Ressourcen wie die Räumlichkeiten, Geräte, Vorräte, Transportmittel und Personalressourcen sollten berücksichtigt werden.

Unabhängig davon, ob es sich um eine langfristige oder eine kurze Intervention handelt, sollte bei der Planung der Behandlungsstrategie stets die Perspektive des Patienten berücksichtigt werden. Viele Patienten wollen einfach nur „wieder in Ordnung gebracht“ und von Schmerzen befreit werden, aber es ist immer wichtig, den Patienten zu helfen, ihre Wünsche und Erwartungen zu verwirklichen. Auf diese Weise können die Patienten in die Lage versetzt werden, einen aktiveren Bewältigungsstil anzunehmen.(3)(4)

Das Pain and Disability Drivers Model (PDDM)(5) ist ein klinisches Rahmenkonzept, das Klinikern hilft, die beitragenden Faktoren beim Schmerzassessment zu erfassen und einzusortieren. Die allgemeine Behandlungsstrategie und die Prioritäten können auf der Grundlage der Ergebnisse des Schmerzassessments festgelegt werden. Auch wenn es Unterschiede zwischen den einzelnen Personen geben kann, können die folgenden Grundsätze den Behandlungsprozess leiten:(6)

  • Gewährleistung der psychosozialen Stabilität und Sicherheit des Einzelnen;
  • Aufbau einer therapeutischen Allianz durch einen traumainformierten Ansatz;
  • Ausschluss von schwerwiegenden Pathologien und Identifizierung der dazu beitragenden Faktoren durch eine angemessene Untersuchung;
  • Berücksichtigung von nicht hilfreichen kognitiven und emotionalen Faktoren (Katastrophisierung, Angst, Vermeidung usw.) in Befund und Behandlung;
  • Berücksichtigung von Funktionsstörungen des Nervensystems (periphere und zentrale Sensibilisierung);
  • Behandlung von Erkrankungen, die einen nozizeptiven Input verursachen, und Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens;
  • Berücksichtigung von Komorbiditäten durch medizinische und integrative Ansätze.(5)(6)

Interventionen bei nozizeptiven Schmerzen ( edit | edit source )

Angesichts der Häufigkeit traumatischer Erlebnisse bei Flüchtlingen und Vertriebenen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass nozizeptive Faktoren zu den Schmerzen einer Person beitragen,(7) entweder aufgrund eines direkten physischen Traumas oder einer unspezifischen Dekonditionierung. Es ist wichtig, dass nozizeptive Schmerzen in den frühen Phasen des Behandlungsprozesses angegangen werden. Darüber hinaus hängt die Beziehung des Patienten zum Rehabilitationsteam vom wirksamen Management dieser Schmerzen ab, da die meisten Patienten ihre Beziehung in erster Linie auf die Schmerzlinderung ausrichten. Die anfängliche Schmerzkontrolle ist auch ein gutes Mittel zur Patientenbindung, insbesondere bei Patienten, die mit Physiotherapie nicht vertraut sind.

Die Auswahl der Behandlungsinstrumente hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Krankheitsbild, dem kulturellen Hintergrund, den Überzeugungen und Erwartungen sowie der Toleranz und Akzeptanz ab.(8)(9) Auch die voraussichtliche Dauer der Behandlung, an der der Patient teilnehmen kann, sollte berücksichtigt werden. In jedem Fall sollten bei der Entscheidung über die Behandlung die nachstehenden Prinzipien beachtet werden:

  • die ausgewählten Interventionen sollten eine Schmerzreduzierung bereits in den frühen Stadien gewährleisten;
  • der Heilungsprozess des Gewebes sollte aufrechterhalten werden;
  • körperliche Funktionsstörungen sollten behandelt werden;
  • der Übergang von passiven zu aktiven Behandlungen sollte so früh wie möglich erfolgen;
  • die Patienten sollten dabei unterstützt werden, Fähigkeiten zum Selbstmanagement zu entwickeln.(10)(11)

Manuelle Therapie ( edit | edit source )

Die manuelle Therapie bietet die Möglichkeit zur eingehenden Befunderhebung und Behandlung komplexer körperlicher Funktionsstörungen. Sie kann eine gute Option für Patienten sein, die unter nozizeptiven Schmerzen und anderen körperlichen Funktionsstörungen leiden. Manuelle Mobilisationen und Manipulationen können an der Wirbelsäule und anderen Gelenken eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Weichteiltechniken können bei Patienten, die unter übermäßigen Muskelverspannungen oder Narben leiden, sehr wirksam sein. Einige Patienten können jedoch aufgrund ihres kulturellen oder religiösen Hintergrunds oder ihrer persönlichen traumatischen Geschichte und ihrer Ängste praktische Techniken nicht akzeptieren.(12)

Wirbelsäulenmanipulationen und -mobilisationen sind bei Erwachsenen wirksam bei akuten, subakuten und chronischen Kreuzschmerzen, Migräne und zervikogenen Kopfschmerzen sowie zervikogenem Schwindel. Die Manipulation/Mobilisation ist bei verschiedenen Gelenkerkrankungen der Extremitäten wirksam, und die Manipulation/Mobilisation der Brustwirbelsäule ist bei akuten/subakuten Nackenschmerzen wirksam.(13)(14)

Physikalische Therapie(edit | edit source)

In der Anfangsphase der Behandlung können bei Patienten, die noch nicht für manuelle Behandlungen oder Übungen bereit sind, verschiedene physikalische Modalitäten eingesetzt werden. Manche Patienten lehnen praktische Behandlungen in der Anfangsphase aufgrund ihres kulturellen Hintergrunds oder traumatischer Erinnerungen ab. Sie erwarten oder glauben vielleicht zunächst eher an medizinischere, traditionellere oder gerätegestützte Behandlungen:

  • Kältepackungen können zur Entzündungshemmung bei akuten Verletzungen eingesetzt werden;(15)
  • bei Hypomobilität der Gelenke und erhöhtem Muskeltonus können Wärmepackungen und andere Wärmemittel eingesetzt werden;
  • heiße und kalte Gelpacks sind kostengünstige Hilfsmittel, die an die Patienten verteilt werden können, wenn ein Nutzen festgestellt wird;
  • systematische Übersichtsarbeiten deuten darauf hin, dass TENS bei postoperativen Schmerzen, Arthrose, schmerzhafter diabetischer Neuropathie und einigen akuten Schmerzzuständen wirksam ist, wenn es in angemessener Intensität angewendet wird. TENS kann bei der Wiederherstellung der zentralen Schmerzmodulation, einem Maß der zentralen Inhibition, wirksam sein.(16)

Während physikalische Modalitäten in der Anfangsphase nützliche Hilfsmittel sein können, sollten Kliniker bedenken, dass sie aktive Ansätze auf lange Sicht nicht ersetzen können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass psychologische Faktoren berücksichtigt werden sollten und die Zustimmung des Patienten eingeholt werden muss, bevor irgendwelche physikalische Modalitäten angewendet werden. Manche Patienten haben in der Vergangenheit traumatische Erfahrungen mit Kälte, Hitze oder Elektrizität gemacht, und diese Modalitäten können unerwünschte psychologische Effekte auslösen.(17)

Therapeutische Übungen und körperliche Aktivität ( edit | edit source )

Schmerzen und andere körperliche Beeinträchtigungen können langfristig zu einem Kreislauf von Schmerzen und Immobilität führen, wenn keine angemessene Behandlung erfolgt. Diese Situation führt zu Angstvermeidung und Rückzug von körperlicher Aktivität, was das körperliche und psychosoziale Wohlbefinden beeinträchtigt.(18)(19)(20) Sobald sich die anfänglichen körperlichen Symptome der Patienten stabilisiert haben, sollten die folgenden therapeutischen Übungen und abgestuften körperlichen Aktivitäten eingeführt werden:(21)(22)

  • Beweglichkeitsübungen
  • Dehnungsübungen
  • Kräftigungs- und Stabilisationsübungen
  • Eigenmobilisationen für Gelenke und Weichteile
  • Neurale Mobilisationen
  • Gleichgewichts- und Koordinationsübungen
  • Ausdauerübungen

Ein Übungsprogramm sollte für die Patienten leicht zu verstehen und umzusetzen sein. Die Anzahl und der Schwierigkeitsgrad der Übungen sollten an die körperliche Leistungsfähigkeit, die verfügbare Zeit und die Akzeptanz des Patienten angepasst werden. Vorzugsweise sollten Übungen ausgewählt werden, die nur ein Minimum an Ausrüstung erfordern, und bei Bedarf sollte den Patienten Basismaterial (z. B. Fitnessbänder) zur Verfügung gestellt werden. Die Patienten sollten eine Liste und Anweisungen für die verordneten Übungen in ihrer Sprache erhalten, damit sie sich daran erinnern und ein Protokoll führen können.

Hilfsmittel und adaptive Lösungen ( edit | edit source )

Manche Patienten sind aufgrund schwerer körperlicher Verletzungen oder aus Angst vor Schmerzen und Bewegung körperlich oder geistig nicht in der Lage, sich selbstständig zu bewegen. Andere unterziehen sich chirurgischen Eingriffen und kommen in der postoperativen Phase in die Klinik, wenn eine vollständige Belastung noch nicht sicher ist. Zum Schutz oder zur Förderung können in der Anfangsphase einige Hilfsmittel eingesetzt werden, wie zum Beispiel:

Kliniker sollten Entscheidungen über den Einsatz von Hilfsmitteln und adaptiven Lösungen sorgfältig treffen, da sie die Abhängigkeit der Patienten erhöhen können. Externe Hilfsmittel sollten nur dazu dienen, die Sicherheit zu gewährleisten und die Patienten zu ermutigen, sich für einen bestimmten Zeitraum körperlich zu betätigen.

Interventionen bei Funktionsstörungen des Nervensystems ( edit | edit source )

Direkte Traumata des Nervensystems (Explosionen, Schusswunden, Folter usw.) und sekundäre Verletzungen im Alltag (z. B. arbeitsbedingte Verletzungen) können zu Situationen wie neuropathischen Schmerzen, peripherer Sensibilisierung, Radikulopathie oder Myelopathie führen. Eine zentrale Sensibilisierung kann sich auch aufgrund des fehlenden Zugangs zu einer angemessenen Behandlung, psychischen Störungen sowie sozialen und emotionalen Faktoren entwickeln.

Da Schmerzen ein Produkt des Nervensystems sind, ist es wichtig, bei chronischen Schmerzzuständen die Funktionsstörungen des Nervensystems anzugehen. Verletztes oder geschädigtes Nervengewebe sowie eine gestörte zentrale Schmerzmodulation können extremes Leiden verursachen und damit das allgemeine Wohlbefinden einer Person beeinträchtigen.

Manuelle Therapie ( edit | edit source )

Die manuelle Therapie kann sowohl zur Untersuchung als auch zur Behandlung von muskuloskelettalen Erkrankungen eingesetzt werden, die zu einer Beeinträchtigung des Nervengewebes führen. Dabei kann es sich um traumabedingte Verletzungen (z. B. Narben, die auf Nerven drücken) oder um sekundäre Erkrankungen (z. B. degenerative Wirbelsäulenerkrankungen) handeln. „Hands-On“-Techniken, die sowohl auf die Weichteile als auch auf die Gelenke gerichtet sind, können eine Schmerzlinderung bewirken.

Neurale Mobilisation ( edit | edit source )

Die Neurodynamik bezieht sich auf die Kommunikation zwischen den verschiedenen Teilen des Nervensystems und auf die Beziehung zwischen dem Nervensystem und dem muskuloskelettalen System. Es hat sich gezeigt, dass sich die Nerven unabhängig von anderen Geweben bewegen.(23)

Verschiedene Verletzungen können sich negativ auf die Neurodynamik auswirken und so zu Funktionsstörungen des Nervensystems führen. Eine penetrierende Verletzung kann eine übermäßige Narbenbildung hinterlassen und die Bewegung der durch das Gebiet verlaufenden Nerven behindern. Folter durch Aufhängen kann zu Verletzungen des Bindegewebes der Nerven führen, ohne die Nervenleitung wesentlich zu beeinträchtigen. Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule können radikuläre Symptome verursachen.
Die neurale Mobilisation ist wirksam bei der Behandlung von nervenbezogenen Kreuzschmerzen, nervenbezogenen Nacken- und Armschmerzen, plantaren Fersenschmerzen und dem Tarsaltunnelsyndrom.(24) Neurale Mobilisationen (Sliders und Tensioners) können die Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit des Nervengewebes verbessern und können bei peripheren Nervenfunktionsstörungen eingesetzt werden.

(25)

Graded Motor Imagery ( edit | edit source )

Graded Motor Imagery (GMI, etwa: „stufenweise Imaginationstraining“) ist eine neuartige Therapiemethode, die bei der Behandlung chronischer Schmerzzustände eingesetzt wird. Es handelt sich um eine Behandlungstechnik aus dem „Top-down“-Paradigma. Mit dieser Technik wird versucht, die zentrale Verarbeitung sequentiell zu normalisieren, um chronische Schmerzen zu reduzieren.(26)

Graded Motor Imagery besteht aus drei aufeinander folgenden Phasen. In der ersten Phase versuchen die Patienten, linke oder rechte Bilder ihrer schmerzhaften Körperteile zu identifizieren (Links-Rechts-Diskrimination). In der zweiten Phase stellen sich die Patienten Bewegungen vor, die für sie schmerzhaft sind (Bewegungsvorstellung). In der letzten Phase führen die Patienten vor dem Spiegel Übungen mit ihrer schmerzfreien Extremität durch und senden so visuelle Signale an das Gehirn, als ob sie die schmerzhafte Extremität trainieren würden (Spiegeltherapie).(27)(28)

Obwohl die Geschichte der GMI noch relativ kurz ist und Studien dazu noch nicht abgeschlossen sind, kann sie bei zentraler Sensibilisierung ein zusätzlicher Bestandteil der Therapieprogramme sein. (29)

Basic Body Awareness Therapy ( edit | edit source )

Die Basic Body Awareness Therapy (BBAT) ist eine physiotherapeutische Intervention für die psychische Gesundheit, die in den 1970er Jahren in Skandinavien entwickelt wurde. BBAT basiert auf der Hypothese eines Mangels von Körperkontakt und Körperbewusstsein in Bezug auf physische, mentale und zwischenmenschliche Faktoren.(32)(33) Dieser Kontaktmangel kann zu einer gestörten Bewegungsqualität, Schmerzen und Funktionseinschränkungen führen.(32) Die BBAT konzentriert sich auf die Bewegungsqualität und darauf, wie Bewegungen im Verhältnis zu Raum, Zeit und Energie ausgeführt und erlebt werden.(32)(34)(35)

Das Ziel der BBAT ist es, ein besseres Bewusstsein für den Körper und für die Bewegungen zu entwickeln und so zu weniger Anstrengung und einer besseren Funktionsfähigkeit von Sein, Tun und Beziehung zu gelangen. Das Therapieprogramm umfasst Bewegungen aus dem täglichen Leben: Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen. Der Einsatz von Stimme, Beziehungsübungen und Massage sind ebenfalls Bestandteil des Programms. Freies Atmen, Gleichgewicht und Achtsamkeit sind bei allen Übungen zentral.(36)(35)(37)

Interventionen bei Komorbiditäten ( edit | edit source )

Traumatische Erlebnisse sowie die langfristig prekären Lebensbedingungen von Flüchtlingen und Vertriebenen führen häufig zu einer Vielzahl komorbider Erkrankungen. Einige dieser Erkrankungen können zum Fortbestehen von Schmerzen beitragen und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen.

Überweisung an benötigte Dienstleistungen ( edit | edit source )

Traumatische Erfahrungen und prekäre Lebensbedingungen in Kriegsgebieten, Gefängnissen und Siedlungen von Flüchtlingen und Vertriebenen können häufig zu übertragbaren und nicht übertragbaren Krankheiten sowie zu psychischen Störungen führen. Komorbiditäten können in hohem Maße zu chronischen Schmerzen beitragen und die Genesung behindern.

In einigen Fällen wurden die biologischen und psychischen Störungen vor der physiotherapeutischen Intervention möglicherweise nicht angemessen behandelt. Einigen Patienten kann es an ausreichender sozialer Stabilität mangeln, um regelmäßig zur Physiotherapie zu gehen oder die Therapie einzuhalten. Bei Vorliegen von Indikatoren für die Einbeziehung anderer Disziplinen sollte für eine angemessene Überweisung und Weiterbehandlung gesorgt werden.

Körperliche Aktivität ( edit | edit source )

Regelmäßige körperliche Aktivität kann verschiedene Gesundheitsbereiche gleichzeitig verbessern und sollte bei der Arbeit mit Flüchtlingen und Vertriebenen in die Behandlungsprogramme aufgenommen werden. (38) Zu den möglichen Vorteilen körperlicher Aktivität gehören:

Flüchtlinge bzw. Vertriebene mit chronischen Schmerzen neigen aufgrund von Schmerzvermeidung und anderen psychosozialen und umweltbedingten Faktoren häufig zu einem sedentären (bewegungsarmen) Lebensstil. Diese Tendenz kann sich auf ihre Adhärenz bei der Physiotherapie auswirken und sollte vermieden werden.

Für die Gesundheit und das Wohlbefinden empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation mindestens 150 bis 300 Minuten mäßig intensive Ausdaueraktivität pro Woche (oder eine gleichwertige höher intensive Aktivität) für alle Erwachsenen und durchschnittlich 60 Minuten mäßige intensive Ausdaueraktivität pro Tag für Kinder und Jugendliche. (38) Jede körperliche Aktivität zählt und kann im Rahmen von Arbeit, Sport und Freizeit oder Verkehr (zu Fuß, mit dem Rad oder zu Fuß) sowie bei alltäglichen und häuslichen Aufgaben erfolgen. Die gewählte körperliche Aktivität und die Dosierung müssen an die körperliche Leistungsfähigkeit sowie an soziale und umweltbedingte Faktoren angepasst werden (z. B. Arbeitszeiten, Wohnraumbedingungen, Faktoren im Zusammenhang mit der Gemeinschaft usw.).(38)

Änderungen des Lebensstils ( edit | edit source )

Einfache Änderungen des Lebensstils können kurz- und langfristig erhebliche Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden haben. Chronische Gesundheitsprobleme, psychische Störungen und soziale Instabilität schaffen ein Umfeld, das zur Entwicklung negativer Lebensgewohnheiten führen kann, die die Auswirkungen von Komorbiditäten noch verstärken können.(40) Die folgenden Lebensgewohnheiten sollten, wenn sie erkannt werden, durch geeignete Verhaltensmaßnahmen umgekehrt werden:

  • Körperliche Unbeweglichkeit im täglichen Leben
  • Ungünstige Ernährungsgewohnheiten (gesättigte Nahrungsmittel, minderwertige Kohlenhydrate, übermäßiger Salzkonsum usw.)
  • Unzureichende Wasseraufnahme
  • Übermäßiger Konsum von Kaffee oder Tee
  • Rauchen und Alkoholkonsum
  • Substanzmissbrauch
  • Übermäßiger Gebrauch von Medikamenten (z. B. Schmerzmittel)

Schlafhygiene ( edit | edit source )

Die Schlafqualität steht in einem direkten Zusammenhang mit der Schmerzintensität. Eine verminderte Schlafqualität erhöht die Schmerzintensität, senkt die Schmerzschwelle und behindert die Gewebeheilung.(41) (42) Schlafstörungen sollten mit einem multidisziplinären Ansatz behandelt werden, der psychiatrische Behandlung, Psychotherapie und Physiotherapie umfasst.(43) (44) Die folgenden Strategien und Ratschläge können im Rahmen einer physiotherapeutischen Intervention eingesetzt werden: (45)(46)

  • Regelmäßige körperliche Aktivität und Bewegung
  • Entspannungsübungen
  • Erlernen von Ruhestellungen
  • Eine Routine für die Schlafenszeit
  • Einen qualitativ hochwertigen Schlafplatz haben
  • Vermeidung von Kontakt mit sozialen Medien oder beunruhigenden Nachrichten am Abend
  • Verringerung des Konsums von Koffein und Alkohol
  • Vermeidung von Mittagsschlaf

Interventionen für kognitive und emotionale Faktoren ( edit | edit source )

Erfahrungen, bei denen Flüchtlinge und Vertriebene absichtlich traumatisiert und lange Zeit hilflos zurückgelassen werden, bieten ein geeignetes Umfeld für die Entwicklung negativer Kognitionen und Emotionen in Bezug auf Schmerz. Mangelnde Gesundheitskompetenz, schädliche kulturelle Überzeugungen und Gedanken über Schmerzen können Menschen zu negativen Bewältigungsstrategien verleiten.(47)

Ungünstige Bewältigungsstile und negative Kognitionen in Bezug auf Schmerzen können den Schweregrad der Schmerzen und die schmerzbedingte Behinderung erhöhen. Diese Faktoren wirken sich auch negativ auf die Therapietreue aus.

Edukation ( edit | edit source )

Die Aufklärung, Information und Beratung des Patienten kann als erste therapeutische Maßnahme im gesamten Therapieprozess eingesetzt werden. Sie basiert auf dem Konzept, dass neue Wahrnehmungen und Gewohnheiten oft auf früheren Wahrnehmungen und Überzeugungen aufbauen. Auf diese Weise können die negativen Kognitionen und Emotionen, die den Therapieprozess in Zukunft beeinträchtigen könnten, verändert werden. Eine Edukationssitzung kann Folgendes umfassen:(48)

  • Informationen über den gesamten Therapieprozess
  • Neurophysiologie des Schmerzes und chronischer Schmerzen
  • Posttraumatische Belastungssymptome
  • Negative Kognitionen und Emotionen gegenüber Schmerzen
  • Schmerzkatastrophisierung und Angst-Vermeidung
  • Bewältigungsstrategien

Edukationssitzungen müssen in einem interaktiven Umfeld stattfinden. Der Umfang der Informationen und die Komplexität der verwendeten Sprache sollten sorgfältig an den Bildungsstand, die kognitive Stabilität und die Veränderungsmotivation des Einzelnen angepasst werden.

Entspannungsübungen ( edit | edit source )

Psychische und emotionale Belastungen können zu einer erhöhten Muskelspannung führen und die empfundene Schmerzintensität erhöhen. Entspannungsübungen können in Form von progressiver Muskelentspannung, Halten-Entspannen oder reziproker Hemmung eingesetzt werden. Richtig angewandt sind Entspannungstechniken ein hervorragendes Mittel für Patienten, ihre Symptome zu regulieren und das Gefühl der Kontrolle zu stärken.

Atemübungen ( edit | edit source )

Das Bewusstsein für Atemmuster und die Verwendung der Zwerchfellatmung sind großartige Hilfsmittel, die von den Patienten zur Selbstregulierung von emotionalem Stress eingesetzt werden können. Eine gleichmäßige und kontrollierte Zwerchfellatmung verringert die Aktivität des sympathischen Nervensystems und führt zu einer allgemeinen Entspannung.

Kognitive und verhaltenstherapeutische Ansätze ( edit | edit source )

Chronische Schmerzen können zu Angstvermeidung und verminderter Selbstwirksamkeit führen, wenn keine geeigneten Maßnahmen ergriffen werden. Einige Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie lassen sich auf Therapiemaßnahmen übertragen. Dazu können eine offene Kommunikation, die Festlegung von Zielen, die Einteilung von Aktivitäten und Hausaufgaben gehören.

Weitere Ansätze ( edit | edit source )

Einige andere traditionelle und komplementäre Ansätze können bei der Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt werden, darunter Erdungsübungen, Achtsamkeit, angenehme Imagination und religiös-spirituelle Praktiken.

Interventionen für soziale und Umweltfaktoren ( edit | edit source )

Flüchtlinge und Vertriebene haben oft mit sozialen und umweltbedingten Herausforderungen zu kämpfen, darunter Fragen der Existenzsicherung, des Zugangs zu Rechten und Dienstleistungen, Rechtsfragen, Sicherheitsproblemen, Diskriminierung und Stigmatisierung. Diese Faktoren können zu einer erheblichen Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens führen, wenn sie nicht durch soziale Dienste angegangen werden.

Fachkräfte, die mit Flüchtlingen und Vertriebenen arbeiten, müssen sich stets der sozialen Faktoren bewusst sein, die den Therapieprozess beeinträchtigen können, und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Bei der Arbeit mit interdisziplinären Teams können soziale Faktoren durch Sozialarbeiter angesprochen werden. In anderen Umgebungen kann es eine gute Strategie sein, die verfügbaren sozialen Ressourcen zu erfassen und Empfehlungen auszusprechen.

Neben der Vermittlung von Sozialarbeitern können Physiotherapeuten bei Bedarf auch Beurteilungen im Wohnbereich und in der Gemeinde durchführen. Bei Problemen mit der Zugänglichkeit können die erforderlichen Ressourcen mobilisiert werden. Die Edukation innerhalb von Familie und Gemeinde kann auch dazu dienen, Stigmatisierung zu verhindern und eine unterstützende Gemeinschaft zu fördern.

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