Peabody Developmental Motor Scale (PDMS-2)

Originale AutorinWanda van Niekerk

Top-BeitragendeWanda van Niekerk, Jess Bell, Kim Jackson, Mariam Hashem und Robin Tacchetti

Einleitung(edit | edit source)

Cp child sit balance.jpg

Das PDMS (Peabody Developmental Motor Scales) wurde erstmals 1983 von Rhonda Folio und Rebecca Fewell entwickelt und veröffentlicht.(1) Eine zweite Auflage wurde im Jahr 2000 von denselben Autoren veröffentlicht (PDMS-2)(2) und stellt eine genauere, umfassendere und vollständigere Beurteilung der motorischen Leistung dar.(3)

Vorteile des PDMS-2 ( edit | edit source )

  • Das PDMS-2 ist ein hervorragendes Instrument zur Beurteilung der motorischen Entwicklung von Kleinkindern, da es separate Tests und Bewertungsskalen sowohl für die Grob- als auch für die Feinmotorik bietet.(4)
  • Die Standardisierung der Testbatterie wurde mit insgesamt 2003 Kindern in den USA und Kanada durchgeführt; es war die erste Batterie, die auf nationaler Ebene standardisiert wurde.(2)(4)
  • Es ist das einzige Instrument seiner Art, das die Beurteilung mit der geplanten Intervention verbindet. Es enthält ein geplantes Programm von 104 motorischen Lehr- und Therapieaktivitäten.(2)(4)
  • Diese Aktivitäten sind auf die Entwicklung des Kindes abgestimmt. Das Programm kann die Entwicklung der Fertigkeiten eines Kindes unterstützen, sofern die Beurteilung der Fertigkeiten eines Kindes auf der Grundlage der Testbatterie abgeschlossen ist.(4)

Anwendung des PDMS-2 ( edit | edit source )

Das PDMS-2 wurde entwickelt, um Entwicklungsverzögerungen bei Kindern zu erkennen. Es kann in verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Settings eingesetzt werden, um bestimmte Ziele zu erreichen. Dazu können gehören:(2)(5)(6)

  • die Beurteilung der motorischen Kompetenz eines Kindes im Vergleich zu Gleichaltrigen
    • z. B. in einem klinischen Umfeld, in dem Kinder mit verschiedenen Diagnosen und einem breiten Spektrum an neuromuskulären Beeinträchtigungen befundet und therapiert werden können
  • die Erkennung von Verzögerungen oder Störungen in der Entwicklung
    • z. B. in einem Schul-/Vorschulumfeld, um Kinder mit Entwicklungsverzögerungen sowie deren Stärken und Schwächen zu erkennen
  • die Bewertung der Fortschritte eines Kindes
    • dieser Test wurde entwickelt, um Stärken und Schwächen in der motorischen Entwicklung eines Kindes zu ermitteln
    • die Durchführung des Tests vor und nach einer physiotherapeutischen Intervention ist eine gute Möglichkeit, die Fortschritte des Kindes zu dokumentieren und die Wirksamkeit der Intervention zu messen
  • Forschungszwecke
    • das PDMS-2 ist der Goldstandard und wird in der Forschung und in der Literatur häufig zur Beurteilung der motorischen Entwicklung verschiedener Kinderpopulationen verwendet
  • die Nutzung spezifischer Defizite in den Fertigkeiten zur Entwicklung individueller Ziele
    • dies hilft bei der Festlegung von Behandlungszielen und eines Behandlungsplans, der auf den Stärken und Schwächen des Kindes in der motorischen Entwicklung basiert

Erforderliche personelle Qualifikation ( edit | edit source )

Eine Reihe von medizinischen Fachkräften kann das PDMS-2 durchführen, darunter:

  • Physiotherapeuten
  • Ergotherapeuten
  • Psychologen
  • Ärzte
  • Sportlehrer

Sie müssen keinen speziellen Kurs absolvieren oder sich akkreditieren lassen, um das PDMS-2 verwenden zu können, aber es ist von Vorteil, wenn Sie über gute Kenntnisse der kindlichen Entwicklungsphasen (einschließlich typischer und atypischer Entwicklung) verfügen.(5) Es wird außerdem empfohlen, dass Sie in folgenden Bereichen umfassende Kenntnisse haben sollten:(7)

  • Teststatistiken
  • das allgemeine Verfahren der Testdurchführung
  • die Auswertung und Interpretation des Ergebnisses
  • spezifische Informationen über die Testung grob- und feinmotorischer Fertigkeiten
  • die Entwicklung von Kindern, die nicht die gleichen Fortschritte machen wie ihre Altersgenossen

Reliabilität und Validität des PDMS-2 ( edit | edit source )

Das PDMS-2 hat sich in verschiedenen pädiatrischen Bevölkerungsgruppen als zuverlässiges und valides Messinstrument erwiesen, z. B bei:

  • Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung(8)
  • Kindern mit Zerebralparese(9)
  • Kindern und Säuglingen, die zu früh geboren wurden(10)(11)
  • Kindern, die aufgrund verschiedener Diagnosen Physiotherapie erhalten(12)(13)

Zielgruppe ( edit | edit source )

Das PDMS-2 kann für Kinder von der Geburt bis zum Alter von 5 Jahren (60 Monaten) verwendet werden.(2)

PDMS-2 Toolkit ( edit | edit source )

PDMS-2.png

Das PDMS-2 Toolkit kann online erworben werden und enthält die folgenden Materialien, die für die Durchführung des Tests erforderlich sind:

  • Examiner’s Manual
    • enthält die Geschichte der Testentwicklung
    • beschreibt die Validität und Reliabilität des Tests
    • enthält die verschiedenen Auswertungstabellen
  • The Guide to Item Administration
    • enthält eine Beschreibung und Bilder der einzelnen Aktivitäten oder Fertigkeiten, die erfasst werden
  • Motor Activities Program Book
    • enthält verschiedene Möglichkeiten / Optionen, um einem Kind die Fertigkeiten beizubringen, mit denen es Schwierigkeiten hat
    • die Bedeutung verschiedener Fertigkeiten wird ebenfalls diskutiert und hervorgehoben
  • Profile / Summary Form
    • ein Dokument, in das alle Rohdaten eingetragen werden können, um ein Bewertungsdiagramm zu erstellen
  • Examiner’s Record Booklet
    • wird vom Therapeuten bei der Durchführung des Tests verwendet, um alle Aktivitäten oder Fertigkeiten zu bewerten
  • Test Manipulatives Document
    • gibt an, welche Gegenstände zur Durchführung des Tests benötigt werden, z. B. ein 8-Zoll-Ball, Tennisball, Schnur, Stuhl, Maßband usw.
  • Peabody Motor Development Chart

Anwendung des PDMS-2 ( edit | edit source )

Hinweise der Autoren ( edit | edit source )

  • Lesen Sie das Manual (Handbuch) vor dem Test
  • Lassen Sie sich von einer Person helfen, die mit dem Test vertraut ist
  • Führen Sie den Test dreimal durch, bevor Sie eine Bewertung abgeben
  • Schaffen Sie eine ruhige / angenehme Umgebung
  • Seien Sie sensibel für die Grenzen des Kindes – versuchen Sie zu vermeiden, dass das Kind frustriert wird(2)

Wichtige Tipps ( edit | edit source )

  • Alle Items des Tests sollten in präziser Weise mit spezifischen verbalen Hinweisen und Demonstrationen durchgeführt werden
  • Führen Sie den Test in einer Umgebung durch, die möglichst wenig Ablenkung bietet
  • Der Bereich, in dem der Test durchgeführt wird, sollte vorher eingerichtet, abgesteckt und ausgemessen und die Ausrüstung bereitgelegt werden. Dadurch werden Störungen während des Tests vermieden und der Test kann reibungslos ablaufen. Beispiele für Bereiche, die im Voraus ausgemessen werden sollten, sind:(5)
    • Eine deutlich markierte Linie auf dem Boden (mit Sprühfarbe oder Klebeband) – 10cm (4 Zoll) breit und 2,40m (8 Fuß) lang
    • Ein Bereich, in dem das Kind laufen kann, sollte abgesteckt werden – 3 m (10 Fuß), 9 m (30 Fuß), 13 m (45 Fuß)
    • Die Sprungabstände sollten abgegrenzt werden
    • Springen aus verschiedenen Höhen – halten Sie Bänke in der richtigen Höhe bereit

Beschreibung des PDMS-2 ( edit | edit source )

Child development.png

Der PDMS-2 dient der Beurteilung der fein- und grobmotorischen Fertigkeiten von Kindern im Alter von Geburt bis fünf Jahren im Vergleich zu Gleichaltrigen. Es gibt vier Untertests für grobmotorische Fertigkeiten und zwei Untertests für feinmotorische Fertigkeiten. Zu den grobmotorischen Untertests gehören:(14)(15)

  • Reflexe (Geburt bis 11 Monate)
  • Motorische Leistungen auf der Stelle (alle Altersgruppen)
  • Fortbewegung (alle Altersstufen)
  • Objektmanipulation (12 Monate und älter)

Die Untertests zur Feinmotorik umfassen:

  • Greifen (alle Altersstufen)
  • Visuell-motorische Integration (alle Altersstufen)

Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus der Summe der Punkte der einzelnen Subskalen / Items. Jedes Item wird auf einer 3-Punkte-Skala bewertet. Die interne Konsistenz der Skala ist sehr hoch (Alpha = 0,97).(16)

Untertests für feinmotorische Fertigkeiten ( edit | edit source )

Die Items pro Untertest für den feinmotorischen Teil des PDMS-2 sind:(2)

  • Greifen
    • Greifen von Würfeln
    • Greifen eines Stiftes
    • Knöpfe zuknöpfen/aufknöpfen
    • Finger berühren

Das folgende Video von OT Closet zeigt, wie man den feinmotorischen Teil des Tests bewertet:

  • Visuell-motorische Integration
    • Turm / Zug / Brücke / Mauer / Stufen / Pyramide bauen
    • Schnippeln mit einer Schere, um einen horizontalen Strich nachzuahmen
    • Perlen auffädeln
    • Papier falten
    • Kopieren eines Kreises / Kreuzes / Quadrats
    • Papier schneiden / Linie / Kreis / Quadrat
    • Schnur schnüren
    • Kügelchen fallen lassen
    • Eine Linie nachzeichnen
    • Punkte miteinander verbinden
    • Zwischen Linien malen

Anwendung des grobmotorischen Teils des PDMS-2 ( edit | edit source )

In multidisziplinären Teams bewertet der Physiotherapeut häufig die Grobmotorik und ein Ergotherapeut konzentriert sich auf den feinmotorischen Teil. Wie bereits erwähnt, besteht das vollständige PDMS-2 aus sechs Untertests. Die ersten vier konzentrieren sich auf die grobmotorischen Fertigkeiten und die letzten beiden auf die feinmotorischen Fertigkeiten. Auf dieser Seite liegt der Schwerpunkt auf den Untertests zur Grobmotorik.

Reflexe (Reflexes)(edit | edit source)

  • Untersucht die Reaktion des Kindes auf äußere Reize oder die Fähigkeit des Kindes, automatisch auf Ereignisse in der Umwelt zu reagieren.
  • Dieser Test wird nur bei Kindern unter 1 Jahr durchgeführt, da die Reflexe in der Regel bereits im Alter von 12 Monaten integriert sind.
  • Im Rahmen des Tests werden acht verschiedene Items erfasst. Einige davon sind:
    • Schreitreflex

(21)

    • Asymmetrischer Tonischer Nackenreflex (ATNR)
    • Landau-Reaktion

(22)

    • Sprungbereitschaft nach vorne
    • Sprungbereitschaft zur Seite
    • Stemmreaktion nach vorne
    • Sprungbereitschaft nach hinten

Auf der Stelle (Stationary)(edit | edit source)

  • Dieser Untertest dient der Beurteilung der Fähigkeit eines Kindes, die Kontrolle über seinen Massenschwerpunkt zu bewahren und das Gleichgewicht zu halten
  • Unter „Auf der Stelle“ (engl.: „stationary“) werden 30 verschiedene Items beurteilt. Dazu können gehören:
    • den Kopf drehen
    • den Rumpf stabilisieren
    • sitzen
    • hochkommen in den Sitz
    • auf einem Bein stehen
    • auf den Zehenspitzen stehen
    • Bewegungen initiieren, wie z.B.:
      • Sit-ups
      • Liegestütz

(23)

Fortbewegung (Locomotion)(edit | edit source)

Child stairs.jpg

  • Hier wird die Fähigkeit des Kindes gemessen, sich von einer Stelle zu einer anderen zu bewegen
  • Fortbewegung (engl.: „locomotion“) ist mit 89 Items der größte Teil des PDMS-2. Gemessen werden unter anderem folgende Handlungen:
    • krabbeln
    • gehen
    • laufen
    • hüpfen
    • nach vorne springen
    • Gewicht übernehmen
    • rollen
    • hochdrücken (Liegestütz)
    • vorwärts bewegen
    • kriechen
    • sitzrutschen („scooting“)
    • die Richtung wechseln
    • Stufen hinaufsteigen
    • auf einer Linie gehen
    • über Hürden springen
    • hopsen

Objektmanipulation (Object Manipulation) ( edit | edit source )

Child object manipulation.jpg

  • Dieser Untertest misst die Fähigkeit des Kindes, Bälle zu manipulieren, wie z. B. fangen, werfen und schießen
  • Diese Fertigkeiten zeigen sich erst ab einem Alter von 11 Monaten, daher wird dieser Untertest nur bei Kindern ab 12 Monaten durchgeführt
  • Die Objektmanipulation („object manipulation“) umfasst 24 Items. Dazu gehören:
    • einen Ball fangen
    • einen Ball werfen (über Kopf und von unten)
    • einen Ball schießen
    • Treffen eines Ziels (über Kopf und von unten)
    • einen Ball auf dem Boden aufspringen lassen
    • Fangen eines auf dem Boden aufgesprungenen Balls

Zusätzliche Kommentare ( edit | edit source )

Darüber hinaus wird der Therapeut aufgefordert, folgende Verhaltensweisen zu beobachten und aufzuzeichnen:(7)

  • das Interesse des Kindes an der Aufgabe
  • die Art und Weise, wie das Kind die Anweisungen versteht
  • die Herangehensweise des Kindes an die Problemlösung
  • die Kommentare des Kindes oder seine nonverbalen Reaktionen auf die Aufgabe
  • die Latenz der Reaktion des Kindes
  • die Verwendung von Selbstkorrekturen durch das Kind
  • die bevorzugte Hand des Kindes beim Werfen, Greifen usw.
  • die Ausrichtung des Kindes bei der Übergabe von Materialien

Auswertung des PDMS-2 ( edit | edit source )

Der Therapeut bittet das Kind, ein bestimmtes Item auszuführen und beobachtet, wie das Kind die Aufgabe erledigt. Die Items werden mit 2, 1 oder 0 bewertet.

  • 0 = Das Kind kann oder will ein Item nicht versuchen oder der Versuch deutet nicht darauf hin, dass die spezifische Fertigkeit im Entstehen begriffen ist
  • 1 = die Leistung des Kindes zeigt eine deutliche Ähnlichkeit mit den Kriterien für die Beherrschung der Aufgabe, entspricht aber nicht vollständig den Kriterien oder es gibt Anzeichen für eine entstehende Fertigkeit
  • 2 = Das Kind erfüllt die Kriterien für die Beherrschung der Fertigkeit

Da es zu zeitaufwändig ist, für jedes Kind das komplette Prüfungsheft durchzuführen, wird empfohlen, den Test an dem Punkt zu beginnen, der dem Alter des Kindes entspricht, wie es im Bewertungsbogen angegeben ist. Im Examiner’s Booklet sind die verschiedenen Altersstufen dunkelblau markiert – von hier aus wird der Test „gestartet“ und fortgesetzt. Der Test beginnt auf der niedrigsten Stufe („basal level“). Dies ist die Stufe, auf der ein Kind bei drei aufeinanderfolgenden Items jeweils 2 Punkte erhält. Der Test wird an der höchsten Stufe beendet („ceiling level“). Dies ist die Stufe, auf der ein Kind bei drei aufeinanderfolgenden Items jeweils 0 Punkte erhält. Dies wird für jeden Untertest durchgeführt.(2)

(24)

Beachten Sie, dass die zu beurteilenden Fertigkeiten alle in chronologischer Reihenfolge angeordnet sind. Wenn ein Kind zum Beispiel noch nicht steht, konzentriert sich der Test auf Aktivitäten wie Rollen oder Krabbeln.(5)

Die Dauer des Tests beträgt in der Regel 45 bis 60 Minuten. Manche Therapeuten ziehen es vor, die grob- und feinmotorischen Abschnitte an verschiedenen Tagen durchzuführen, da es für das Kind zu anstrengend sein kann, sie hintereinander zu absolvieren.

Zu jedem Zeitpunkt des PDMS-2 werden drei grobmotorische Teilbereiche getestet. Wenn das Kind jünger als 11 Monate ist, werden die drei Teilbereiche Reflexe, Auf der Stelle und Fortbewegung erfasst. Ist das Kind älter als 1 Jahr, so werden die drei Teilbereiche Auf der Stelle, Fortbewegung und Objektmanipulation erfasst.

Beispiele für die Auswertung von Untertests ( edit | edit source )

Reflexes(edit | edit source)

Beim Test des Schreitreflexes (Schreitreaktion oder Gehautomatismus) bei einem Kind unter 11 Monaten hält der Therapeut das Kind unterhalb der Achseln auf einem Tisch. Das Kind soll einige automatische Schritte machen. Wenn das Kind in der Lage ist, innerhalb von drei Sekunden erst den einen und dann den anderen Fuß im Vorwärtsschritt zu heben, kann ein Wert von 2 dokumentiert werden. Wenn das Kind einen Fuß anhebt, aber nicht in der Lage ist, die Schritte innerhalb von drei Sekunden auszuführen, kann ein Wert von 1 vergeben werden. Wenn die Beine des Kindes stillstehen und keine Schritte gemacht werden, kann ein Wert von 0 dokumentiert werden.(5)

Fortbewegung(edit | edit source)

Das Kind wird aufgefordert, auf einer Linie zu gehen, die 10 Zentimeter (4 Zoll) breit und 2,4 Meter (8 Fuß) lang ist. Wenn das Kind in der Lage ist, 1,8 Meter (6 Fuß) auf der Linie zu gehen, wird ein Wert von 2 vergeben.(5)

Auswertung des PDMS-2 ( edit | edit source )

Die Auswertung des PDMS-2 wird auf dem Bewertungsprofil oder der Summary Form dokumentiert. Dies geschieht nach der Durchführung des Tests. Die Ergebnisse der Rohdaten werden in Verbindung mit den verschiedenen Anhängen des PDMS-2-Referenzhandbuchs verwendet, aus denen sich die folgenden standardisierten Werte berechnen lassen:(2)

  • Altersäquivalente
  • Perzentile
  • Standardwerte
  • Grobmotorische Quotienten

Rohwert (Raw Score) ( edit | edit source )

Der Rohwert ergibt sich aus der Summe der verschiedenen Werte (0, 1 und 2) bei den einzelnen Items. Da der Test auf der niedrigsten Stufe gestartet wird (wo das Kind drei 2en in Folge erzielt), kann davon ausgegangen werden (und diese Annahme ist in den Test eingebaut), dass das Kind auch 2en auf allen vorhergehenden Items vor dem Start des Tests erzielt hat. Diese Items müssen ebenfalls als Teil des Rohwerts addiert werden.

Zusammenfassung des Profils ( edit | edit source )

Die Rohwerte werden in die Summary Form des Profils eingetragen. Es ist wichtig, das Alter des Kindes zu kennen, bevor mit der Testung begonnen wird. Bei frühgeborenen Kindern wird das korrigierte Alter bis zum Alter von 2 Jahren verwendet.

Im Examiner’s Manual wird anhand der Tabelle A der Perzentilrang des Kindes für die verschiedenen Untertests auf der Grundlage des erreichten Rohwerts ermittelt. Dieser Perzentilwert kann als Hinweis darauf dienen, ob eine Physiotherapie erforderlich ist. Der Standardwert für die verschiedenen Untertests wird ebenfalls aus Tabelle A entnommen und in die Summary Form des Profils aufgenommen.

Die Tabelle B im Examiner’s Manual gibt den Wert für die Grobmotorik an. Der grobmotorische Wert ergibt sich aus der Summe der Standardwerte der einzelnen Untertests. Auf der Grundlage des grobmotorischen Wertes wird der Perzentilrang der grobmotorischen Fähigkeiten des Kindes bestimmt.

Tabelle C im Examiner’s Manual enthält die Altersleistung des Kindes für jeden der einzelnen Untertests, wie Reflexe, Auf der Stelle, Fortbewegung und Objektmanipulation.

Auf der Übersichtsseite des Profils kann dann ein Diagramm erstellt werden, das auf den verschiedenen Werten aus den Tabellen A, B und C im Examiner’s Manual basiert.

(27)

Interpretation der Ergebnisse ( edit | edit source )

Es ist wichtig zu beachten, dass Kinder aus verschiedenen Ländern möglicherweise anders abschneiden als die im PDMS-2 angegebenen Werte. So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass in Indien die Normen für die grobmotorischen Fähigkeiten der Kinder niedriger sind als in Amerika.(28) Oder in Israel, wo Baseball nicht wirklich gespielt wird, könnte es für Kinder etwas schwieriger sein, einen Tennisball über dem Kopf oder von unten zu werfen. Kulturelle Unterschiede können auch bei der Anwendung des Tests und bei der Auswahl der verwendeten Materialien eine Rolle spielen.

Bei Frühgeborenen kann sich das grobmotorische Defizit mit der Zeit verstärken.(10) Im Alter von 18 Monaten ist das Defizit möglicherweise noch nicht sehr ausgeprägt, und das Ergebnis des Kindes kann innerhalb der breiten Entwicklungsnorm liegen. Im Alter von 5 Jahren können die Defizite jedoch deutlicher sein. Therapeuten wird empfohlen, dies bei der Befunderhebung und Behandlung des Kindes zu berücksichtigen und regelmäßig eine Neubewertung vorzunehmen, um sicherzustellen, dass die Lücke in der Entwicklung der grobmotorischen Fertigkeiten nicht größer, sondern kleiner wird.

Therapieziele und -planung ( edit | edit source )

Das Motor Activities Program Book ist ein sehr nützliches Hilfsmittel, das bei der Therapieplanung und Zielsetzung herangezogen werden kann. Es liefert Begründungen dafür, warum das Kind in der Lage sein sollte, die verschiedenen Fertigkeiten auszuführen. Es zeigt auch nützliche Wege auf, um Entwicklungsverzögerungen in Verbindung mit den einzelnen Items anzugehen und gibt Beispiele für Steigerungen. Es kann dem Therapeuten gute Ideen liefern, wie er mit der Therapie beginnen und die spezifischen Entwicklungsprobleme angehen kann. Es kann auch bei der Planung eines Heimprogramms helfen, bei dem auch die Eltern oder Betreuungspersonen in die Unterstützung des Kindes einbezogen werden können.(5)

Letztendlich besteht unser Therapieziel darin, dem Kind mit Entwicklungsverzögerungen zu helfen, ein glücklicheres, produktiveres, motorisch geschickteres und beweglicheres Kind in seiner Umgebung zu sein.(5)

Referenzen(edit | edit source)

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  2. 2.0 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 2.8 Folio MR, Fewell RR. PDMS-2 Peabody developmental motor scales second edition. Austin: PRO-ED Inc. 2000.
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