Schlafentzug und Schlafstörungen

Originale Autorin Jess Bell Top-BeitragendeJess Bell, Kim Jackson, Lucinda hampton, Tarina van der Stockt und Admin

Einleitung(edit | edit source)

Schlaf ist eine universelle Erfahrung, die für die allgemeine Gesundheit und das Überleben unentbehrlich ist.(1)(2)

  • Der Schlaf hat mehrere Funktionen und ist wichtig für die Kognition (d. h. die Fähigkeit, klar zu denken, wachsam und aufmerksam zu sein) sowie für die Gedächtniskonsolidierung und die emotionale Regulierung.(2)
  • Schlechte Schlafqualität sowie Schlafverlust oder schlecht regulierter Schlaf können sich negativ auf die körperlichen und geistigen Funktionen auswirken.(1) Das Ergebnis können Schläfrigkeit und Leistungsabfall sein sowie die Beeinträchtigung von psychischen und körperlichen Funktionen wie Gedächtnis, Lernen, Stoffwechsel und Immunität.(3)

Auswirkungen von Schlafentzug auf das EEG ( edit | edit source )

Die Schlafforschung hat in den letzten Jahrzehnten dank der Untersuchung von im Schlaf auftretenden EEG-Mustern (Elektroenzephalographie) Fortschritte gemacht. Diese Forschung hat es den Wissenschaftlern ermöglicht, den Schlaf in verschiedene Stadien einzuteilen und damit eine Grundlage für die Erforschung von Schlafstörungen und der Beziehung zwischen Gesundheit und Schlaf zu schaffen.(2)

Verschiedene Veränderungen der Muster sind auch im Wach-EEG nach einem Schlafentzug zu beobachten.

  • In einer Studie von Ferriera et al. (2006) wurde nachgewiesen, dass bereits eine Nacht Schlafentzug zu spezifischen elektrophysiologischen Veränderungen im EEG führt, einschließlich einer Zunahme der relativen Delta- und Theta-Leistung sowie einer absoluten Verringerung der Alpha- und Beta-Leistung.(4)
  • Bestimmte Leistungsverschlechterungen wurden auch während kurzer Perioden (Dauer zwischen 2 und 20 Sekunden) auf Wach-EEGs festgestellt – zu diesen Zeitpunkten zeigten die EEGs langsame Wellen, die als „Mikroschlaf“ (umgangssprachlich dem „Sekundenschlaf“ entsprechend) bezeichnet werden.
  • Solche kurzzeitigen Aussetzer sind von großer Bedeutung, wenn man bedenkt, welche Auswirkungen sie auf Arbeitnehmer haben können.(1) Erste Bedenken hinsichtlich der öffentlichen/beruflichen Gesundheit und Schlafstörungen wurden geäußert, als Industriekatastrophen wie die Exxon-Valdez-Ölpest von 1989 mit Schlafverlust in Verbindung gebracht wurden.(2) Auch für Angehörige der Gesundheitsberufe, die im Schichtdienst arbeiten, besteht ein erhöhtes Risiko für Berufsunfälle sowie für Autounfälle auf der Heimfahrt von der Arbeit.(1)

Auswirkungen von Schlafentzug auf die Schläfrigkeit ( edit | edit source )

Nach einem Schlafverlust kommt es zu einer dosisabhängigen Zunahme der Schläfrigkeit und zu einer Leistungsminderung.(1)(3) Dies wird auf verschiedene Weise verdeutlicht, u. a. durch physiologische Messungen wie die Schlaflatenz (d. h. die Zeit bis zum Einschlafen), subjektive Angaben zur Schläfrigkeit und standardisierte Verhaltenstests wie die Reaktionszeit. Unterschiede werden sowohl bei teilweisem als auch bei vollständigem Schlafverlust festgestellt, sowie wenn der Schlaf unterbrochen wird oder „Wachaktivitäten“ in die Nachtstunden verlegt werden (z. B. Schichtarbeit).(1)

Die Schlafschuld, die sich bei eingeschränktem Schlaf ansammelt, kann nicht zurückgezahlt werden.(1) Allerdings neigen Menschen dazu, nach Zeiten des Schlafentzugs oder der Schlafrestriktion länger zu schlafen, und einige Studien weisen auf die Vorteile eines längeren Schlafs für die Verbesserung der Leistungsfähigkeit hin.(3)(5)

Koffein(edit | edit source)

Die am häufigsten verwendete psychoaktive Substanz ist Koffein.(6) Es wird bei Müdigkeit, zur Leistungssteigerung und zur Vorbeugung von Atemstillstand bei Frühgeborenen eingesetzt.(6) Eine kürzlich durchgeführte systematische Übersichtsarbeit hat jedoch gezeigt, dass sie die Schlaflatenz verlängert, die Schlafdauer und die Schlafeffizienz verringert und sich auch negativ auf die empfundene Schlafqualität des Einzelnen auswirkt.(6)

  • Es wurde festgestellt, dass Adenosin (ein wichtiger Schlaffaktor) mit Koffein in einer engen Beziehung steht. Dank ihrer ähnlichen Struktur kann Koffein an Adenosinrezeptoren binden. Dadurch wird die Funktion der Adenosinrezeptoren blockiert und ein Gefühl der Wachsamkeit erzeugt.(1) Die kumulative Wirkung von Adenosin wird jedoch immer zunehmen, unabhängig von äußeren Faktoren wie Koffein. So kommt es zu einem plötzlichen Anstieg der Müdigkeit, sobald die Wirkung des Koffeins nachlässt.(1)
  • Die Wirkung von Koffein ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der Schlaf älterer Erwachsener reagiert möglicherweise empfindlicher auf Koffein,(6) und einige genetische Studien haben gezeigt, dass bestimmte Menschen, insbesondere diejenigen, die das cYP1a2-Gen in sich tragen, eher zu Schlafstörungen infolge von Koffeinkonsum neigen.(6)(1) Es wird vermutet, dass ein übermäßiger Koffeinkonsum eine der Hauptursachen für eine unzureichende Erholung der Beschäftigten im Gesundheitswesen ist. Eine zeitliche Begrenzung des Koffeinkonsums könnte also eine Möglichkeit sein, die Schlafqualität zu verbessern und eine bessere Regulierung des Schlafs zu gewährleisten; eine Beschränkung des Koffeinkonsums nach 14 Uhr könnte eine solche Strategie sein.(1)

Auswirkungen von Schlafentzug auf die allgemeine Gesundheit ( edit | edit source )

Der Hauptindikator für Schlafverlust ist eine Zunahme der übermäßigen Tagesschläfrigkeit. Es gibt viele Ursachen für Schlafverlust, aber die beiden wichtigsten ätiologischen Faktoren, die zu Schlafrestriktion führen, sind:(1)

  • Schlafstörungen wie die obstruktive Schlafapnoe. Man beachte: Diese Störungen werden bei großen Teilen der Bevölkerung häufig nicht diagnostiziert, können aber erhebliche Auswirkungen auf andere Gesundheitsaspekte haben, wie z. B. Bluthochdruck, erhöhtes Risiko für wiederkehrende Herzinfarkte, Schlaganfälle und Vorhofflimmern.
  • Berufliche Faktoren wie Schichtarbeit – dies ist besonders besorgniserregend für Beschäftigte im Gesundheitswesen, die häufig Bereitschaftsdienste leisten(1)

Schlafverlust kann eine Reihe von körperlichen und physiologischen Veränderungen verursachen, die zu anderen gesundheitlichen Problemen führen können, darunter:(1)

  • Typ-2-Diabetes
    • Schlafverlust kann zu Veränderungen im Glukosestoffwechsel führen, einschließlich einer Abnahme der Glukosetoleranz und der Insulinempfindlichkeit(7)
  • Ein erhöhtes Risiko, übergewichtig zu werden(7) aufgrund der Veränderungen von zwei wesentlichen Hormonen im Zusammenhang mit Hunger und Appetit(1)
    • Leptin, das an der Unterdrückung des Appetits beteiligt ist, wird bei Schlafentzug nicht aufgenommen
    • Ghrelin, das appetitanregende Hormon, ist bei Schlafentzug erhöht(1)
  • Vermindertes Energieniveau
    • Es hat sich gezeigt, dass der wiederholte Schlafentzug Auswirkungen auf die Funktion der Schilddrüsenachse hat (Teil des neuroendokrinen Systems, das für die Regulierung des Stoffwechsels verantwortlich ist und auch auf Stress reagiert).(8)
  • Erhöhter Kortisolspiegel(9)
    • Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit vieler anderer Gesundheitsprobleme, einschließlich Angstzuständen, Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen, sowie systemischer Entzündungen und eines erhöhten Krebsrisikos.(1)
    • Bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die COVID-19-Patienten behandeln, stehen eine schlechte Schlafqualität sowie eine geringe gesundheitsbezogene Lebensqualität in Verbindung mit starker Gesundheitsangst und schweren Symptomen von Depressionen(10)
  • Eine erhöhte Konzentration von Entzündungsmarkern, einschließlich C-reaktives Protein (CRP)(11)
    • 88 Stunden Schlafentzug oder zehn Tage mit nur vier Stunden Schlaf pro Nacht erhöhen die Konzentration des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (CRP)(12)(1)
    • Eine Studie von Frey et al. zeigte, dass eine Nacht mit Schlafverlust (insgesamt 40 Stunden ohne Schlaf) eine Stressreaktion auslöste, die die Stimulation sowohl von entzündungsfördernden als auch von entzündungshemmenden Proteinen beinhaltete(11)
    • Ein relativ geringes Maß an Schlafrestriktion von sechs statt acht Stunden Schlaf pro Nacht erhöht die Konzentration entzündungsfördernder Zytokine(1)
  • Beeinflusst immunologische Prozesse
    • Bei Schlafentzug kommt es zu einer schwächeren Antikörperreaktion und einem Rückgang der Aktivität der natürlichen Killerzellen.(13)(1) Wie hier erörtert, ist Schlaf ein entzündungsfördernder Zustand. Schlafentzug führt ebenfalls zu einem entzündungsfördernden Zustand, der jedoch unspezifisch ist und unsere Fähigkeit vermindert, Infektionen abzuwehren.(1) Daher kann chronischer Schlafentzug mit einem Zustand von chronischem Stress verglichen werden, der sich negativ auf die Immunfunktion und die allgemeine Gesundheit auswirkt(1)
    • Es ist wichtig, die Auswirkungen des Schlafs auf die Regulierung von Entzündungsprozessen im Zusammenhang mit der postoperativen Versorgung zu berücksichtigen. Su und Wang weisen darauf hin, dass sich Schlafstörungen negativ auf postoperative Patienten auswirken, u. a. durch ein erhöhtes Risiko für Delir (Verwirrtheit), erhöhte Schmerzempfindlichkeit, mehr kardiovaskuläre Ereignisse und eine schlechtere Erholung.(14) Postoperative Patienten berichten häufig über ein hohes Maß an Ermüdung, Unwohlsein, Unbeweglichkeit und Schmerzen.(1) Es könnte daher von Vorteil sein, zu prüfen, ob ein verbesserter Schlaf die postoperative Rehabilitation und Genesung verbessern könnte(1)

Auswirkungen von Schlafentzug auf die Leistung ( edit | edit source )

Wie bereits erwähnt, kommt es bei Personen, die sich in einem Zustand des Schlafentzugs befinden, häufig zu Leistungseinbußen, insbesondere bei der Wahrnehmungsfähigkeit und der motorischen Reaktionsfähigkeit.(1) Smith et al. fanden heraus, dass selbst ein moderater Schlafverlust zu einer „Beeinträchtigung der Funktion neuronaler Schaltkreise führt, die an Aufgaben des Arbeitsgedächtnisses beteiligt sind.“(15) In ähnlicher Weise wurde ein dosisabhängiges Muster von zunehmend langsameren Zeiten und schlechteren Ergebnissen bei Messungen wie dem psychomotorischen Vigilanztest festgestellt, wenn Menschen einer Schlafrestriktion unterzogen werden.(1)

Untersuchungen von Whelehan haben außerdem ergeben, dass Schlafrestriktion zu einer Verschlechterung der fertigkeitsbezogenen Leistung führt. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf Angehörige der Gesundheitsberufe haben, z. B. auf Physiotherapeuten, die für die Atemwegsversorgung wie das Absaugen von Tracheotomiepatienten verantwortlich sind.(1)

Andere Studien haben ergeben, dass Menschen unter Schlafentzug weniger in der Lage sind, sich an Informationen zu erinnern, sie richtig zu interpretieren oder logische und kohärente Entscheidungen zu treffen. Dies sind alles relevante Fragen, wenn es um die klinische Entscheidungsfindung geht.(1)

Schlafentzug wird sich wahrscheinlich auch auf die Patienten auswirken – er kann ihre Fähigkeit beeinträchtigen, Informationen abzurufen oder in das Langzeitgedächtnis zu übertragen. Daher sollten wir dies in unseren Behandlungsplänen berücksichtigen, insbesondere im Bezug auf die Edukation der Patienten.(1)

Der Zusammenhang zwischen Schlafentzug und Stimmung kann auch mit der Leistung in Verbindung gebracht werden. Die Stimmung wird durch Schlafrestriktion erheblich beeinflusst, ebenso wie die Aufmerksamkeitserschöpfung („attention fatigue“), die Verwirrung und die Abnahme des Glücksgefühls von der Nacht zum Morgen. Diese Zustandsveränderungen können erhebliche Auswirkungen auf die Patienten haben und ihre Bereitschaft, sich an der Rehabilitation und der gemeinsamen Entscheidungsfindung zu beteiligen, verringern.(1)

Häufig auftretende Schlafstörungen ( edit | edit source )

Nach den Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders IV (DSM-IV) können Schlafstörungen in folgende Kategorien eingeteilt werden:

  1. Primäre Schlafstörungen, d. h. Dyssomnien und Parasomnien
  2. Sekundäre Schlafstörungen, d. h. aufgrund von Erkrankungen wie psychischen Störungen oder genetischen/medizinischen Erkrankungen, oder substanzinduzierte Schlafstörungen(1)

Die International Classification of Sleep Disorders (Internationale Klassifikation der Schlafstörungen) ICSD-I umfasst vier Kategorien:(16)

  1. Dyssomnien
  2. Parasomnien
  3. Schlafstörungen im Zusammenhang mit sekundären Ursachen
  4. Vorgeschlagene Schlafstörungen

(17)

Dyssomnien(edit | edit source)

Dyssomnien sind entweder durch Hypersomnolenz (übermäßige Schläfrigkeit) oder Insomnie (Einschlafprobleme) gekennzeichnet.(16) Sie können durch Stress, Koffein, körperliche Beschwerden, übermäßige Nickerchen am Tag oder frühes Zubettgehen verursacht werden. (WEB) Die Ursachen für Dyssomnien werden in drei Hauptkategorien eingeteilt:(16)

  1. Intrinsische Ursachen (d. h. vom Körper ausgehend) – dazu gehören Erkrankungen wie idiopathische Insomnie, Narkolepsie und obstruktive Schlafapnoe
  2. Extrinsische Ursachen (d. h. sekundär durch umweltbedingte oder pathologische Zustände) – dazu gehören Ursachen wie unzureichende Schlafhygiene, höhenbedingte Schlafstörung, stimulanzienabhängige Schlafstörungen und alkoholabhängige Schlafstörungen
  3. Störungen des zirkadianen Rhythmus – dazu gehören Erkrankungen wie Schichtarbeitersyndrom und Jetlag-Syndrom(1)

Unter einer Insomnie versteht man fast täglich auftretende Beschwerden über unzureichenden Schlaf oder das Gefühl, nach dem Schlaf nicht ausgeruht zu sein. Sie ist eine der häufigsten Schlafstörungen. Sie tritt häufiger bei Frauen auf und ihre Prävalenz liegt zwischen 10 und 30 %.(16)

Hypersomnie ist unabhängig von Insomnie und bezieht sich auf eine übermäßige Schläfrigkeit – Personen mit Hypersomnie erleben in der Regel regelmäßige Schlafepisoden am Tag (d. h. ein erhöhtes Bedürfnis nach Nickerchen während des Tages).(1)

Narkolepsie hat ein ähnliches Erscheinungsbild wie Hypersomnie, wird aber als „plötzliche und unkontrollierbare Schlafattacken“ eingestuft.(16) Diese Anfälle müssen über einen Zeitraum von einem Jahr täglich auftreten, und zwar über mindestens drei aufeinanderfolgende Monate, um als Narkolepsie eingestuft zu werden.(1) Die übliche Ursache für die meisten Fälle von Narkolepsie ist ein Verlust von Neuronen, die Orexin (Hypokretin) produzieren.(18) Orexin ist ein Neuropeptid, das Erregung, Wachsein und Appetit reguliert.(1) Es gibt vier Kardinalsymptome der Narkolepsie:(1)

  1. Kataplexie, d. h. der plötzliche beidseitige Verlust des Muskeltonus, der in der Regel nach dem Erleben einer starken Emotion auftritt
  2. Schlaflähmung, bei der der Betroffene seine Umgebung zwar wahrnimmt, aber nicht in der Lage ist, sich zu bewegen
  3. Hypnagoge Halluzinationen, d. h. Empfindungen, die zwar nur erdacht sind, sich aber real anfühlen
  4. Automatisches Verhalten, d. h. eine Person tut etwas, ohne darüber nachzudenken, und kann sich nicht daran erinnern, es getan zu haben(1)

Schlafapnoe ist eine weitere häufige Dyssomnie. Es handelt sich um eine physiologische Störung, bei der ein verminderter Muskeltonus die Atemwege blockiert. Dies führt zu einer Apnoe, d. h. einem Atemstillstand von zehn oder mehr Sekunden,(16) und zu einer kurzen Phase des Aufwachens aus dem Schlaf.(1)

Schlafapnoe kann durch einen verminderten Serotoninspiegel im Nucleus hypoglossus verursacht werden, tritt aber auch häufig bei übergewichtigen Patienten auf. Sie wird in der Regel mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP) und Änderungen der Lebensweise behandelt.(1)

Die letzte Ursache für Schlaflosigkeit sind Störungen des zirkadianen Rhythmus. Diese Störungen führen beispielsweise zum verzögerten Schlafphasensyndrom (Delayed Sleep-Phase Syndrome – DSPS), d. h. einem verzögerten Schlafbeginn und anhaltend spätem Aufwachen. Diese Veränderungen können durch Schichtarbeit oder Jetlag verursacht werden.(1)

Parasomnien(edit | edit source)

Parasomnien sind unerwünschte Bewegungen oder Verhaltensweisen, die vor allem im Schlaf auftreten. Die Aktivität der Skelettmuskulatur und das autonome Nervensystem sind häufig verändert.(16)(1) Sie werden im Allgemeinen in vier Gruppen eingeteilt:(1)

  1. Aufwachstörungen (Schlafwandeln/Somnambulismus, und Nachtschreck/Pavor nocturnus)
  2. Störungen des Schlaf-Wach-Übergangs (Sprechen im Schlaf und nächtliche Wadenkrämpfe)
  3. REM-Schlaf-assoziierte Parasomnien (Albträume und Schlaflähmung)
  4. Unspezifische Parasomnien (Bruxismus/Zähneknirschen) und nächtliche paroxysmale Dystonie (nächtliches Drehen und Wenden) sowie Enuresis nocturna (unwillkürliches Wasserlassen in der Nacht)

Nachtschrecke, d. h. abrupte autonome Übererregungszustände aus dem Tiefschlaf, werden typischerweise mit posttraumatischen Belastungsstörungen und allgemeinen Angstzuständen in Verbindung gebracht. Die höchste Prävalenz liegt zwischen 3 und 7 Jahren.(16)

Beim Schlafwandeln kann ein Patient seine Träume nachspielen. Es hat eine hohe Lebenszeitprävalenz und tritt im Erwachsenenalter häufiger bei Männern als bei Frauen auf.(16)

Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist dem Schlafwandeln ähnlich. Es handelt sich um eine neurologische Erkrankung, bei der die Patienten über gewalttätiges/verletzendes Verhalten im Schlaf klagen. Es verursacht Schlafstörungen und eine erhöhte motorische Aktivität während des Träumens.(16) Es kann bis zu mehrmals pro Nacht oder nur selten, wie z.B. einmal alle drei Monate, auftreten. Zu den üblichen Verhaltensweisen gehören Armfuchteln, Schlagen und Treten sowie Lautäußerungen.(16)

Schlafstörungen in Verbindung mit sekundären Ursachen ( edit | edit source )

Die dritte Kategorie von Schlafstörungen ist auf psychische Erkrankungen (z. B. Psychosen, affektive Störungen, Angstzustände, Panik und Alkoholismus), neurologische Störungen (z. B. Demenz, Parkinson und zerebrale degenerative Störungen) und andere medizinische Erkrankungen (z. B. COPD, Asthma, gastroösophagealer Reflux und Fibromyalgie) zurückzuführen.(1)

Unbekannte Schlafstörungen ( edit | edit source )

Dazu gehören Kurzschläfer, Langschläfer, Nachtschweiß (Schlafhyperhidrose) und das Subvigilanzsyndrom. Diese Störungen werden in der Regel eher durch ein Auschlussverfahren als durch ein Einschlussverfahren diagnostiziert.(1)

Medikamente, die Schlafqualität und Schlafmenge beeinflussen ( edit | edit source )

Verschiedene Medikamente können sich erheblich auf die Qualität und Quantität des Schlafs auswirken. Dazu gehören:

Es gibt auch eine Reihe von Medikamenten, die zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt werden. Ihre Verwendung muss jedoch klinisch indiziert sein, da sie in nicht klinischen Populationen mehr negative als positive Auswirkungen haben können. Zu diesen Medikamenten gehören:

  • Anti-Parkinson-Medikamente wie Dopaminwirkstoffe
  • Benzodiazepine und Hypnotika
  • Melatonin-Rezeptor-Agonisten
  • Antikonvulsiva
  • Antinarkoleptika
  • Antidepressiva
  • Medikamente gegen Angststörungen
  • Orexin-Rezeptor-Antagonisten

Referenzen(edit | edit source)

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