Paradigmenwechsel – Übungsprogression in der Rehabilitation des Sprunggelenks

Originale Autorin – Ewa Jaraczewska basierend auf dem Kurs von Helene Simpson

Top-Beitragende Ewa Jaraczewska und Kim Jackson

Einleitung(edit | edit source)

Im zweiten Teil des Kurses stellt die Kursleiterin ein progressives Übungsprogramm für die Rehabilitation des Sprunggelenks vor. In dieses Programm fließen die Erfahrungen der Kursleiterin in der Arbeit mit Patienten aller Altersgruppen und mit verschiedenen Sprunggelenkverletzungen ein. Dieses Programm zielt darauf ab, „sicherzustellen, dass unsere Patienten funktionell sind und dass sie bereit sind, Aufgaben der sportartspezifischen Rehabilitation zu erfüllen, wenn sie die dritte Stufe erreichen“(1)

Allgemeine Grundsätze ( edit | edit source )

  • Der Patient soll den Transfer vom Sitzen zum Stehen lernen
  • Der Patient soll angewiesen werden, mit seinen Gehstützen zu stehen und den Fuß auf dem Boden abzulegen
  • Der Patienten soll grundlegende und fortgeschrittene Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) lernen, einschließlich des Ein- und Aussteigens aus der Dusche sowie des Ein- und Aussteigens aus dem Auto
  • Beurteilen Sie das Schuhwerk des Patienten: Die Schuhe sollten fest sitzen. Wenn der Patient einen Stiefel trägt, sollte die Schuhhöhe auf der anderen Seite angepasst werden
  • Dem Patienten sollte das richtige Gehen angeleitet werden
  • Integrieren Sie ein Herz-Kreislauf-Training in Ihr Trainingsprogramm. Vermeiden Sie Ausdauerübungen, bei denen zu viele Scher- oder Kompressionskräfte auftreten
  • Die Übungen schrittweise steigern: eine Stufe erreichen und zur nächsten Stufe übergehen
  • Bieten Sie dem Patienten ein Übungsprogramm für zu Hause an, das drei Schwierigkeitsgrade und drei Arten von Übungen umfasst:

Schwierigkeitsgrad

  1. leichte bis mittelschwere Übungen, zu denen sich der Patient ermutigt fühlt
  2. mittelschwere bis schwere Übungen
  3. anspruchsvolle Übungen

Art der Übungen

  • Propriozeptions- oder Gleichgewichtsübungen
  • Kräftigungsübungen
  • Übungen für das Bewegungsausmaß

Leitfaden für die Übungen ( edit | edit source )

Zum Anfang(edit | edit source)

  • Stehen auf zwei Beinen mit und ohne Gehstützen
  • Gewichtsverlagerung von der verletzten auf die unverletzte Seite
  • Kniebeuge („squat“) und tiefe Hocke mit gleichmäßig verteiltem Körpergewicht auf beiden Füßen
  • Rotation des Oberkörpers und/oder Armübungen während der Kniebeuge

Prinzipien des Balance Error Scoring System (BESS) ( edit | edit source )

Der Patient steht in der Nähe einer Wand oder eines Stuhls oder stützt sich mit zwei Fingerspitzen an der Wand ab. Zur Steigerung dürfen die Fingerspitzen nicht mehr die Wand berühren:

  • Stand mit nebeneinander stehenden Füßen, Augen geschlossen
  • Stand mit dem verletzten Fuß vorne, Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt
  • Stand mit dem verletzten Fuß hinten, Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt

Schrittstellung ( edit | edit source )

Der Patient steht in Schrittstellung mit dem verletzten Bein vorne, beide Füße stehen flach auf dem Boden:

  • Beidseitige Kniebeugung
  • Beidseitige Kniebeugung mit Rumpfrotation
  • Beidseitige Kniebeugung mit Kurzhanteln, Medizinbällen oder Kettlebells in den Händen und Bewegung der oberen Extremitäten nach oben, unten und zur Seite

Der Patient steht in Schrittstellung mit dem verletzten Bein vorne, die Fersen sind vom Boden abgehoben:

  • Rumpfrotation
  • Rumpfrotation mit Kurzhanteln, Medizinbällen oder Kettlebells in den Händen

Steigerung: Der Patient steht in Schrittstellung mit dem verletzten Bein vorne, beide Fersen sind vom Boden abgehoben

Therabänder(edit | edit source)

Das Theraband wird mit einem Ende an einer stabilen Struktur befestigt und mit dem anderen Ende um das verletzte Bein gelegt:

  • Rumpfrotation
  • Gerade Ausfallschritte („Lunges“)
  • Ausfallschritte mit Rotation
  • Veränderter Untergrund: Balance-Matte, Bosu-Ball
  • Übungen nach den Prinzipien des Star Excursion Balance Test (SEBT):
    • Einbeinige Übungen auf dem unverletzten Bein und Ausstrecken nach vorne, hinten, zur Seite, nach unten
    • Einbeinige Übungen auf dem verletzten Bein und Ausstrecken nach vorne, hinten, zur Seite, nach unten
    • Gymnastikball unter dem Fuß: Ausstrecken und Zurückkommen, Rückwärtskommen, den Ball im Kreis rollen
  • Übungen für das Fußgewölbe:
    • Schrittstellung, Fersen vom Boden abheben, Körperausrichtung beibehalten
    • Vorwärtsschritt, Rückwärtsschritt
  • Steigerung der Ausrichtungskontrolle: Theraband unterhalb des Knies platzieren

Kräftigung des M. tibialis posterior ( edit | edit source )

  • „Scheibenwischer-Übung“
  • Modifiziertes Fersenheben mit einem Softball zwischen den Sprunggelenken:
    • Zusammendrücken und halten
    • Drücken, halten, bis zur halben Höhe anheben und die Position 30 Sekunden lang halten
  • Fersenheben ohne Ball
    • Beidseitig hoch, dann die unverletzte Seite vom Boden ablösen, 15 bis 20 Sekunden halten, wieder auf beide Füße stellen („zwei hoch, einen halten, zwei runter“)
    • Steigerung: „einen hoch, einen halten, zwei runter“

Kräftigung der intrinsischen Muskulatur ( edit | edit source )

Der Patient sitzt auf dem Stuhl:

  • Der Fuß liegt zunächst flach auf dem Boden, Fuß und Zehen werden nach unten gedrückt: Der Patient versucht, die Zehen so „lang“ oder so gestreckt wie möglich zu halten. Die Position wird beibehalten, während der Patient die Zehen sanft zurückzieht und versucht, das Fußgewölbe anzuheben
  • Das Theraband wird unter den vorderen Teil des Fußes gelegt. Der Patient positioniert das Theraband so, dass etwas Spannung auf dem Band ist. Anschließend dehnt der Patient das Band weiter, indem er die Zehen nach unten drückt und das TheraBand zu sich zieht
  • Kombinierte Aktivitäten für intrinsische Muskeln und Flexoren: Das Theraband wird in einer Schlinge von oben unter die Zehen gelegt. Der Patient drückt mit der intrinsischen Muskulatur nach unten und der Therapeut versucht, das Band nach oben zu ziehen, während der Patient die Flexoren aktiviert, um dagegenzuhalten und die Zehenspitzen auf dem Boden zu lassen. Der Therapeut zieht dann die Zehen des Patienten mit dem Band in die Extension. Der Patient „arbeitet“ in das Band hinein und drückt die Zehen nach unten in Richtung Boden.
  • Übung für den M. flexor hallucis longus: Der Patient stellt die Füße leicht nach außen und bringt die große Zehe zur Mittellinie, so dass der Spalt zwischen der großen und der zweiten Zehe offen ist. Der Patient bringt den Fuß nach hinten und versucht, diesen Spalt zu halten.

Steigerung: Positionswechsel in den Stand

Referenzen(edit | edit source)

  1. Simpson H. Paradigm Shift in the Rehabilitation of the Ankle. Ankle Rehabilitation Progression Course. Physiopedia 2022


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