Originaler Autor – Tyler Shultz
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Das Sternoklavikulargelenk (SCG, Art. sternoclavicularis) wird durch die Verbindung der medialen Seite des Schlüsselbeins (Clavicula) mit dem Manubrium des Brustbeins (Sternum) gebildet. Das SCG ist das einzige echte Gelenk, das die oberen Extremitäten mit dem axialen Skelett verbindet.(1) Es ist eines der vier Gelenke, aus denen der Schulterkomplex besteht. Das SCG wird im Allgemeinen als flaches Synovialgelenk eingeordnet und verfügt über eine Gelenkscheibe aus Faserknorpel (Discus articularis).(2) Die Bänder dieses Gelenks sind sehr stark, wodurch es bei einem Trauma häufig bereits zu einer Fraktur der Clavicula kommt, noch bevor eine Luxation des Gelenks stattfindet.(3)
Das SCG wird durch drei knöcherne Elemente gebildet:(4)
Die Gelenkkapsel des SCG ist ziemlich kräftig, wird aber größtenteils von den Bändern gestützt.
Eine interartikuläre Faserknorpelscheibe (Discus articularis) trennt das Gelenk in zwei Kompartimente.(4)(5) Das erste Kompartiment liegt zwischen dem Manubrium und dem Discus und das zweite liegt zwischen dem Discus und der Clavicula.
Das SCG ist erstaunlich inkongruent. Der Discus articularis dient deshalb dazu, die Gelenkkrümmung und den Kontakt der Gelenkflächen zu verbessern. Ähnlich wie der Meniskus des Knies erhöht der Discus die Kongruenz des Gelenks und wirkt als Stoßdämpfer für Kräfte, die entlang der Clavicula übertragen werden können. Der Discus ist am superioren posterioren Rand der Clavicula und am Knorpel der ersten Rippe befestigt, wodurch eine mediale Verlagerung der Clavicula verhindert werden soll. Zwischen dem Discus und der Clavicula ist die Bewegung größer als zwischen dem Discus und dem Manubrium.(2)(6)
| BAND | BESCHREIBUNG | ANSÄTZE | FUNKTION |
|---|---|---|---|
| Lig. sternoclaviculare anterius(6)(2) | Breites faseriges Band, das die anteriore Oberfläche des SCGs bedeckt und schräg von der proximalen Clavicula zum Sternum nach unten und medial verläuft | Anterosuperiorer Anteil des sternalen Endes (Extremitas sternalis) der Clavicula bis zum anterosuperioren Anteil des Manubriums |
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| Lig. sternoclaviculare posterius(6)(2) | Breites faseries Band, das die posteriore Oberfläche des SCGs bedeckt. Schwächer als das Lig. sternoclaviculare anterius | Posterosuperiorer Anteil des sternalen Endes der Clavicula bis zum posterosuperioren Anteil des Manubriums |
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| Lig. costoclaviculare(6)(2) | Von der unteren Fläche des sternalen Endes der Clavicula bis zum knorpeligen Anteil der ersten Rippe; Durch seine Ausrichtung kann dieses Band als primäre Sicherung für das SCG dienen | Lamina anterior: lateral von der ersten Rippe bis zur Clavicula; Lamina posterior: medial von der ersten Rippe bis zur Clavicula |
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| Lig. interclaviculare(6)(2) | Verbindet die sternalen Enden beider Claviculae mit den Kapselbändern und dem oberen Manubrium Erzeugt eine bilaterale Depressionskraft | Sternales Ende einer Clavicula zum sternalen Ende der kontralateralen Clavicula |
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Es gibt keine Muskeln, die direkt auf das SCG wirken. Die Bewegungen des SCGs ahmen jedoch die reziproken Bewegungen des Scapula nach. Darüber hinaus haben folgende Muskeln eine Verbindung zur Clavicula und können daher eine Bewegung derselben bewirken:
Das SCG hat drei Bewegungsgrade:(7)
Bei der Elevation rotiert die Clavicula am Manubrium nach superior und gleitet nach inferior, um den Gelenkkontakt aufrechtzuerhalten. Bei der Depression finden die umgekehrten Bewegungen statt. Die Bewegungen sind in der Regel mit der Elevation und Depression der Scapula verbunden.(8) Man geht von einer Elevation von 45 Grad und einer Depression von 10 Grad aus.(9)
Die Elevation wird durch die Spannung des Lig. costoclaviculare und des M. subclavius begrenzt. Die Depression wird durch das Lig. sternoclaviculare superius, das Lig. interclaviculare und durch den knöchernen Kontakt mit der ersten Rippe begrenzt.(4)
| Elevation (0-45 Grad) | Depression (0-10 Grad) | ||
|---|---|---|---|
| Muskeln | Innervation | Muskeln | Innervation |
| M. levator scapulae | N. dorsalis scapulae (C5) Nn. cervicales (C3-C4) |
M. pectoralis minor | N. pectoralis medialis (C8-T1) |
| M. trapezius, pars descendens (Oberer Trapezius) |
N. accessorius (XI. Hirnnerv) Nn. cervicales (C3-C4) |
M. trapezius, pars ascendens (Unterer Trapezius) | N. accessorius (XI. Hirnnerv) Nn. cervicales (C3-C4) |
| N. dorsalis scapulae (C4-C5) | M. serratus anterior – inferiore Anteile | N. thoracicus longus (C5-C6-C7) | |
Bei der Protraktion bewegt sich die konkave Oberfläche der medialen Clavicula auf dem konvexen Sternum, wodurch die Clavicula anterior gleitet und die laterale Clavicula anterior rotiert. Bei der Retraktion bewegt sich die mediale Clavicula auf einer flachen Oberfläche und kippt, wodurch ein anterolaterales Klaffen („gapping“) entsteht und eine posteriore Rotation am lateralen Ende. Diese Bewegungen sind in der Regel mit einer Abduktion (Protraktion) und Adduktion (Retraktion) der Scapula gekoppelt, da die Scapula mit dem distalen Ende der Clavicula über das Akromioklavikulargelenk (ACG) verbunden ist.(10)(2)
Die anteriore Bewegung wird durch die Spannung im Lig. costoclavicularis und des Lig. sternoclaviculare anterius et posterius begrenzt. Die posteriore Bewegung wird durch die Spannung des Lig. sternoclaviculare anterius et posterius begrenzt.(4)
| Protraktion 0° – 15° / 30° | Retraktion 0° – 15° / 30° | ||
|---|---|---|---|
| Muskeln | Innervation | Muskeln | Innervation |
| M. pectoralis minor | N. pectoralis medialis (C8-T1) | M. trapezius, pars transversa (Mittlerer Trapezius) | N. accessorius (XI. Hirnnerv) Nn. cervicales (C3-C4) |
| M. serratus anterior | N. thoracicus longus (C5-C6-C7) | M. latissimus dorsi | N. thoracodorsalis (C6 – C8) |
| N. dorsalis scapulae (C4-C5) | |||
Beim Anheben des Arms über den Kopf (Flexion der Schulter) rotiert die Clavicula passiv mit, während die Scapula um etwa 40–50 Grad rotiert.(9) Diese Rotation wird durch das Lig. costoclaviculare von der Scapula auf die Clavicula übertragen. Diese Bewegung wird durch die relative Lockerheit der Bänder in dieser Position ermöglicht.(4)
| Axiale Rotation mit Elevation des Glenoids 0° – 40° / 50° | Axiale Rotation mit Depression des Glenoids 0° – 40° / 50° | ||
|---|---|---|---|
| Muskeln | Innervation | Muskeln | Innervation |
| M. trapezius, pars descendens (Oberer Trapezius) | N. suprascapularis (C5-C6) | M. levator scapulae | N. dorsalis scapulae (C5) Nn. cervicales (C3-C4) |
| M. trapezius, pars ascendens (Unterer Trapezius) |
N. axillaris (C5-C6) | M. latissimus dorsi | N. thoracodorsalis (C6 – C8) |
| M. serratus anterior – inferiore Anteile | N. thoracicus longus (C5-C6-C7) | M. pectoralis minor | N. pectoralis medialis (C8-T1) |
| N. dorsalis scapulae (C4-C5) | |||