Gehstützen (Krücken)

Einleitung(edit | edit source)

Crutches Walking.png

Gehstützen (Krücken) sind eine Art Gehhilfe, die dazu dient, die Unterstutzungsfläche einer Person zu vergrößern. Durch sie wird das Gewicht von den Beinen auf den Oberkörper verlagert. Gehstützen werden häufig von Menschen benutzt, die die Beine nicht belasten können bzw. dürfen (von kurzfristigen Verletzungen bis hin zu lebenslangen Behinderungen).

Arten von Gehstützen ( edit | edit source )

Es gibt drei Arten von Gehstützen: Achselstützen, Unterarmgehstützen (UAGST) und Arthritisgehstützen (Rheumagehstützen).

  • Achselstützen: Die Struktur der Stütze umfasst ein Polster für den Achselbereich, ein Handgriff und zwei Rohre oder Stäbe, die distal zu einem einzelnen Stück zusammenlaufen. Achselstützen sollten mit einem Abstand von 2-3 Fingern zwischen der Achselhöhle des Patienten und dem Achselpolster der Stütze eingestellt werden, und der Ellbogen sollte für die Einstellung der Griffhöhe eine Flexion von 20-30 Grad beibehalten.(1) Sie sind sowohl in der Achselhöhe als auch in der Griffhöhe verstellbar (von ca. 48 bis 60 Zoll / 121 bis 153 cm).(2)
  • Unterarmgehstützen (UAGST): (seltener auch Lofstrand-, Ellenbogengehstützen oder kanadische Krücken genannt). Sie bestehen aus einem einzelnen Rohr, einer Armschelle und einem Handgriff. Die Höhe der Unterarmgehstützen wird vom Handgriff bis zum Boden angegeben (einstellbar von 29 bis 35 Zoll / 74 bis 89 cm).(2)
  • Arthritis- oder Rheumagehstützen: Eine weitere Art von Gehstütze, die am oberen Ende aus einer gepolsterten Unterarmauflage aus Metall, Klettbändern und einem verstellbaren Handgriff besteht. Diese Gehstützen werden für Patienten verwendet, die teilbelastend gehen und keinen Druck auf den Handgelenken tolerieren, wie beispielsweise Menschen mit rheumatischen Erkrankungen.(3)
Types of crutches.jpg

Höhenanpassung(edit | edit source)

Es ist wichtig, dass die Gehstützen für jeden Patienten, dem sie verordnet werden, abgemessen und angepasst werden. Auch wenn die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Gehstützen gering ist, können ernsthafte medizinische Komplikationen auftreten.(4) Eine fachgerechte Anpassung der Gehhilfe an den Benutzer kann die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Ereignisse verringern.(4)

Gangmuster ( edit | edit source )

Es gibt verschiedene Gehmuster, die eine Person mit Gehstützen annehmen kann,(5) darunter:

  • Durchschwunggang: Bitte beachten Sie den Unterschied zwischen dem Zwei-Punkt-Gang (2-Punkt-Gang) und dem Durchschwunggang (oder durchschwingendem Gang). Beim Durchschwunggang bilden die Gehstützen und das völlig entlastende, betroffene Bein (beispielsweise nach einer Fraktur, einer Amputation, einer komplizierteren Gelenkersatz-OP usw.) einen Punkt, während das nicht betroffene Bein den anderen Punkt bildet. Die Gehstützen und das betroffene Bein werden als eine Einheit vorwärtsbewegt, und das nicht betroffene, gewichtstragende Bein wird als zweite Einheit durch die Gehstützen nach vorne „durchgeschwungen“. Dieses Gangmuster ist weniger stabil, da nur zwei Punkte mit dem Boden in Berührung sind. Daher ist ein gutes Gleichgewicht erforderlich, um einen Durchschwunggang auszuführen.
  • Zwei-Punkt-Gang (2-Punkt-Gang): Der rechte Fuß und die linke Gehstütze werden gleichzeitig vorwärts bewegt, gefolgt von dem linken Fuß und der rechten Gehstütze. Es ergibt sich ein reziprokes Gangmuster (Kreuzgang). Es sind immer zwei Punkte in Kontakt mit dem Boden!
  • Drei-Punkt-Gang (3-Punkt-Gang): Dieses Gangmuster wird verwendet, wenn eine der unteren Extremitäten nicht in der Lage ist, vollständig zu belasten (beispielsweise nach einer Fraktur, einer Gelenkersatz-OP usw.). Es gibt drei Kontaktpunkte mit dem Boden. Die Gehstützen dienen als ein Punkt, das betroffene Bein als zweiter Punkt und das nicht betroffene Bein als dritter Punkt. Beide Gehstützen bewegen sich nach vorne, das betroffene Bein tritt dann an die Gehstützen heran. Danach folgt das nicht betroffene Bein, das die Gehstützen und das betroffene Bein überholt. Es gibt zu jeder Zeit drei Berührungspunkte mit dem Boden.(6)
  • Vier-Punkt-Gang (4-Punkt-Gang): Dieses Gangmuster wird verwendet, wenn ein Mangel an Koordination, ein schlechtes Gleichgewicht und/oder eine Muskelschwäche in beiden unteren Extremitäten vorliegt. Das liegt daran, dass es ein langsameres und stabileres Gangmuster mit vier Stützpunkten bietet. Punkt eins ist die Gehstütze auf der betroffenen Seite, Punkt zwei ist das nicht betroffene Bein, Punkt drei ist das betroffene Bein und Punkt vier ist die Gehstütze auf der nicht betroffenen Seite. Die Gehstützen und die Beine werden nacheinander vorwärts bewegt, wobei immer drei der vier Punkte auf dem Boden liegen und belastet werden. Ähnlich wie beim 2-Punkt-Gang ergibt sich auch hier ein reziprokes Gangmuster (Kreuzgang). (3)(7)
  • Nachstellen Das betroffene/verletzte Bein wird nach vorne gestellt, und dann wird das nicht betroffene Bein auf die gleiche Höhe gebracht – es stellt sich neben das betroffene Bein. Wenn die Vorgabe der Belastung „Teilbelastung“, „Sohlenkontakt“ oder „Belastung bis Schmerzgrenze“ lautet, sind Gehstützen, ein Gehgestell oder ein Gehwagen erforderlich. Diese Gehhilfen bieten die Möglichkeit, das Gewicht des betroffenen/verletzten Beins über den Oberkörper abzufangen. Der Patient kann das betroffene/verletzte Bein durch ausreichendes Abstützen der oberen Extremitäten adäquat entlasten.
  • Überholen: Als Erstes geht das betroffene/verletzte Bein nach vorne. Dann überholt das nicht betroffene Bein das betroffene Bein und setzt weiter vorne auf. Bei Entlastung übernehmen die Gehstützen vollständig die Rolle des betroffenen/verletzten Beins. Sie werden nach vorne gestellt und der Patient überholt dann, d.h. er geht mit dem nicht betroffenen Bein an den Gehstützen vorbei und setzt weiter vorne auf. Das Muster enstpricht also einem Durchschwung- oder Drei-Punkt-Gang.

(8)

Indikationen(edit | edit source)

Gehstützen können indiziert sein, wenn ein Patient:

  • eine Gliedmaße nicht einsetzen kann (durch Verletzung oder Amputation);
  • Probleme mit dem Gleichgewicht hat und in seiner Kraft beeinträchtigt ist.

Siehe auch ( edit | edit source )

Referenzen(edit | edit source)

  1. Hoffman, L. Gait Mobility Devlces Course. Plus. 2022
  2. 2.0 2.1 O’Sullivan SB, Schmitz TJ, Fulk G. Physical rehabilitation. FA Davis; 2019 Jan 25.
  3. 3.0 3.1 Gardiner DM. The Principles Of Exercise Therapy, 4th ed. india: CBS Publishers & Distributors; 2004.
  4. 4.0 4.1 Manocha RHK, MacGillivray MK, Eshraghi M, Sawatzky BJ. Injuries Associated with Crutch Use: A Narrative Review. PM R. 2021 Oct;13(10):1176-1192.
  5. Fatemeh Rasouli, Kyle B. Reed. Walking assistance using crutches: A state of the art review, Journal of Biomechanics. 2020; 98: 1-12
  6. Yap, Wmq et al. “Axillary versus Forearm Crutches: A Prospective Cohort Comparing which is Superior for 3-Point Crutch Gait.” Malaysian orthopaedic journal vol. 15,2 (2021): 36-42.
  7. Van Hook FW, Demonbreun D, Weiss BD. Ambulatory devices for chronic gait disorders in the elderly. American family physician. 2003 Apr 15;67(8):1717-24.
  8. RegisteredNurseRN .How to Use Crutches .available from :https://www.youtube.com/watch?v=ElZkPye4WtA (Accessed 9 April 2020)


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