Einführung in die Rehabilitation in der Primärversorgung

Originale Autorin Jess Bell Top-BeitragendeJess Bell und Ewa Jaraczewska

Der wachsende Bedarf an Rehabilitationsleistungen (edit | edit source)

Eine Rehabilitation ist bei vielen Erkrankungen im Laufe des Lebens wirksam und trägt dazu bei, die Genesungsphase zu verkürzen, Komplikationen zu vermeiden und die körperliche und geistige Funktionsfähigkeit sowie das Wohlbefinden zu verbessern. Die Rehabilitation unterstützt die Partizipation (Teilhabe) am Arbeits-, Gemeinschafts- und Familienleben und wurde in der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine universelle Gesundheitsversorgung als unverzichtbare Gesundheitsdienstleistung identifiziert.(1)

Derzeit wird geschätzt, dass jeder dritte Mensch irgendwann im Laufe seines Lebens eine Rehabilitation benötigt. In vielen Teilen der Welt bleibt dieser Bedarf jedoch weitgehend ungedeckt.(2) Da die Bevölkerung altert, die Überlebensraten bei Verletzungen steigen und nicht übertragbare Krankheiten zunehmen, wird die Nachfrage nach Rehabilitationsleistungen weiter steigen.(3)

Das Potenzial der Primärversorgung (edit | edit source)

Die Aufnahme von Rehabilitationsleistungen in die Primärversorgung ist eine Möglichkeit, diesen ungedeckten Bedarf zu decken. „Wenn Rehabilitation in die Primärversorgung integriert wird, rücken die Leistungen näher an den Wohnort der Menschen heran, wodurch sie leichter zugänglich und erschwinglicher werden.“(2)

Historischer Kontext: Die Deklarationen von Alma-Ata und Astana (edit | edit source)

Die Deklaration von Alma-Ata aus dem Jahr 1978 hob die Rolle der primären Gesundheitsversorgung bei der Erreichung des Ziels „Gesundheit für alle“ hervor.(4)(5) Vierzig Jahre später wurde die Deklaration von Astana unterzeichnet. Darin wurde die Schlüsselrolle der primären Gesundheitsversorgung bekräftigt, aber auch anerkannt, dass noch viel zu tun bleibt, und dass schätzungsweise 2,4 Milliarden Menschen Rehabilitationsleistungen benötigen.(6)

Die folgenden optionalen Videos liefern einige Hintergrundinformationen zu diesen Deklarationen.

Primäre Gesundheitsversorgung versus Primärversorgung (edit | edit source)

Es ist wichtig, den Unterschied zwischen primärer Gesundheitsversorgung und Primärversorgung zu verstehen.(9)

„Die primäre Gesundheitsversorgung (Primary Health Care, PHC) ist der Grundstein für starke und resiliente Gesundheitssysteme.“ Es handelt sich dabei um einen ganzheitlichen, integrierten Ansatz, bei dem die gerechte Verteilung von Gesundheitsdienstleistungen im Vordergrund steht.(10) Dieser Ansatz umfasst drei Hauptkomponenten:(9)

  • primärversorgende Einrichtungen und öffentliche Gesundheitsdienste
  • multisektorale Strategien und Maßnahmen
  • Befähigung von Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften, ihre Gesundheit zu optimieren

Die Primärversorgung ist daher ein Teilbereich der primären Gesundheitsversorgung. In Systemen, die sich an der primären Gesundheitsversorgung orientieren, zielt die Primärversorgung darauf ab, eine personenzentrierte und auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmte Versorgung zu bieten.(10)(11) Sie umfasst fördernde, schützende, präventive, kurative, rehabilitative und palliative Leistungen und sollte in der Lage sein, die meisten Gesundheitsbedürfnisse eines Menschen während seines gesamten Lebens zu erfüllen.(9)

(12)

Kernmerkmale der Primärversorgung (edit | edit source)

Die vier Kernfunktionen der Primärversorgung sind:(13)

  • Erstkontakt (First Contact)
  • Kontinuität (Continuity)
  • Umfang (Comprehensiveness)
  • Koordination (Coordination)

Weitere Informationen zur Definition dieser Funktionen finden Sie unter: Revisiting the four core functions (4Cs) of primary care: operational definitions and complexities.(13)

Der operative Kontext der Primärversorgung (edit | edit source)

Primärversorger sind in der Regel Generalisten mit einem breiten Spektrum an Fertigkeiten. Sie müssen den Menschen als Ganzes betrachten und in der Lage sein, ihre Fertigkeiten an die jeweilige Situation anzupassen.(9) Sie sind in die Gemeinschaft eingebettet und verfügen in der Regel über ein tiefes Verständnis des lokalen Kontextes und der verfügbaren Ressourcen. Oft pflegen sie langjährige, auf Vertrauen basierende Beziehungen zu Patienten und Familien.(14)

Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung können Leistungserbringer der Primärversorgung jedoch mehr als 20 Patienten pro Tag behandeln.(15) Die Dauer eines Termins ist sehr unterschiedlich – in einigen Ländern dauert eine Konsultation im Durchschnitt weniger als eine Minute, in anderen dagegen mehr als 20 Minuten.(16) Leider kann sich dieses Tempo auf das Niveau der Versorgung auswirken, insbesondere bei Patienten mit komplexeren Erkrankungen.(17)(18) Rehabilitationsfachleute, die in der Primärversorgung tätig sind, müssen sich an dieses schnellere Tempo, den breiteren Fokus und die unterschiedliche Beziehungsdynamik anpassen.

Was bedeutet Rehabilitation auf der Ebene der Primärversorgung? (edit | edit source)

Rehabilitation auf der Ebene der Primärversorgung ist präventiv. Das bedeutet, dass der Schwerpunkt darauf liegt, Funktionseinschränkungen zu erkennen und zu behandeln, bevor sie sich auf die Partizipation (Teilhabe) oder Lebensqualität auswirken. Ein Beispiel: Ein Hausarzt stellt fest, dass ein Patient beim Betreten seines Sprechzimmers unsicher geht. Er führt ein Sturzassessment durch und führt grundlegende Interventionen zur Sturzprävention durch, bevor der Patient stürzt.

Die Rehabilitation in der Primärversorgung integriert eine Reihe von Leistungen, anstatt sich auf eine einzige Maßnahme aus einem Fachgebiet zu konzentrieren. Am gleichen Beispiel eines sturzgefährdeten Patienten betrachtet der Hausarzt des Patienten andere Risikofaktoren (z. B. Erkrankungen) und führt eine Medikamentenüberprüfung sowie ein allgemeines Assessment für das Gehen und das Gleichgewicht durch.

Die Rehabilitation in der Primärversorgung ist pragmatisch und konzentriert sich auf Interventionen, die den Zielen, Vorlieben und funktionellen Anforderungen jeder Person entsprechen, anstatt nach Perfektion zu streben. Für unseren sturzgefährdeten Patienten könnte sein Ziel eher darin bestehen, „sicher zum Briefkasten zu gehen“, als ein „normales Gangbild“ zu erreichen.

Die Rehabilitation in der Primärversorgung muss auch kooperativ sein. Die verschiedenen Mitglieder des Gesundheitsteams sollten zusammenarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen.(19)(20) Ausgehend von demselben Patientenbeispiel stellte der Hausarzt zunächst fest, dass der Patient unsicher wirkte, und führte eine grundlegende Beurteilung durch, bevor er allgemeine Ratschläge zur Sturzprävention gab. Anschließend überwies der Arzt den Patienten an einen Ergotherapeuten und eine Physiotherapeutin in der Primärversorgung, um eine gezieltere Rehabilitation durchzuführen.

Wer erbringt Rehabilitationsleistungen in der Primärversorgung? (edit | edit source)

In der Primärversorgung sind verschiedene Rehabilitationsfachleute tätig, darunter Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen, Orthopädietechniker und Sozialarbeiter. Sie fungieren als direkte Leistungserbringer für grundlegende Rehabilitationsbedürfnisse, untersuchen, behandeln und überwachen den Fortschritt. Sie beraten sich mit dem restlichen multidisziplinären Team und geben Hinweise zu funktionellen Fragen und Interventionen. Darüber hinaus informieren sie und helfen dem Team, Bedürfnisse zu erkennen und grundlegende Behandlungen durchzuführen. Wenn Sie mehr über die Rolle dieser Rehabilitationsberufe erfahren möchten, lesen Sie bitte: Anbieter von Rehabilitation und Hilfsmitteln.

Spezialisierte Rehabilitationsdienste oder Rehabilitationsfachleute sind jedoch nicht immer auf der Ebene der Primärversorgung verfügbar. In diesen Fällen sind andere Gesundheitsdienstleister, darunter Ärzte und Pflegekräfte, die ersten Ansprechpartner für Menschen mit Rehabilitationsbedarf. Sie müssen daher in der Lage sein, den Rehabilitationsbedarf zu erkennen und grundlegende Maßnahmen zu ergreifen.(21)

Diese Primärversorger können:(21)

  • ungedeckten Rehabilitationsbedarf ermitteln
  • grundlegende Rehabilitationsstrategien und Ratschläge zur Verbesserung der Teilnahme an täglichen Aktivitäten anbieten
  • rechtzeitige und angemessene Überweisungen vornehmen

In einigen Fällen können Rehabilitationsanbieter die Mitarbeiter der Primärversorgung unterstützen und schulen, um eine optimale Erbringung dieser Leistungen zu gewährleisten.(21)

Der Werkzeugkasten für die Rehabilitation in der Primärversorgung (edit | edit source)

Befunderhebung und Screening bilden die Grundlage der Primärversorgung. Auf einer grundlegenden Ebene können alle Primärversorger spezifische Fragen stellen, um festzustellen, ob Patienten Schwierigkeiten mit bestimmten funktionellen Aufgaben haben, von der Mobilität über die Kommunikation bis hin zum Sehen, Hören und Denken.(21) Wenn sie Schwierigkeiten feststellen, können sie relevante medizinische bzw. diagnostische Untersuchungen durchführen, die sich auf die Rehabilitationsintervention auswirken können, z. B. die Überweisung zur Bildgebung oder die Durchführung einer neurologischen Untersuchung.

Das ICF- Modell in der Praxis der Primärversorgung (edit | edit source)

ICF-Modell

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) bietet einen systematischen Rahmen, der Klinikern dabei hilft, die Funktionsfähigkeit und Behinderung einer Person in Bezug auf ein Gesundheitsproblem zu beschreiben.(22) Dieses biopsychosoziale Modell verlagert den klinischen Schwerpunkt von der Behandlung von Krankheiten auf die Optimierung der Funktionsfähigkeit.(23) Die ICF wird traditionell in spezialisierten Rehabilitationseinrichtungen verwendet, ist jedoch für alle Bereiche des Gesundheitswesens relevant, einschließlich der Primärversorgung.(24)(25)

Die ICF berücksichtigt die Auswirkungen verschiedener miteinander verbundener Bereiche auf die Funktionsfähigkeit einer Person:(26)

  • Gesundheitsproblem: eine Krankheit, Verletzung oder Gesundheitsstörung, die die Funktion beeinträchtigt
  • Körperfunktionen: die physiologischen Funktionen von Körpersystemen (einschließlich psychologischer Funktionen)
  • Körperstrukturen: die anatomischen Teile des Körpers, wie z. B. Organe, Gliedmaßen und ihre Bestandteile
  • Beeinträchtigungen der Aktivität: Schwierigkeiten, die ein Mensch bei der Durchführung einer Aktivität haben kann
  • Beeinträchtigungen der Partizipation (Teilhabe): Probleme, die ein Mensch beim Einbezogensein in eine Lebenssituation erlebt
  • Umweltfaktoren: Barrieren oder Förderfaktoren in der materiellen, sozialen und einstellungsbezogenen Umwelt, in der Menschen leben und ihr Dasein entfalten

Wenn Sie mehr über die Anwendung der ICF in der klinischen Praxis erfahren möchten, lesen Sie bitte: ICF und Anwendung in der klinischen Praxis.

Validierte Assessment-Tools (edit | edit source)

Es gibt viele validierte Instrumente, die in vielbeschäftigten Einrichtungen der Primärversorgung für effiziente, funktionelle Beurteilungen eingesetzt werden können. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für Ergebnismessungen, die Sie verwenden können.

Funktionelles screening:

Schmerz und Funktion:

Grundlegende Interventionsstrategien (edit | edit source)

„Die Rehabilitation bietet eine Reihe von Interventionen, die darauf abzielen, die Funktionsfähigkeit (…) von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Zusammenspiel mit ihrer Umgebung zu optimieren.“(3)

Eine Rehabilitation wird idealerweise von multidisziplinären oder interdisziplinären Teams durchgeführt, insbesondere bei Personen mit komplexeren Gesundheitsproblemen. Alle Leistungserbringer der Primärversorgung können jedoch darin geschult werden, grundlegende Rehabilitationsstrategien und Ratschläge für die Bewältigung der täglichen Aktivitäten und die Gesundheitsversorgung zu Hause zu geben, einschließlich einfacher Umweltanpassungen. Sie können auch einige einfache Hilfsmittel zur Verfügung stellen oder Patienten an lokale Anbieter von Hilfsmitteln verweisen.

Package of Interventions in Rehabilitation (PIR) (edit | edit source)

Rehabilitationsinterventionen zielen auf Aspekte der Funktionsfähigkeit (z. B. Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation/Teilhabe) und Faktoren, die die Funktionsfähigkeit beeinflussen (z. B. Umwelt- und personbezogene Faktoren) ab. Der Schwerpunkt liegt auf Kräftigung, Sprachtraining, Atemübungen, ADL-Training, sozialen und kommunikativen Fertigkeiten, Bereitstellung und Training im Umgang mit Hilfsmitteln, Umweltanpassungen, Edukation zum Selbstmanagement sowie Schulungen für Betreuungspersonen und Angehörige.(3)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Paket von Rehabilitationsinterventionen (Package of Interventions in Rehabilitation, PIR) für 20 häufige Erkrankungen erstellt, die in jedem Umfeld, einschließlich der Primärversorgung, angeboten werden können. Dies „erleichtert den Zugang für alle Menschen, die darauf angewiesen sind, wenn keine multidisziplinäre Rehabilitation verfügbar ist.“(3)

Dieses Paket finden Sie unter: Package of Interventions for Rehabilitation.

Aufbau kooperativer Beziehungen in der Primärversorgung (edit | edit source)

Eine effektive Kommunikation ist in der Primärversorgung unerlässlich. Ein kooperativer Ansatz ist notwendig, wenn die Patienten eine koordinierte, umfassende Versorgung erhalten sollen. Zu einer effektiven Kommunikation gehören regelmäßige Teambesprechungen, in denen Fälle diskutiert werden, gemeinsame Dokumentationssysteme, damit alle über den aktuellen Stand informiert sind, sowie klare Überweisungswege in beide Richtungen.

Die Sprache der Primärversorgung sprechen (edit | edit source)

Um effektiv mit Kollegen aus der Primärversorgung zu kommunizieren, müssen Rehabilitationsfachleute die Prioritäten der Primärversorgung verstehen:

  • die Verwendung einer funktionsorientierten Sprache kann dabei helfen: statt „eingeschränkte Schulterflexion auf 90 Grad“ sollte man beispielsweise sagen, dass der Patient „Schwierigkeiten hat, Schränke über Kopfhöhe zu erreichen”
  • verbinden Sie Rehabilitationsansätze mit der medizinischen Behandlung: „Die Verbesserung der Gehfähigkeit trägt durch die verstärkte Aktivität zur Blutdruckkontrolle bei“
  • seien Sie sich der zeitlichen Beschränkungen bewusst: „Mit diesem 2-minütigen Screening können Personen identifiziert werden, die eine detaillierte Untersuchung benötigen“
  • konzentrieren Sie sich auf Ergebnisse, die in der Primärversorgung geschätzt werden: z. B. Medikamentencompliance, Vermeidung von Krankenhauseinweisungen, Patientenzufriedenheit

Wie bereits erwähnt, bietet das ICF-Modell ebenfalls eine standardisierte Sprache zur Beschreibung und Klassifikation von Funktionsfähigkeit in Bezug auf Gesundheitsprobleme.(27) Die meisten Primärversorger berücksichtigen bereits, wie sich Erkrankungen auf das tägliche Leben und die Rollen der Patienten auswirken – die ICF bietet eine systematische Möglichkeit, diese Überlegungen zu strukturieren.

Effektive Teamkommunikation (edit | edit source)

Um die begrenzte Zeit in der Primärversorgung optimal zu nutzen, ist ein strategischer Ansatz erforderlich. Das SBAR-Schema (Situation, Background, Assessment, Recommendation) ist eine empfohlene Methode zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Angehörigen der Gesundheitsberufe.(28) (29)

Situation: Identifizieren Sie sich und beschreiben Sie die Situation. Achten Sie darauf, den Patienten zu identifizieren und Veränderungen seines Zustands, des Behandlungsplans und alle relevanten Aspekte im Zusammenhang mit seiner Versorgung zu notieren.(29)(30)

Background: Beschreiben Sie den Hintergrund oder Kontext des Patienten, einschließlich seines Alters, seiner Diagnose, früherer Eingriffe, des bisherigen Behandlungsplans und der beteiligten Fachkräfte.(29)(30)

Assessment: Identifizieren Sie das Problem, Ihre klinischen Eindrücke und Bedenken.(29)(30)

Recommendation: Erläutern Sie, was Ihrer Meinung nach der nächste Schritt in der Behandlung des Patienten sein sollte, einschließlich des Zeitrahmens.(29)(30)

Es kann auch hilfreich sein, prägnante, einseitige Zusammenfassungen mit klaren Aktionspunkten zu erstellen. Konzentrieren Sie sich darauf, Lösungen anzubieten, anstatt nur Probleme zu identifizieren. Verfolgen Sie die Ergebnisse und berichten Sie darüber, um den Wert der Rehabilitationsinterventionen zu demonstrieren (z. B. verringertes Sturzrisiko, weniger Krankenhauseinweisungen usw.).

Die folgenden beiden Videos bieten zusätzliche Informationen über das SBAR-Schema. Das erste Video beschreibt dessen Einsatz in einer Notfallversorgung, während das zweite zwei Übergaben in der Primärversorgung vergleicht – eine mit SBAR und eine ohne.

Umgang mit häufigen Missverständnissen (edit | edit source)

Trotz dieser Kommunikationsstrategien kann es immer noch Widerstände oder Missverständnisse über die Rolle der Rehabilitation in der Primärversorgung geben.

Rehabilitation wird manchmal als „Ausweichstrategie“ für eine kleine Anzahl von Menschen angesehen, wenn andere präventive, fördernde oder kurative Ansätze nicht erfolgreich waren. Rehabilitation ist jedoch viel mehr als das.(6)

Rehabilitation wird oft als teure, spezialisierte Dienstleistung angesehen, die in den Bereich der Sekundär- und Tertiärversorgung fällt.(6) In der Praxis können jedoch viele grundlegende Interventionen in der Primärversorgung angeboten werden.

Ein weiteres Missverständnis ist, dass Rehabilitation „nur für einfache Fälle“ gedacht ist und nur begrenzte Wirkung hat. In Wirklichkeit kann sie Menschen mit unterschiedlichen Rehabilitationsbedürfnissen zugutekommen, von einfachen Sportverletzungen bis hin zu komplexen, fortschreitenden Erkrankungen oder Multimorbidität. Damit verbunden ist die Vorstellung, dass Rehabilitation nur aus „einfachen Übungen“ besteht. Übungen sind zwar von großer Bedeutung, aber Rehabilitation umfasst viel mehr – darunter Edukation, Umweltanpassung, Hilfsmittelversorgung, Familientraining usw.

Wenn Sie mehr über Missverständnisse im Zusammenhang mit Rehabilitation lesen möchten, die sich auf den Zugang zur Versorgung auswirken, lesen Sie bitte: Zeitrahmen für Rehabilitation und Hilfsmittel

Fazit(edit | edit source)

Die Integration der Rehabilitation in die Primärversorgung ist sowohl eine Chance als auch eine Notwendigkeit. Da jeder Dritte Rehabilitationsleistungen benötigt und weltweit ein erheblicher Bedarf besteht, bietet die Primärversorgung einen Weg, um Rehabilitation zugänglicher und erschwinglicher zu machen.

Primärversorger sind gut aufgestellt, um Menschen mit Rehabilitationsbedarf zu identifizieren und grundlegende Interventionen mit validierten Instrumenten durchzuführen. Die erfolgreiche Integration von Rehabilitationsleistungen in die Primärversorgung erfordert jedoch, dass die Anbieter kooperative Beziehungen aufbauen und effektiv mit multidisziplinären Teams kommunizieren.

Weitere Ressourcen (edit | edit source)

Referenzen(edit | edit source)

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