Originale Autorin – Bridget Ward
Top-Beitragende – Bridget Ward, Robin Tacchetti, Admin, Jess Bell, Kim Jackson und Vidya Acharya
Lorimer Moseley und David Butler haben ein revolutionäres, auf Patienten zugeschnittenes Buch mit dem Titel „Schmerzen verstehen“ (Explain Pain – EP) verfasst, um Menschen zu helfen, die Ursachen ihrer Schmerzen zu verstehen und zu bewältigen.(1)(2) Das Gesamtkonzept dieses Buches besteht darin, dass die Schmerzerfahrung im Gehirn konstruiert wird, dass sie individuell ist und dass sie verändert werden kann.(3) Ein spezielles Tool, das in „Schmerzen verstehen“ vorgestellt wird, ist das Protectometer, eine imaginäre innere Skala, die Gefahren auf der einen und Sicherheit auf der anderen Seite abwägt. Wenn der Körper eine Gefahr spürt, geht er in einen Schutzmodus über, der sich auf viele verschiedene Arten äußern kann, z. B. durch Muskelverspannungen, Schmerzen, Müdigkeit, Angst usw.(4)
Das Protectometer verwendet die Konzepte der DIMs (‚Danger in Me‘) und SIMs (‚Safety in Me‘), um zu verstehen, warum wir Schmerzen empfinden.(1)(2) DIMs („Was empfinde ich als Bedrohung?“) sind Dinge, die das Gehirn als glaubwürdige Anzeichen für „Gefahr in mir“ deuten könnte. Das können sein: Dinge, die wir hören, sehen, riechen, berühren, schmecken; Dinge, die wir tun; Dinge, die wir sagen; Dinge, die wir denken und an die wir glauben; Orte (Umgebung), wo wir uns befinden oder wohin wir gehen; Menschen die wir treffen oder die uns umgeben; und Dinge, die in unserem Körper passieren.(1) SIMs hingegen („Was gibt mir Sicherheit?“) sind Dinge, die das Gehirn als glaubwürdige Anzeichen für „Sicherheit in mir“ interpretieren könnte. Sie können zu denselben Kategorien gehören wie die oben genannten.(1) Moseley und Butler schlagen vor, dass „Schmerzen entstehen, wenn das subjektive Gefühl der Bedrohung größer ist als das subjektive Gefühl, in Sicherheit zu sein.“(1) Das übergeordnete Ziel des Selbstmanagements von Schmerzen besteht darin, DIMs wirksam zu verringern und SIMs zu erhöhen.(3) Moseley und Butler beschreiben ihr Buch und das Konzept von DIMs und SIMs in dem folgenden Video:
Moseley und Butler stellen die Hypothese auf, dass DIMs und SIMs durch „Neurotags“ im Gehirn repräsentiert werden, d. h. durch Gruppen von neuronalen Netzwerken, die Outputs des Gehirns, einschließlich Schmerzen, hervorrufen.(5) Dies basiert in gewisser Weise auf der Neuromatrix-Theorie von Melzack.(6) Moseley und Butler schlagen vor, dass diese Neurotags mit Hilfe des EP-Ansatzes („Schmerzen-Verstehen“) modifiziert werden können, um die Schmerzwahrnehmung zu verändern.(7)
Es gibt immer mehr Evidenz dafür, dass der EP-Ansatz, der die Verwendung des Protectometers und die Konzepte der DIMS und SIMs umfasst, Schmerzen und empfundene Beeinträchtigungen bei Menschen mit chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats wirksam reduziert.(8)(9)(10) Derzeit laufen Forschungsarbeiten, in denen der EP-Ansatz sowohl allein als auch als Teil eines multimodalen Behandlungsansatzes untersucht wird.