Originaler Autor – Matt Huey
Top-Beitragende – Jess Bell, Matt Huey und Wanda van Niekerk
Eine lumbale Radikulopathie wird in der Regel durch die Kompression einer lumbalen Nervenwurzel verursacht, was zu Symptomen führt, die in die Beine ausstrahlen. Sie verursacht mindestens eines der folgenden Symptome: verminderte Kraft im zugehörigen Myotom, veränderte Sensibilität im Dermatom und/oder verminderte Reflexe.(1) Obwohl Schmerzen nicht Teil dieser Definition sind, berichten Menschen mit lumbaler Radikulopathie von verschiedenen Symptomen, darunter stechende, einschießende oder stromschlagartige Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln, usw. Diese Beschreibungen hängen von der Interpretation der Symptome durch den Patienten ab.
Die lumbale Radikulopathie ist „durch motorische, Reflex- und/oder sensible Veränderungen gekennzeichnet, wie radikuläre Schmerzen, Parästhesien oder Taubheitsgefühle in den unteren Extremitäten, die durch die Haltung und/oder Bewegung der Wirbelsäule hervorgerufen werden können. Während Radikulopathie und radikuläre Schmerzen häufig zusammen auftreten, kann die Radikulopathie auch ohne Schmerzen und umgekehrt auch radikuläre Schmerzen ohne Radikulopathie auftreten.“(2)
Eine lumbale Radikulopathie betrifft etwa 3-5% der Bevölkerung,(3)(4) und sie ist das häufigste Problem, das von Wirbelsäulenchirurgen untersucht wird.(5) Patienten können Rückenschmerzen zusammen mit einer Radikulopathie verspüren oder auch nicht, aber etwa 12–40 % der Menschen mit Rückenschmerzen leiden auch an Symptomen einer Radikulopathie.(6)
Die Hauptursache für eine lumbale Radikulopathie ist die Kompression der Nervenwurzel.(7) Im Allgemeinen wird angenommen, dass sie durch einen Bandscheibenvorfall bzw. eine Vorwölbung verursacht wird, die auf den Nerv drückt, aber es gibt eine Reihe möglicher Ursachen wie z.B.:(6)
Wenn Patienten radikuläre Symptome aufweisen, ist es unerlässlich, eine gründliche Untersuchung durchzuführen, um ein angemessenes Management zu gewährleisten und Red Flags auszuschließen. Wenn Red-Flag-Symptome festgestellt werden, ist es wichtig, den Patienten zu überweisen. Zu den Red Flags gehören:(9)
Weitere Informationen zu Red Flags finden Sie unter: Eine Einführung in Red Flags bei ernsthaften Pathologien.
Es ist immer wichtig, eine Körpertabelle auszufüllen, um festzuhalten, wo ein Patient Symptome hat und wo nicht. Auf diese Weise erhalten Sie ein klareres Bild von dem, was vor sich geht.(1)
Die Untersuchung von Patienten mit lumbaler Radikulopathie umfasst in der Regel folgende Punkte:
Es gibt Forschungsergebnisse, die darauf hindeuten, dass körperliche Tests für sich genommen eine „schlechte diagnostische Leistung“ haben, die sich jedoch verbessern kann, wenn die Tests kombiniert werden.(10) Bitte beachten Sie, dass Sie diese Tests als Test und Retest verwenden können, um Verbesserungen im Verlauf aufzuzeigen.
Da bei lumbalen Radikulopathien die Nervenwurzeln betroffen sind, kann es bei den Patienten zu einem Kraftverlust in den unteren Extremitäten kommen. Durch manuelle Muskeltests des Myotoms (die gesamte Gruppe von Muskeln, die von einem Spinalnerv innerviert werden) bzw. des Kennmuskels (der Muskel, der vorwiegend / am bedeutendsten durch einen einzelnen Spinalnerv innerviert wird) kann der Therapeut Erkenntnisse über das mögliche Ausmaß einer Läsion oder Kompression der Nervenwurzel gewinnen.
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Um Myotome zu testen:
| Nervenwurzel | Bewegung der unteren Extremität |
|---|---|
| L2 | Flexion der Hüfte |
| L3 | Extension des Knies |
| L4 | Dorsalextension des Sprunggelenks |
| L5 | Extension der Großzehe |
| S1 | Plantarflexion des Sprunggelenks |
| S2 | Flexion des Knies |
Denken Sie daran, dass manuelle Muskeltests je nach Größe und Kraft des Patienten und des Therapeuten unterschiedlich ausfallen können. Es kann hilfreich sein, einen Patienten zu fragen, ob er das Gefühl hat, auf beiden Seiten gleich stark zu sein, nachdem Sie den Test durchgeführt haben. Ein Patient kann einen guten Testwert erzielen, aber angeben, dass sich eine Seite nicht so stark anfühlt wie die andere.
Das folgende Video zeigt Tests sowohl für zervikale als auch lumbale Myotome. Wenn Sie nur die lumbalen Tests sehen möchten, schauen Sie bitte ab Minute 7:22 im Video.
Bei Patienten mit lumbaler Radikulopathie kann es zu einer veränderten Empfindung in den unteren Extremitäten kommen. Häufige Beschwerden bei lumbaler Radikulopathie sind Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Stechen in den Beinen entlang eines dermatomalen Musters. Patienten können auch angeben, dass sie „seltsame“ Empfindungen in ihren unteren Extremitäten verspüren, wie z. B. Druckempfindlichkeit, oder dass „es sich nicht richtig anfühlt“.
Um festzustellen, ob die Sensibilität verändert ist, kann die leichte Berührung getestet werden:
| Dermatom | Bereich |
|---|---|
| L1 | Trochanter major |
| L2 | Anteriorer Oberschenkel bis zum Knie |
| L3 | Anteriorer Oberschenkel und Knie, medialer Unterschenkel |
| L4 | Lateraler Oberschenkel, medialer Unterschenkel, Fußrücken, Großzehe |
| L5 | Posteriorer und lateraler Oberschenkel, lateraler Unterschenkel, Fußrücken, mediale Hälfte der Fußsohle, Zehen 1-3 |
| S1 | Posteriorer Oberschenkel |
Auch wenn die Reflexe bei einer lumbalen Radikulopathie nicht unbedingt verändert sein müssen, kann die Prüfung der Sehnenreflexe nützlich sein. Wenn die Nervenwurzel beeinträchtigt ist, kann der Patient verminderte Reflexe aufweisen. Bei Patienten mit einer lumbalen Radikulopathie werden in der Regel der Patellarsehnen- und der Achillessehnenreflex getestet. Der Test wird wie folgt durchgeführt:
| Reflex | Innervation | Segmentale Zuordnung | Zu testender Bereich | Erwartete Antwort |
|---|---|---|---|---|
| Patellarsehnenreflex (PSR) | N. femoralis | L2-L4 | Patellarsehne | Extension des Knies |
| Achillessehnenreflex (ASR) | N. tibialis | S1-2 | Achillessehne | Kontraktion des M. triceps surae / Plantarflexion im Sprunggelenk |
Bitte sehen Sie sich das folgende Video an, um eine Demonstration der Prüfung der Reflexe zu sehen:
Neurodynamische Tests dienen zur Beurteilung der Nervensensibilität und zur Untersuchung auf mögliche Einklemmungen. Der SLR-Test (Straight Leg Raise) ist neben dem Slump-Test einer der am häufigsten angewandten Tests. Sowohl SLR- als auch Slump-Test beurteilen den N. ischiadicus (L4-S1). Der Test des N. femoralis kann zur Untersuchung des N. femoralis (L2-L4) eingesetzt werden. Ein Test gilt als positiv, wenn er die Symptome des Patienten reproduziert.
Der Patient liegt auf dem Rücken und beide Beine sind ausgestreckt.
Der Untersucher beginnt mit der schmerzfreien Seite und hebt das Bein des Patienten passiv an, wobei das Knie gestreckt und das Sprunggelenk in Neutralstellung gehalten wird. Der Untersucher wiederholt den Test dann auf der schmerzhaften Seite. Ein positives Ergebnis ist die Reproduktion der Symptome zwischen 30 und 70 Grad Flexion. Durch Hinzufügen einer Dorsalextension am Ende der Bewegung (Bragard-Zeichen) kann das neurale Gewebe zusätzlich belastet werden.
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Das folgende Video zeigt Ihnen eine Demonstration des SLR-Tests:
Der Patient befindet sich in einer sitzenden Position. Der Patient wird gebeten, die Hände hinter dem Rücken zu verschränken, die Wirbelsäule zu runden (zusammensinken) und das Kinn zur Brust zu bringen. Es kann ein Überdruck ausgeübt werden. Der Patient streckt sein schmerzfreies Knie maximal aus. Dann wird das Sprunggelenk in Dorsalextension bewegt. Die Reaktion auf die Symptome wird erfasst. Der Patient kommt dann aus der zervikalen Flexion heraus und jede Veränderung der Symptome wird notiert. Diese Sequenz wird dann auf der schmerzhaften Seite wiederholt. Dieser Test kann auch mit beiden Beinen gleichzeitig durchgeführt werden.(15)
Bitte sehen Sie sich das folgende Video an, wenn Sie eine Demonstration des Slump-Tests sehen möchten:
Für den Test des N. femoralis (auch PKB-Test, „Prone Knee Bend“ genannt) liegt der Patient in Bauchlage und beide Beine sind gestreckt. Das schmerzfreie Knie wird passiv bis zum Ende des Bewegungsausmaßes gebeugt. Diese Bewegung wird dann auf der schmerzhaften Seite wiederholt. Ein positives Ergebnis ist die Reproduktion der Symptome des Patienten. Es ist möglich, die Hüfte in Extension zu bringen, um das neurale Gewebe weiter zu belasten.(17) Dieser Test kann auch in Seitenlage durchgeführt werden.(18)
Die folgenden Videos zeigen, wie der Test des N. femoralis in Bauchlage und in Seitenlage durchgeführt wird:
Die Durchführung von wiederholten Bewegungen ist ein Kennzeichen der Mechanischen Diagnose und Therapie (MDT oder McKenzie-Methode). Das Ziel wiederholter Bewegungen besteht darin, festzustellen, ob ein Patient in der Lage ist, seine radikulären Symptome zu zentralisieren. Es gibt Evidenz dafür, dass die Verwendung wiederholter Bewegungen bei der Untersuchung von Patienten mit Kreuz- und Beinschmerzen nützlich sein kann.(21) Wiederholte Bewegungen können auch dann nützlich sein, wenn ein Patient nur Symptome in den unteren Extremitäten hat.(22)
Beim Testen wiederholter Bewegungen müssen mehrere Dinge beachtet werden:
Die Durchführung dieser Tests kann Kliniker bei der Diagnose einer lumbalen Radikulopathie unterstützen und ernsthafte Pathologien und andere Ursachen für radikuläre Symptome, die nicht mit der Wirbelsäule zusammenhängen, ausschließen. Diese Tests können auch dazu verwendet werden, um Verbesserungen im Laufe der Zeit nachzuweisen.