Funktionelle Anatomie des Fußes

Originale AutorinEwa Jaraczewska

Top-Beitragende Ewa Jaraczewska und Jess Bell

Einleitung(edit | edit source)

Die menschlichen Füße ermöglichen eine zweibeinige Fortbewegung (bipedale Lokomotion),(1) und sie sind eine wesentliche sensorische Struktur für die Haltungskontrolle.(2) Die Fußstruktur ist komplex und besteht aus vielen Knochen, Gelenken, Bändern und Muskeln. Der Fuß ist in drei Teile unterteilt: Rückfuß, Mittelfuß und Vorfuß. Die Fähigkeit eines Klinikers, die anatomischen Strukturen des Fußes zu verstehen, ist für die Befunderhebung und Behandlung von entscheidender Bedeutung, insbesondere für Kliniker, die mit Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankungen arbeiten.(3) (4) In diesem Artikel werden die wichtigsten anatomischen Strukturen des Fußes erläutert.

Die wichtigsten Begriffe ( edit | edit source )

Achsen: Linien, um die sich ein Objekt dreht. Die Rotationsachse ist eine Linie, die durch den Massenschwerpunkt verläuft. Es gibt drei Körperachsen für die Rotation: die Sagittalachse, die von posterior nach anterior verläuft, die Transversalachse, die von links nach rechts verläuft, und die Longitudinalachse, die von kaudal nach kranial verläuft. Die Rotationsachsen der Fußgelenke stehen senkrecht zu den Körperebenen. Die Bewegung an diesen Gelenken führt daher zu Rotationen in drei Ebenen. Zum Beispiel: Die Supination beinhaltet Inversion, Innenrotation und Plantarflexion.

Schleimbeutel (Bursae): verringern die Reibung zwischen den beweglichen Teilen der Gelenke des Körpers. Sie bestehen aus einem mit Flüssigkeit gefüllten Bindegewebs­sack. Es gibt vier Arten von Schleimbeuteln: Bursa adventitia, Bursa subcutanea, Bursa synovialis und Bursa submuscularis.

Gelenkkapsel: eines der Merkmale der Synovialgelenke. Kapseln bestehen aus faserigem Bindegewebe, bilden eine Umhüllung, die den Gelenkspalt abdichtet, sorgen für passive und aktive Stabilität und können sogar Gelenkflächen für das Gelenk bilden.(5)

Verriegelte Stellung (close-packed position): die Position mit der größten Kongruenz der Gelenkflächen. In dieser Stellung erhöht sich die Stabilität des Gelenks. Bei Interphalangealgelenken ist die verriegelte Stellung die maximale Extension.

Freiheitsgrade: die Richtung der Gelenkbewegung oder Rotation; es gibt maximal sechs Freiheitsgrade, darunter drei Translationen und drei Rotationen.

Band (Ligament): faseriges Bindegewebe, das die Knochen zusammenhält.

Ruhestellung (loose-packed position): Position mit der geringsten Gelenkkongruenz, bei der die Gelenkstabilität reduziert ist.

Körperebenen: dienen der Beschreibung der Körperbewegung im Raum. Auf- und Abwärtsbewegungen (Flexion/Extension) finden in der Sagittalebene statt. Seitliche Bewegungen (Abduktion/Adduktion) finden in der Frontalebene statt. Die Bewegungen in der Transversalebene sind Rotationsbewegungen (Innen- und Außenrotation).

Struktur des Fußes ( edit | edit source )

Die anatomische Struktur des Fußes besteht aus dem Rückfuß, dem Mittelfuß und dem Vorfuß. Jeder Teil des Fußes setzt sich aus mehreren Knochen zusammen.

Knochen und Gelenke des Fußes ( edit | edit source )

Den posterioren (hinteren) Teil des Fußes nennt man Rückfuß. Mittelfuß ist die Bezeichnung für den Teil zwischen dem Rück- und dem Vorfuß. Der anteriore (vordere) Teil des Fußes wird als Vorfuß bezeichnet.

Teil des Fußes Knochen Gelenke Merkmale Wichtige Palpationspunkte
Rückfuß Talus (Sprungbein)

Kalkaneus (Fersenbein)

Subtalargelenk (ST, Art. subtalaris, hintere Kammer des unteren Sprunggelenks, auch Talokalkanealgelenk genannt) Drei Facetten des Talus und des Kalkaneus sind Teil des ST-Gelenks Um den Kalkaneus zu finden, palpieren Sie distal des Außenknöchels (Malleolus lateralis). Er befindet sich direkt unter dem Talus.

Um den Taluskopf zu lokalisieren, suchen Sie den Innen- und Außenknöchel (Malleolus medialis und lateralis). Legen Sie den Daumen auf den medialen und den Zeigefinger auf den lateralen Malleolus und gleiten Sie mit den Fingern nach vorne. Sie spüren dann eine Vertiefung hinter der Sehne. Um zu überprüfen, ob Sie sich auf dem Taluskopf befinden, führen Sie mit dem Sprunggelenk des Patienten eine Eversion in Plantarflexion aus. Sie sollten spüren, dass sich die mediale Seite des Taluskopfes ihrem Daumen entgegenkommt.

Mittelfuß Navikulare (Kahnbein, Os naviculare)

Kuboid (Würfelbein, Os cuboideum)

Kuneiforme I (Mediales Keilbein, Os cuneiforme mediale)

Kuneiforme II (Mittleres Keilbein, Os cuneiforme intermedium)

Kuneiforme III (Laterales Keilbein, Os cuneiforme laterale)

Chopart-Gelenk (TT, Art. transversa tarsi) – wird aus zwei kleineren Gelenken gebildet:

Talokalkaneonavikulargelenk (TCN, Art. talocalcaneonavicularis)

Kalkaneokuboidgelenk (CC, Art. calcaneocuboidea)

Das TT-Gelenk befindet sich zwischen Rückfuß und Mittelfuß.

Das Navikulare ist distal mit allen drei Kuneiforme verbunden. Das Kuboid besitzt eine distale Verbindung mit der Basis der Metatarsale IV und V.

Zur Palpation des Navikulare liegt der Patient in Rückenlage mit gestrecktem Bein und neutralem Fuß. Suchen Sie den knöchernen Vorsprung in der Mitte zwischen dem Kalkaneus und der Basis des Metatarsale I. Das Navikulare erstreckt sich in lateraler Richtung bis zum Metatarsale III. Zur Palpation des TCN-Gelenks liegt der Patient in Rückenlage oder sitzt. Lokalisieren Sie das Navikulare. Bewegen Sie Ihren Finger proximal und lateral zur medialen Vorwölbung des Navikulare, um die dorsale Seite des Talonavikulargelenks zu finden.

Damit das Kuneiforme I palpiert werden kann,liegt der Patient in Rückenlage. Beginnen Sie mit der Palpation von der Großzehe aus entlang des medialen Randes des Fußes bis zum Metatarsale I. Die Basis des Metatarsale I verbreitert sich nach proximal. Das Kuneiforme I liegt proximal des Metatarsale I. Das Kuneiforme II grenzt an das Metatarsale II. Zum Auffinden des Kuneiforme III palpieren Sie den Schaft des Metatarsale III in Richtung Sprunggelenk, bis das Metatarsale III auf das Kuneiforme III trifft.

Vorfuß Metatarsale (Mittelfußknochen, Ossa metatarsea)

Phalangen (Zehenglieder, Phalanges pedis)

Sesamoide (Sesambeine, Ossa sesamoidea pedis)

Tarsometatarsalgelenk (TMT-Gelenkkomplex, Art. tarsometatarsale oder Lisfranc-Gelenk)

Metatarsophalangealgelenke (MTP-Gelenke, Zehengrundgelenke, Artt. metatarsophalangeales)

Proximale und distale Interphalangealgelenke (IP-Gelenke, Artt. interphalangeae), mit Ausnahme der Großzehe (nur ein IP-Gelenk)

Die Zehen 2-5 bestehen je aus drei Phalangen (Zehengliedern).

Die Großzehe hat nur 2 Phalangen.

Die Metatarsale und die dazugehörigen Phalangen bilden die 5 Strahlen des Vorfußes. Das TMT-Gelenk kann in drei Säulen unterteilt werden:

Mediale Säule (Kuneiforme I und Metatarsale I)

Mittlere Säule (Kuneiforme II und Metatarsale II. sowie Kuneiforme III und Metatarsale III)

Laterale Säule (Kuboid und Metatarsale IV und V).

Der TMT-Gelenkkomplex (Lisfranc-Gelenk) verbindet den Mittelfuß mit dem Vorfuß. Es hat seinen Ursprung an den Kuneiforme I-III (Os cuneiforme mediale, intermedium und laterale), die sich mit den Basen der Metatarsale I-III gelenkig verbinden. Die Basen der Metatarsale IV und V bilden jeweils ein Gelenk mit dem Kuboid.

Zur Palpation des Schafts des Metatarsale V sitzt der Patient oder liegt in Rückenlage. Der Fuß befindet sich in einer entspannten Position. Palpieren Sie auf der lateralen Seite des Fußes, am distalen Ende des Kuboids. Dies ist die Lokalisation der lateralen TMT-Gelenke des Fußes. Palpieren Sie auf der lateralen Seite des Fußes distal des Kuboids, um die Basis (Processus styloideus) des Metatarsale V zu finden. Um den Kopf des Metatarsale V zu finden, stellen Sie das obere Sprunggelenk (Talokruralgelenk) in Neutralstellung und die Phalangen in extreme Extension. Palpieren Sie das distale Ende des äußersten lateralen Metatarsale.

Zur Palpation der Sesamoide wird der Patient in Rückenlage mit dem Fuß in Neutralstellung gelagert. Palpieren Sie distal entlang des medialen Längsgewölbes. Finden Sie die Basis des Metatarsale I und palpieren Sie weiter bis zum 1. MTP-Gelenk.

Kinematik des Fußes ( edit | edit source )

Die Beweglichkeit des Fußes kann von Person zu Person variieren und hängt von den spezifischen Aktivitäten ab, mit denen der Bewegungsapparat individuell beansprucht wird. Das Bewegungsausmaß der Fußgelenke ist bei Frauen in jüngeren Altersgruppen im Allgemeinen größer als bei Männern, gleicht sich aber bei älteren Erwachsenen tendenziell an. Körperliche Aktivität kann auch geschlechts- und altersbedingte Unterschiede der Beweglichkeit beeinflussen.(6)

Gelenk Art des Gelenks Bewegungsebene Bewegung Kinematik Verriegelte Stellung Ruhestellung
ST-Gelenk Zapfen Hauptsächlich transversal Inversion und Eversion Das durchschnittliche Bewegungsausmaß beträgt:

30 Grad Inversion / 18 Grad Eversion(7)

Volle Inversion Inversion / Plantarflexion
TT-Gelenk (Chopart-Gelenk) TN-Gelenk – Kugel

CC-Gelenk – modifizierter Sattel

Hauptsächlich transversal

etwas sagittal

Inversion und Eversion

Dorsalextension und Plantarflexion(8)

Abduktion und Adduktion(9)

Inversion: etwa 8 bis 10 Grad

Eversion: zwischen 2 und 3 Grad

TN-Gelenk: Volle Supination

CC-Gelenk: Volle Supination

Mittelpunkt des Bewegungsbereichs
TMT-Gelenk (Lisfranc-Gelenk) Ebenes / Planes Synovialgelenk Saggitalebene Dorsalextension und Plantarflexion Das mittlere Bewegungsausmaß reicht von 22,4 bis 33,5°.

MTP-Gelenke II bis V zeigen steigende Werte(10)

Volle Supination Mittelpunkt zwischen Supination und Pronation
MTP-Gelenk Zapfen Sagittal,

etwas transversal

Dorsalextension und Plantarflexion

Abduktion und Adduktion

1. MTP-Gelenk: maximale Dorsalextension zwischen 17 und 62 Grad(11)

Die Adduktion reicht von 6 bis 11 Grad

1. MTP-Gelenk: Hyperextension

2. bis 5. MTP-Gelenk: Maximale Flexion

Leichte Extension (10 Grad)
IP-Gelenk Scharnier Saggitalebene Flexion und Extension 1. IP-Gelenk:

70 Grad Extension und 45 Grad Flexion

Volle Extension Leichte Flexion

Fußgewölbe ( edit | edit source )

Die Fußgewölbe:

  • Stützen und schützen den Fuß
  • Gewährleisten die Druckumverteilung bei dynamischer Belastung
  • Verändern die Flexibilität und Steifigkeit des Fußes

Laterales Längsgewölbe: wird gebildet durch Kalkaneus, Kuboid und Metatarsale IV und V

Mediales Längsgewölbe: wird gebildet durch Kalkaneus, Talus, Navikulare, Kuneiforme I-III und Metatarsale I-III

Quergewölbe: verläuft durch den TMT-Gelenkkkomplex (Lisfranc-Gelenk)

Schleimbeutel des Fußes ( edit | edit source )

Schleimbeutel (Bursae) finden sich an mehreren Stellen am Fuß: an den MTP-Gelenken, an der Basis des Metatarsale V und an der Rückseite der Ferse in der Nähe des Ansatzes der Achillessehne. Lesen Sie hier und hier mehr über Pathologien der Schleimbeutel

Bänder des Fußes ( edit | edit source )

Die Hauptfunktion des Lig. plantare longum und Lig. plantare breve sowie des Lig. calcaneonaviculare plantare (Pfannenband) besteht in der Mitwirkung an der passiven Aufrechterhaltung der Fußgewölbe.

Wichtige Bänder Ursprung Ansatz Funktion/Rolle Palpation
Plantarfaszie (Aponeurosis plantaris) Medialer Tuber calcanei (Fersenbeinhöcker) Metatarsale I-V Primäres passives plantares Gewebe, das das mediale Längsgewölbe stützt Zur Lokalisierung des medialen Tuber calcanei wird der Patient in Bauchlage positioniert. Finden Sie die Ferse und palpieren Sie an der medialen Seite des Fußes nach distal. Palpieren Sie den knöchernen Vorsprung.
Lig. calcaneonaviculare plantare (Pfannenband)

Superomedialer Anteil (SM)

Lateraler Anteil (LCN)

Intermedialer Anteil (ICN)

Anteriores Sustentaculum tali Navikulare (verschmilzt mit einem Teil des oberflächlichen Lig. deltoideum) Passiver Stabilisator des medialen Längsgewölbes am Subtalargelenk.

Hilft bei der Verhinderung der medialen Rotation und der Plantarflexion des Talus.

Begrenzt die Dorsalextension, Eversion und Abduktion des Navikulare.

Um das Sustentaculum tali zu palpieren, positionieren Sie den Patienten in Rückenlage mit neutralem Fuß. Suchen Sie den medialen Malleolus und palpieren Sie unmittelbar inferior davon. Die harte Struktur unter dem Finger ist das Sustentaculum tali; von diesem Punkt aus kann nur Weichteilgewebe (Fettpolster) palpiert werden.

Um das Pfannenband zu palpieren, lokalisieren Sie das Sustentaculum tali und die Tuberositas ossis navicularis. Legen Sie Ihre Daumen auf jeden der Knochenvorsprünge. Zwischen den Daumen liegt dann das Pfannenband. Um das Band auf Spannung zu bringen, ziehen Sie die Knochen in gegensätzliche Richtungen.

Lig. calcaneocuboideum (CC):

Mediales CC (MCC)

Dorsolaterales CC (DLCC)

Plantares CC (PCC) (Lig. plantare breve)

Lig. plantare longum (LPL)

DLCC: distale dorsolaterale Fläche des Processus anterior calcanei

PCC: anteriore Fläche des Tuber calcanei

MCC: laterales Band des Lig. bifurcatum

LPL: plantare Fläche des Kalkaneus

DLCC: proximal-laterale Fläche des Kuboids

PCC: die plantare Fläche des Kuboids posterior der Rinne für die Sehne des M. peronaeus (fibularis) longus

LPL: Tuberositas ossis cuboidei und Basis der Metatarsale II-V

Stützt die medialen und lateralen Längsgewölbe.

Stabilisiert Kalkaneokuboid- und Chopart-Gelenk.

Der Patient liegt in Rückenlage, damit das Kuboid palpiert werden kann. Das zu palpierende Bein liegt in Innenrotation. Finden Sie das Metatarsale V, indem Sie am lateralen Rand des Fußes entlang palpieren, bis Sie die abgerundete Kante der Tuberositas des Metatarsale V finden. Finden Sie das Tuber calcanei. Das Kuboid befindet sich auf halbem Weg zwischen dem Tuberositas ossis quinti metatarsi und dem Tuber calcanei. Es kann schwer zu palpieren sein, da der M. extensor digitorum brevis es verdeckt.

Der Patient liegt in Rückenlage, damit das Kalkaneokuboidgelenk palpiert werden kann. Nehmen Sie mit der Hand die Ferse und den anterioren Teil des Rückfußes zwischen Daumen und Zeigefinger. Anschließend wird eine Varusbelastung ausgelöst und mit der Daumenspitze ein lateraler Spalt ertastet. Dies ist das Kalkaneokuboidgelenk.

Lisfranc-Band Laterale Seite des Kuneiforme I Mediale Seite der Basis des Metatarsale II Bewahrt die Stabilität der medialen und axialen Säule des Fußgewölbes

Muskeln des Fußes ( edit | edit source )

Zu den dorsalen Muskeln des Fußes gehören: M. extensor digitorum brevis, M. extensor hallucis brevis

Muskel Ursprung Ansatz Innervation Funktion
M. extensor digitorum brevis Kalkaneus und Retinaculum extensorium inferius tali Lange Strecksehnen der vier medialen Zehen N. peronaeus profundus Extension der Zehen 2-5
M. extensor hallucis brevis Kalkaneus und Retinaculum extensorium inferius tali Basis der proximalen Phalanx der Großzehe N. peronaeus profundus Extension der 1. Zehe

Die plantare Fußmuskulatur liegt im zentralen Kompartiment zwischen den Muskeln der großen und der kleinen Zehe und bildet die zentrale Fläche der Fußsohle:

  • 1. Schicht/Loge: M. abductor hallucis, M. flexor digitorum brevis, M. abductor digiti minimi
  • 2. Schicht/Loge M. quadratus plantae, Mm. lumbricales
  • 3. Schicht/Loge: M. flexor hallucis brevis, M. adductor hallucis, M. flexor digiti minimi brevis
  • 4. Schicht/Loge: Mm. interossei dorsales, Mm. interossei plantares
Muskel Ursprung Ansatz Innervation Funktion
M. abductor hallucis Processus medialis des Tuber calcanei, Retinaculum flexorum tali und Aponeurosis plantaris Mediale Basis der proximalen Phalanx der 1. Zehe N. plantaris medialis Abduktion und Flexion der 1. Zehe
M. flexor digitorum brevis Processus medialis des Tuber calcanei und Aponeurosis plantaris Mittlere Phalangen der Zehen 2-5 N. plantaris medialis Flexion der Zehen 2-5 an den proximalen Interphalangealgelenken (PIP)
M. abductor digiti minimi Processus medialis und Processus lateralis des Tuber calcanei und Aponeurosis plantaris Laterale Basis der proximalen Phalanx der 5. Zehe N. plantaris lateralis Abduktion und Flexion der 5. Zehe
M. quadratus plantae Kalkaneus Sehne des M. flexor digitorum longus N. plantaris lateralis Flexion der Zehen 2-5, zusammen mit dem M. flexor digitorum longus
Mm. lumbricales pedis Sehne des M. flexor digitorum longus Dorsale Sehnenausläufer des M. extensor digitorum longus (Zehen 2-5) in Höhe der proximalen Phalanx M. lumbricalis 1: N. plantaris medialis;

Mm. lumbricales 2-4: N. plantaris lateralis

Flexion der Großzehengrundgelenke und Extension der Interphalangealgelenke
M. flexor hallucis brevis Caput laterale – Plantarfläche des Kuboids und des Kuneiforme III

Caput mediale – Sehne des M. tibialis posterior

Die Basis der proximalen Phalanx der 1. Zehe N. plantaris medialis Flexion der 1. Zehe im Großzehengrundgelenk
M. adductor hallucis Caput obliquum – Basis der Metatarsale II-IV

Caput transversum – plantare Bänder der MTP-Gelenke

Laterale Basis der proximalen Phalanx der 1. Zehe Tiefer Ast des N. plantaris lateralis Adduktion der 1. Zehe; Stützt das Quergewölbe des Fußes
M. flexor digiti minimi brevis Basis des Metatarsale V Basis der proximalen Phalanx der 5. Zehe Oberflächlicher Ast des N. plantaris lateralis Flexion der 5. Zehe im MTP-Gelenk
Mm. interossei plantares et dorsales pedis Plantar: mediale Seite der Metatarsale III-V

Dorsal: laterale Seite der Metatarsale

Plantar: mediale Flächen der proximalen Phalangen der 3. bis 5. Zehe

Dorsal: mediale Seite der proximalen Phalanx der 2. Zehe und laterale Seiten der proximalen Phalangen der 2. bis 4. Zehe

N. plantaris lateralis Plantar: Adduktion und Flexion in den MTP-Gelenken der drei lateralen Zehen

Dorsal: Abduktion und Flexion in den MTP-Gelenken der vier lateralen Zehen

Innervation des Fußes ( edit | edit source )

Nerv Ursprung Äste Motorische Fasern Sensible Fasern
N. plantaris N. tibialis am Malleolus medialis N. plantaris medialis (NPM)

N. plantaris lateralis (NPL)

NPM: M. abductor hallucis, M. flexor digitorum brevis und M. flexor hallucis brevis.

NPL: M. abductor digiti minimi, M. flexor digiti minimi, M. adductor hallucis und Mm. interossei.

NPM: Fußsohle, 1., 2. und 3. Zehe, oft 4. Zehe

NPL: Fußsohle, 5. Zehe, gelegentlich 4. Zehe

N. suralis N. tibialis und kutane Äste des N. peronaeus communis Ramus communicans suralis des N. peronaeus communis und N. cutaneus lateralis surae Sensible Innervation des posterolateralen Bereichs des distalen Drittels des Unterschenkels und des lateralen Bereichs von Fuß, Ferse und Sprunggelenk

Gefäßversorgung des Fußes ( edit | edit source )

Die vaskuläre Versorgung des Fußes erfolgt in erster Linie über die Aa. tibialis anterior et posterior und die Endäste der A. poplitea.(12)

Arterie Ursprung Äste Versorgung
A. tibialis posterior A. poplitea
  • Ramus circumflexus fibularis
  • A. nutricia tibiae
  • Muskuläre Äste
  • Kommunizierende Äste
  • Perforierende Äste
  • Rami malleolares mediales
  • Rami calcanei
  • A. plantaris medialis
  • A. plantaris lateralis
Muskeln der Fußsohle
A. tibialis anterior Endast der A. poplitea
  • Aa. recurrens tibialis anterior et posterior
  • Muskuläre Äste
  • Perforierende Äste
  • Aa. malleolaris anterior medialis et lateralis
  • A. dorsalis pedis
Fußrücken
A. plantaris medialis (APM) und A. plantaris lateralis (APL) A. tibialis posterior Fußgewölbe, vom Metatarsale I bis V APM: M. abductor hallucis und M. flexor digitorum brevis

APL: Aponeurosis plantaris zwischen den Muskeln M. flexor digitorum brevis und M. abductor digiti minimi

A. suralis A. poplitea Laterale und mediale Äste M. plantaris

Klinische Bedeutung ( edit | edit source )

  1. Eine Varusstellung des Knies führt zu einer stärkeren Eversion des Rückfußes,(13) und erhöht die Steifigkeit des Fußes.(14)
  2. Eine Dysfunktion der Plantarfaszie wirkt sich auf die Höhe und Form des medialen Längsgewölbes aus.(15)
  3. Ein Plattfuß (Pes planus) kann durch isolierte Verletzungen des Pfannenbands entstehen.(16) Über orthopädische Lösungen für Fußpathologien können Sie sich hier informieren.
  4. Das Lig. calcaneocuboideum (CC) kann bei einem Inversionstrauma des Fußes verletzt werden.(17)
  5. Das Chopart-Gelenk (Art. transversa tarsi) erhält seine Stabilität durch die knöcherne Form, die Straffheit der Bänder und die den Fuß kreuzenden extrinsischen Muskeln, da keine intrinsischen Muskeln am Talus oder Kalkaneus entspringen und am Kuboid oder Navikulare ansetzen. Dies kann eine Ursache für die häufige Hypermobilität dieses Gelenks sein.(18)
  6. Hammer- und Krallenzehdeformitäten können durch einen starke Aktivierung der Mm. interossei und Mm. lumbricales verhindert werden.
  7. Eine erhöhte Steifigkeit des Gewebes in den Muskeln des M. gastrocnemius und der Hamstrings (ischiokrurale Muskulatur) kann zu Plantarfasziitis führen, und das Dehnen der Wadenmuskeln kann zur Lösung dieses Problems beitragen.(19) In diesem Plus-Programm wird ein neues Protokoll für den plantaren Fersenschmerz vorgestellt.
  8. Akute oder chronische (Teil-)Rupturen der Plantarfaszie lassen sich durch Palpieren einer schmerzhaften Beule an der Fußsohle diagnostizieren.(20) Über die Befunderhebung bei plantaren Fersenschmerzen können Sie sich hier informieren.
  9. Ein verändertes Gangbild kann als Folge eines verminderten Bewegungsausmaßes des Sprunggelenks und des Großzehengrundgelenks entstehen, was zu einer Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit der Fußgelenke führt.(21) Erfahren Sie hier mehr über Gangabweichungen im Zusammenhang mit Schmerzsyndromen des Unterschenkels und des Fußes.
  10. „Übergewichtige Menschen haben flachere Füße, ein geringeres Bewegungsausmaß der Inversion und Eversion sowie einen höheren plantaren Spitzendruck beim Gehen.“(22)

Ressourcen(edit | edit source)

Referenzen(edit | edit source)

  1. Farris DJ, Kelly LA, Cresswell AG, Lichtwark GA. The functional importance of human foot muscles for bipedal locomotion. PNAS 2019; 116(5).
  2. Viseux FJF. The sensory role of the sole of the foot: Review and update on clinical perspectives. Neurophysiol Clin. 2020 Feb;50(1):55-68.
  3. Lee SW, Le PU, Van Dien C, Hansen M, Tiu T. Evaluation of Resident Palpation Skills in Foot and Ankle Anatomic Structures Using Bedside Ultrasound. HCA Healthcare Journal of Medicine 2020; 1(3).
  4. Kitagawa T, Aoki Y, Sugimoto H, Ozaki N. Randomised controlled trial for evaluation of an ultrasound-guided palpation intervention for palpation skill training. Sci Rep. 2022 Jan 24;12(1):1189.
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