Knochenmarkläsionen (KML) sind schmerzhafte Veränderungen des subchondralen Knochens, die auf eine wiederholte Mikroschädigung der Gelenkoberfläche zurückzuführen sind. KMLs können die Folge von degenerativen, metabolischen, entzündlichen, traumatischen und neoplastischen Prozessen sein.(1)(2)
Knochenmarkläsionen (KML) sind ein Befund im MRT.
Über die genaue Histopathologie von KMLs gibt es nur wenige Untersuchungen. Bei der Untersuchung von KMLs wurden umgestaltete Trabekel, Knochenmarkfibrosierung, Knochenmarkblutungen, Einwachsen von fibrovaskulärem Gewebe und lymphozytäre Infiltrate festgestellt.(5)(4)
Typische Befunde einer subchondralen Fraktur: (A) koronale T1-gewichtete Sequenz, (B) koronale T2-gewichtete, fettunterdrückte Sequenz und (C) sagittale T2-gewichtete, fettunterdrückte Sequenz. Ausgedehntes Knochenmarködem, gekennzeichnet durch geringe Signalintensität auf T1-gewichteten und hohe Signalintensität auf T2-gewichteten Magnetresonanzbildern (Sternchen) mit einer linearen Erscheinung mit geringer Signalintensität im subchondralen Bereich (Pfeil). Wiedergegeben aus: Bonadio MB, Ormond Filho AG, Helito CP, Stump XM, Demange MK. Bone marrow lesion: image, clinical presentation, and treatment. Magnetic resonance insights. 2017 Apr
Eine KML ist im MRT zu sehen. Eine KML ist auf einer T1-gewichteten Sequenz als hypodenses (helles) Areal und auf eine T2-gewichteten Sequenz als hyperdenses (dunkles) Areal zu erkennen. Sie haben keine klar definierten Ränder und sind in der Lage, die Grenzen zwischen anatomischen Strukturen zu überschreiten.(4) Fettunterdrückte T2-gewichtete Sequenzen werden oft vorgeschlagen, um KMLs am besten zu identifizieren.(3)
KMLs sind ein Befund im MRT. Um die Ursache der Knochenmarkläsion zu diagnostizieren, müssen die klinische Vorgeschichte und die Symptome des Patienten berücksichtigt werden.(6)
In Eriksens (2015) Artikel über KMLs wird beschrieben, dass KMLs bei den folgenden Erkrankungen auftreten können:(4)
Die klinische Bedeutung von KMLs ist nicht genau bekannt. In der Literatur wird allmählich ein möglicher Zusammenhang zwischen KMLs, Schmerzen und Funktion aufgezeigt.(6) Studien deuten darauf hin, dass das Vorhandensein von KMLs das Risiko eines Knieschmerzen erhöhen kann.(7). Röntgenbefunde wie Osteophyten und der Verlust des Gelenkspalts werden üblicherweise zur Diagnose von Arthrose verwendet. Knochenmarkläsionen sind möglicherweise ein früher klinischer Befund der Arthrose. Es wurde vorgeschlagen, dass Knochenmarkläsionen möglicherweise ein Frühindikator für Arthrose sein könnten und dass gezielte Maßnahmen zur Behandlung der Knochenmarkläsionen zum Erhalt des Gelenkknorpels führen könnten.(6)
Die Behandlung der KMLs ist kompliziert, da ihre genaue Ätiologie nicht vollständig geklärt ist. Es gibt kein Konsens über standardisierte Behandlungsprotokolle für KMLs. Die Behandlung richtet sich oft eher nach der Grunderkrankung, den Symptomen und der funktionellen Präsentation.(8) Es wurden zahlreiche Studien durchgeführt, in denen die Wirkung verschiedener Modalitäten auf Knochenmarkläsionen untersucht wurde. Sie haben zumeist gezeigt, dass Interventionen funktionelle und symptomatische Veränderungen bewirken können, aber nicht immer das Erscheinungsbild von KMLs im MRT beeinflussen.(4)
Chirurgische Behandlung
Chirurgische Verfahren wie die Anbohrung (auch „Core decompression“, Kerndekompression genannt) wurden an der Hüfte mit unterschiedlichen Ergebnissen eingesetzt.(3) (4) Neuere Techniken wie die Subchondroplastie, bei der ein Knochenersatzmaterial aus Kalziumphosphat in die Trabekel injiziert wird, sind vielversprechend, müssen aber noch weiter erforscht werden.(3)
Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)
Es zeigte sich, dass ESWT das Auftreten von KMLs sowohl an der Hüfte als auch am Knie reduzieren kann.(4)(9)
Eine 2018 veröffentlichte RCT hat eine interessante Evidenz dafür erbracht, dass die ESWT möglicherweise eine wirksame Behandlungsstrategie zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung bei Menschen mit Kniegelenksarthrose darstellt.(9)
Entlastung
Die Idee hinter dem Ansatz der Entlastung basiert auf der Tatsache, dass KMLs durch wiederholte Mikrotraumata entstehen. Eine Entlastung des Gelenks sollte demnach die Rückbildung der Läsion fördern. Dies wurde in der Literatur bisher jedoch nicht ausreichend belegt. In einer aktuellen Studie wurde die Verwendung eines Gehstocks zur potenziellen Entlastung des Knies bei Patienten mit medialer tibiofemoraler Arthrose untersucht. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Verwendung eines Stocks das KML-Volumen im Vergleich zur Nichtverwendung eines Stocks nicht verringert.(10)
Übungen
Eine Studie untersuchte KMLs und zwei Formen der Übungstherapie bei Kniearthrose. Die Studie kam zu dem Schluss, dass körperliche Aktivität beiden Arten von Patienten zugute kommt, d. h. sowohl Patienten mit als auch ohne KMLs, und dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen gab. Sie stellten jedoch fest, dass Krafttraining bei Patienten mit KML die Schmerzen wirksamer reduzieren kann. Dies könnte bei der Erstellung individueller Behandlungspläne für Patienten hilfreich sein. Die Stichprobengröße war sehr gering, so dass weitere Untersuchungen erforderlich sind.(8)
Medikamentöse Behandlung
Sowohl Bisphosphonate als auch Prostazykline haben sich als geringfügig vorteilhaft erwiesen, wenn es um die Verbesserung der Schmerzen bei KMLs geht. Die Ergebnisse der verschiedenen Studien sind widersprüchlich und zeigen oft mehr Erfolg in frühen Krankheitsstadien. Bislang gibt es keinen Konsens über den Wirkmechanismus dieser Medikamente, und es sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich.
KML im MRT aufgrund von migratorischer Osteoporose
KML im MRT aufgrund einer Osteochondrosis dissecans