Warum werden Fitness- und Leistungstests im Sport eingesetzt? (edit | edit source)
Fitness- und Leistungstests werden bei Sportlern eingesetzt, um:(1)
- sportliches Talent zu bewerten(2)
- körperliche Fähigkeiten zu ermitteln(3)
- Stärken und Schwächen zu erkennen
- Bereiche mit Verbesserungsbedarf zu identifizieren
- Ziele zu setzen
- Fortschritte bei der Bewertung zu erzielen(3) oder den Bedarf an möglichen Änderungen im Trainingsprogramm zu ermitteln(4)
- die Wirksamkeit von Entscheidungen in Bezug auf die Sportler aufzuzeigen(4)
- qualitativ hochwertige Daten zu liefern, die in Entscheidungsprozesse einfließen können(4)
- Fertigkeiten zu identifizieren, die die Position oder Spezialisierung der Spieler bestimmen
- Leistungsprognosen zu erstellen
- bei der Verletzungsprävention und Prehabilitation zu helfen
- Ergebnisse mit normativen Daten zu vergleichen
- dies kann Sportlern helfen, zu sehen, wo sie derzeit stehen oder wie viel sie sich verbessert haben
Die Konzepte der Validität (Gültigkeit) und Reliabilität (Zuverlässigkeit) sind der Schlüssel zu effektiven Bewertungen. Beachten Sie bei Leistungstests die folgenden Grundsätze.
Spezifität(4)
- zur Beurteilung der Fitness eines Sportlers für die betreffende Aktivität
- unter Berücksichtigung der allgemeinen Anforderungen des Sports oder der Aktivität
- Art der Übungen/Bewegungen, die während des Sports erforderlich sind (z. B. Laufen, Springen, Schießen, Werfen)
- kann die Bewegung oder Übung in einer einzigen Bewegung (diskret) ausgeführt werden, gibt es eine Reihe von zusammenhängenden Bewegungen (seriell) oder gibt es ein wiederholtes Bewegungsmuster (zyklisch)?
- diskrete und serielle Bewegungen sind in der Regel leicht zu erkennen, müssen aber möglicherweise in Phasen unterteilt werden, damit der Fokus auf bestimmte Anforderungen gelegt werden kann
- zyklische Bewegungen konzentrieren sich auf sich wiederholende körperliche Handlungen, was bei der Auswahl eines geeigneten Tests berücksichtigt werden muss
- unter Berücksichtigung der Einschränkungen („Constraints“) des Sportlers
- individuelle Einschränkungen wie:
- körperlicher und psychischer Zustand
- Trainingserfahrung des Sportlers
- aktuelle oder frühere Verletzungen
- Verfügbarkeit normativer Daten für einen bestimmten Sportler
- aufgabenspezifische Einschränkungen
- Work-to-Rest-Ratio (z. B. Fußballspieler mit einem Belastungs-Erholungs-Verhältnis von 1:4 – während des Spiels besteht die Belastung des Spielers aus kurzen Sprints und plötzlichen Richtungswechseln, und die Erholungszeiten stellen die Zeit dar, in der der Spieler während des Spiels geht oder steht)
- Spielposition des Sportlers (denken Sie an American Football, wo die Linemen die Kraft haben müssen, gegnerische Linemen zu verteidigen, im Gegensatz zu den Wide Receivern, die den Ball in der Luft fangen müssen)
- das Wettkampfniveau kann auch die Testauswahl beeinflussen
- Umwelteinschränkungen
- Vorschriften von Sportorganisationen
- physische Testumgebung (innen vs. außen, Vertraulichkeit usw.)
Validität (Gültigkeit)(1)
- das Ausmaß, in dem der Test das misst, was er zu messen vorgibt(5)
- dies ist die wichtigste Eigenschaft eines Tests
- Arten der Validität:(1)
- Konstruktvalidität (engl. construct validity)
- die Fähigkeit eines Tests, das zugrunde liegende Konstrukt (die Theorie, die entwickelt wurde, um einige Aspekte des vorhandenen Wissens und der Beobachtungen zu organisieren und zu erklären) darzustellen
- Augenscheinvalidität (engl. face validity)
- der Eindruck für den Sportler und andere Beobachter, dass der Test das misst, was er messen soll
- inhaltliche Validität (engl. content validity)
- die Einschätzung von Experten, dass der Test alle relevanten Unterthemen oder Teilfähigkeiten in angemessenem Verhältnis abdeckt
- Kriteriumsvalidität (engl. criterion validity)
- das Ausmaß, in dem Testergebnisse mit einem anderen Maß derselben Fähigkeit in Zusammenhang stehen
- Diskriminanzvalidität (engl. discriminant validity)
- die Ergebnisse eines Tests sind in der Lage, zwischen Personen mit unterschiedlichen Merkmalen der körperlichen Fitness zu unterscheiden (z. B. Sportler vs. Nichtsportler, Ausdauer- vs. Kraftsportler)
Reliabilität (Zuverlässigkeit)(1)
- ein Maß für den Grad der Konsistenz oder Wiederholbarkeit eines Tests(5)
- eine einheitliche Wiederholung ist möglich
- Messfehler können sich durch Schwankungen in den folgenden Reliabilitäten ergeben:(1)
- Intrasubjekt-Reliabilität (innerhalb der Person)
- die Beständigkeit der Leistung der getesteten Person
- Intrarater-Reliabilität (innerhalb des Untersuchers)
- die Beständigkeit der Ergebnisse eines bestimmten Testleiters
- Interrater-Reliabilität (zwischen Untersuchern)
- die Beständigkeit der Ergebnisse einer Gruppe von Testleitern
Objektivität
- Tests liefern ein konsistentes Ergebnis, unabhängig vom Testleiter
Weitere Überlegungen
- die Tests sollten keine technischen Fähigkeiten seitens des Sportlers erfordern, die dieser nicht bereits besitzt (es sei denn, sie werden zur Beurteilung der Technik verwendet)
- es sollte darauf geachtet werden, dass der Sportler genau versteht, was von ihm verlangt wird, was gemessen wird und warum
- die Testverfahren sollten in Bezug auf Verwaltung, Organisation und Umweltbedingungen streng standardisiert sein
(6)
Zu den relevanten Faktoren, die bei der Auswahl eines geeigneten Tests zu berücksichtigen sind, gehören:(4)
- Bedürfnisse des Teams/Trainers
- Rehabilitationsfachleute können ihr Wissen und ihre Erfahrung nutzen, um die Ziele oder Leistungsergebnisse zu bestimmen
- ausgewählte Bewertungen helfen bei der Entscheidungsfindung
- Bedürfnisse des Sportlers
- Alter
- Karrierestufe
- Verletzungs- oder Trainingsstatus
- Relevanz des Tests
- inwiefern hilft dies den Rehabilitationsfachleuten, auf die Bedürfnisse des Sportlers einzugehen?
- Feststellung, welche körperlichen Fitnessmerkmale relevant sind
- Einfachheit der Umsetzung
- Berücksichtigung verfügbarer Ressourcen und Barrieren bei der Umsetzung
- redundante Assessments
- Auswahl einer ausreichenden Anzahl von Tests, um die Bedürfnisse des Sportlers zu erfüllen, ohne dass es zu viele Überschneidungen zwischen den Tests gibt
- bewusste Effizienz
- Testspezifität
- Verfügbarkeit von normativen Daten
- wenn Sie normative Daten verwenden, stellen Sie immer sicher, dass diese für die spezifische Population, mit der Sie arbeiten, geeignet sind
„Dieser Rahmen kann helfen, die Durchführbarkeit von Assessments zu bestimmen.“(4)
- S = Strengths (Stärken), interner Faktor
- W = Weaknesses (Schwächen), interner Faktor
- O = Opportunities (Chancen), externer Faktor
- T = Threats (Risiken), externer Faktor
Weitere Überlegungen bei der Testauswahl (edit | edit source)
Einige weitere Überlegungen zur Testauswahl sind:(1)
- Spezifität im Hinblick auf das metabolische Energiesystem:
- berücksichtigen Sie den Energiebedarf der Sportart und welches System (phosphagen, glykolytisch und/oder oxidativ) verwendet wird (7)
- Lesen Sie mehr über Energiesysteme
- bei der Auswahl eines geeigneten Tests für eine bestimmte Fähigkeit sollten Kliniker mit den Anforderungen der Sportart vertraut sein
- Position des Spielers und positionsabhängige Aspekte(8)
- Work-Rest-Ratio (Verhältnis zwischen Belastung und Ruhe)(9)
- Spezifität des biomechanischen Bewegungsmusters
- der Test muss Ähnlichkeiten mit wichtigen Bewegungen der Sportart oder Aktivität aufweisen und positionsabhängige Aspekte berücksichtigen(10)
- beispielsweise ist ein vertikaler Sprungtest für einen Volleyballspieler besser geeignet als für einen Hockeyspieler.
- Erfahrung und Trainingsstatus
- Fähigkeit des Sportlers, eine Technik auszuführen(11)
- erfahrene Sportler sind möglicherweise mit einem sportspezifischen, technikintensiven Test vertraut, bei Anfängern kann jedoch eine schlechte oder falsche Technik die Testleistung beeinflussen
- Kraft- und Ausdauerniveau des Sportlers
- es ist vielleicht nicht ideal, einen Gewichtheber zu bitten, einen 10-km-Ausdauertest zu absolvieren
- Alter und Geschlecht
- diese können die Erfahrung, das Interesse und die Fähigkeiten des Sportlers beeinflussen
- Umweltfaktoren
- hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit können die Leistung beeinträchtigen, gesundheitliche Risiken mit sich bringen und die Aussagekraft von aeroben Ausdauertests verringern
- Temperaturschwankungen können die Vergleichbarkeit der Testergebnisse im Laufe der Zeit beeinträchtigen
- die Höhenlage beeinflusst Ausdauertests, nicht jedoch Maximalkraft- oder Schnellkrafttests
- standardisierte Umweltbedingungen sind erforderlich, wo immer dies möglich ist
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- ↑ DR J Kang DPT. CSCS Study Guide: Chapter 12 SUMMARY (Principles of Test Selection & Administration). Available from: https://www.youtube.com/watch?v=Joe8-V2uo2c (last accessed 14/12/2022)