Krepitationen im Kniegelenk sind gekennzeichnet durch knirschende Geräusche mit einer palpablen Vibration, die auf einen Knorpelschaden im patellofemoralen Gelenk hinweisen können. (1)(2). Diese Geräusche werden in der Regel mit zunehmender Schädigung lauter.(3). Diese Empfindung ist typischerweise das erste Anzeichen für patellofemorale Schmerzen.(2)
Krepitationen im Kniegelenk sind sehr häufig, und 99 % aller Knie geben eine Art physiologisches Geräusch von sich.(4) Geräusche im Knie können belastend sein und aufgrund von Katastrophisierung und der Überzeugung, dass die Geräusche dem Gelenk schädigen, zu Angst-Vermeidungsverhalten führen.(5)(6). Krepitationen im Knie sind ein wenig erforschtes Gebiet, aber neuere Studien haben gezeigt, dass die Mehrheit der Kniegeräusche eher physiologisch als pathologisch ist(2)(7)(8)(9)(4)
Krepitationen (auch Crepitatio, Crepitus) können in pathologische und physiologische Geräusche unterteilt werden.
Pathologische Geräusche sind in der Regel auf ein bestimmtes Ereignis oder eine Verletzung zurückzuführen, wie z. B. ein knallendes oder knackendes Geräusch bei einer VKB-Verletzung oder einem Meniskusriss, das an einem bestimmten Punkt im Bewegungszyklus des Knies auftritt. Degenerative Veränderungen, pathologische Plica, patellofemorale Instabilität, pathologisches, schnappendes Knie und postoperative Krepitation sind allesamt mögliche Ursachen für pathologisches Krepitieren.(10) Patienten, bei denen eine pathologische Krepitation auftritt, haben normalerweise zusätzliche Symptome wie Schmerzen, Schwellungen, Gelenkergüsse usw. Durch die Behandlung der ursprünglichen Verletzung sollten sowohl die Krepitation als auch die zusätzlichen Symptome hoffentlich behoben werden. (10)
Physiologische Geräusche des Knies sind viel häufiger als pathologische Geräusche. McCoy hat 1990 mit Hilfe der Vibrationsarthrographie Geräusche in den Knien von Teilnehmern gemessen und festgestellt, dass 99 % der Knie irgend eine Art von Geräusch verursachen.(4) Personen, die physiologische Krepitationen im Kniegelenk haben, können ihre Kniegeräusche oft nicht genau beschreiben und haben kein spezifisches Trauma, das mit ihren Geräuschen zusammenhängt.
Diese Geräusche werden als physiologisch eingestuft, da sie nicht mit Schmerzen oder der Funktion zusammenhängen, sondern einfach nur ein Geräusch sind.(2) (7)(10) Personen mit Krepitationen im Kniegelenk empfinden die Geräusche oft als beunruhigend und besorgniserregend und sind beruhigt, wenn sie wissen, dass das Geräusch nicht mit einer Krankheit zusammenhängt.(5)
Die genaue Ursache von Krepitationen ist noch unbekannt, aber es gibt einige Theorien darüber, woher das Geräusch stammt.
Das laute, fein knirschende oder reibende Geräusch eines normalen patellofemoralen Gelenks ist eine häufige Form der Krepitation im Knie. Eine neue Theorie über die Ursache dieses Geräusches besagt, dass das „Stick-Slip-Phänomen“ im Knie auftritt. Stick-Slip ist das Ergebnis von Reibung, wenn sich zwei Oberflächen aufeinander bewegen.(12) . Der retropatellare Knorpel kann eine unebene Oberfläche haben, was als Chondromalacia patellae bekannt ist, und als solche könnte die ruckartige Bewegung der Patella auf dem Femur die Ursache für das Geräusch sein.(11)
| Geräusch | Merkmale | Mögliche Ursache |
| Knall bzw. Knacken | Zu hören bei einem Trauma/einer Verletzung | Mögliche VKB-/Meniskusverletzung |
| Klickend | Ein einzelnes Geräusch an einem bestimmten Punkt des Flexions-Extensions-Zyklus des Knies | Möglicher Meniskusschaden/-riss |
| Klackern | Ein einzelnes Geräusch an einem bestimmten Punkt des Flexions-Extensions-Zyklus des Knies | Reposition der Patella in der Trochlearinne des Femurs |
| Knarren | Klingt wie eine knarrende Tür | Häufig bei arthrotischen Knien |
| Knacken/Knallen | Spontan oder bei Manipulation | Ansammlung und Zerplatzen von Gasblasen im Synovialgelenk
Tribonukleation |
| Schnappen | Ein einzelnes Geräusch an einem bestimmten Punkt des Flexions-Extensions-Zyklus des Knies | Schnappen der Sehne über einem knöchernen Vorsprung
(normalerweise die Bizeps-Femoris-Sehne am lateralen Knie) Normalerweise physiologisch |
| Feines, reibendes oder knirschendes Geräusch, oft recht laut | Kann während der gesamten Flexion/Extension des Knies auftreten, kommt und geht, die Lautstärke des Geräuschs kann variieren | Kommt bei asymptomatischen und symptomatischen Personen vor
Höhere Inzidenz bei Menschen mit patellofemoralem Schmerz und patellofemoraler Arthrose Verschiedene Theorien über die Quelle des Geräuschs |
In jüngster Zeit wurden Forschungen zu Krepitationen im Kniegelenk und dem Zusammenhang mit Schmerzen und Dysfunktion durchgeführt. De Oliveira et al (2018) (8) untersuchten 165 Frauen mit patellofemoralen Schmerzen und 158 schmerzfreie Probanden. Sie untersuchten die Teilnehmerinnen auf das Vorliegen von Krepitationen, vorderen Knieschmerzen sowie Knieschmerzen nach 10 Kniebeugen und dem Steigen von 10 Stufen. Ihre Ergebnisse zeigten, dass die Inzidenz von Krepitationen bei Frauen mit patellofemoralen Schmerzen zwar häufiger ist (68 % der Teilnehmerinnen mit patellofemoralen Schmerzen hatten Krepitationen und nur 33 % der asymptomatischen Teilnehmerinnen hatten Krepitationen), dass aber kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Krepitationen und der selbstberichteten Funktion, dem Grad der körperlichen Aktivität, dem schlimmsten Schmerzniveau im letzten Monat, den Schmerzen beim Treppensteigen oder den Schmerzen beim Hocken bestand.
Eine andere Studie von de Oliviera et al. aus dem Jahr 2018(9) untersuchte die Bedeutung der Krepitationen im Kniegelenk für die klinische Präsentation von Frauen mit und ohne patellofemoralen Schmerzen. Sie stellten auch hier fest, dass die Prävalenz von Krepitationen bei Frauen mit patellofemoralen Schmerzen mit 50,7 % höher war, während nur 33,3 % der asymptomatischen Frauen Krepitationen aufwiesen. Die Ergebnisse zeigten Folgendes:
Eine wichtige Erkenntnis aus dieser Studie ist, dass Krepitationen allein nachweislich keinen signifikanten Einfluss auf die Kraft oder die körperliche Funktion haben und bei Personen ohne Schmerzen häufig auftreten.
Bei Personen mit Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) tritt häufig ein Krepitieren auf.(13) Die Forschung hat gezeigt, dass Krepitationen ein Indikator für strukturelle Veränderungen und die Entwicklung von Arthrose sein können.(14)
Eine 2018 von Pazzinatto et al. durchgeführte Studie(15) untersuchte die klinische Bedeutung von Krepitationen bei Personen mit Kniegelenksarthrose. Sie fanden heraus, dass Personen mit Kniegelenksarthrose und Krepitationen im Vergleich zu Personen mit Arthrose aber ohne Krepitationen im Kniegelenk eine geringere selbstberichtete Funktion aufwiesen. Bei der objektiven Funktion (Kraft und Leistung des Knies) gab es jedoch keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Krepitationen bei Personen mit Arthrose keinen Einfluss auf die Kraft, die objektive Funktion und die Schmerzen am Kniegelenk haben.
Aufgrund der Überzeugungen und Ängste der Patienten in Bezug auf die Geräusche können sich die Krepitationen jedoch negativ auf ihre gesundheitsbezogene Wahrnehmung auswirken.
Eine von Roberston et al. im Jahr 2017 durchgeführte qualitative Studie untersuchte die Überzeugungen der Menschen über Krepitationen und dessen Einfluss auf ihr Verhalten. In dieser Studie wurden drei Hauptthemen identifiziert:
Die Studienteilnehmer gaben an, dass es für sie sehr wichtig war zu wissen, was das Geräusch bedeutet und woher es kommt. Die meisten hatten versucht, den Ursprung des Geräuschs durch Googeln und Nachfragen bei ihrem Arzt herauszufinden, aber sie hatten keine Antworten gefunden. Einige glaubten, es sei ein Zeichen des Alterns und dass die Gelenke, die Knochen aufeinander reiben würden. Im Allgemeinen waren die Emotionen im Zusammenhang mit dem Ursprung des Geräuschs sehr negativ, was hauptsächlich darauf zurückzuführen war, dass sie nicht verstanden, woher das Geräusch kam.
Die meisten Teilnehmer schilderten, dass die Kommentare von Freunden und Familie zu ihren Kniegeräuschen ihre Sorgen noch verstärkten. Die Körpersprache und der Gesichtsausdruck von Familie und Freunden, z. B. das Zusammenzucken, wenn sie das Knie hörten, trugen ebenfalls zu den negativen Emotionen im Zusammenhang mit den Krepitationen im Knie bei.
Die Studienteilnehmer berichteten über ihre Unzufriedenheit mit dem medizinischen Fachpersonal, wenn es um Krepitationen ging, und gaben an, dass sie oft das Gefühl hatten, dass die Kniegeräusche nicht beachtet wurden. Einige hatten sogar das Gefühl, dass das medizinische Fachpersonal nicht einmal wusste, was es war. Dies führte wiederum zu einer erhöhten Unzufriedenheit. Die Teilnehmer, die ihre Krepitationen besprechen konnten, berichteten von einer wesentlich positiveren Einstellung zum Kniegeräusch.
Da die meisten Teilnehmer glaubten, dass das Geräusch in ihrem Knie gefährlich oder schädlich für das Gelenk sei, änderten einige ihre Bewegungen, um das Geräusch zu vermeiden. Sie vermieden auch Aktivitäten, von denen sie wussten, dass sie Krepitationen verursachen würden.
Diese Studie zeigt, dass die Edukation bzw. Aufklärung der Patienten durch das Gesundheitspersonal über Krepitationen im Kniegelenk äußerst wichtig ist. Die Patienten müssen verstehen, was das Geräusch ist und woher es kommt.
Bei Patienten, bei denen das Krepitieren auf eine Erkrankung zurückzuführen ist, z. B. ein spezifisches Klicken, das auf einen Meniskusriss hinweist, ist das Management der pathologischen Ursache das beste Vorgehen. Die Versorgung der Pathologie kann auch das Geräusch beseitigen.
Bei der Mehrheit der Patienten sind Krepitationen im Kniegelenk physiologisch und nicht mit der Pathologie als solcher verbunden. Diese Patienten müssen über die Ursache der Krepitationen aufgeklärt werden und darüber, dass das Krepitieren nicht schädlich ist und keinen ursächlichen Zusammenhang mit der Entwicklung einer Kniegelenksarthrose hat.