Überblick über die Globale Gesundheit

Originaler Autor Derek Lai basierend auf dem Kurs von Derek Lai
Top ContributorsJess Bell, Robin Tacchetti und Kim Jackson

Einleitung(edit | edit source)

In den letzten Jahren gab es viele Diskussionen über die globale Gesundheit, insbesondere seit der COVID-19-Pandemie. Diskussionen über globale gesundheitliche Chancengleichheit und andere soziale Bewegungen wie Vielfalt, Gleichstellung und Integration haben die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Rehabilitationsfachleute können innerhalb des Gesundheitssystems eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung der gesundheitlichen Chancengleichheit spielen, insbesondere angesichts des derzeitigen epidemiologischen Wandels hin zu einer zunehmenden Belastung durch nicht übertragbare Krankheiten weltweit.

Auf dieser Seite wird kritisch untersucht, was globale Gesundheit bedeutet und wie die Geschichte der globalen Gesundheit die aktuelle Praxis und Diskussion beeinflusst hat. Es soll auch verdeutlichen, wie wichtig es ist, Macht, Kultur und soziale Konstrukte als strukturelle Determinanten anzuerkennen, die sich auf die gesundheitliche Chancengleichheit auswirken.

Was ist Gesundheit? ( edit | edit source )

Es gibt zahlreiche Definitionen von Gesundheit, darunter die folgenden:(1)

„Der Besitz des bestmöglichen Gesundheitszustandes bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen Wesens, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Anschauung und der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.“(2) – WHO-Verfassung (1946)

„Gesundheit ist eine soziale, wirtschaftliche und politische Frage und vor allem ein grundlegendes Menschenrecht. Ungleichheit, Armut, Ausbeutung, Gewalt und Ungerechtigkeit sind die Ursachen für Krankheiten und den Tod von armen und ausgegrenzten Menschen. Gesundheit für alle bedeutet, dass mächtige Interessen in Frage gestellt werden müssen, dass der Globalisierung entgegengewirkt werden muss und dass die politischen und wirtschaftlichen Prioritäten drastisch geändert werden müssen. (…) Gesundheit ist ein Spiegelbild des Engagements einer Gesellschaft für Gleichheit und Gerechtigkeit. Gesundheit und Menschenrechte sollten Vorrang vor wirtschaftlichen und politischen Belangen haben.“(3) – People’s Health Movement

Die wichtigsten Punkte:(1)

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass Gesundheit ein grundlegendes Menschenrecht ist, das allen Menschen zusteht und dass diese Rechte unteilbar, voneinander abhängig und nicht diskriminierend sind.(2)
  • Damit wird anerkannt, dass die Staaten „rechtlich verpflichtet sind, den Zugang zu einer rechtzeitigen, akzeptablen und erschwinglichen Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.“(2)
  • Die Anwendung eines menschenrechtsbasierten Ansatzes (Human Rights Based Approach – HRBA) auf die Gesundheit bietet einen Rahmen für die Analyse von gesundheitspolitischen Maßnahmen und Programmen sowie anderer sozialer und staatlicher Maßnahmen, die einen direkten Einfluss auf die zahlreichen Determinanten haben, die sich auf verschiedene Bevölkerungsgruppen auswirken.

Es ist auch wichtig zu betonen, dass die politische Macht und das sozioökonomische und kulturelle Umfeld strukturell bedingt sind und einen zentralen Einfluss auf die Gesundheitsergebnisse haben. Ungerechtigkeiten in diesen Bereichen, wie geschlechtsspezifische Ungleichheiten oder Klassendiskriminierung, tragen direkt zu den beobachtbaren und messbaren gesundheitlichen Ungleichheiten auf lokaler, nationaler und globaler Ebene bei.(1)

Weitere Informationen finden Sie unter World Health Organization: Human Rights.

Geschichte der Globalen Gesundheit ( edit | edit source )

Der Aktionsrahmen der Canadian Institutes of Health Research (CIHR) zur globalen Gesundheitsforschung zeigt auf, wie sich unser Konzept der globalen Gesundheit im Laufe der Zeit verändert hat.

  • Am Anfang stand das, was man als Global Health 1.0 oder „Tropenmedizin“ bezeichnen könnte. Dieser Bereich des Gesundheitswesens war sehr stark mit dem Erbe des Kolonialismus und Imperialismus verbunden. Es war als „Schutz der kolonialen Vertreter vor tropischen Krankheiten“ konzipiert.
  • Dieses Konzept wandelte sich zu dem, was als Global Health 2.0 bezeichnet wird. Bei diesem Modell lag der Schwerpunkt darauf, dass die wohlhabenderen Länder den weniger wohlhabenden Ländern helfen.
  • Und schließlich gibt es derzeit das, was als Global Health 3.0 bezeichnet wird, nämlich „kollektives Handeln zur Bewältigung gemeinsamer Risiken und Verantwortlichkeiten“.

Weitere Informationen über den vom CIHR skizzierten Rahmen finden Sie hier: Global Health 3.0. CIHR’s Framework for Action on Global Health Research 2021-2026.

Definition von Globaler Gesundheit ( edit | edit source )

Es gibt keine allgemeingültige Definition von globaler Gesundheit.(4)(5) Im Jahr 2009 haben Koplan et al.(6) den Versuch unternommen, eine gemeinsame Definition für globale Gesundheit zu schaffen, die sich von den verwandten Bereichen „öffentliche Gesundheit“ und „internationale Gesundheit“ unterscheidet.(4)

  • Nach Koplan et al,(6) entwickelte sich das moderne Konzept der öffentlichen Gesundheit in der Mitte des 19. Jahrhunderts in England, Europa und den Vereinigten Staaten „als Teil sowohl sozialer Reformbewegungen als auch des wachsenden biologischen und medizinischen Wissens (insbesondere über die Ursachen und den Umgang mit Infektionskrankheiten)“(6)
  • Die internationale Gesundheit lässt sich bis zu den „kolonialen Wurzeln der Hygiene und der Tropenmedizin zurückverfolgen, die Mitte des 20. Jahrhunderts ihren geografischen Schwerpunkt in den Entwicklungsländern hatten.“(4)

Es ist wichtig, die historische Entwicklung der globalen Gesundheit als Wissenszweig von der Tropenmedizin zur internationalen Gesundheit zu berücksichtigen, um die gegenwärtige Governance, Epistemologie (d. h. Wissen) und Hegemonie (d. h. Führung oder Dominanz) zu verstehen.(1)

Eine kürzlich erschienene systematische Übersicht von Salm et al.(4) untersuchte die aktuellen Definitionen für globale Gesundheit. In dieser Übersichtsarbeit versuchten die Autoren festzustellen, ob sich ein „gemeinsames Konzept“ der globalen Gesundheit herausgebildet hat, und ermittelten die folgenden Themen:(4)

  • Globale Gesundheit ist ein „Multiplex-Ansatz zur Verbesserung der weltweiten Gesundheit“ und eine Form von Fachwissen, das in Forschungseinrichtungen gelehrt und ausgeübt wird(4)
    • Es ist ein Bereich der Forschung, der Gesundheitsversorgung und der Bildung
    • Sie ist vielschichtig („disziplinär, sektoral, kulturell, national“)
  • Globale Gesundheit ist eine „ethische Initiative, die sich an den Grundsätzen der Gerechtigkeit orientiert“(4)
    • Sie hat ihre Wurzeln in Werten wie Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit.
  • Globale Gesundheit ist eine Form der Governance, die durch politische Entscheidungsfindung, Problemerkennung und die Zuweisung und den Austausch von Ressourcen über Grenzen hinweg Einfluss gewinnt(4)
    • Sie ist ein politisches Feld, das Machtbeziehungen auf verschiedenen Ebenen umfasst
    • Sie wird durch die Globalisierung und die internationale Interdependenz bestimmt
    • Fragen im Zusammenhang mit der globalen Gesundheit überschreiten nationale Grenzen
    • Sie ist problemorientiert
  • Globale Gesundheit hat viele Bedeutungen mit „historischen Vorläufern und einer aufstrebenden Zukunft“(4)
    • Sie ist der öffentlichen Gesundheit, der internationalen Gesundheit und der Tropenmedizin „un/ähnlich“.
    • Die Definition für globale Gesundheit bleibt vage

Für weitere Informationen lesen Sie bitte: Defining global health: findings from a systematic review and thematic analysis of the literature.(4)

Weitere Informationen über Macht, Vertretung und Sichtbarkeit finden Sie unter:Envisioning the futures of global health: three positive disruptions.(7)

Terminologie(edit | edit source)

Häufig wird die globale Gesundheit aus der Perspektive des globalen Nordens diskutiert, betrachtet und priorisiert, um auf die Gesundheitsbedingungen im globalen Süden zu reagieren. Die Begriffe Globaler Norden/Globaler Süden werden im öffentlichen Diskurs häufig verwendet. Es ist jedoch wichtig, die Grenzen dieser Terminologie zu erkennen. Länder und Minderheitengruppen in der nördlichen Hemisphäre haben eine koloniale Geschichte, Systeme der Unterdrückung und Ungleichheiten hinter sich.

Andere Begriffe sind z. B. Globale Mehrheit (Globaler Süden) für die kollektive Gruppe der rassifizierten „Minderheitengruppen“ und Globale Minderheit (Globaler Norden). In der Literatur werden die Länder häufig in „Länder mit hohem Einkommen“ und „Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen“ eingeteilt.(1)

Holst(8) gibt einen Überblick über den Ursprung der globalen Gesundheit und stellt verschiedene Ansätze und Perspektiven vor, wie die Arbeit im Bereich „Globale Gesundheit“ von verschiedenen Akteuren und Sphären durchgeführt wird. Dieser Text regt uns dazu an, kritisch zu sein und darüber nachzudenken, ob globale Zusammenarbeit und Entwicklung die strukturellen Determinanten und Grundursachen angehen, die zu gesundheitlichen Ungleichheiten führen. Beispiele für strukturelle Determinanten sind die Unterdrückung marginalisierter Bevölkerungsgruppen, die Wissensproduktion und Epistemologie, die Macht in den Entscheidungsgremien und das Fortbestehen extraktiver Ideologien, die die klimabedingten Gesundheitsbelastungen verschlimmern.

Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie hier:

Wie in diesen verlinkten Arbeiten erörtert, wird der Großteil der globalen Gesundheitsforschung, der Bildung und des Wissens im Globalen Norden / in der Globalen Minderheit produziert. Die Angehörigen der Gesundheitsberufe müssen kritisch hinterfragen, ob diese einseitige Position der Macht, der Ideologie und des Gesundheitsmodells die systemischen Ursachen der gesundheitlichen Ungleichheiten im Globalen Süden / in der Globalen Mehrheit angeht. Fördern die derzeitigen Modelle, die Führung und die Partnerschaften im Bereich der globalen Gesundheit den Fortschritt, die Handlungsfähigkeit und die Stimme der oft marginalisierten Gemeinschaften? Oder halten sie die Machtsysteme durch das Versprechen von Innovation und Entwicklung aufrecht?(1)

Vernetzte Systeme ( edit | edit source )

Wenn wir über Gesundheit und globale Gesundheit nachdenken, müssen wir auch andere miteinander vernetzte Systeme untersuchen.

  • Wirtschaft: Der Neoliberalismus hat sich auf das Gesundheitswesen und die gewinnorientierte Gesundheitsversorgung in der ganzen Welt ausgewirkt und in vielen Ländern ein erhebliches Wohlstandsgefälle geschaffen. In Bezug auf Rehabilitations- und Gesundheitsdienste wirkt sich diese Lücke darauf aus, wer Zugang zu geeigneten Diensten hat.(1)
  • Lebensmittel: Es ist wichtig, das globale Lebensmittelsystem zu verstehen und zu wissen, wie es unsere Lebensmittelversorgung, unsere Ernährungssouveränität und unseren Nährwert beeinflusst. Was die Rehabilitation und die Gesundheitsfürsorge betrifft, so müssen wir bedenken, dass die Nahrung die Treibstoffquelle unseres Körpers ist und dass die Art und Weise, wie wir uns ernähren, unsere psychische Gesundheit beeinflusst und sich auf nicht übertragbare Krankheiten auswirkt.(1)
  • Klima und Umwelt: Im Zusammenhang mit dem Klimawandel müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie sich Hitzebelastung und steigende Temperaturen auf körperliche Aktivität, manuelle Arbeit usw. auswirken.(1) Wichtig ist auch, dass verschiedene Faktoren wie der Klimawandel, die Verstädterung, die Migration und der Handel mit Tieren, Reisen und Tourismus usw. Auswirkungen auf die Entwicklung, das Wiederauftreten und die Ausbreitung von Zoonosen (d. h. einer Krankheit/Infektion, die von Wirbeltieren auf den Menschen oder von Menschen auf Tiere übertragen wird) haben.(10) Eine Reihe von Faktoren wurde als Auslöser für die Entwicklung von Zoonosekrankheiten identifiziert, darunter Veränderungen in folgenden Aspekten:
    • menschliches und tierisches Verhalten.
    • Lebensraum
    • Ökologie
    • Vektorbiologie
    • Anpassungsfähigkeit von Krankheitserregern
    • Änderung der landwirtschaftlichen Praktiken
    • tierische Produktionssysteme
    • Lebensmittelsicherheit
    • Urbanisierung
    • Abholzung
    • Klimawandel
  • One Health:(11) Dieses Rahmenkonzept berücksichtigt das zusammenhängende System zwischen Tier-, Umwelt- und menschlicher Gesundheit.(1)
    • Das Konzept von One Health gibt es seit mindestens 200 Jahren – zunächst war es als „One Medicine“, dann als „One World, One Health“ und jetzt als „One Health“ bekannt.(11)
    • Auch hier gilt, dass es keine einheitliche Definition für One Health gibt. Am häufigsten wird es definiert als: „ein gemeinschaftlicher, sektorübergreifender und transdisziplinärer Ansatz – auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene – mit dem Ziel, optimale Gesundheitsergebnisse zu erzielen, wobei die Verbindung zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und ihrer gemeinsamen Umwelt berücksichtigt wird.“(11)
    • One Health befasst sich mit „Auswirkungen, Reaktionen und Handlungen an den Schnittstellen zwischen Tier, Mensch und Ökosystem“,(11) einschließlich:
      • die erhöhte Krankheitslast (insbesondere in ressourcenarmen Gebieten) aufgrund neu auftretender und endemischer Zoonosen
      • antimikrobielle Resistenz bei Menschen, Tieren oder in der Umwelt
      • Lebensmittelsicherheit
    • Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass One Health auch verschiedene Disziplinen und Bereiche, Umwelt und Ökosystemgesundheit, Sozialwissenschaften, Ökologie, Wildtiere, Landnutzung und Biodiversität berücksichtigt.(11)
  • Faktoren auf Gemeinschaftsebene: Wir müssen verstehen, wie sich bestimmte soziale Konstrukte (z. B. Geschlecht, Klasse, ethnischer Hintergrund) auf die Handlungsfähigkeit, die Befähigung und die Interessenvertretung des Einzelnen bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen auswirken.

Determinanten der Gesundheit ( edit | edit source )

Die vielen miteinander verbundenen Faktoren, die sich auf die Gesundheit und die gesundheitlichen Ergebnisse auswirken, werden als Determinanten der Gesundheit bezeichnet. Beispiele für Determinanten der Gesundheit sind Genetik, Verhalten, Umwelt und physische Einflüsse, medizinische Versorgung sowie soziale und strukturelle Determinanten.

Soziale Determinanten der Gesundheit (SDG) sind die Umstände, unter denen wir geboren werden, uns entwickeln, leben, verdienen und altern. Zu den SDGs gehören wirtschaftliche Bedingungen, Wohnen, Ernährung, Umwelt, Verkehr und Bildung.(12)

Die WHO definiert die sozialen Determinanten der Gesundheit als „komplexe, integrierte und sich überschneidende soziale Strukturen und Wirtschaftssysteme, die das soziale Umfeld, die physische Umgebung und die Gesundheitsdienste umfassen; strukturelle und gesellschaftliche Faktoren, die für die meisten gesundheitlichen Ungleichheiten verantwortlich sind. Die sozialen Determinanten der Gesundheit werden durch die Verteilung von Geld, Macht und Ressourcen auf globaler, nationaler und lokaler Ebene geprägt, die wiederum durch politische Entscheidungen beeinflusst werden.“

Abbildung 1. Solar O, Irwin A, Abbildung A. Endgültige Form des CSDH-Rahmens. Von: Weltgesundheitsorganisation. A Conceptual Framework for Action on the Social Determinants of Health. Social Determinants of Health Discussion Paper 2 (Policies and Practice). 2010, p.6.

Strukturelle Determinanten sind vorgelagerte, ursächliche Faktoren, die nachgelagerte Determinanten und Gesundheitszustände beeinflussen. Beispiele hierfür sind unter anderem Macht, Bildung, Wirtschaftssystem, Landpolitik und soziale Stellung.(1) Der konzeptionelle Rahmen der WHO veranschaulicht die Beziehung zwischen strukturellen und intermediären Gesundheitsdeterminanten und ihre Auswirkungen auf die gesundheitliche Chancengleichheit (siehe Abbildung 1).

Angesichts der anhaltenden COVID-19-Pandemie, der jüngsten sozialen Bewegungen und der zunehmenden Diskussion über Initiativen für Vielfalt, Gleichstellung und Eingliederung in allen Sektoren ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, inwiefern Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung strukturelle Determinanten der Gesundheit sind.(1) The Lancet hat kürzlich eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, die zeigen, wie diese Determinanten mit Machtsystemen wie Politik, Bildung und wissenschaftlicher Wissensproduktion zusammenhängen, die sich nach wie vor auf die gesundheitliche Chancengleichheit von Minderheitengruppen auswirken. Für Rehabilitationsfachleute ist es wichtig, zu erkennen und zu untersuchen, wie diese sozialen Konstrukte viele Ebenen unseres Gesundheitssystems beeinflussen, von der Führungsforschung über Vorurteile und Bias bis hin zum Kontakt mit Patienten.

Siehe weitere Artikel:

Wichtigste Punkte ( edit | edit source )

  • Globale Gesundheit darf sich nicht nur auf die medizinische Versorgung beschränken, sondern muss sich auch mit „anderen, der Gesundheit zugrunde liegenden Faktoren, sozialen und politischen Determinanten und nicht gesundheitsbezogenen Fragen“ befassen.(5)
  • Wenn wir die Ergebnisse verbessern und gesundheitliche Chancengleichheit erreichen wollen, muss die globale Gesundheit auch Kultur, menschliches Verhalten, Governance, Recht, Politik, verschiedene Vorschriften und institutionelle Rahmenbedingungen berücksichtigen.(13)
  • Die Machtdynamik im Bereich der globalen Gesundheit hat dazu geführt, dass die Forschung aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen unterbewertet wurde.(13)

Weitere Informationen über Machtasymmetrien im Bereich der globalen Gesundheit finden Sie unter:

Fazit(edit | edit source)

Es ist wichtig, die enormen Fortschritte anzuerkennen, die in den letzten Jahrzehnten im Bereich der globalen Gesundheit erzielt wurden. Wir sind jedoch auch in der Lage, über eine dichotome Sichtweise hinaus zu denken und zu leben und die gesundheitlichen und sozialen Ungleichheiten zu untersuchen, die durch strukturelle Ungerechtigkeiten gegenüber marginalisierten Gemeinschaften auf der ganzen Welt fortbestehen.

Auf dieser Seite wurde versucht, die Komplexität und Vernetzung zahlreicher Systeme zu veranschaulichen, die sich mit Schmerzen, Behinderungen und Rehabilitationsergebnissen überschneiden. Es ist längst überfällig anzuerkennen, dass marginalisierte Gemeinschaften Experten für ihre Erfahrungen sind, im Gegensatz zu dem historisch bedingten unidirektionalen Fluss von Fachwissen, Hilfe und Lösungen. Eine gleichberechtigte Einbeziehung und Umsetzung ihres Wissens, ihrer Bedürfnisse und ihrer Stimme im Rahmen globaler Gesundheitsstrategien ist unabdingbar, um die gesundheitliche Chancengleichheit in der Welt zu verbessern.

Referenzen(edit | edit source)

  1. 1.00 1.01 1.02 1.03 1.04 1.05 1.06 1.07 1.08 1.09 1.10 1.11 Lai D. Global Health for Rehabilitation Professionals Course. Plus, 2023.
  2. 2.0 2.1 2.2 World Health Organization. Human Rights. Available from: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/human-rights-and-health (last accessed 22 September 2023).
  3. People’s Health Movement. People’s Charter for Health. Available from https://phmovement.org/wp-content/uploads/2018/06/phm-pch-english.pdf (last accessed 22 September 2023).
  4. 4.0 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 4.7 4.8 4.9 Salm M, Ali M, Minihane M, Conrad P. Defining global health: findings from a systematic review and thematic analysis of the literature. BMJ Glob Health. 2021 Jun;6(6):e005292.
  5. 5.0 5.1 Ojiako CP, Weekes-Richemond L, Dubula-Majola V, Wangari MC. Who is a global health expert? PLOS Glob Public Health. 2023 Aug 17;3(8):e0002269.
  6. 6.0 6.1 6.2 Koplan JP, Bond TC, Merson MH, Reddy KS, Rodriguez MH, Sewankambo NK, et al. Towards a common definition of global health. Lancet. 2009 Jun 6;373(9679):1993-5.
  7. Sewankambo NK, Wallengren E, De Angeles KJC, Tomson G, Weerasuriya K. Envisioning the futures of global health: three positive disruptions. Lancet. 2023 Apr 15;401(10384):1247-9.
  8. 8.0 8.1 Holst J. Global Health – emergence, hegemonic trends and biomedical reductionism. Global Health. 2020 May 6;16(1):42.
  9. Gichane MW, Wallace DD. Dismantling and reimagining global health education. Glob Health Action. 2022 Dec 31;15(1):2131967.
  10. Rahman MT, Sobur MA, Islam MS, Ievy S, Hossain MJ, El Zowalaty ME, et al. Zoonotic diseases: etiology, impact, and control. Microorganisms. 2020 Sep 12;8(9):1405.
  11. 11,0 11,1 11,2 11,3 11,4 Mackenzie JS, Jeggo M. The One Health approach-why is it so important? Trop Med Infect Dis. 2019 May 31;4(2):88.
  12. World Health Organization. Social Determinants of Health. Available from: https://www.who.int/health-topics/social-determinants-of-health (last accessed 1 September 2023).
  13. 13.0 13.1 13.2 Ojiako CP, Weekes-Richemond L, Dubula-Majola V, Wangari MC. Who is a global health expert? PLOS Glob Public Health. 2023 Aug 17;3(8):e0002269.
  14. Abimbola S, Asthana S, Montenegro C, Guinto RR, Jumbam DT, Louskieter L, et al. Addressing power asymmetries in global health: Imperatives in the wake of the COVID-19 pandemic. PLoS Med. 2021 Apr 22;18(4):e1003604.


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