Knochen ist ein stoffwechselaktives Bindegewebe, das sich ständig umbaut und repariert. Das Knochengewebe kann jedoch durch viele verschiedene Krankheiten beeinträchtigt werden. Auf dieser Seite werden einige klinisch relevante Knochenerkrankungen vorgestellt, die Sie in der klinischen Praxis sehen können. Um mehr über die Funktion und den Aufbau von Knochen zu erfahren, lesen Sie bitte: Knochen.
„Osteoporose ist eine Krankheit, die durch eine geringe Knochendichte, eine Verschlechterung des Knochengewebes, eine gestörte Knochenmikroarchitektur, eine beeinträchtigte Knochenfestigkeit und Knochenbrüche gekennzeichnet ist.“(1)
Osteoporose führt zu Frakturen, die zu Morbidität und Mortalität beitragen, und gilt als globales Gesundheitsproblem.(2) Doch trotz ihrer Bedeutung ist sie eine stille Krankheit, die nicht ausreichend diagnostiziert und behandelt wird.(1)(3)
Bei gesunden jungen Erwachsenen steht die Knochenbildung im Gleichgewicht mit der Knochenresorption.(1) Das Altern, bestimmte chronische Erkrankungen und Veränderungen der Hormone und biochemischen Belastungen (z.B. Glukokortikoide) können jedoch den Knochenumbau beschleunigen. Dies führt letztendlich zu einer Verringerung der Knochenmineraldichte, wobei die Spongiosa (trabekulärer Knochen) schneller betroffen ist als die Kortikalis.(1)
Wie in Tabelle 1 dargestellt, können verschiedene modifizierbare und nicht modifizierbare Risikofaktoren die Knochengesundheit beeinflussen.(4)
| Modifizierbare Risikofaktoren | Nicht modifizierbare Risikofaktoren |
|---|---|
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Primäre Osteoporose: Es gibt drei Arten von primärer Osteoporose: juvenile, postmenopausale (in Verbindung mit einem Östrogenmangel) und senile Osteoporose (d. h. > 70 Jahre).(2)
Sekundäre Osteoporose: Osteoporose, die durch eine Grunderkrankung verursacht wird, wie z. B. endokrine Störungen, chronische Nierenerkrankungen, rheumatoide Arthritis, chronische Entzündungen, Ausbleiben der Menstruation, neuromuskuläre Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Ernährungsstatus, Glukokortikoide, bestimmte Medikamente, ungünstige Lebensstilfaktoren, Malignome, genetische Erkrankungen usw.(2)(5)
Wie bereits erwähnt, kann Osteoporose eine stille Krankheit sein, bis eine Fragilitätsfraktur auftritt. Zu den klinischen Merkmalen gehören Rückenschmerzen, Haltungsänderungen und Abnahme der Körpergröße.(5)
Der Goldstandard für die Diagnostik der Osteoporose ist die Dual-Energie-Röntgenabsorptiometrie (DEXA).(3)
Diagnostische Kriterien: Osteoporose ist definiert als „Knochenmineraldichte (bone mineral density, BMD) an der Hüfte oder der Lendenwirbelsäule, die weniger als oder gleich 2,5 Standardabweichungen unter dem Mittelwert der BMD einer Referenzpopulation junger Erwachsener liegt (T-Score).“(1)
Das Fracture Risk Assessment Tool (FRAX®) ist ein Screening-Instrument mit länderspezifischen Algorithmen zur Abschätzung des 10-Jahres-Risikos einer Person für osteoporotische Frakturen. Dieses Berechnungsinstrument ist hier verfügbar.
Wenn Sie mehr über Screening- und Diagnoseempfehlungen erfahren möchten, lesen Sie bitte: Diagnostic Assessment Recommendations und Diagnostic Considerations in The clinician’s guide to prevention and treatment of osteoporosis(1)
Wenn Sie eine kurze Zusammenfassung der Pathologie, Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Osteoporose wünschen, sehen Sie sich bitte das folgende Video an:
Das Management der Osteoporose umfasst medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapien.
Um eine optimale Behandlung zu gewährleisten, muss die Ursache der Osteoporose (d. h. primär oder sekundär) ermittelt werden. Bei sekundärer Osteoporose muss die zugrunde liegende Ursache identifiziert und behandelt werden.(2)
Um mehr über den Zusammenhang zwischen Kalzium und Vitamin D(7) für die Knochengesundheit zu erfahren, lesen Sie bitte diesen optionalen Artikel.
Zu den Medikamenten, die zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt werden, gehören:(1)(7)
Die nichtmedikamentöse Therapie der Osteoporose konzentriert sich auf die folgenden Bereiche.
Körperliche Aktivität: Es ist wichtig, sich während des gesamten Lebens in angemessenem Umfang zu bewegen.(3)(9) Die körperliche Aktivität sollte (1) regelmäßige belastete Übungen (z. B. Gehen, Joggen, Tai Chi, Treppensteigen, Tanzen, Tennis), (2) Kräftigungs-/Widerstandsübungen (z. B. Kraft- und Widerstandstraining, Yoga, Pilates usw.) und (3) Übungen für das Gleichgewicht und zur Sturzprävention umfassen.(1)
Sturzprävention: hilft, das Risiko von Knochenbrüchen zu verringern. Maßnahmen zur Sturzprävention konzentrieren sich auf die Identifizierung und Behebung veränderbarer Risikofaktoren für Stürze (z. B. Polypharmazie, Hypotonie, Gang- oder Sehstörungen).(1) Übungen zur Sturzprävention umfassen Gleichgewichtsübungen und funktionelles Training.(10)
Richtige Ernährung: Sorgen Sie für eine ausreichende Kalziumzufuhr über die gesamte Lebensspanne(3) (z. B. fettarme Milchprodukte, Knochenfisch, Obst, Gemüse und angereicherte Lebensmittel)(1) und eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr (z. B. angereicherte Milch, Frühstücksflocken, Seefisch wie Lachs, Makrele und Thunfisch sowie Lebertran; einige Kalziumpräparate und viele Multivitamintabletten enthalten Vitamin D).(1)
Reduzierung veränderbarer Risikofaktoren: Betroffene sollten dazu angehalten werden, mit dem Rauchen aufzuhören und Alkoholmissbrauch zu vermeiden.(3)
Hochrisikogruppen sollten darüber hinaus einem Screening unterzogen werden.(1)(5)
Diese Interventionen werden hier ausführlicher besprochen: Universal Bone Health Recommendations in The clinician’s guide to prevention and treatment of osteoporosis.(1)
Die Royal Osteoporosis Society empfiehlt den „Strong, Steady, Straight“-Ansatz für körperliche Aktivität. Tabelle 2 fasst diesen Ansatz zusammen und konzentriert sich dabei auf Informationen, die für alle Menschen mit Osteoporose relevant sind. Die Informationen auf dieser Tabelle sind nicht für Personen gedacht, die bereits osteoporotische Wirbelfrakturen aufweisen oder Osteoporose haben und gleichzeitig frail sind. Die Tabelle im Original finden Sie hier. Denken Sie daran, dass jedes Bewegungsprogramm individuell auf die jeweilige Person zugeschnitten sein muss, je nach deren klinischem Bild, Risikoprofil und Fähigkeiten.
| Stark: körperliche Aktivität / Training, die die Knochenstärke fördert und Frakturen vorbeugt | Steady: Bewegung und körperliche Aktivität zur Verringerung von Stürzen | Straight: Modifizierung der körperlichen Aktivität und des Trainings, um das Risiko einer Wirbelkörperfraktur zu verringern, die Körperhaltung zu verbessern und die Symptome nach einer Wirbelkörperfraktur zu behandeln |
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Empfehlungen, die für alle Menschen mit Osteoporose relevant sind:
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Empfehlungen für alle Menschen mit Osteoporose (insbesondere für Menschen ab 65 Jahren oder mit Gleichgewichtsstörungen):
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Empfehlungen für alle Menschen mit Osteoporose:
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Empfehlungen für Menschen mit Osteoporose, aber OHNE Wirbelkörperfrakturen / multiplen Frakturen bei geringem Trauma:
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Empfehlungen für Menschen mit Osteoporose, bei denen es bereits zu Stürzen gekommen ist:
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Weitere Informationen für Menschen mit Osteoporose und Wirbelkörperfrakturen finden Sie unter: Strong, steady and straight: UK consensus statement on physical activity and exercise for osteoporosis und Royal Osteoporosis Society: Strong, Steady, Straight: Quick Guide Summary. Dieser Leitfaden enthält auch Ideen für Übungen.
Einen allgemeinen Übungsleitfaden für Menschen mit Osteoporose finden Sie unter: Healthy Bones Australia: Exercise and Bone Health.
Die folgenden Videos enthalten ebenfalls nützliche Informationen zu Bewegung für Menschen mit Osteoporose:
Osteomalazie ist eine „metabolische Knochenerkrankung, die durch eine unzureichende Mineralisierung des Knochengewebes gekennzeichnet ist“(14) und zu einer Erweichung der Knochen führt (bei Kindern als Rachitis bekannt).
Vier Mechanismen führen zu Osteomalazie:(15)
Die meisten Fälle werden mit Ernährungs- oder Lebensstilfaktoren in Verbindung gebracht, aber es kann auch genetische, renale, maligne und iatrogene Ursachen geben.(16)
Extrinsische Ursachen für Vitamin-D-Mangel sind eine unzureichende Zufuhr von Vitamin D über die Nahrung, wobei Vitamin D sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern den häufigsten Nährstoffmangel darstellt. Weitere extrinsische Faktoren sind verminderte Sonneneinstrahlung, das Tragen von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor, das Tragen von Kleidung, die den Körper vollständig bedeckt, und eine dunkle Hautpigmentierung.(15)
Zu den intrinsischen Ursachen eines Vitamin-D-Mangels zählen eine verminderte Vitamin-D-Produktion in der Haut, die mit dem Alterungsprozess einhergeht, sowie eine Vitamin-D-Malabsorption. Eine Malabsorption kann aufgrund von Erkrankungen wie Glutenenteropathie, Gastrektomie, Erkrankungen des Dünndarms, Resektion, Bypass usw. auftreten.(15)
Personen mit Osteomalazie können diffuse Schmerzen, Knochenschmerzen und Druckempfindlichkeit aufweisen. Sie können Fragilitätsfrakturen, Müdigkeit, Gewichtsverlust und proximale Muskelschwäche und -schwund entwickeln. Außerdem können Haltungsfehlstellungen und Krümmungen der Tibia und des Femurs auftreten. Weitere klinische Manifestationen sind Osteopenie, Neuropathien, erhöhte Sturzgefahr und Gangstörungen (z. B. watschelnder Gang).(5)(14)(15)
Das folgende optionale Video beschreibt Osteomalazie ausführlicher:
Wirbelkörperhämangiome sind die häufigsten gutartigen Tumoren der Wirbelsäule. Sie sind vaskulären Ursprungs und können zwar jeden betreffen, treten jedoch häufiger bei Erwachsenen im Alter von 40 bis 50 Jahren und bei Frauen auf.(18)
Sie können auf allen Ebenen der Wirbelsäule und in allen Teilen des Wirbelkörpers auftreten,(19) aber die am häufigsten betroffenen Wirbel sind L1, L4 und T12.(20)
Nur in wenigen Fällen verursachen Wirbelhämangiome Symptome – etwa 89–99 % sind asymptomatisch.(20) In 55 % der symptomatischen Fälle treten lediglich Schmerzen auf. In etwa 45 % der symptomatischen Fälle kann ein Wirbelhämangiom jedoch neurologische Ausfälle verursachen.(21)
Die avaskuläre Hüftkopfnekrose (oder Osteonekrose) „wird durch eine Unterbrechung der Blutversorgung des proximalen Femurs verursacht.“(22)
Die avaskuläre Hüftkopfnekrose kann nichttraumatisch oder traumatisch bedingt entstehen und tritt am häufigsten bei körperlich aktiven Menschen im Alter von 20-40 Jahren auf.(22) Zu den Symptomen gehören ein eingeschränktes Bewegungsausmaß der Hüfte und Schmerzen, die in die Leiste oder bis in das mediale Knie ausstrahlen können.
Zu den Risikofaktoren gehören Trauma, Fraktur oder Luxation, langfristige Steroideinnahme (Cortison-Langzeittherapie), Alkoholmissbrauch, Chemotherapie und immunsuppressive Medikamente, Nierenerkrankungen mit Dialyse und Sichelzellanämie.(5)(23)
Grundsätzlich können avaskuläre Nekrosen auch in anderen Teilen des Körpers auftreten. Sie betreffen in der Regel die Epiphysen der langen Röhrenknochen an den gewichtstragenden Gelenken. Häufige Stellen neben dem Femurkopf sind das Knie, der Talus und der Humeruskopf.(24) Die avaskuläre Nekrose kann letztlich zu einem subchondralen Kollaps führen, so dass eine frühzeitige Erkennung und eine angemessene Behandlung unerlässlich sind.(24)
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, finden Sie im folgenden Video eine ausführliche Diskussion über die Pathophysiologie und die Stadien der avaskulären Hüftkopfnekrose:
„Die Osteomyelitis ist eine entzündliche Erkrankung des Knochens, die sekundär zu einem infektiösen Prozess auftritt.“(26)
Sie wird durch eine Infektion mit pyogenen Organismen (z.B. Bakterien, Pilze, Mykobakterien), meist Staphylococcus aureus, verursacht und kann akut oder chronisch verlaufen.(27)
Zu den Ursachen gehören:(5)
Zu den Risikofaktoren gehören Diabetes, Rauchen, periphere Gefäßerkrankungen, schlecht heilende Wunden, ein kürzlich erlittenes Trauma, orthopädische Implantate, Hämodialyse, Immunsuppression, Sichelzellanämie, intravenöser Drogenkonsum und höheres Alter.(5)(26)
Personen mit Osteomyelitis können Symptome wie Schmerzen und/oder Druckempfindlichkeit im infizierten Bereich, Schwellungen und Überwärmung im infizierten Bereich, Fieber und eitriges Exsudat („Eiter“) aus dem infizierten Bereich aufweisen.(5)(26)
Bitte sehen Sie sich das folgende Video an, um eine detaillierte Erläuterung der Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung der Osteomyelitis zu erhalten: