Die Zerebralparese (CP) umfasst eine Gruppe nicht fortschreitender neurologischer Störungen, die durch eine Schädigung des sich entwickelnden Gehirns verursacht werden. Sie beeinträchtigt Bewegung, Körperhaltung und motorische Kontrolle und ist die häufigste Ursache für Behinderungen bei Kindern.(1) Die motorischen Veränderungen werden „oft mit Störungen der Sensorik, Kognition, Kommunikation, Wahrnehmung und/oder des Verhaltens und/oder mit einer Anfallsleiden einher.“(2)
Wie diese Definition verdeutlicht, kann die Zerebralparese komplexe Auswirkungen auf mehrere Systeme haben, die sich tiefgreifend auf die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden eines Kindes auswirken können. Sie kann viele verschiedene Organsysteme betreffen, vom neuromuskulären über das Integumentsystem, das kardiopulmonale, muskuloskelettale, urogenitale, respiratorische und gastrointestinale System. Das Verständnis der multisystemischen Folgen der Zerebralparese ermöglicht es medizinischen Fachkräften, frühzeitig einzugreifen, um möglicherweise den Krankheitsverlauf zu beeinflussen und die Lebensqualität von Kindern mit Zerebralparese zu verbessern.(3)
Auf dieser Seite werden einige Erkrankungen vorgestellt, die mit der Zerebralparese in Zusammenhang stehen oder damit verbunden sind. Sie enthält Links zu weiteren Informationen und bietet für einige Erkrankungen kurze Ideen für Interventionen oder Möglichkeiten, um spezifischen Herausforderungen in der Rehabilitation gerecht zu werden. Bitte lesen Sie die verlinkten Artikel, wenn Sie mehr über diese Erkrankungen erfahren möchten.
Bei den Erkrankungen oder Beeinträchtigungen kann es sich um Folgeerscheinungen oder Begleiterkrankungen im Zusammenhang mit einer CP handeln.(4) Eine Folgeerscheinung wird in der Regel durch die primären CP-Beeinträchtigungen verursacht. Wenn eine Erkrankung zusammen mit CP-Beeinträchtigungen auftritt, aber nicht aufgrund dieser Beeinträchtigungen entstanden ist, wird sie als Begleiterkrankung oder Komorbidität der primären Beeinträchtigungen der CP definiert.(2) Die CP-Beeinträchtigungen und die daraus resultierenden Erkrankungen überschneiden sich oft.
Kinder mit Zerebralparese können gleichzeitig intellektuelle und kognitive Beeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten und Neuroentwicklungsstörungen haben.
Schätzungsweise leidet fast die Hälfte aller Kinder mit CP an einer intellektuellen Beeinträchtigung. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf ihre Fähigkeit haben, in akademischen oder beruflichen Kontexten erfolgreich zu sein.(5) Ein Kind mit einer geistigen Behinderung kann Probleme mit seiner kognitiven Funktion, seinen Denkfertigkeiten, die zu Wissen führen, und seinem adaptives Verhalten (d.h. seiner Fähigkeit, sich an die Umwelt anzupassen und im täglichen Leben zurechtzukommen) haben. Geistige Behinderungen können als leicht, mittelschwer oder schwer eingestuft werden.(6)
Für Kinder mit Zerebralparese kann das schulische oder akademische Umfeld aus einer Reihe von Gründen eine Herausforderung darstellen, darunter Probleme mit dem Verhalten, der Motivation, psychosoziale Herausforderungen oder verminderte Sprachkenntnisse. Sie können auch spezifische Lernschwächen haben, darunter Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche), Dysgraphie (Schwierigkeiten beim schriftlichen Ausdruck) und Dyskalkulie (Beeinträchtigung des mathematischen Denkens).(5) Lernbehinderungen können sich auf höhere Fertigkeiten wie Organisation, Sequenzierung und abstraktes Denken auswirken.(7)
Kinder mit Zerebralparese haben auch ein höheres Risiko für Neuroentwicklungsstörungen oder neuropsychiatrische Erkrankungen wie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und/oder Autismus.(8) Eine Studie ergab, dass 45 % der Kinder mit Zerebralparese auch an Autismus, ADHS oder beidem litten.(8) Wenn Sie mehr über den Umgang mit ADHS erfahren möchten, lesen Sie bitte: Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Wenn Sie mehr über Autismus erfahren möchten, lesen Sie bitte: Autismus-Spektrum-Störung.
Wenn Rehabilitationsfachleute Lernschwierigkeiten oder intellektuelle Beeinträchtigungen erkennen, müssen sie diese Herausforderungen in ihren Therapiesitzungen berücksichtigen.(9) Dies kann Folgendes umfassen: (1) Anpassung der Aufgabe und der Anweisungen an die kognitiven Fähigkeiten des Patienten und (2) Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten, wie Neuropsychologen und Pädagogen, um umfassende Interaktions- und Interventionspläne zu entwickeln, die auf die kognitiven Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten sind.(9)
Kinder mit Zerebralparese können eine Reihe von Kommunikationsproblemen haben, die ihr Verständnis und/oder ihre Fähigkeit, sich auszudrücken, beeinträchtigen. Sie brauchen vielleicht Hilfe, um Anweisungen zu verstehen, vollständige Sätze zu bilden, präzise Details mitzuteilen oder zusammenhängende Erzählungen zu verfassen. Diese Kommunikationsschwierigkeiten können sich auch auf ihre schulischen Fortschritte auswirken.
Bei der Arbeit mit Kindern mit Kommunikationsschwierigkeiten sollten Angehörige der Gesundheitsberufe (1) über Kenntnisse alternativer Kommunikationsmethoden verfügen, um eine effektivere Kommunikation zu ermöglichen, und (2) mit Logopäden zusammenarbeiten, um Kommunikationsinterventionen zu optimieren, damit die Kinder uneingeschränkt an der Therapie und ihren täglichen Aktivitäten teilnehmen können.(9)
Wenn Sie mehr über Kommunikationsstrategien in der Frühförderung erfahren möchten, lesen Sie bitte: Kommunikation in der Frühförderung.
Patienten mit CP haben ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen wie Angstzustände,(10) Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS). Verschiedene Faktoren können zu psychischen Problemen bei Patienten mit CP beitragen, darunter biologische und umweltbedingte Faktoren, das Fortschreiten muskuloskelettaler Beeinträchtigungen und Veränderungen in der psychologischen und sozialen Entwicklung.(11)
Wenn Sie mehr über psychische Probleme bei Zerebralparese, einschließlich Zeichen und Symptome und den multidisziplinären Ansatz, erfahren möchten, lesen Sie bitte: Überlegungen zur psychischen Gesundheit bei Zerebralparese.
Epilepsie tritt bei 15 bis 55 % der Menschen mit CP auf.(12) Es gibt verschiedene Arten von Anfällen, und die Symptome hängen davon ab, welche Art von Anfall eine Person erlebt.(13) Laut der ILEA-Klassifikation können Anfälle grundsätzlich in 3 Typen eingeteilt werden: fokaler Beginn, generalisierter Beginn und unbekannter Beginn.(14)
Anfälle mit fokalem Beginn entstehen in einer bestimmten Gehirnregion, können sich aber auch auf andere Bereiche ausbreiten. Sie werden ferner in zwei Subtypen eingeteilt: bewusst erlebte fokale Anfälle und nicht bewusst erlebte fokale Anfälle.(15)
Generalisierte Anfälle betreffen beide Gehirnhälften und können einen Bewusstseinsverlust hervorrufen. Sie können konvulsiver oder nicht konvulsiver Natur sein und lassen sich in verschiedene Typen unterteilen:(13)
Wenn Sie mehr über die Klassifikation von Anfällen erfahren möchten, lesen Sie bitte hier: ILAE 2017 Checkliste zur Klassifikation von Anfallsformen. Hier wird die allgemeine Behandlung der Epilepsie besprochen: Epilepsie.
Atemwegsprobleme sind bei Kindern mit Zerebralparese häufig.(16) Diese Probleme können durch Schluckbeschwerden, niedriges Aktivitätsniveau, Sialorrhö (vermehrter Speichelfluss), blockierte Atemwege und die Unfähigkeit, effektiv zu husten, verursacht oder verschlimmert werden. Atemwegsprobleme können sich zu ernsthaften Erkrankungen entwickeln, daher ist die Überwachung der Atmung und der Atemfunktion von entscheidender Bedeutung. Zahlreiche Atemwegserkrankungen werden mit Zerebralparese in Verbindung gebracht, darunter Bronchitis, Lungenentzündung, bronchopulmonale Dysplasie, Atemnotsyndrom (RDS), Asthma und Aspiration.(17)
Verschiedene Rehabilitationsinterventionen zielen darauf ab, die Atemfunktion zu optimieren. . Diese Interventionen können Folgendes umfassen: (1) Techniken zur Sekretmobilisation aus der Atemtherapie, wie Klopfungen, Vibrationen, hochfrequente Vibrations-Weste (HFCWO), Lagerungsdrainage und Atemtechniken, (2) Positionierung (Lagerung) für eine optimale Atemunterstützung und -ausrichtung zur Förderung der Phonation und zur Verringerung des Aspirationsrisikos während der Nahrungsaufnahme, (3) Atemmuskeltraining, einschließlich Zwerchfellatmung und inspiratorisches Atemmuskeltraining zur Verbesserung der Kraft und Ausdauer der Atemmuskulatur, und (4) Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachkräften, wie Lungenfachärzten, Logopäden und Ernährungsberatern, um ein umfassendes respiratorisches Behandlungsprogramm.(9)
Wenn Sie mehr über die Prävention und das Management von Atemwegserkrankungen bei Kindern mit Zerebralparese lesen möchten, lesen Sie bitte diesen Artikel: Prevention and management of respiratory disease in young people with cerebral palsy: consensus statement.(18)
Strukturelle Veränderungen im Verdauungssystem von Kindern mit Zerebralparese können langfristige Folgen haben, darunter Fütterungsprobleme, gastroösophagealer Reflux, Verstopfung (Obstipation) und Darmfunktionsstörungen.
Fütterungsprobleme können aufgrund von oralen motorischen Dysfunktionen, beeinträchtigter Koordination und auch sensiblen Problemen zu Saug-, Kau- und Schluckbeschwerden führen. Rehabilitationsinterventionen können Änderungen der Positionierung, orale motorische Übungen, Techniken zur sensorischen Integration und die Verwendung von Hilfsmitteln umfassen, um eine sichere und effiziente Nahrungsaufnahme zu ermöglichen.(9)
Eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) kann sich aufgrund einer gleichzeitig bestehenden Darmdysmotilität und flüssiger Ernährung entwickeln.(19) Bei GERD handelt es sich um einen Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre. Die Rehabilitation konzentriert sich auf die Edukation zu (1) unterstützender Positionierung während und nach der Nahrungsaufnahme, (2) Beibehaltung einer aufrechten Körperhaltung und Verlängerung des Magens, um den Reflux zu minimieren, und (3) das Kind eine Weile gegen die Schwerkraft aufrecht zu halten und es dann auf die linke Seite zu legen, um den Magen zu verlängern.(9)
Verstopfung und Darmfunktionsstörungen werden durch verminderte Mobilisation, unzureichende Flüssigkeitszufuhr, diätetische Einschränkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten verursacht. Die Interventionen konzentrieren sich auf die Förderung der Darmtätigkeit und -motilität sowie auf die Edukation zu Strategien des Darmmanagements, der Ballaststoffzufuhr und der Flüssigkeitszufuhr. Zu den zusätzlichen Maßnahmen können das Tragen eines Bauchgurts zur Erhöhung des intraabdominalen Drucks und Darmmassagen (z. B. die I-L-U-Massagetechnik) gehören.(9)(20)
Harninkontinenz ist bei Menschen mit CP häufig. Sie kann durch eine Reihe von Faktoren verursacht werden, wie z.B. eine beeinträchtigte Blasenkontrolle, Muskelschwäche oder Spastizität, die den Beckenboden betreffen, sowie sensible Defizite.(21) Darüber hinaus besteht bei Kindern mit CP ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen aufgrund von Faktoren wie Harnverhalt, unvollständige Blasenentleerung, Katheterisierung und eingeschränkte Mobilität.(21) Zu den Interventionen gehören Edukation über gute Hygienepraktiken, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und rechtzeitige Blasenentleerung.(9)
Schmerzen sind bei Kindern mit Zerebralparese weit verbreitet – bis zu 76% der Kinder und Jugendlichen haben Schmerzen und etwa ein Drittel hat chronische oder anhaltende Schmerzen. Schmerzen. Diese Raten sind bei Mädchen, älteren Kindern, Personen mit Dyskinesie und Personen mit einer stärkeren Beeinträchtigung der Motorik tendenziell höher.(22)
Schmerzen bei CP sind multifaktoriell und können durch eine Reihe von Erkrankungen verursacht werden, darunter muskuloskelettale Komplikationen wie ein erhöhter Muskeltonus, Spastik und Luxation der Hüfte, und gastrointestinale Dysfunktionen.(23) Sie können auch durch bestimmte Eingriffe wie Gipsverbände, Botulinumtoxin-Injektionen und verschiedene therapeutische Verfahren verursacht werden.(23)
Trotz der hohen Prävalenz werden Schmerzen bei Kindern mit CP nicht vollständig verstanden oder gut behandelt.(22) Zu den aktuellen nicht pharmakologischen Interventionen gehören: körperliche Aktivität, Positionierung, Dehnung, Massage, Wärme- und Kältetherapie, Ruhe, kontrollierte Atemübungen, kurz wirkende Analgetika und Hydrotherapie.(22)
Wenn Sie etwas mehr über Schmerzen bei CP erfahren möchten, lesen Sie bitte: Chronic pain in children and young people with cerebral palsy: a narrative review of challenges, advances, and future directions.(22)
Ein veränderter Muskeltonus, einschließlich Hypertonus und Hypotonus, gehört zu den häufigsten Beeinträchtigungen, die durch Zerebralparese verursacht werden. Der Hypertonus ist durch einen erhöhten Muskeltonus, Steifheit und Widerstand gegen passive Bewegungen gekennzeichnet. Hypotonus ist durch einen verringerten Muskeltonus gekennzeichnet. Er kann zu Schwäche führen und die Körperhaltung und die funktionellen Fähigkeiten beeinträchtigen.
Zu den aktuellen, von der Forschung unterstützten Interventionen bei verändertem Muskeltonus gehören: Botox, selektive dorsale Rhizotomie, Diazepam und intrathekales Baclofen. Diese Maßnahmen werden in der systematischen Überprüfung von CP-Interventionen von Novak et al.(20) als „Interventionen mit grünem Licht“ eingestuft. Zu den rehabilitativen Interventionen gehören regelmäßige Dehnungen, Orthesen und Seriengips, Hippotherapie usw.(20)(24)
Wenn Sie mehr erfahren möchten, lesen Sie bitte: State of the Evidence Traffic Lights 2019: Systematic Review of Interventions for Preventing and Treating Children with Cerebral Palsy.
Zu den Beeinträchtigungen des muskuloskelettalen Systems im Zusammenhang mit CP gehören (1) Gelenkfehlstellungen und Kontrakturen, (2) Muskelschwäche, Immobilität und beeinträchtigte neuromuskuläre Kontrolle sowie (3) Wirbelsäulenfehlstellungen (Skoliose). Zu den Interventionen gehören Kräftigungs-, Lagerungs-, Dehnungs- und Stehprogramme. Zu den chirurgischen Eingriffen können die Varisierungs-Derotationsosteotomie (VDRO), die dorsale Rhizotomie und Botox-Injektionen gehören. Auch Hilfsmittel können von Nutzen sein, darunter Sitzsysteme, Stehständer, verschiedene Arten von Gehtrainer, dynamische Bewegungsorthesen, Bauchbinden und SPIO-Orthesen (Stabilisation Input Pressure Orthoses).(9)
Wenn Sie sich einen Überblick über allgemeine Interventionen bei Zerebralparese verschaffen möchten, lesen Sie bitte: Interventionen bei Zerebralparese. Wenn Sie mehr über Hilfsmittel bei Zerebralparese erfahren möchten, lesen Sie bitte: Adaptives Sitzen für Kinder und Stehständer.
Kinder mit CP sind dem Risiko von Dekubitus (Dekubitalulzera) ausgesetzt. Verschiedene Faktoren tragen zu diesem Risiko bei. Die Körperzusammensetzung eines Kindes weist in der Regel weniger Muskeln und mehr Fett auf als bei Erwachsenen. Daher ist das subkutane Gewebe bei Kindern weicher und anfälliger für Verformungen bei gleicher Belastung. Auch die Körperproportionen sind bei Säuglingen und Kleinkindern anders als bei Jugendlichen und Erwachsenen (z. B. ist der Hinterkopf bei Kleinkindern der größte Knochenvorsprung und wird in Rückenlage stärker belastet).
Zu den Interventionen zur Verringerung des Risikos von Dekubitus gehören Unterlagen zur Druckentlastung für Stühle und Betten, Fersenpolster und sorgfältig ausgewählte Sitzkissen für Patienten, die ausschließlich im Rollstuhl mobilisiert werden.(25) Zu den weiteren Präventionsstrategien gehören regelmäßiges Umlagern, richtige Sitz- und Lagerungshilfen sowie Aufklärung über Hautpflege und Hygiene.(9)
Kontrakturbedingte Hautveränderungen können mit Muskelungleichgewicht und Spastizität zusammenhängen. Muskelungleichgewicht und Spastizität können zu einer veränderten Gelenkausrichtung und erhöhtem Druck auf die umliegenden Weichteile führen. Dadurch sind Kinder mit CP besonders anfällig für Reibungs-, Scher- und Schürfverletzungen. Strategien zur Kontrakturprophylaxe, wie Dehnen, die Anwendung von Orthesen und Positionierung, können den Druck und die Reibung auf gefährdete Hautbereiche verringern.(9)
Kinder mit CP haben oft Schwierigkeiten beim Baden, Anziehen und bei der Körperpflege. Dies kann die Hauthygiene beeinträchtigen und zu Hautproblemen beitragen. Ein wichtiger Teil der Rehabilitation sollte sich darauf konzentrieren, die Fähigkeit des Kindes zu optimieren, Aufgaben der Selbstversorgung durchzuführen oder daran teilzunehmen.(9)
Wahrnehmung ist der Prozess, bei dem aus den von den Sinnen aufgenommenen Informationen ein Sinn entsteht. Sie ermöglicht es Kindern, Hindernisse zu umgehen, die Größe und Form von Objekten zu beurteilen und zu verstehen, wie Linien zu Buchstaben verbunden werden. Kinder mit einer Wahrnehmungsstörung haben Schwierigkeiten, die sensorischen Informationen, die sie aufnehmen, zu verstehen, was sich auf viele Lernbereiche auswirken kann. Probleme mit der Wahrnehmung werden oft erst im Vorschul- oder Schulalter offensichtlich.
Diese optionale Lektüre, Sensorische Integration, gibt eine Einführung in die Sensorische Integration, in häufige Herausforderungen bei der sensorischen Verarbeitung und in praktische Beispiele für therapeutische Interventionen zur sensorischen Stimulation.
75-90 % aller Kinder mit CP haben eine Sehstörung; bei einem von zehn Kindern handelt es sich um eine schwere Sehbehinderung. Zu den Sehstörungen bei CP gehören:
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, bietet Ihnen die optionale Lektüre Einführung in Cerebral Visual Impairment und Zerebralparese einen Überblick über Sehstörungen bei CP.
Hörstörungen, die die Fähigkeit eines Menschen, Geräusche zu hören, beeinträchtigen, können auch bei Menschen mit CP auftreten. Ein Hörverlust kann als leicht, mild, mittelschwer, hochgradig oder schwer eingestuft werden.
Es gibt drei Hauptarten von Hörverlusten. Eine Schallleitungsschwerhörigkeit tritt auf, wenn ein Problem im Außen- oder Mittelohr vorliegt, d.h. die Person hört nur schwache Töne. Schallempfindungsschwerhörigkeit tritt auf, wenn das Innenohr (Cochlea) oder der Hörnerv beschädigt ist. Bei dieser Art der Schwerhörigkeit ist die Fähigkeit einer Person, schwache Töne zu hören, eingeschränkt und Sprache klingt oft gedämpft. Ein zentraler Hörverlust entsteht durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems und nicht des Ohrs. Ein zentraler Hörverlust beeinträchtigt die Fähigkeit einer Person, Sprache zu interpretieren oder zu verstehen. Sie kann zwar perfekt hören, aber die Sprache nicht deuten oder begreifen. Kinder mit CP haben ein höheres Risiko für Schallleitungsschwerhörigkeit und Schallempfindungsschwerhörigkeit.(26)
Hörstörungen können die sprachliche, kognitive und psychosoziale Entwicklung eines Kindes beeinträchtigen.(27) Kinder mit CP sollten frühzeitig auf Hörstörungen untersucht werden, um den Zugang zur frühzeitigen Versorgung zu gewährleisten.(26)