Einführung in die Rumpforthetik

Originale Autorin Carin Hunter basierend auf dem Kurs von Donna Fisher
Top-BeitragendeRobin Tacchetti, Carin Hunter, Jess Bell, Kim Jackson und Tarina van der Stockt

Einleitung(edit | edit source)

In den Anfängen der Orthesenherstellung wurden vor allem Materialien wie Metall und Leder verwendet. Diese waren jedoch schwer, heiß und unbequem, so dass die Materialien im Laufe der Zeit weiterentwickelt und verbessert wurden. Heute werden leichte Schaumstoffe und Thermoplaste verwendet, was neue Gestaltungen und mehr Komfort für den Benutzer ermöglicht.

Eine Rumpforthese (manchmal auch „Korsett“ genannt) ist ein externes Hilfsmittel, das zur Korrektur und Unterstützung der Wirbelsäule eingesetzt wird. Die Wirbelsäule ist eine komplexe anatomische Struktur und für unsere Funktion von zentraler Bedeutung. Es ist nicht möglich, alle Wirbelsäulenleiden allein mit Orthesen zu behandeln. Ein multidisziplinärer Teamansatz, an dem Orthopädietechniker, Chirurgen und Physiotherapeuten beteiligt sind und der die Perspektive des Patienten berücksichtigt, kann jedoch zu positiven Ergebnissen führen. Eine gründliche Befunderhebung, eine angemessene Zielsetzung und klare Erwartungen führen zu einer gut konzipierten und geeigneten Orthese, die bequem und funktionell ist und den Bedürfnissen des Benutzers entspricht. (1) Im Gegensatz zu anderen orthetischen Hilfsmitteln sind viele Rumpforthesen vorkonfektioniert („von der Stange“), auch wenn in bestimmten Situationen eine individuelle Anfertigung erforderlich ist. (1)

Vier Prinzipien der Rumpforthese ( edit | edit source )

Befunderhebung(edit | edit source)
  • Ärztliche Diagnose
  • Kenntnis der Anatomie / Physiologie
  • Subjektive Untersuchung
    • Medizinische Anamnese
    • Sozialanamnese
    • Vorerkrankungen
    • Röntgenberichte und –befunde
  • Objektive Untersuchung
  • Bestimmung der Bewegungen, die durch das Hilfsmittel eingeschränkt werden sollen:
    • Sagittale Ebene
    • Frontale / koronale Ebene
    • Transversale Ebene
    • Kombinierte Kontrolle mehrerer Bewegungsrichtungen
  • Funktionelle Ziele des orthetischen Hilfsmittels und des Patienten(1)
Ziele(edit | edit source)
  • Stützen und Stabilisieren
  • Aufrechterhaltung der Ausrichtung der Wirbelsäule
  • Vorbeugung / Korrektur von Deformitäten
  • Schmerzreduzierung durch Bewegungseinschränkung
  • Unterstützung der Heilung nach einem chirurgischen Eingriff
  • Einschränkung der Bewegung
  • Verringerung der axialen Belastung der Wirbelsäule
  • Die Erhöhung des intraabdominalen Drucks kann die axiale Belastung der Wirbelsäule verringern
  • Kann Wärme und kinästhetisches Feedback liefern und als Erinnerung für den Patienten dienen(1)
Herstellung(edit | edit source)
  • Materialien
    • Weicher Stoff
    • Flexibler Kunststoff
    • Polyethylen
    • Harter Kunststoff (Polypropylen)
  • Anfertigung
    • Konfektioniert („von der Stange“)
    • Individuelle Maßanfertigung
  • Aufhängung und Gurtung sollten auf den Beckenkämmen und / oder den Schultern verankert sein.
  • Aus kosmetischen Gründen sollte eine Rumpforthese unter der Kleidung getragen werden(1)
Anpassung und Beurteilung ( edit | edit source )
  • Komfort.
    • Die Ablehnung einer Rumpforthese aufgrund der Unbequemlichkeit kommt häufig vor, da beim Anlegen hohe Kräfte wirken. Dies beeinflusst die Compliance des Patienten und die Wirksamkeit der Orthese.
  • Gute anatomische Passform
  • Gute biomechanische Funktion.
    • Bei der Beurteilung der Funktion kann eine Röntgenaufnahme mit und ohne Orthese erforderlich sein.
  • Leichtes An- und Ablegen
  • Kosmetik(1)

Anatomie(edit | edit source)

Die Wirbelsäule besteht aus 24 einzelnen Knochen, den so genannten Wirbeln. Außerdem umfasst sie noch zwei Abschnitte natürlich verschmolzener Wirbel, das Kreuzbein und das Steißbein, die sich am unteren Ende der Wirbelsäule befinden. Die Wirbel sind durch Bandscheiben getrennt, die als Puffer mit einem flüssigeren Kern zwischen den Wirbeln liegen.(1)
Die Wirbelsäule kann in 5 Abschnitte unterteilt werden:

  1. Halswirbelsäule (HWS): 7 Wirbel des Halses (C1-C7)
  2. Brustwirbelsäule (BWS): 12 Wirbel des mittleren Rückens (T1-T12)
  3. Lendenwirbelsäule (LWS): 5 Wirbel des unteren Rückens (L1-L5)
  4. Kreuzbein (Os sacrum)
  5. Steißbein (Os coccygis, Coccyx)
Vertebral Column (1).jpg

Halswirbelsäule:

  • Es gibt 7 Halswirbel (Vertebrae cervicales) – zwei Wirbel werden als atypisch angesehen: Atlas und Axis
  • Bewegungen:
    • Flexion / Extension der Halswirbelsäule – Atlas (Nicken)
    • Rotation der Halswirbelsäule – Axis (Kopfschütteln)
    • Lateralflexion(1)

Brustwirbelsäule:

  • Es gibt 12 Brustwirbel (Vertebrae thoracales)
  • Bewegungen:
    • Rotation
    • Flexion / Extension
    • Lateralflexion
  • Die Bewegung der Brustwirbelsäule wird durch die Facetten und Rippen begrenzt
    • Das größte Bewegungssegment befindet sich bei T12/L1
      • Grund dafür ist die fehlende Stabilisation durch die Rippen auf diesem Segment und die Ausrichtung der Facetten, die hier eher mediolateral orientiert sind.
  • Verletzungen der Brustwirbelsäule sind häufig mit Traumata und degenerativen Veränderungen verbunden(1)

Lendenwirbelsäule:

  • Es gibt 5 Lendenwirbel (Vertebrae lumbales)
  • Bewegungen:
    • Hauptsächlich Flexion und Extension
    • Teilweise Lateralflexion
    • Begrenzte Rotation(1)

Häufige Erkrankungen der Wirbelsäule ( edit | edit source )

1. Frakturen: Es gibt drei Arten von Frakturen, die häufig mit Wirbelsäulenorthesen behandelt werden: Kompression, Dislokation und Kompression/Dislokation. 5-10 % dieser Frakturen treten im in der HWS auf, während bis zu 65 % in der BWS, meist auf den Ebenen T12-L1, auftreten. Häufige Ursachen sind Osteoporose, Trauma und Tumore.(1)

2. Bandscheibenbeschwerden: Es gibt viele Beschwerden im Zusammenhang mit der Bandscheibe. Häufig werden Beschwerden durch einen Bandscheibenprolaps bzw. -vorfall verursacht oder sind degenerativer Natur. Eine Bandscheibendegeneration kann durch Alterung, Trauma, wiederholte Belastungen oder Abnutzung verursacht werden.(1)

3. Spondylolisthese: Dieser lateinischer Begriff bedeutet „verrutschter Wirbelkörper“ oder „Wirbelgleiten“. Typischerweise rutscht der L4-Wirbelkörper auf dem L5-Wirbelkörper nach ventral. Unter normalen Umständen ist das Segment L4-L5 dasjenige in der Lendenwirbelsäule, das sich am meisten bewegt. Das Wirbelgleiten in der Lendenwirbelsäule wird am häufigsten durch eine degenerative Wirbelsäulenerkrankung verursacht und wird als degenerative Spondylolisthesis bezeichnet. Sie wird durch Degeneration der Bandscheiben und Bänder hervorgerufen. Auch eine Arthrose der Facettengelenke kann zur Entwicklung von Instabilität und Gleiten beitragen. Die degenerative Spondylolisthesis tritt in der Regel bei Menschen über 60 Jahren auf.(1)

4. Hyperlordose (Hohlkreuz): Als Hyperlordose wird eine übermäßige nach dorsal konkave Krümmung der Lendenwirbelsäule bezeichnet.(1)

5. Hyperkyphose (Rundrücken): Die Hyperkyphose ist durch eine exzessiv nach dorsal konvexe Krümmung der oberen Wirbelsäule gekennzeichnet (abnormale Krümmung > 50 Grad).(1)

6. Skoliose: Eine dreidimensionale Krümmung der Wirbelsäule mit Seitverbiegung. Die Krümmung kann S- oder C-förmig sein. Die Ursache kann vielfältig sein, ist aber häufig angeboren, degenerativ, traumatisch oder durch Tumore bedingt. Gelegentlich sind sie auch idiopathisch bedingt. Auf die Skoliose wird weiter unten näher eingegangen.(1)

7. Weichteilverletzungen: Zu den Weichteilgeweben gehören Muskeln, Sehnen, Bänder und Nerven. Verletzungen dieser Gewebe können häufig eine Belastung für die Wirbelsäule darstellen.(1)

8. Verstauchungen / Zerrungen: Eine Verstauchung oder Zerrung ist häufig auf eine schlechte Körperhaltung oder das Heben eines schweren Gegenstands zurückzuführen, sei es durch schlechte Hebetechniken oder unzureichende Kraft.(1)

9. Muskelverletzungen: Diese Art von Verletzungen werden oft durch Heben oder Sport verursacht.(1)

10. Trauma: Häufig in Verbindung mit einem Schleudertrauma.(1)

Arten von Rumpforthesen ( edit | edit source )

  1. Zervikal- oder Halsorthese (Cervical Orthosis – CO)
  2. Zervikothorakale Orthese (Cervicothoracic Orthosis – CTO), z. B. HALO, SOMI, Minerva
  3. Zerviko-Thorako-Lumbosakral-Orthese (Cervico-Thoraco-Lumbosacral Orthosis – CTLSO), z. B. Milwaukee-Korsett
  4. Thorakolumbosakrale Orthese (Thoracolumbosacral Orthosis – TLSO), z. B. CASH, Jewett, individuelle TLSO
  5. Lumbosakrale Orthese (Lumosacral Orthosis – LSO), z. B. Korsetts, Chairback O
  6. Sakralorthese (Sacral Orthosis – SO), z. B. Iliosakralbänder(1)

1. Zervikalorthese (CO) ( edit | edit source )

1. Weiche Kragen / Halskrawatten

Die einfachste Orthese ist ein weicher Schaumstoffkragen. Dieser wird aus Polyurethanschaum hergestellt und mit Watte beschichtet.(2) Er stützt den Kopf teilweise und reduziert paraspinale Kontraktionen und Spasmen. Er bietet zwar KEINE strukturelle Unterstützung der Halswirbelsäule, aber dafür propriozeptiven Input, psychologische Beruhigung und kann durch Wärmespeicherung Linderung verschaffen.(1)

  • Bewegungslimitierung:(1)
    • Flexion / Extension um ~ 8-26% eingeschränkt
    • Lateralflexion um ~8% eingeschränkt
    • Rotation um ~10-17% eingeschränkt
  • Indikation:(1)
    • Muskuläre Zerrungen / Distorsionen
    • Trauma

2. Harte Kragen / Kopfstützen

Harte Kragen sind starr/halbsteif und bestehen aus Hartschaum in Kombination mit Kunststoff. Die Hauptfunktion dieser Orthesen ist die Stützung.(1) Harte Zervikalorthesen wie die Philadelphia-Stütze können zunächst bei instabilen Frakturen verwendet werden, bis eine Entscheidung über die Behandlung getroffen wird. Diese Orthesen können 6-8 Wochen lang verwendet werden, wenn eine nichtoperative Behandlung empfohlen wird.(3)

  • Beispiele für harte Kragen:(1)
    • Miami J-Orthese
    • VISTA-Orthese
    • Aspen
    • Headmaster Collar
    • Philadelphia-Stütze
  • Bewegungs-/Funktionslimitierungen:(1)
    • Flexion / Extension um ~69-90% eingeschränkt
    • Lateralflexion um ~34-48% eingeschränkt
    • Rotation um ~74% eingeschränkt
  • Merkmale:(1)
    • Trachealaussparung
    • Höhe von Kinn und Hinterhaupt kann eingestellt werden
    • Die meisten Patienten berichten, dass sie in einem harten Kragen weniger schwitzen als in einer weichen Halskrawatte und darüber hinaus mehr Komfort haben, was an der Bauweise der Orthese liegt

2. Zervikothorakale Orthese (CTO) ( edit | edit source )

  • Arten von CTOs:
    • Halo-Fixateur
    • SOMI Zervikal-Extensionsorthese (Sterno-Occipital Mandibular Orthosis)
    • Minerva

1. Halo-Fixateur

Ein Halo-Fixateur ist eine umfangreiche Orthese, die chirurgisch angelegt wird. Es handelt sich um eine 4-Punkt-Orthese, die mit Hilfe von Pins befestigt wird, die in der Schädeltafel platziert werden, wobei eine Weste am Rumpf angebracht wird.(1) Die Indikationen für einen Halo-Fixateur reichen von der präoperativen Reposition bis zur postoperativen Stützung einer Fusion. Darüber hinaus kann ein Halo-Fixateur als Alternative zur Operation eingesetzt werden, um die Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu erhalten.(4) Der Halo-Fixateur schränkt die Bewegung der oberen Halswirbelsäule wirksamer ein als ein harter Kragen.(5)

Halo-Fixateur

  • Bewegungs-/Funktionslimitierungen:(1)
    • Flexion / Extension um 96 % eingeschränkt
    • Lateralflexion um 96 % eingeschränkt
    • Rotation um 99 % eingeschränkt
    • Bietet maximale Bewegungskontrolle bis zu T3-Niveau
  • Indikationen:(1)
    • Frakturen der Okzipitalkondylen
    • Atlasringverletzungen
    • Densfrakturen
    • Hangman-frakturen (C2)
    • Subluxationen der Facettengelenke
    • Infektionen der Wirbelsäule
    • Extraduraler Tumorbefall, der die Ausrichtung der Wirbelsäule oder die knöcherne Stabilität beeinträchtigt
    • Subaxiale Wirbelsäulenverletzungen(1)

2. SOMI Zervikal-Extensionsorthese (Sterno-Occipital Mandibular Orthosis)

Eine SOMI ist eine 3-Punkt-Orthese mit einer anterioren Sternumstütze, die bis zum Processus xyphoideus reicht. Sie enthält eine abnehmbare Kinnstütze.(1)

SOMI-Orthese

  • Bewegungs-/Funktionslimitierungen:(1)
    • Flexion / Extension um ~60-70 % eingeschränkt
    • Lateralflexion um ~20-35 % eingeschränkt
    • Rotation um ~30-65 % eingeschränkt
    • Bietet Kontrolle der Flexion von C1-3, aber weniger Kontrolle der Extension als bei anderen Zervikalorthesen
  • Indikationen:(1)
    • Atlanto-axiale Instabilität, z. B. bei rheumatoider Arthritis
    • Wirbelbogenfraktur von C2 aufgrund von Flexionsinstabilität(1)

3. Minerva

Die Minerva-Orthese ist eine abnehmbare Version des Halo-Fixateur. Dieser Orthesentyp wird Patienten mit guter Compliance angeboten, wo keine Gefahr besteht, dass sie die Orthese ohne weiteres abnehmen.(1)

  • Minerva brace

    Bewegungs-/Funktionslimitierungen:(1)

    • Flexion/Extension um ~96% eingeschränkt
    • Lateralflexion um ~96% eingeschränkt
    • Rotation ist um ~99% eingeschränkt
    • Diese Orthese bietet Bewegungskontrolle bis zu T3-Niveau
  • Indikationen:(1)
    • Verletzungen der mittleren bis unteren Halswirbelsäule
    • Stabile obere Halswirbelsäulenverletzungen
    • Kann bei Schädelfrakturen verwendet werden, wenn ein Halo-Fixateur kontraindiziert ist
    • Wird bei Kindern aufgrund des geringeren Gewichts und des höheren Komforts genutzt(1)

3. Zerviko-Thorako-Lumbosakral-Orthese (CTLSO) ( edit | edit source )

Das Milwaukee-Korsett ist die klassische CTLSO. Es besteht aus einer vertikalen Superstruktur aus Metall mit einem starren Kunststoffbeckenteil, der mit einem geschlossenen Halsring verbunden ist. Er hat zwei hintere paraspinale Aluminiumstäbe. Der zervikale Ring hat einen okzipitalen und einen mandibulären Stab, der 20-30 mm unterhalb des Kinns liegt. Die Polster sind so positioniert, dass sie Kräfte zur Korrektur der Krümmung ausüben.(1)

  • Indikationen:(1)
    • Behandlung von (Hyper-)Kyphosen
    • Behandlung von hohen thorakalen Krümmungen

4. Thorakolumbosakrale Orthese (TLSO) ( edit | edit source )

  • Arten von Thorakolumbosakralen Orthesen:(1)

    TLSO-Orthese

    • CASH
    • Jewett
    • Knight Taylor TLSO
    • Individuell angefertigte Korsetts/Mieder
    • Providence-Nachtorthese
    • Charleston Bending Brace
  • Konfektionierte Orthesen (CASH, Jewett, Knight Taylor):(1)
    • Bequemes Design
    • Leichtes An- und Ablegen
    • Begrenzte Bewegungskontrolle
    • Flexion von T6-L1
    • Keine Limitierung der Lateralflexion oder Rotation
    • Indikationen:(1)
      • Thorakale und lumbale Wirbelkörperfrakturen
      • Reduzierung der Kyphose bei Osteoporose
      • Zervikales Trauma bei bewusstlosen Patienten
  • Konfektionierte Korsetts aus geformtem Kunststoff, z.B. Overlap Braces:
    • Indikationen:(1)
      • Ruhigstellung thorakaler Kompressionsfrakturen bei Osteoporose
      • Ruhigstellung nach operativer Stabilisierung von Wirbelsäulenfrakturen
      • Ruhigstellung bei instabilen Wirbelsäulenerkrankungen von T3-L3
  • Individuell angefertigte Korsetts:
    • Indikationen:(1)
      • Skoliose
      • Schwere Anomalien der Wirbelsäule
      • Nächtliche Schienung

Skoliose(edit | edit source)

Skoliose

  • Arten von Skoliose: (1)
  • Indikationen für eine Orthesenbehandlung bei Skoliose: (1)
    • Flexible Krümmungen mit Cobb-Winkel von 10° bis 40°
      • 10°- 20° zunächst beobachten; falls Krümmung um 5° fortschreitet, dann versorgen
      • 30°- 40° sofortige Versorgung mit Orthese
      • > Über 40° in der Regel Operation
      • Risser-Zeichen als Anhaltspunkt für noch zu erwartendes Wachstum
  • Boston-Brace(1)

    • In den 1970er Jahren war dies die am besten erforschte und am häufigsten verwendete Orthese
    • Messungen und Art der Krümmung bestimmen das zu wählende Modul
    • Entwurf für die endgültige Anpassung wird anhand von Röntgenbildern erstellt
    • Scheitelpunkt der Krümmung und Position der Pelotten werden bestimmt (Drei-Punkt-Drucksystem)
    • Aussparungen ermöglichen dem Körper die Bewegung
    • Rotation lässt sich nur schwer kontrollieren
    • Maximale Krümmung 45 Grad unter T8
    • ** Ein symmetrisches Boston-Brace hat eine konstante Erfolgsquote von über 70 %(6)
  • Cheneau-Korsett(1)

    Cheneau-Korsett

    • Relativ neuer Orthesentyp, bisher nur begrenzte Forschung, aber möglicherweise bessere Ergebnisse aufgrund der Rotationskontrolle
    • Vollständig individuell angefertigt
    • Art der Krümmung, Befunderhebung, Röntgenaufnahmen nötig
    • Weist Pelotten (Druckzonen) und Aussparungen (Freiräume/Expansionszonen) auf
    • Stärkere Korrektur
    • Kontrolliert die Rotation mit Verlängerungen bis zu den Schultern

Verordnungskriterien bei neuromuskulärer Skoliose: (1)

  • In der Regel kein Boston- oder Cheneau-Korsett
  • Unterschiedliche Ätiologien, Muskelschwächen, Grunderkrankungen und Schweregrade
  • Korrektur flexibler Krümmungen
  • Stabilität
  • Ausgleich fixierter Fehlstellungen
  • Vorbeugung weiterer Deformitäten

5. Lumbosakrale Orthese (LSO) ( edit | edit source )

Zwei Arten von lumbosakralen Orthesen können verordnet werden: eine weiche lumbale Stützbandage aus Stoff, die häufig mit Metall- oder Kunststoffstäben versehen ist, um die LWS zu stützen, oder eine Orthese aus geformtem Kunststoff. Diese Orthesen können „von der Stange“ kommen oder individuell für den Patienten angefertigt werden.

  • Indikationen:(1)
    • Schmerzlinderung
    • Haltungsunterstützung
    • Reduziert übermäßige Lendenlordose
    • Vasomotorische und respiratorische Unterstützung bei Rückenmarkspatienten
    • Erhöhung des intraabdominalen Drucks
    • Wärme
    • Kinästhetisches Feedback

6. Sakralorthese (SO) ( edit | edit source )

Eine Sakralorthese ist eine textile, meist elastische Bandage.(1)

  • Indikationen:(1)
    • Schmerzen im Iliosakralgelenk

Ressourcen(edit | edit source)

Referenzen(edit | edit source)

  1. 1.00 1.01 1.02 1.03 1.04 1.05 1.06 1.07 1.08 1.09 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18 1.19 1.20 1.21 1.22 1.23 1.24 1.25 1.26 1.27 1.28 1.29 1.30 1.31 1.32 1.33 1.34 1.35 1.36 1.37 1.38 1.39 1.40 1.41 1.42 1.43 1.44 1.45 1.46 1.47 1.48 1.49 1.50 1.51 1.52 1.53 1.54 1.55 1.56 Fisher, D. Introduction to Spinal Orthoses Course. Plus. 2022
  2. Xu Y, Li X, Chang Y, Wang Y, Che L, Shi G, Niu X, Wang H, Li X, He Y, Pei B. Design of Personalized Cervical Fixation Orthosis Based on 3D Printing Technology. Applied Bionics and Biomechanics. 2022 Apr 30;2022.
  3. Ghosh JC. Review of Management of Type-2 Odontoid Fracture in Elderly. Open Journal of Orthopedics. 2021 Jan 11;11(1):12-21.
  4. Banat M, Vychopen M, Wach J, Salemdawod A, Scorzin J, Vatter H. Use of halo fixation therapy for traumatic cranio-cervical instability in children: a systematic review. European Journal of Trauma and Emergency Surgery. 2021 Dec 9:1-7.
  5. Kumar GR. Approach to upper cervical trauma. Indian Spine Journal. 2022 Jan 1;5(1):10.
  6. Weiss HR, Turnbull D. Brace treatment for children and adolescents with scoliosis. InSpinal deformities in adolescents, adults and older adults 2020 Feb 27. IntechOpen.


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