Aktivitäten des täglichen Lebens bei Zerebralparese

Einleitung(edit | edit source)

Aktivitäten des täglichen Lebens (ADLs – Activities of Daily Living) sind wichtige Aufgaben der Selbstversorgung, die wir jeden Tag erledigen. Zu den ADLs gehören das Essen mit Besteck, die Toilettenbenutzung, das Baden und die Körperpflege. Für Kinder mit Zerebralparese (CP) ist die Teilnahme an ADLs wichtig für ihr Selbstvertrauen und ihre Unabhängigkeit.

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Teilnahme eines Kindes mit Zerebralparese an alltäglichen Aktivitäten. Es scheint, dass individuelle Merkmale eine wichtigere Rolle spielen als Umweltfaktoren, insbesondere bei der Selbstversorgung und der Teilnahme am häuslichen Leben. So wirken sich beispielsweise die Werte der grobmotorischen Funktionen (GMFCS) und der Kommunikationsfunktionen (CFCS) sowie das Alter eines Kindes am stärksten auf seine Unabhängigkeit bei der Selbstversorgung aus. Gleichzeitig haben die grobmotorische Funktion (GMFCS), das Alter, die Klassifikation der manuellen Fähigkeiten (MACS) und die kognitiven Funktionen (IQ) den größten Einfluss darauf, wie es sich zu Hause an Aktivitäten beteiligt.(1)

Die Auswirkungen der Zerebralparese auf die Fähigkeit eines Kindes, an ADL teilzunehmen, ändern sich oft mit zunehmendem Alter, da sich die Auswirkungen der Behinderung im Laufe der Zeit verändern.(2)

Definition von Aktivitäten des täglichen Lebens (ADLs) (edit | edit source)

ADLs sind eine Reihe von Aktivitäten, die wir jeden Tag ausführen, um für uns selbst zu sorgen und ein unabhängiges Leben zu Hause oder in der Gemeinschaft zu führen.(3) ADLs können eingeteilt werden in: Grundlegende / physische Aktivitäten (BADLs) / persönliche Aktivitäten (PADLs), bei denen es sich um grundlegende Aufgaben der Selbstversorgung handelt, oder in instrumentelle Aktivitäten (IADLs), bei denen es sich um komplexere Aufgaben handelt, die zur Unterstützung eines unabhängigen Lebens erforderlich sind.(4)(5)

Es gibt keine feste Liste von ADLs – sie hängen vom Alter, den Interessen, der Kultur usw. der Person ab. Bei der Arbeit mit Kindern beziehen wir uns oft auf grundlegende Aktivitäten des täglichen Lebens, darunter Essen, Trinken, An- und Auskleiden, Toilettengang, Hygiene (Baden, Mundhygiene usw.) und Fortbewegung im Haus.

Die Definition von ADLs kann variieren, aber die meisten Organisationen einigen sich auf 5 grundlegende Kategorien:

  • Körperpflege: umfasst eine Reihe von Aufgaben, wie Baden, Körperpflege und Mundpflege
  • An- und Auskleiden: umfasst die Fähigkeit, angemessene Entscheidungen in Bezug auf Kleidung zu treffen
  • Essen: die Fähigkeit, sich selbst zu ernähren; umfasst nicht unbedingt die Zubereitung von Speisen
  • Aufrechterhaltung der Kontinenz
  • Transfer: z.B. vom Sitzen zum Stehen oder ins Bett und aus dem Bett

Aktivitäten des täglichen Lebens und Zerebralparese (edit | edit source)

Neugeborene sind bei ihren Aktivitäten des täglichen Lebens auf ihre Betreuungspersonen angewiesen. Mit zunehmendem Alter werden Kinder unabhängiger. Mit der Zeit entwickeln die meisten Kinder die Motivation, Dinge selbst zu tun, und genießen das Gefühl der Selbstständigkeit, das ihnen diese Unabhängigkeit verschafft. Ein wichtiger Teil der Aufgabe einer Betreuungsperson besteht darin, einem Kind zu mehr Unabhängigkeit zu verhelfen.

Die effektive und selbstständige Ausführung von ADL erfordert viele verschiedene Fertigkeiten.(6) Wir benötigen grobmotorische Fertigkeiten, um auf der Toilette zu sitzen oder zu hocken oder um ein Bein anzuheben, um eine Hose anzuziehen. Wir benötigen feinmotorische Fertigkeiten, um einen Reißverschluss zu öffnen, einen Löffel zu halten und ihn zum Mund zu führen, ohne dabei Essen zu verschütten. Wir benötigen visuell-motorische Fertigkeiten für die Hand-Augen-Koordination, während kognitive Fertigkeiten und exekutive Funktionen notwendig sind, um ADL zu planen und auszuführen. Wir nutzen sensorische Fähigkeiten wie Tastsinn, Geschmack, Geruch, Sehen, Bewegung und Hören, um die Welt zu erkunden und zu verstehen. Schließlich nutzen wir kommunikative Fertigkeiten, um Anweisungen zu befolgen und unsere Wünsche und Bedürfnisse bei der Ausführung von ADLs mitzuteilen. Kinder mit Zerebralparese, die in einem dieser Bereiche beeinträchtigt sind, können Schwierigkeiten bei der Ausführung einiger oder aller ADLs haben.

Bei der Arbeit mit Kindern mit Zerebralparese ist es wichtig, ihre funktionellen Fähigkeiten zu verstehen. Das Manual Ability Classification System (MACS) und das Gross Motor Function Classification System (GMFCS) können einen Hinweis darauf geben, welche funktionellen Fertigkeiten wir bei einem Kind erwarten können. Kinder, die als MACS-Stufe I eingestuft sind, können Gegenstände erfolgreich und leicht handhaben. Kinder mit einer MACS-Stufe V können keine Gegenstände handhaben oder einfache Handlungen ausführen.(7) Kinder mit einem GMFCS der Stufe I können ohne Einschränkungen gehen, während Kinder mit einem GMFCS der Stufe V in allen Situationen auf einen manuellen Rollstuhl angewiesen sind. Weitere Informationen zu diesen Skalen finden Sie in den verlinkten Texten.

Einige Kinder mit Zerebralparese benötigen fortlaufende Unterstützung bei ihren ADLs, aber ihre Eltern oder Betreuungspersonen können geschult und unterstützt werden, damit die Kinder so weit wie möglich an den ADLs teilnehmen können.

Betreuungspersonen können ADLs als Gelegenheit nutzen, um (1) die Teilnahme zu fördern, (2) auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes einzugehen, (3) das Kind zu motivieren und erreichbare Ziele zu setzen, (4) einen Lehrstil zu wählen, der den Lernfähigkeiten des Kindes am besten entspricht, und (5) einen Tagesablauf für das Kind festzulegen. Sie können (6) die ADLs in Teile aufteilen und (7) darauf achten, dass sie die Umgebung, in der die Aktivität stattfindet, entsprechend vorbereiten.(8) Jeder dieser sieben Grundsätze wird in den folgenden Absätzen näher erläutert.

Die Teilnahme fördern: Kinder sollten in der Lage sein, sich an geeigneten ADLs zu beteiligen. Ein Kind, das beispielsweise nur einen Arm benutzen kann, sollte dazu ermutigt werden, so viel wie möglich mit seinem nicht beeinträchtigten Arm zu tun, auch wenn es die Aufgabe nicht ganz selbstständig ausführen kann. Betreuungspersonen sollten nicht voreilig eingreifen, um „Zeit zu sparen“ oder die Aufgabe schneller zu erledigen.

Auf individuelle Bedürfnisse eingehen: Betreuungspersonen sollten darin geschult werden, wie sie ADLs nutzen können, um sich auf Entwicklungsfertigkeiten und Aktivitäten zu konzentrieren, die das Kind braucht/lernen möchte. Da diese Aktivitäten Teil der täglichen Routine werden, findet die Betreuungsperson mit größerer Wahrscheinlichkeit Zeit, an diesen Fertigkeiten zu arbeiten. Es ist wichtig, dass die Aufgabe dem Ausgangsniveau des Kindes entspricht und dass es neue Fertigkeiten entwickeln kann.

Das Kind motivieren und erreichbare Ziele setzen: Es müssen angemessene, erreichbare Ziele gesetzt werden. Diese sollten für das Kind motivierend sein, um seine Beteiligung zu fördern. Das Aufnehmen von Fotos oder Videos vor und nach dem Training kann hilfreich sein, um Fortschritte zu dokumentieren.(9)

Auswahl des Lehrstils: Es gibt drei Hauptmethoden, um Kindern das Erlernen von ADLs zu erleichtern: (1) Tun, (2) Beobachten und (3) Zuhören.(9) Manchmal kann es hilfreich sein, alle drei Komponenten zu integrieren und auch andere Sinnesreize wie Berührung oder Geruch einzusetzen.(9) Es kann hilfreich sein, Spielelemente oder Diskussionen in die Aufgabe einzubauen. Um einem Kind beispielsweise beim Anziehen eines Pullovers zu helfen, könnte die Betreuungsperson sagen: „Heute ziehen wir einen Pullover an, weil es draußen kühl ist. Magst du es, wenn es kühl ist? Welche Farbe hat dieser Pullover? Und welche Farbe hat mein Pullover? Zeig mir jetzt deinen rechten Arm, damit ich dir helfen kann, den Pullover anzuziehen.“ Bei der Arbeit mit Kindern ist es wichtig, ihnen die Möglichkeit zu geben, Entscheidungen zu treffen. Sie können beispielsweise fragen: „Magst du diesen Pullover lieber oder den anderen?“ Es kann auch hilfreich sein, die Strategie „Erklären, Zeigen, Führen“ anzuwenden:(9)

  • Schritt 1: Erklären – Erklären Sie dem Kind die Aufgaben oder Aktivitäten mit einfachen und verständlichen verbalen Anweisungen
  • Schritt 2: Zeigen – Demonstrieren Sie dem Kind die Aufgabe oder Aktivität und geben Sie ihm ein visuelles Beispiel dafür, was Sie von ihm erwarten
  • Schritt 3: Führen – Führen Sie die Aktivitäten gemeinsam durch und nutzen Sie gegebenenfalls die Hand-über-Hand-Methode, um direkte Unterstützung und Ermutigung zu geben

Die richtige Herausforderung bieten: Achten Sie bei der Arbeit mit Kindern an ADLs darauf, dass die Aufgaben nicht zu einfach und nicht zu schwer sind, damit sie eine angemessene Herausforderung darstellen.(9)

Festlegung einer täglichen Routine für das Kind: Das tägliche Üben bestimmter Fertigkeiten hilft Kindern, diese Fertigkeiten zu erlernen und ihre Selbstständigkeit zu steigern. Dabei kann ein visueller Zeitplan aller Aktivitäten hilfreich sein. Die korrekte (d. h. unter Berücksichtigung der optimalen Positionierung) und aktive (d. h. lernfördernde) Ausführung der täglichen Aktivitäten bietet dem Kind viele Lernmöglichkeiten.

Aufteilung von Aktivitäten in Teile: Es kann hilfreich sein, eine Aktivität in eine Reihe von aufeinander folgenden Handlungen zu unterteilen. Auf diese Weise kann das Kind jede Handlung einzeln und in der richtigen Reihenfolge ausführen, bevor es alles zusammenfügt. Sobald es alle Komponenten der Aktivität beherrscht, kann es diese in verschiedenen Umgebungen effizient ausführen.(9)

Verwendung von Spiegeln: Ein Spiegel ermöglicht es dem Kind, zu sehen, was es tut, und die notwendigen Bewegungen bei verschiedenen Aktivitäten besser wahrzunehmen.(9)

Vorbereitung der Umgebung: Wir können die Umgebung auf unterschiedliche Weise anpassen – einschließlich physischer, sensorischer und soziokultureller Aspekte. Wir können ablenkende Reize verringern oder beseitigen.

Hilfe nicht übertreiben: Es ist wichtig, dass nicht zu viel Unterstützung gegeben wird. Helfen Sie nur bei den Handlungen, die das Kind alleine nur schwer ausführen kann.

Assessment und Zielsetzung (edit | edit source)

„Der Evaluationprozess konzentriert sich darauf, herauszufinden, was der Klient will und tun muss, zu bestimmen, was der Klient tun kann und bereits getan hat, und Förderfaktoren und Barrieren für Gesundheit, Wohlbefinden und Partizipation (Teilhabe) zu identifizieren. Die Evaluation findet während der ersten und allen folgenden Interaktionen mit einem Klienten statt. Die Art und der Schwerpunkt der Evaluation unterscheiden sich je nach Praxisumfeld, jedoch sollten alle Evaluationen die komplexen und vielfältigen Bedürfnisse jedes Klienten bewerten.“(10)

Es wurden zahlreiche klinische Instrumente entwickelt, um die Performanz eines Kindes bei ADLs sowie die dafür erforderlichen motorischen und kognitiven Fähigkeiten zu beurteilen. Oft handelt es sich bei diesen Assessments um standardisierte Tools, deren Anwendung eine spezielle Schulung erfordert.

Das Canadian Occupational Performance Measure (COPM) wird verwendet, um Kindern mit Zerebralparese und ihren Familien dabei zu helfen, die Aktivitäten zu identifizieren, die für sie in der Therapie wichtig sind, einschließlich der Selbstversorgung, der Teilnahme an Freizeit und Spiel oder des Schulbesuchs.(11) Es wird in Form eines halbstrukturierten Interviews durchgeführt, in dem das Kind oder bei jüngeren Kindern oder Kindern mit geistiger Beeinträchtigung die Betreuungspersonen ihre Prioritäten festlegen.(12) Das Interview wird in der Regel zu Beginn und gegen Ende der Behandlung oder bei einer signifikanten Veränderung durchgeführt, um den Fortschritt zu messen.(13) Die Möglichkeit für Kinder und Familien, ihre Ziele selbst zu wählen, ist für eine kindzentrierte, individuelle Versorgung von entscheidender Bedeutung. Das COPM ist ein standardisiertes Messinstrument, und die Bewertungsbögen und Online-Schulungsmodule können auf der Website des Unternehmens erworben werden.

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) kann als Leitfaden für die Beurteilung des Funktionsstatus und die Zielsetzung verwendet werden. Die Kinder- und Jugendversion der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) wurde als ICF-CY entwickelt und veröffentlicht. Diese Version wurde konzipiert, um eine ganzheitliche Perspektive auf Barrieren und Förderfaktoren zu bieten, die die Funktionsfähigkeit eines Kindes beeinflussen. (14) Sie sollte „die Merkmale des sich entwickelnden Kindes und den Einfluss seiner Umgebung erfassen.“(15) Über die praktische Anwendung der ICF bei Zerebralparese können Sie hier mehr erfahren.

Das Assessment of Motor and Process Skills (AMPS) bewertet, wie gut eine Person bestimmte ADLs in einer natürlichen Umgebung ausführt. Das AMPS ist ein wertvolles Beobachtungs- und Assessment-Tool, aber es werden derzeit keine AMPS-Schulungen angeboten. Daher können Kliniker keine formelle Zertifizierung für die Verwendung des AMPS erwerben. Sie können zwar weiterhin ähnliche Beobachtungs- und analytische Fertigkeiten in ihrer Praxis anwenden, diese wären jedoch nicht standardisiert und könnten die Validität und Reliabilität des Assessments beeinträchtigen.

Förderung der ADLs für Kinder mit Zerebralparese in der Ergotherapie (edit | edit source)

Die Unabhängigkeit eines Kindes bei der täglichen Selbstversorgung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung seiner Autonomie im Laufe des Lebens, auch bei Kindern mit Zerebralparese. Die Fähigkeit von Kindern mit Zerebralparese, Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen, variiert je nach ihren motorischen und kognitiven Beeinträchtigungen. Auch wenn eine vollständige Unabhängigkeit nicht für jedes Kind in allen Bereichen möglich ist, kann eine teilweise Teilnahme an ADLs die Teilhabe sinnvoll erhöhen und die Abhängigkeit von Betreuungspersonen in bestimmten Bereichen des täglichen Lebens verringern.(16) (17)

Zähneputzen (edit | edit source)

Die Mundhygiene kann für Kinder mit Zerebralparese aus vielen Gründen eine Herausforderung darstellen, darunter Schwäche und Spastik der oberen Extremitäten, Schwierigkeiten bei der Synchronisation von Greif- und Hebebewegungen sowie Probleme mit der Mundmotorik.(18) Die folgenden Strategien können hilfreich sein, wenn ein Kind mit Zerebralparese lernt, sich die Zähne zu putzen.

Angepasste Zahnbürstengriffe

Umgebung und Materialien: Die Umgebung sollte für das Kind bequem und zugänglich sein. Die Wahl der richtigen Zahnbürste ist wichtig. Manche Kinder benötigen einen größeren/dickeren Griff an ihrer Zahnbürste. Es kann auch notwendig sein, den Winkel der Zahnbürste anzupassen oder die Länge der Zahnbürste zu verlängern, damit das Kind seinen Mund leichter erreichen kann.(18) Bei der Wahl der Zahnpasta ist es auch wichtig, die Geschmacksvorlieben des Kindes zu berücksichtigen. Am besten vermeiden Sie anfangs Zahnpasta mit starkem Aroma.

Technik: Die Methode „Erklären, Zeigen, Führen“ kann Kindern beim Erlernen des Zähneputzens helfen. Beschreiben Sie zunächst die Tätigkeit, zeigen Sie dem Kind dann, wie seine Eltern oder Gleichaltrigen ihre Zähne putzen, und geben Sie ihm schließlich mit der Hand-über-Hand-Methode praktische Anleitung.

Mundmotorische Aktivitäten: Das Zähneputzen erfordert koordinierte Bewegungen der Wangen, der Zunge und der Lippen.(9) Die Einführung verschiedener oraler motorischer Aktivitäten kann für Kinder mit Zerebralparese, die das Zähneputzen lernen, von Vorteil sein. Beispiele für lustige Spiele für Kinder sind: (1) Schwammwürfel mit einem kräftigen Luftstoß aus einer Schüssel pusten, (2) ein wenig Essen, z. B. Schokolade oder Joghurt, um den Mund des Kindes herum verteilen und es dazu ermutigen, mit der Zunge danach zu suchen und zu probieren.(9)

Greifen und Bürsten: Mit laminierten Bildkarten können Sie Ihrem Kind helfen, die Bewegungen des Greifens und Bürstens zu üben. Das Kind kann Bilder von Zähnen mit einer Bürste ausmalen oder „putzen“.

Technik des Händewaschens

Händewaschen (edit | edit source)

Die folgenden Strategien können einem Kind mit Zerebralparese helfen, die Fertigkeiten zum Händewaschen zu entwickeln.

Umgebung und Materialien: Ein Kind kann lernen, seine Hände in jeder Position zu waschen, vom Stehen bis zum Sitzen oder mit zusätzlicher körperlicher Unterstützung. Wichtig ist, dass das Kind eine bequeme, stabile Position einnehmen kann.(9)

Technik: Es ist sinnvoll, Aktivitäten einzuführen, die Elemente des Händewaschens enthalten, damit das Kind ähnliche Bewegungen üben und anwenden kann. Auch hier kann die Methode „Erklären, Zeigen, Führen“ hilfreich sein. Beschreiben Sie zunächst die Aktivität. Zeigen Sie dann die Bewegungen, die zum Händewaschen gehören, oder verwenden Sie Bildkarten, um die Aktivität in kleine Schritte zu unterteilen, die das Kind nachmachen kann.

Spielen: Spezielle Spiele können hilfreich sein, z. B. die Hände mit Farbe bemalen und dann wieder abwaschen.

Weitere unterhaltsame Spielaktivitäten finden Sie unter: Lernen durch Spielen bei Zerebralparese.

Baden
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Das Baden eines Kindes mit Zerebralparese kann anstrengend sein. Es kann eine Herausforderung sein, mit einem nassen Kind auf einer rutschigen Oberfläche umzugehen, insbesondere wenn das Kind Spastik oder unwillkürliche Bewegungen aufweist. Die folgenden Ideen können hilfreich sein, wenn Sie einem Kind mit Zerebralparese beim Baden helfen möchten.

Badeliege für Kinder

Umgebung und Materialien: Die Vorbereitung der Umgebung trägt dazu bei, Risiken zu verringern und die Aktivität für das Kind und seine Betreuungsperson angenehmer zu gestalten. Rutschfeste Unterlagen in der Badewanne oder Dusche können Stürze verhindern. Hilfsmittel wie Badesitze bieten Kindern, die nicht stehen können, Halt und ermöglichen es ihnen, ihre Arme frei zu benutzen. Die Wahrung der Privatsphäre eines Kindes ist besonders wichtig, wenn es in die Pubertät kommt.

Technik: Kinder sollten dazu ermutigt werden, so viel wie möglich selbst zu tun, um ihre Unabhängigkeit zu fördern. Sie können beispielsweise einen Waschschwamm oder eine Wasserflasche in den Händen halten.

Spielen: Bei der Arbeit mit Kindern ist es wichtig, spielerische Aktivitäten einzubeziehen, um die Beteiligung und das Engagement zu erhöhen. Das Kind kann zum Beispiel seine Puppe waschen oder Rollenspiele ausprobieren, wie z. B. Friseur spielen.

Toilettenbenutzung und Hygiene (edit | edit source)

Viele Kinder mit Zerebralparese können eine ausreichende Kontinenz entwickeln, aber sie erreichen sie möglicherweise später als andere Kinder.(19) Bei der Arbeit am Toilettentraining müssen Eltern bedenken, dass die körperliche und emotionale Bereitschaft und nicht nur das kalendarische Alter entscheidend sind. Zu den Anzeichen für die Bereitschaft zum Toilettentraining gehören die folgenden: (1) Das Kind bleibt mindestens zwei Stunden lang trocken, (2) es ist sich des Unterschieds zwischen nass und trocken bewusst, (3) es kann rechtzeitig zur Toilette oder zum Töpfchen gelangen, möglicherweise mit Hilfe, (4) es kann sich selbst aus- und anziehen oder ist bereit, dies zu lernen, und (5) es ist motiviert, diesen Schritt zu tun.

Umgebung und Materialien: Es gibt verschiedene Anpassungen für Toilettensitze und andere speziell entwickelte Vorrichtungen für Kinder, denen die motorische Kontrolle fehlt, um auf einer Toilette sitzen zu bleiben. Diese Produkte sind oft mit verstellbaren Gurten, Sicherheitsbügeln und weichen Polstern ausgestattet, um die Sicherheit zu verbessern und die Gefahr zu verringern, dass das Kind ausrutscht und stürzt.(9) Es kann auch hilfreich sein, Kleidung zu wählen, die sich für Kinder leichter an- und ausziehen lässt, z. B. Hosen mit Gummizug statt Knöpfen.

Reihenfolge beim Toilettengang

Technik: Bringen Sie dem Kind bei, konsequent ein bestimmtes Zeichen für den Gang zur Toilette zu verwenden (z.B. immer dasselbe Wort, dieselbe Geste oder dasselbe Zeichen). Das Kind muss auch alle Elemente des Toilettengangs lernen, einschließlich der Hygieneregeln und des Händewaschens nach dem Toilettengang. Ein visueller Zeitplan, der jeden Schritt des Toilettengangs zeigt, kann hilfreich sein.

An- und Auskleiden(edit | edit source)

Die folgenden Strategien können einem Kind mit Zerebralparese helfen, das Anziehen zu lernen.

Umgebung und Materialien: Berücksichtigen Sie beim Anziehen verschiedene Positionen, um Körperstabilität und eine sichere Haltung zu gewährleisten. Für ein Kind, das Probleme mit dem Gleichgewicht und der Koordination hat, kann es sinnvoll sein, sich im Sitzen anzuziehen und dabei feste Möbel oder eine Wand zur Unterstützung zu benutzen. Wenn es lange dauert, das Anziehen zu üben, ist es am besten, einen Zeitpunkt zu finden, an dem das Kind entspannt ist, z.B. vor dem Schlafengehen oder an Wochenenden.

Es kann hilfreich sein, Kleidungsstücke mit Etiketten zu versehen, um die Vorder- und Rückseite oder links und rechts zu kennzeichnen. Das Anordnen der Kleidungsstücke in der Reihenfolge, in der sie angezogen werden sollen, kann bei der Erledigung der Aufgabe helfen. Hilfsmittel wie Strumpfanzieher und Schlaufen zum Binden von Knöpfen sowie lockere oder elastische Kleidung mit großen Öffnungen für den Kopf können von Vorteil sein.

Technik: Wenn Sie einem Kind beibringen, sich anzuziehen, verwenden Sie jedes Mal dieselbe Reihenfolge. Führen Sie die Aktivität vor und geben Sie dem Kind genügend Zeit, die Aktivität zu üben. Geben Sie ihm während des Lernens Schritt-für-Schritt-Anweisungen. Für manche Kinder kann es hilfreich sein, wenn sie körperlich unterstützt werden. Die Verwendung eines Spiegels ist ebenfalls von Vorteil, denn so kann das Kind sehen, was es tut.

Spielen: Die Einführung von Spielen kann mehr Möglichkeiten zum Üben bieten. Geben Sie einem Kind beispielsweise vorgefertigte Pfeifenreiniger in Kreisform. Es kann üben, diese Kreise an seinen Armen oder Beinen anzulegen und wieder abzunehmen.

Essen und Trinken (edit | edit source)

Essen und Trinken sind grundlegende Fertigkeiten. Wenn Sie mehr über die Ernährung und das Essen bei Kindern mit Zerebralparese erfahren möchten, lesen Sie bitte: Überlegungen zu Ernährung und Essen bei Zerebralparese.

Multidisziplinäres Team und ADLs (edit | edit source)

Viele Faktoren beeinflussen unsere Fähigkeit, ADLs auszuführen. Wir müssen in der Lage sein, bestimmte Körperhaltungen aufrechtzuerhalten und Bewegungen in verschiedenen Körpersegmenten zu kontrollieren. Viele Mitglieder des multidisziplinären Teams arbeiten mit Ergotherapeuten zusammen, um Kindern mit Zerebralparese dabei zu helfen, ihre ADL-Ziele zu erreichen. Physiotherapeuten können beispielsweise Betreuungspersonen dabei helfen, die Bewegungsmuster und Körperhaltungen eines Kindes zu verstehen und Wege zur Optimierung der Funktionen zu finden. Krankenschwestern und Physiotherapeuten können Betreuungspersonen dabei unterstützen, sichere und komfortable Handhabungstechniken für die Selbstversorgung zu erlernen. Logopäden können Kindern mit Zerebralparese dabei helfen, ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern, wodurch Frustration abgebaut und die Teilnahme an Alltagsaktivitäten verbessert wird.(20)

Referenzen(edit | edit source)

  1. Alvandi F, Amini M, Ghafarzadeh Namazi N. Factors Affecting the Independence Level of 4-6-Year-Old Children with Cerebral Palsy in Activities of Daily Living. Iran J Child Neurol. 2023 Fall;17(4):93-104.
  2. Saleem S, Ullah DE, Noreen H, Khan DSG, Ashraf S, Tahir A. Frequency of Problems in Activities of Daily Livings in Children with Cerebral Palsy. JRCRS 2022; 10(1).
  3. Towards a Common Language for Functioning, Disability and Health ICF. https://www.who.int/classifications/icf/icfbeginnersguide.pdf (last access 3.01.2025)
  4. Edemekong PF, Bomgaars DL, Sukumaran S, et al. Activities of Daily Living. (Updated 2023 Jun 26). In: StatPearls (Internet). Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2025 Jan-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK470404/ (accessed 3 February 2025).
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  9. 9.00 9.01 9.02 9.03 9.04 9.05 9.06 9.07 9.08 9.09 9.10 Chumburidze N. Cerebral Palsy and Activities of Daily Living Course. Plus, 2025.
  10. Occupational Therapy Practice Framework: Domain and Process—Fourth Edition. The American Journal of Occupational Therapy, 2020, Vol. 74 (Supplement_2)
  11. Russel E, Liu C, Woo L. Associations Between Canadian Occupational Performance Measure (COPM) Change Scores and Cerebral Palsy Functional Classification System Severity Levels. The American Journal of Occupational Therapy, 2020; 74(4_Supplement_1): 7411505128p1.
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  18. 18.0 18.1 Palanisamy S, Cholan P, Ramachandran L, Tadepalli A, Parthasarsthy H, Umesh SG. Navigating Oral Hygiene Challenges in Spastic Cerebral Palsy Patients: A Narrative Review for Management Strategies for Optimal Dental Care. Cureus. 2023 Dec 9;15(12):e50246.
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  20. Cantero MJ, Medinilla EE, Martínez AC, Gutiérrez SG. Comprehensive approach to children with cerebral palsy. Anales de Pediatría (English Edition). 2021 Oct 1;95(4):276-e1.


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