Kinder, die in eine Neugeborenen-Intensivstation (NICU) eingewiesen werden müssen, gelten aufgrund ihrer Frühgeburtlichkeit und/oder ihres schweren Gesundheitszustands als gefährdet.(1)(2) Im letzten Schwangerschaftsdrittel (3. Trimester) kommt es zu einer raschen Gehirnentwicklung und zu neuroplastischen Veränderungen. Da die meisten Säuglinge auf der Neugeborenen-Intensivstation zwischen der 22. und der 40. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren wurden,(3) findet diese Entwicklung bei ihnen also außerhalb des Mutterleibs statt. Eine Frühgeburt kann die genetisch programmierten Muster der Gehirnentwicklung stören, was zu Beeinträchtigungen der neurologischen Entwicklung wie motorischen Funktionsstörungen sowie Verhaltens- und kognitiven Problemen führen kann.(2) Die Reizüberflutung auf der Neugeborenen-Intensivstation (Monitore, Licht, Positionswechsel, mehrfaches Handling) und der Entzug von Herzschlag und Stimme der Mutter können die Gehirnreifung negativ beeinflussen.(4)(3) Das Ziel der Physiotherapie auf der Neugeborenen-Intensivstation ist es, diese negativen neuroplastischen Veränderungen durch beruhigende Strategien und Bewegungen, die die intrauterine Umgebung simulieren, zu verringern.(4)
Die Frühintervention auf der Neo-Intensiv kann die Neuroplastizität und die Reorganisation des Gehirns bei Frühgeborenen verändern.(2) Die Theorie der Therapie bei Neugeborenen beruht auf drei Säulen:(3)
Die Interventionen sind individuell und hochspezialisiert und zielen darauf ab, die Entwicklung zu fördern, negative Folgen zu verhindern und die Bindung zwischen Kind und Familie zu stärken. Die Forschung zeigt, dass Interventionen, bei denen die Eltern einbezogen werden, signifikante und dauerhafte Auswirkungen auf das Verhalten und die kognitiven Ergebnisse von Kleinkindern haben.(2) Ein weiterer Vorteil ist, dass die Eltern weniger ängstlich sind und mehr Vertrauen in die neonatale Situation haben.(3)
In den folgenden Abschnitten werden verschiedene Maßnahmen auf der Neo-Intensiv erörtert.
Ein häufig genutzter Ansatz auf der Neo-Intensiv zur Förderung der Mutter-Kind-Bindung ist die Känguru-Methode, auch bekannt als „Haut-zu-Haut-Kontakt“ oder „Känguruhen“. Der direkte Kontakt wird hergestellt, indem das Baby bis auf die Windel entkleidet und in Bauchlage auf die Brust der Mutter gelegt wird. Es wurde festgestellt, dass die Känguru-Methode neuroprotektiv sein kann, da sie die Plastizität des Gehirns unterstützt.(5)
Eine der wichtigsten funktionellen Aktivitäten auf der Neo-Intensiv, die von Physiotherapeuten und anderen Betreuern unterstützt werden sollte, ist das Saugen und Schlucken. Das nicht-nutritive Saugen bietet eine taktile Stimulation der intraoralen Strukturen und der Gesichtsmuskeln durch einen Schnuller oder einen Finger im Handschuh. Die Forschung zeigt, dass nicht-nutritives Saugen dazu beitragen kann, die Dauer des Krankenhausaufenthalts zu verkürzen und das Fütterungsverhalten zu verbessern.(5)
Die entwicklungsfördernde Lagerung von Säuglingen auf der Neugeborenen-Intensivstation unterstützt die normale Ausrichtung des Skeletts und bietet Möglichkeiten für normale Bewegungsmuster.(6) Darüber hinaus kann die Lagerung die Hautpflege und die Atemfunktion unterstützen. Die Kombination dieser drei Vorteile kann dem Kind einen besseren und längeren Schlaf ermöglichen.(5) Forschungsergebnisse zeigen, dass bei Säuglingen, die lange auf der Neugeborenen-Intensivstation liegen und nicht angemessen positioniert werden, ein Risiko für lagerungsbedingte Plagiozephalie (LP) und Schiefhals (Torticollis) besteht und dass die Qualität und Spontaneität der Bewegungen abnehmen kann.(5)(6)
Passive Bewegungsübungen können sich positiv auf die Knochenentwicklung auswirken, insbesondere wenn sie an den proximalen Gelenken des Säuglings durchgeführt werden. In der Literatur wird darauf hingewiesen, dass Übungen bei Frühgeborenen zu einer geringen, vorübergehenden Steigerung der Gewichtszunahme und der Knochendichte führen können.(5)
Die Säuglingsmassage (d. h. sanfter und langsamer Handkontakt) ist ein Ansatz der Frühförderung, um den Tastsinn des Neugeborenen zu unterstützen. Es gibt Evidenz dafür, dass Massage das Wachstum und die Gewichtszunahme von Babys mit niedrigem Geburtsgewicht und Frühgeborenen fördern und die Dauer des Krankenhausaufenthalts verkürzen kann,(5) den neonatalen Stress reduziert(7) und den Schlaf fördert.(8) Eine Forschungsarbeit von Lu et al.(9) hat festgestellt, dass eine Massagetherapie mit moderatem Druck bei Frühgeborenen zu einer größeren täglichen Gewichtszunahme führen kann als eine Massagetherapie mit leichtem Druck.
Die Edukation der Familien ist ein wesentlicher Bestandteil der Interventionen bei der Versorgung auf der neonatologischen Intensivstation. Understanding how to care for the preterm infant is important for posture and movement development, parent-infant attachment and maintaining the baby’s physiological stability. Die Beratung der Familie über die bestmögliche Förderung der motorischen Entwicklung des Kindes sollte folgende Themen umfassen:
** Das Training kann in Form von mündlichen Informationen, Videokommentaren und/oder schriftlichen Quellen erfolgen.(5)
Die Entwicklungsfördernde Pflege auf der Neugeborenen-Intensivstation beinhalten häufig Techniken zur Reduzierung der Folgen negativer Reize wie übermäßiges Licht, Lärm usw. Richtlinien, die speziell auf diese Stressoren ausgerichtet sind, tragen zur physiologischen Stabilität bei.(6)
Auf der Neo-Intensiv gelten die folgenden Beleuchtungsempfehlungen:
** Evidenz zeigt, dass die Einführung von robusten Hell-Dunkel-Zyklen positive Auswirkungen auf die Hospitalisierungszeit und die Gewichtszunahme hat, verglichen mit Säuglingen, die einer konstanten Beinahe-Dunkelheit oder konstantem Licht ausgesetzt sind.(10)
Auf Neugeborenen-Intensivstationen kommt es häufig zu störenden kurzen und in unregelmäßigen Abständen auftretenden Geräuschen.(11) Um diese Störungen zu verringern, gelten auf der Neo-Intensiv folgende Empfehlungen im Bezug auf die Lärmbelastung:
** In der Frühgeborenenpopulation erleiden 2-10 % der Säuglinge einen Hörschaden, im Vergleich zu 0,1 % in der allgemeinen pädiatrischen Population.(13)
Die Temperaturempfehlungen für die Neo-Intensiv sind nachstehend aufgeführt:
Säuglinge werden auf der Neugeborenen-Intensivstation mit schädlichen Reizen konfrontiert. Eine Verringerung der Schmerzreaktion durch die Bereitstellung von sensorischer Stimulation kann auf verschiedene Weise erreicht werden:
**Dieses Video des KK and Women’s Hospital zeigt eine kurze Zusammenfassung verschiedener Interventionen auf der Neugeborenen-Intensivstation: