Aktuelle Leitlinien und Empfehlungen für das Training nach der Geburt

Originale Autorin Wanda van Niekerk basierend auf dem Kurs von Fiona Healy

Top-BeitragendeWanda van Niekerk und Jess Bell

Einleitung(edit | edit source)

Körperliche Aktivität und Training während der Schwangerschaft und nach der Geburt haben nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Müttern, Föten und Neugeborenen. Dazu gehören ein geringeres Risiko für übermäßige Gewichtszunahme, Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie, Frühgeburt, Komplikationen bei der Geburt und beim Neugeborenen sowie postpartale Depression.(1)

Mütter, die sich regelmäßig körperlich betätigen/trainieren und einen gesunden Lebensstil pflegen, haben in der Regel auch Familien, die sich regelmäßig körperlich betätigen.(2) Rehabilitationsfachleute spielen eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung von Frauen bei der Rückkehr zum Training und zur Bewegung, was sich positiv auf die Gesellschaft und die Gesundheitssysteme auswirken kann.

Empfehlungen für körperliche Aktivität ( edit | edit source )

Leitlinien für körperliche Aktivität der Chief Medical Officers des Vereinigten Königreichs, 2019

Alle schwangeren Frauen und Frauen nach der Geburt, bei denen keine Kontraindikationen vorliegen, sollten Folgendes anstreben:(3)

  • Regelmäßige körperliche Aktivität während der Schwangerschaft und in der Zeit nach der Entbindung.
  • Mindestens 150 Minuten mäßig intensive körperliche Aktivität in der Woche.
    • Um einen erheblichen Nutzen für die Gesundheit zu erzielen, ist die Kombination aus aerober Aktivität (z. B. zügiges Gehen, Schwimmen, Fahrradergometer, Low-Impact-Aerobic, Joggen, modifiziertes Yoga und modifiziertes Pilates) und Widerstandstraining (z. B. Übungen mit dem eigenen Körpergewicht wie Kniebeugen, Lunges, Liegestütze) die beste Option.
    • Zusätzliche sanfte Dehnübungen können ebenfalls von Vorteil sein.
  • Darüber hinaus:
    • Frauen, die vor der Schwangerschaft regelmäßigen hochintensiven aeroben Aktivitäten nachgingen oder körperlich aktiv waren, können diese Aktivitäten auch während der Schwangerschaft und im Wochenbett fortsetzen.
    • Wenn Schwangere und Wöchnerinnen die empfohlenen Leitlinien zum gegebenen Zeitpunkt nicht einhalten, ist eine gewisse körperliche Aktivität für die Gesundheit von Vorteil. Sie sollten mit kleinen Mengen körperlicher Aktivität beginnen und im Laufe der Zeit Häufigkeit, Intensität und Dauer allmählich steigern.
    • Beckenbodentraining (Kegel-Übungen) kann täglich durchgeführt werden, um das Risiko einer Harninkontinenz zu verringern.
    • Schwangere und Wöchnerinnen sollten die Zeit, die sie im Sitzen verbringen, einschränken. Ein Ersatz der sitzenden Tätigkeit durch körperliche Aktivität jeglicher Intensität (einschließlich leichter Intensität) bietet gesundheitliche Vorteile.

Das American College of Obstetricians and Gynaecologists (Amerikanisches Kollegium der Geburtshelfer und Gynäkologen) hat eine Stellungnahme des Ausschusses zu körperlicher Aktivität und Bewegung während und nach der Schwangerschaft veröffentlicht. Ihre Empfehlung lautet:(5)

  • Mäßig intensive körperliche Aktivität von 20 bis 30 Minuten pro Tag an den meisten oder allen Tagen der Woche.

Das Royal College of Obstetricians and Gynaecologists empfiehlt:

  • Nach einer unkomplizierten Geburt können einige Frauen bereits wenige Tage nach der Entbindung wieder leichte körperliche Aktivitäten oder solche mit geringen Stoßbelastungen aufnehmen.
  • Gab es Komplikationen bei der Entbindung (z. B. lange zweite Geburtsphase, Kaiserschnitt, hintere Hinterhauptslage oder instrumentelle Entbindung), sollte eine medizinische Betreuungsperson konsultiert werden, bevor das Niveau der körperlichen Aktivität von vor der Schwangerschaft wieder aufgenommen wird. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Zangenentbindung und der Denervierung der Beckenbodennerven, weshalb mit einer längeren Erholungszeit gerechnet werden muss.(6)
  • Siehe diese hilfreiche Infografik: Körperliche Aktivität für schwangere Frauen (in englischer Originalsprache)

Leitlinien für die Rückkehr zum Laufen nach der Geburt ( edit | edit source )

In diesen Leitlinien wird empfohlen, dass allen Frauen unabhängig von der Art der Entbindung eine Untersuchung der Beckengesundheit durch eine auf Beckengesundheit spezialisierte physiotherapeutische Fachkraft angeboten werden soll.(7) Kraft, Funktion und Koordination der Bauchwand- und Beckenbodenmuskulatur sollten umfassend beurteilt werden. Es sollte eine vaginale und gegebenenfalls eine anorektale Untersuchung durchgeführt werden. Frauen nach der Geburt können von einer individualisierten Befunderhebung und einem maßgeschneiderten Rehabilitationsprogramm für den Beckenboden profitieren. Dieses kann:(7)

Lesen Sie hier die Leitlinien: Returning to running postnatal–guidelines for medical, health and fitness professionals managing this population(7) (in englischer Originalsprache)

Objektive Messungen vor der stufenweisen Rückkehr zum Laufen ( edit | edit source )

  • Modified Oxford Manual Muscle Testing (MOMMT)
    • Wenn beim modifizierten manuellen Muskeltest (Modified Oxford Manual Muscle Testing – MOMMT) bei der digitalen vaginalen oder anorektalen Untersuchung ein Wert unter 3 festgestellt wird, wird vom Laufen noch abgeraten.(7)
  • Verminderte Ausdauer der Beckenbodenmuskulatur
    • Der empfohlene Ausgangswert im Stehen ist:(7)
      • 10 schnelle Wiederholungen
      • 8 bis 12 Wiederholungen der maximalen willentliche Kontraktionskraft mit einer Dauer von 6 bis 8 Sekunden
      • Submaximale Kontraktion von 30 bis 50 % für 60 Sekunden
  • Das Risiko, einen Beckenorganprolaps zu entwickeln, sollte mit der GH+PB-Komponente des Pelvic Organ Prolapse Quantification (POP-Q) System Assessment bewertet werden.
    • Ein Wert von mehr als 7 cm zeigt an, dass eine Frau ein höheres Risiko für einen Beckenorganprolaps hat.(7)
  • Pelvic Floor Distress Inventory (PFDI-20)
    • Die Verwendung des Pelvic Floor Distress Inventory (PFDI-20), ein Screening-Fragebogen, wird als Möglichkeit genannt, symptomatische Frauen zu identifizieren und sie an eine entsprechende Untersuchung in der Frauengesundheit zu überweisen. (Hinweis: Die Bezeichnung des PFDI-20 variiert in der Literatur in Bezug auf die Begriffe Disability / Distress und Index / Inventory). Genauso wichtig ist es jedoch, asymptomatische Frauen zu identifizieren, die gefährdet sind, wenn sie ihr System zu früh mit Aktivitäten mit hohen Stoßbelastungen überfordern.(2) Physiotherapeuten sind unter den Dienstleistern des Gesundheitswesens häufig am besten geeignet, den Fitnessgrad und die Fähigkeiten einer Frau zu beurteilen und sie bei der Rückkehr zum Training nach der Geburt zu unterstützen. Die kombinierten Fertigkeiten von muskuloskelettalen oder Sportphysiotherapeuten und Physiotherapeuten für Beckengesundheit können Frauen nach der Geburt unschätzbare Unterstützung bieten.(7)

Hinweise zum Verlangsamen oder Aufhören ( edit | edit source )

In den Leitlinien für die Rückkehr zum Laufen von Goom et al.(7) wird empfohlen, sich in den ersten drei Monaten nach der Geburt auf Übungen mit geringer Stoßbelastung („low impact“) zu beschränken. Die Rückkehr zum Laufen („return to running“) kann frühestens zwischen 3 und 6 Monaten nach der Entbindung beginnen. Diese Leitlinien beruhen auf der verfügbaren Evidenz und der klinischen Erfahrung der Autoren und ermutigen zum klinischen Reasoning, sind aber derzeit nicht validiert.(7) Es gibt Forschungsergebnisse, die darauf hindeuten, dass einige Frauen innerhalb eines kürzeren Zeitraums wieder mit dem Laufen beginnen,(8) aber dies ist vor allem bei Sportlerinnen oder Frauen der Fall, die vor und während der Schwangerschaft körperlich aktiv waren.

Frauen, die nach der Geburt wieder mit dem Laufen oder anderen Aktivitäten mit hoher Stoßbelastung beginnen möchten, sollten auf die folgenden Zeichen und Symptome achten, die vor oder nach dem Versuch, wieder mit dem Laufen zu beginnen, auftreten können. Tritt eines der folgenden Zeichen und Symptome auf, ist es ein Hinweis dafür, das Trainingsprogramm zu verlangsamen oder abzubrechen, und es ist wichtig, einen Physiotherapeuten für Beckengesundheit aufzusuchen.(7)

  • Schweregefühl oder Ziehen im Beckenbereich (dies kann mit einem Prolaps zusammenhängen)
  • Urinverlust oder Unfähigkeit, den Stuhlgang zu kontrollieren
  • Eine abdominelle Fettschürze bzw. „Hängebauch“ oder eine auffällige Lücke entlang der Mittellinie der Bauchdecke (dies kann auf eine Rektusdiastase hinweisen)
  • Becken- oder Kreuzschmerzen, die durch körperliche Aktivität ausgelöst werden
  • Anhaltender oder erhöhter Blutverlust über acht Wochen nach der Geburt hinaus, der nicht mit dem monatlichen Zyklus zusammenhängt

Zeitplan für die Trainingsprogression ( edit | edit source )

Woche null bis zwei ( edit | edit source )

  • Ruhe und Erholung sind vorrangig, da sich der Körper von einem bedeutenden Ereignis erholt
  • Gehen als Herz-Kreislauf-Training – sobald sich die Frau dazu in der Lage fühlt
  • Sanfte Übungen zur Aktivierung der Rumpfmuskulatur / Core – Beckenkippung und sanfte Bauchmuskelübungen
  • Übungen für die Beckenbodenmuskulatur
    • Kurzes Anspannen zur Förderung der Durchblutung und Heilung(2)
    • Allmähliche Steigerung auf 10 Kontraktionen von jeweils 10 Sekunden Dauer und 10 schnelle Kontraktionen, sobald die Frau dazu in der Lage ist(9)
    • Nach der Geburt eines Kindes ist die Beckenbodenmuskulatur bei den meisten Frauen geschwächt und verletzt. Anleitung und Überwachung zur korrekten Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur sind notwendig, insbesondere bei Frauen, die diese Muskeln vor der Schwangerschaft und Entbindung nicht trainiert haben.(10)
    • Bei der postnatalen Untersuchung einer Frau ist es wichtig, herauszufinden, wie das Baby entbunden wurde. Die NICE-Leitlinien empfehlen ein 12-wöchiges (3-monatiges) Training der Beckenbodenmuskulatur unter Anleitung für Wöchnerinnen, die Folgendes erlebt haben:
      • Verletzungen des Analsphinkters unter der Geburt (Obstetric Anal Sphincter Injuries – OASIS)
      • Assistierte vaginale Geburt (Zange oder Saugglocke)
      • Vaginale Geburt mit hinterer Hinterhauptslage
    • Lesen Sie die NICE-GUIDELINES hier: Pelvic floor dysfunction: prevention and non-surgical management (in englischer Originalsprache)

Woche zwei bis vier ( edit | edit source )

  • Steigerung des Gehens
  • Progression der Kräftigung der Beckenboden- und Rumpfmuskulatur
  • Einführung von Kniebeugen (Squats), Ausfallschritten (Lunges) und Brücke (Bridging), angepasst an die Aktivitäten des täglichen Lebens

Woche vier bis sechs ( edit | edit source )

  • Übungen mit geringer Stoßbelastung, z. B. Fahrradergometer oder Crosstrainer
  • Fortsetzung der Beckenbodenübungen und schrittweise Kräftigung der Bauchmuskulatur

Woche sechs bis acht ( edit | edit source )

  • Power Walking – Erhöhung der Gehgeschwindigkeit, Bergaufgehen
  • Erhöhte Dauer/Intensität der Übungen mit geringer Stoßbelastung
  • Kreuzheben (Deadlift), beginnend mit leichten Gewichten (nicht mehr als das Gewicht eines Babys in einem Autositz – 15 kg)
  • Widerstandsübungen beim Training der Rumpfmuskulatur und der unteren Extremitäten

(11)

Woche acht bis zwölf ( edit | edit source )

  • Progression des Kraft- und Rumpfmuskeltrainings je nach Toleranz
  • Schwimmen (wenn der Wochenfluss abgeklungen ist und keine Probleme mit der Wundheilung auftreten)
  • Spinning (wenn die Position auf dem Spinning-Sattel gut toleriert wird)

Woche zwölf und danach ( edit | edit source )

  • Kurz- und langfristige Ziele vereinbaren
  • Schrittweise Wiederaufnahme des Laufens und des Trainings mit Stoßbelastungen
  • Die Zusammenarbeit mit einem Lauftrainer kann ratsam sein, wenn eine Frau in kürzerer Zeit größere Strecken zurücklegen möchte
  • Risikofaktoren für Verletzungen berücksichtigen
  • Trainingsvolumen (Distanz und Zeit) vor der Intensität steigern
  • Zeichen und Symptome überwachen und das Laufprogramm entsprechend anpassen oder sich an den zuständigen Arzt wenden, um postnatale Probleme zu behandeln

Probleme bei zu frühem Wiedereinstieg ins Laufen nach der Entbindung ( edit | edit source )

Zwischen 35 %(12) und 84 % der Frauen, die in einer Studie nach der Geburt wieder mit dem Laufen begannen, klagten über muskuloskelettale Schmerzen in mindestens einem Körperbereich.(13) Dies wirft die Frage auf: Sind Frauen gut genug vorbereitet, um nach der Geburt wieder zum Sport und zu hohen Stoßbelastungen zurückzukehren?(2)

In einer kürzlich durchgeführten biomechanischen Studie, in der Läuferinnen nach der Geburt und Kontrollpersonen ohne Geburt in der Vorgeschichte verglichen wurden, wurde Folgendes festgestellt:(14)

  • Läuferinnen nach der Geburt hatten eine um 24,3 % höhere Bremsbelastungsrate („braking loading rate“) bei anteroposterioren Bodenreaktionskräften
  • Die ischiokrurale Muskulatur war bei Läuferinnen nach der Geburt um 14 % weniger flexibel
  • Läuferinnen nach der Geburt hatten eine um 25,9 % geringere Hüftabduktionskraft
  • Läuferinnen nach der Geburt hatten eine um 51,6 % geringere Hüftadduktionskraft

Obwohl es sich um eine kleine und explorative Studie handelt, könnten bei Läuferinnen nach der Geburt wesentliche Unterschiede bei den Bremsbelastungen während des initialen Kontakts und bei der Hüftkraft bestehen. Diese Faktoren wurden in der Literatur bereits mit Laufverletzungen in Verbindung gebracht.(15)(16) Das Training des M. gluteus medius ist von entscheidender Bedeutung, da er das Becken stabilisiert und die Adduktion der Hüfte und die Innenrotation des Oberschenkels während des Einbeinstands verhindert.(17) Außerdem wurde eine Schwäche des M. gluteus medius mit schwangerschaftsbedingten Kreuzschmerzen in Verbindung gebracht.(18) Bei Personen mit Harninkontinenz wurde berichtet, dass eine Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur zusammen mit der hüftnahen Muskulatur zu einem geringeren täglichen Urinverlust führt.(19)

Krafttests für postnatale Frauen vor der Rückkehr zum Laufen ( edit | edit source )

Auf der Grundlage eines klinischen Expertenkonsenses sollten diese Tests durchgeführt werden, bevor Frauen nach der Geburt wieder mit dem Laufen beginnen. Jede Bewegung sollte mit der Anzahl der Wiederholungen bis zur Ermüdung durchgeführt werden. Ziel ist es, bei jedem Test 20 Wiederholungen zu erreichen.(7)

  • Einbeiniges Fersenheben
  • Einbeinige Brücke (Hüftheben)
  • Einbeiniges Aufstehen (Sit to Stand)
  • Abduktion in Seitenlage

(20)

Bewertung der Belastung und des Belastungsmanagements vor der Rückkehr zum Laufen ( edit | edit source )

Mit diesen Tests wird die Fähigkeit der Frau beurteilt, die Belastung durch anspruchsvolleres Training wie Laufen und Übungen mit hohen Stoßbelastungen zu tolerieren.(7)

  • 30 Minuten lang gehen
  • Gleichgewicht im Einbeinstand für 10 Sekunden
  • Einbeinige Kniebeuge (single leg squat) – 10 Wiederholungen auf jeder Seite
  • Joggen auf der Stelle für 1 Minute
  • Beidbeiniger Sprung vorwärts – 10 Wiederholungen
  • Hüpfen auf der Stelle – 10 Wiederholungen auf jedem Bein
  • Einbeiniger „Running Man“: Flexion/Extension von gegenseitigem Arm und Hüfte (gebeugtes Knie) – 10 Wiederholungen auf jeder Seite

Es ist ratsam, sich allmählich wieder an Übungen mit hohen Stoßbelastungen wie das Laufen heranzutasten. Zu den Möglichkeiten, dies zu erreichen, gehören eine Geh-Lauf-Strategie und Strategien zur allmählichen Steigerung der Belastung auf Beckenboden und Körper.(7)

Weitere Überlegungen zur Rückkehr zu körperlicher Aktivität und Sport nach der Geburt ( edit | edit source )

  • Stillen
    • Mäßig intensive körperliche Aktivität beeinträchtigt weder die Akzeptanz der Muttermilch durch den Säugling noch dessen Wachstum.(5)
    • Es gibt widersprüchliche Berichte über den Gesamteinfluss der Hormone auf das Bindegewebe, die Gelenklaxität und die Muskeln, und er scheint von Person zu Person uneinheitlich zu sein. Daher kann dieser Faktor in Einzelfällen das Verletzungsrisiko einer Frau erhöhen.(7)
    • Berücksichtigen Sie den Energiebedarf, wenn eine Frau stillt und trainiert.
  • Schlaf
    • Schlaf ist für die Erholung von physischem und psychischem Stress unerlässlich und wird in der Zeit nach der Geburt häufig beeinträchtigt.
    • Schlafmangel erhöht das Verletzungsrisiko.
    • Es werden sieben bis neun Stunden Schlaf empfohlen.
  • Psychologisches Wohlbefinden
    • Screening auf postnatale Depression (PND) – Edinburgh Depression Scale.
    • Viele Frauen nutzen den Sport, wie z. B. das Laufen, als Bewältigungsstrategie, um ihr Körperbild zu verbessern oder als Mittel zur Realitätsflucht. Gesundheitsfachkräfte müssen in der Lage sein, Frauen, die spezielle Unterstützungsdienste benötigen, anzusprechen.(2)
  • Körpergewicht
    • Bei übergewichtigen Personen ist die Belastung des Beckenbodens größer.
    • Frauen mit einem Body Mass Index (BMI) > 30 haben ein höheres Risiko für beckenbodenbezogene Symptome.
    • Lesen Sie mehr auf Weight Management before, during and after pregnancy. (in englischer Originalsprache)
  • Fitness
    • Der Schwerpunkt sollte auf ein sicheres und angemessenes Training nach der Geburt gelegt werden
    • Erforderlich sind ein individuelles Assessment und ein personalisierter Trainingsansatz, die beide auf die Geburtserfahrung und die spezifischen Probleme der Frau basieren.
  • Stützende Kleidung
    • Ein persönlich angepasster Sport-BH kann die Brust besser stützen und mehr Komfort bieten.
    • Stützendes Schuhwerk und die richtige Passform sind wichtig.
    • Es entwickelt sich zur Zeit ein neues Forschungsgebiet für Sportbekleidung und Kleidung, die den Beckenboden während des Trainings unterstützt. Okayama et al.(27) berichteten, dass „das Tragen von stützender Unterwäsche (Shaper) bei der Verringerung der Symptome einer Harninkontinenz fast so wirksam war wie das Beckenbodentraining zu Hause“.

Vorteile des Trainings nach der Geburt ( edit | edit source )

  • Stellt die körperliche Gesundheit wieder her
    • Verbessert die Blutzirkulation(29)
    • Kräftigt die Bauch- und Wirbelsäulenmuskulatur(29)
    • Beschleunigt die Rückbildung der Gebärmutter(29)
  • Verbessert die Schlafqualität
    • Eine signifikante Verbesserung der körperlichen Symptome im Zusammenhang mit Schlafmangel wurde bei Frauen nach der Geburt festgestellt, die an einem Walking-Programm teilgenommen hatten.(30)
  • Stressreduzierung
  • Vorbeugung von depressiven Störungen wie der postnatalen Depression
    • Regelmäßige körperliche Aktivität während der Schwangerschaft und nach der Geburt verringert das Risiko einer Depression im Vergleich zu Inaktivität(31)(32)
  • Erhöhte Energie(33)
  • Verbessertes Wohlbefinden(33)
  • Verringerung des Körpergewichts(33)
  • Stimuliert die Laktation(29)
  • Verbessertes Durchhaltevermögen
    • Verbesserte Fähigkeit und Kapazität, körperliche Aktivität konsequent umzusetzen
  • Linderung von postnatalen Problemen wie Rektusdiastase, Harninkontinenz, Beckenorganprolaps und Beckengürtelschmerzen(34)(35)(36)
  • Soziale Aktivität – das Training mit anderen Müttern kann Unterstützung bieten und motivieren

Barrieren für das Training von Frauen nach der Geburt ( edit | edit source )

Bevor Physiotherapeuten Frauen nach der Geburt körperliche Aktivität verschreiben, müssen sie die Barrieren für Sport und körperliche Aktivität kennen.(37) Einige dieser Barrieren und Vorschläge, wie Physiotherapeuten den Frauen helfen können, diese Barrieren zu überwinden, sind in Tabelle 1 aufgeführt.

Tabelle 1. Barrieren für körperliche Aktivität bei postpartalen Frauen(37)
Kategorien Barrieren Vorschläge zur Überwindung der Barriere
Intrapersonell Müdigkeit und/oder Schlafmangel Aufklärung über Strategien zur Schlafgesundheit und über die Bedeutung des Schlafs; Unterstützung bei der Entwicklung von Bewegungsstrategien zur Verbesserung des Energieniveaus

Vermittlung von Techniken zur Energieerhaltung

Geringe Motivation Informieren Sie über lokale Fitnesskurse oder Laufgruppen – soziale Unterstützung hilft oft bei geringer Motivation
Körperliche oder gesundheitliche Einschränkungen Frauen bei muskuloskelettalen Veränderungen unterstützen und Übungen nach Bedarf anpassen
Interpersonell Zeitmangel und/oder unvorhersehbare Routine/Zeitplan und Beschäftigung mit häuslichen Aufgaben/Betreuung/Verantwortung Aufklärung und Vermittlung von Strategien für Frauen, die das Gefühl haben, dass sie dem Training keine Priorität einräumen können; Schaffung eines Bewusstseins dafür, dass kleine, kürzere Trainingseinheiten (10 bis 15 Minuten) bereits zur allgemeinen Gesundheit beitragen
Soziokulturelle und demografische Einflüsse Fehlende Unterstützung durch Familie, Freunde und andere Mütter Suche nach Möglichkeiten, die Last der Betreuung zu teilen; Empfehlung von Kursen und Fitnessstudios in der Gemeinde, zu denen Frauen ihre Babys mitbringen können
Physisches Umfeld Wetter und Zugang zu geeigneten Einrichtungen und Kinderbetreuung Bekanntmachung von Einrichtungen in der örtlichen Umgebung; Unterstützung von Frauen bei der Erstellung von Trainingsplänen, die auch in geschlossenen Räumen durchgeführt werden können

Nutzung von Online-Ressourcen

Umfeld der medizinischen Versorgung Stillen; Fehlende Informationen/Beratung/Ermutigung Aufklärung über Bewegung und Stillen – es ist unbedenklich, während der Stillzeit Sport zu treiben, und die Gesundheit von Mutter und Kind wird nicht beeinträchtigt; Genaue Informationen über körperliche Aktivität bereitstellen und verbreiten

Unterstützende Faktoren für das Training nach der Geburt ( edit | edit source )

  • Unterstützung durch den Partner
  • Soziale Unterstützung und Netzwerke
    • Zum Beispiel Bewegungskurse für Wöchnerinnen
  • Positive Wahrnehmung der Bedeutung von Bewegung
    • Liva et al.(38) berichten, dass Frauen, die die Bedeutung von Bewegung und körperlicher Aktivität für ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden positiv einschätzen, sich trotz aller anderen Barrieren wie Zeitmangel oder begrenzte Kinderbetreuung Zeit für Bewegung und körperliche Aktivität nehmen.

Ressourcen(edit | edit source)

Referenzen(edit | edit source)

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