Häufige Krankheitsbilder in der Beckengesundheit der Frau

Originale Autorin Jess Bell basierend auf dem Kurs von Ibukun Afolabi
Top-BeitragendeJess Bell, Kim Jackson und Olajumoke Ogunleye

Einleitung(edit | edit source)

Frauen können aus vielen Gründen die Hilfe von Physiotherapeuten für die Beckengesundheit in Anspruch nehmen. Auf dieser Seite werden einige häufige Krankheitsbilder vorgestellt, die Physiotherapeuten in der klinischen Praxis begegnen können. Strategien zur Befunderhebung und zum Management werden hier erörtert.

Funktionszustände des Beckenbodens ( edit | edit source )

Die Beckenbodenmuskeln arbeiten synergistisch mit dem respiratorischen Zwerchfell zusammen, indem sie sich bei jedem Atemzug zusammenziehen (kontrahieren) und wieder entspannen. Das Ausmaß der Bewegung hängt dabei von der Tiefe des Atems ab.(1) Wie bei jedem Skelettmuskel kann es jedoch auch bei der Beckenbodenmuskulatur zu Verspannungen kommen. Eine eingeschränkte Beweglichkeit des Beckenbodens kann die Darm- und Blasenfunktion, das sexuelle Vergnügen, die Stützfunktion des Cores am Rumpf und die sportliche Leistung beeinträchtigen.(1)

Es gibt zwei gegensätzliche Funktionszustände des Beckenbodens:(1)

1. Unteraktiver Beckenboden

  • „Tiefliegende Position, schlaff, nicht stützend, hypoton, lang oder gedehnt, unzusammenhängend“(1)
  • Gekennzeichnet „durch die Unfähigkeit, die Anforderungen der Aufrechterhaltung der Kontinenz oder der Unterstützung der Beckenorgane zu erfüllen, aufgrund von Defiziten bei der Kraft, der Ausdauer oder der zeitlich korrekt abgestimmten Koordination der Kontraktion.“(2)
  • Die Beckenbodenmuskulatur:(1)
    • Kann träge sein
    • Kann, muss aber nicht druckempfindliche Stellen haben
    • Tut sich schwer mit dem Anheben (Hochziehen) und Kontrahieren
    • Wird wahrscheinlich schwach sein

2. Überaktiver Beckenboden

  • „Hohe Position, verspannt, steif/fest, kurz, hypertonisch, nicht entspannend“(1)
  • Gekennzeichnet „durch die Unfähigkeit, sich vollständig zu entspannen und zu verlängern. Am häufigsten ist der überaktive Beckenboden mit Symptomen wie Beckenschmerzen, Reizblase, häufigem Harndrang und Stuhlgangstörungen verbunden.“(2)
  • Der überaktive Beckenboden:(1)
    • Kann druckempfindlich sein
    • Kann möglicherweise schmerzhaft sein
    • Tut sich möglicherweise schwer mit dem Anheben (Hochziehen) und Kontrahieren
    • Wird oft als schwach betrachtet

In Wirklichkeit befinden sich diese Funktionszustände des Beckenbodens entlang eines Kontinuums. Bei einigen Frauen können sowohl Elemente der Über- als auch der Unteraktivität auftreten, so dass sie einen gemischten Beckenboden haben.(1) Die Zeichen, die mit einem unteraktiven und einem überaktiven Beckenboden einhergehen, sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

Tabelle 1. Zeichen im Zusammenhang mit einer unter- oder überaktiven Beckenbodenmuskulatur(1)
Unteraktiver Beckenboden Überaktiver Beckenboden
Harnverlust beim Laufen, Springen, Husten, Niesen, Lachen (d. h. alles, was Druck auf die Blase ausübt) Harnverlust beim Laufen, Springen, Husten, Niesen, Lachen (d. h. alles, was Druck auf die Blase ausübt)
Plötzlicher Harn- oder Stuhldrang Plötzlicher Harn- oder Stuhldrang
Schwierigkeiten bei der Anhebung (Hochziehen) des Beckenbodens Schwierigkeiten bei der Anhebung (Hochziehen) des Beckenbodens
Die Kontraktion des Beckenbodens fühlt sich schwach an Die Kontraktion des Beckenbodens fühlt sich schwach oder zeigt eine geringe Ausdauer
Tampons oder Menstruationstassen können herausfallen Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens oder bei der vollständigen Entleerung der Blase
Sex kann als „nicht mehr das gleiche Gefühl wie vor der Geburt der Kinder“ beschrieben werden. Schmerzen bei der Penetration
Gefühl von Schwere, Druck oder Ziehen Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
Das Gefühl, auf einem Ei oder mit einem Golfball zwischen den Beinen zu sitzen Anhaltende Schmerzen im Becken-, Unterleibs-, Leisten- oder Genitalbereich
Bemerken einer Vorwölbung am Scheideneingang Anhaltende Kreuz-, Hüft- oder Leistenschmerzen
Unfähigkeit, rechtzeitig auf die Toilette zu gelangen Trauma, Rissbildung oder assistierte Geburt während der Entbindung
Unfähigkeit, Darm oder Blase vollständig zu entleeren Kegel-Übungen machen die Symptome schlimmer
Schmerzen im Iliosakralgelenk, Hüftschmerzen Diagnose von Endometriose, interstitieller Blasenentzündung, Vaginismus, Dyspareunie
Chronische Obstipation (Verstopfung) Chronische Obstipation (Verstopfung)

Da sich die Symptome teilweise überschneiden, sind eine sorgfältige Befunderhebung und eine fortlaufende Beurteilung unerlässlich, um die richtige Behandlungsstrategie zu wählen.

Häufige Krankheitsbilder in der Beckengesundheit ( edit | edit source )

Beeinträchtigungen des Beckenbodens können meist in folgende Kategorien eingeteilt werden:(1)

  • Probleme im Zusammenhang mit Druck
  • Probleme im Zusammenhang mit der Stützfunktion
  • Neuromuskuläre oder myofasziale Probleme
  • Schmerzzustände
  • Gemischte Beschwerden

Die häufigsten Krankheitsbilder werden im Folgenden erläutert.

Inkontinenz(edit | edit source)

Inkontinenz ist der unkontrollierte Verlust von Harn oder Stuhl bzw. Darmgasen in beliebiger Menge.(1)

Harninkontinenz ( edit | edit source )

Harninkontinenz (HI) kann in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

  • Stressinkontinenz oder Belastungsinkontinenz:(3)
    • Unwillkürlicher Harnverlust, der bei Bewegungen/Aktivitäten wie Husten, Niesen, Lachen, Laufen oder schwerem Heben auftritt, wodurch der Druck auf die Blase im Bauchraum erhöht wird (d. h. mechanischer Stress)
  • Dranginkontinenz oder Urgeinkontinenz:(3)
    • Unwillkürlicher Harnverlust während der Blasenfüllungsphase
    • Starker und plötzlicher Harndrang, Gefühl der Dringlichkeit
  • Mischinkontinenz:(4)
    • Vorliegen sowohl einer Stress- als auch einer Dranginkontinenz
  • Überlaufinkontinenz oder Überlaufblase:(5)
    • Unbeabsichtigter, ständiger Verlust kleinster Mengen an Harn („Tröpfeln“) durch die übermäßige Füllung der Blase im Zusammenhang mit einer Abflussstörung (chronische Harnretention)
  • Funktionelle Inkontinenz:(6)
    • Tritt auf, wenn kognitive, funktionelle oder Mobilitätsprobleme die Fähigkeit einer Person beeinträchtigen, die Toilette zu benutzen
    • Keine direkt blasenbedingte oder neurologische Ursache
    • Auch als „toileting difficulty“ (etwa: schwieriger Toilettengang) bezeichnet

Das folgende Video bietet eine ausführliche Diskussion über Inkontinenz.

(7)

Die Prävalenz der Harninkontinenz ist in verschiedenen Studien sehr unterschiedlich.(8) Man schätzt, dass jede zweite bis dritte Frau von Inkontinenz betroffen ist.(9)(10) Dennoch nehmen viele Betroffene keine Behandlung in Anspruch.(1) Lukacz et al.(11) fanden heraus, dass nur 25 Prozent der betroffenen Frauen eine Behandlung erhalten. Mögliche Gründe für die Nichtinanspruchnahme einer Behandlung sind:(1)

  • Schamgefühl
  • Mangelndes Bewusstsein für Behandlungsmöglichkeiten
  • Die Überzeugung, dass dies ein „normaler“ Teil des Alterns ist

Es ist wichtig zu wissen, dass Inkontinenz an sich keine Diagnose ist, sondern ein Symptom, das durch zugrunde liegende Probleme im Kontinenzsystem verursacht wird. Zu diesen Problemen gehören:(1)

  • Gestörtes Druckmanagement
  • Beeinträchtigungen der Beckenbodenmuskulatur
  • Haltungs- oder Bewegungsdysfunktionen
  • Abnorme Entleerungsmuster
  • Unkoordiniertes System des inneren Cores
  • Verhaltensbedingte Faktoren (z. B. „sicherheitshalber“ auf die Toilette gehen)

Andere Erkrankungen der Blase ( edit | edit source )

Weitere Störungen der Blase und blasenbedingte Symptome sind:(1)

  • Häufiger Harndrang
  • Reizblase (überaktive Blase)
  • Verzögerte Miktion / unteraktive Blase
  • Harnverhalt
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Gefühl der unvollständigen Entleerung
  • Häufiges nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • Chronisch rezidivierende Harnwegsinfektionen (rHWI)
  • Schmerzen beim Wasserlassen

Weitere Informationen zu diesen Krankheitsbildern und Problemen finden Sie hier.

Stuhlinkontinenz ( edit | edit source )

Unter Stuhlinkontinenz versteht man den unwillkürlichen Verlust von Darmgasen oder Stuhl (von Flecken auf der Unterwäsche bis hin zum vollständigen Verlust der Stuhlkontrolle).(1) Eine von acht Frauen leidet unter Stuhlinkontinenz(1) Sie wird häufig durch Verletzungen des analen Schließmuskels (Obstetric anal sphincter injury – OASIS), die während der Geburt entstehen, verursacht.(1) OASIS-Verletzungen werden auch bezeichnet als Dammrisse dritten oder vierten Grades:(12)

  • Risse ersten Grades betreffen die Haut des Perineums, aber diese Risse heilen in der Regel von selbst und müssen nicht genäht werden
  • Risse zweiten Grades betreffen sowohl die Haut als auch die perineale Muskulatur
  • Risse dritten Grades betreffen den Analsphinkterkomplex
  • Risse vierten Grades reichen bis zur Schleimhaut des Anus

Die Inzidenz von OASIS-Verletzungen nach vaginalen Entbindungen soll Berichten zufolge zunehmen.(12) Neben einer Stuhlinkontinenz kann eine OASIS-Verletzung zu folgenden Problemen führen:(12)

  • Schmerzen
  • Harninkontinenz
  • Sexuelle Dysfunktion
  • Depression / Angstzustände
  • Verminderte emotionale Gesundheit und Lebensqualität

Andere Erkrankungen des Darms ( edit | edit source )

Andere Darmprobleme, die bei Frauen auftreten können, sind:(1)

Beckenorganprolaps ( edit | edit source )

Abbildung 1. Gebärmuttervorfall.

Zu einem Beckenorganprolaps (Pelvic Organ Prolapse – POP) kommt es, wenn sich die Beckenorgane (d. h. Gebärmutter, Mastdarm und Blase bei Frauen) aus ihrer optimalen Position verlagern. Abbildung 1 veranschaulicht die Stadien eines Uterusprolapses / Gebärmuttervofalls.(1)(14)

Zu den Symptomen gehören:(1)(15)

  • Druck- / Schweregefühl im Dammbereich
  • Veränderter Harnfluss
  • Ein Gefühl des „Herausfallens“ / Senkungs- oder Fremdkörpergefühl
  • Obstipation (Verstopfung) / Pressen
  • Unbehagen beim Geschlechtsverkehr

Zu den körperlichen Anzeichen kann eine Ausstülpung oder Vorwölbung am Scheideneingang gehören.(1) Im Allgemeinen verschlimmern sich die Symptome einer Person in Positionen, in denen die Schwerkraft bzw. ein erhöhter Druck auf den Beckenboden wirken (z. B. Stehen, Gehen, Heben). Positionen, in denen der Druck auf dem Beckenboden geringer ist (z. B. im Liegen), wirken eher entlastend.(1)

Ein Beckenorganprolaps bringt unterschiedliche subjektive Erfahrungen mit sich. Manche Patientinnen haben einen leichten Prolaps, leiden aber unter schweren Symptomen, während andere einen erheblichen Prolaps haben, aber nur über minimale oder gar keine Symptome berichten.(1)(16) Die Diagnose wird auf der Grundlage der klinischen Untersuchung und der subjektiven Symptome gestellt, wie z. B.:(1)

  • Gefühl der Ausstülpung / Vorwölbung
  • Druckgefühl im Becken
  • Blasenspeichersymptome
  • Harninkontinenz
  • Rezidivierende Harnwegsinfekte (HWIs)

Nach dem biomechanischen Modell / Modell der Stützfunktion im Becken hält der Beckenboden die Beckenorgane in ihrer Position. Ein Beckenorganprolaps tritt auf, wenn:(1)(16)

  • Faszien und Bänder, die die Organe in ihrer Position halten, schlaff / lax werden, reißen oder ihre Integrität verlieren
  • Dadurch verlieren die Beckenorgane ihre Aufhängung von oben
  • Wenn die Beckenbodenmuskulatur beeinträchtigt / schwach ist, kann dies bedeuten, dass die Beckenhöhle von unten nicht ausreichend gestützt wird
  • In Verbindung mit einem schlecht kontrollierten Druck im Bauchraum (d. h. im Bereich zwischen respiratorischem Zwerchfell und Beckenboden(17), kann es zu einer Senkung der Beckenorgane kommen
  • Stärkere Prolapse können sich aus dem Scheideneingang herauswölben / ausstülpen

Avulsion des M. levator ani ( edit | edit source )

Abbildung 2. M. levator ani.

Es ist wichtig zu wissen, dass auch ein Ausriss des M. levator ani an der Entwicklung eines Beckenorganprolapses beteiligt sein kann. Diese Art von Avulsion tritt auf, wenn der M. levator ani (siehe Abbildung 2) von seinem Ursprung am Schambein (Os pubis) abgelöst wird.(18)

Sie tritt bei 10 bis 30 Prozent der vaginalen Entbindungen auf(18) und ist häufiger, wenn Saugglocke oder Zange verwendet werden oder wenn das Pressen länger dauert.(1)

Prolapsformen ( edit | edit source )

Traditionell werden Beckenorganprolapse in folgende Kategorien eingeteilt:(1) (19)

  • Abbildung 3. Formen des Beckenorganprolapses.

    Zystozele (Blasenvorfall)

  • Rektozele (Mastdarmvorfall)
  • Uterusprolaps (Gebärmuttervorfall)
  • Urethrozele (Harnröhrenvorfall)
  • Enterozele (Darmvorfall)
  • Vorfall des Scheidengewölbes bzw. Scheidenstumpfes oder -blindsacks (Vorfall des apikalen Teils der Scheide – tritt nur nach einer Hysterektomie auf)

Diese Begriffe werden zwar immer noch verwendet, aber Fachkräfte gehen zunehmend zu einem anatomisch orientierten Klassifikationssystem über und nutzen Begriffe wie:(20)

  • Prolaps der vorderen Scheidenwand
  • Prolaps der hinteren Scheidenwand
  • Prolaps des Scheidenapex (proximaler Teil)

Der Prolaps kann mit verschiedenen Systemen gemessen bzw. eingestuft werden, aber eines der am häufigsten verwendeten Systeme ist das POP-Q-System (Pelvic Organ Prolapse Quantification System). Das POP-Q verwendet ein Vier-Punkte-System, um den Grad des Vorfalls im Bezug auf die Ebene des Hymenalsaums zu bestimmen:(1)(20)

  • Grad 0 = keine Senkung / Vorfall
  • Grad 1 = Scheidenanteile liegen 1 cm über dem Hymenalsaum oder höher
  • Grad 2 = die Senkung ist 1 cm vom Hymenalsaum entfernt oder hat sich bis zu 1 cm außerhalb des Hymenalsaums vorgewölbt
  • Grad 3 = Vorfall ragt mehr als 1 cm, aber weniger als 2 cm über den Hymenalsaum heraus
  • Grad 4 = die Scheidenwände haben sich vollständig umgestülpt, und der Prolaps ist maximal vorgewölbt

Die Physiotherapie kann eine wirksame Behandlung für Personen mit Vorfällen der Grade 1 bis 3 sein.(1)

Es ist jedoch zu beachten, dass ein Vorfall je nach Faktoren wie Tageszeit, Untersuchungsposition und Untersuchungsmethode unterschiedlich bewertet werden kann. Daher können Physiotherapeuten einen Vorfall stattdessen als leicht, mittelschwer, erheblich oder schwer einstufen.(1)

Chronischer Beckenschmerz ( edit | edit source )

Chronische Beckenschmerzen sind definiert als Schmerzen im Beckenbereich, die seit mehr als drei Monaten vorhanden sind.(21) Die Betroffenen können Schmerzen im Unterbauch, im Beckenboden, in den Beckenorganen, in den Hüften, in der Leiste, im Gesäß, im unteren Rücken, im Steißbein, im Dammbereich, im Vulvovaginalbereich, im Mastdarm und in den Genitalien haben.(21)

Sie können diesen Schmerz wie folgt beschreiben:(21)

  • Konstant oder intermittierend
  • Tief oder oberflächlich
  • Ausgelöst durch Berührung oder unabhängig von Berührung vorhanden
  • Dumpf, stechend oder brennend
  • Die Art des Schmerzes kann sich je nach Aktivität ändern (z. B. beim Wasserlassen, Sitzen, Geschlechtsverkehr)

Zu den Arten von Beckenschmerzen, die ein Physiotherapeut für den Beckenboden behandeln kann, gehören:(21)

  • Dyspareunie (schmerzhafter Geschlechtsverkehr)
  • Vaginismus (unwillkürliche Verkrampfung der Beckenbodenmuskeln beim Versuch der Penetration)
  • Vulvodynie (allgemeine Schmerzen im Bereich der Vulva)
  • Vestibulodynie / vulväre Vestibulitis (Schmerzen im Bereich des Vestibüls am Scheideneingang)
  • Klitorodynie (Schmerzen in der Klitoris)
  • Kokzygodynie / Coccygodynie (Steißbeinschmerzen)
  • Dysmenorrhoe (schmerzhafte Regelblutungen)
  • Endometriose (Schmerzen aufgrund von entzündetem endometriumähnlichem Gewebe, das sich außerhalb der Gebärmutter befindet)
  • Adenomyose (Schmerzen aufgrund des Vorkommens von Gebärmutterschleimhaut in der Muskelschicht der Gebärmutter)
  • Blasenschmerzsyndrom (bzw. interstitielle Zystitis – verursacht Überempfindlichkeit und Entzündung des Urothels)
  • Levator-ani-Syndrom oder Proctalgia fugax (tritt bei Verspannungen / Krämpfen in einer Hauptmuskelgruppe des Beckenbodens auf)
  • Pudendusneuralgie oder Einklemmung des N. pudendus (tritt bei Kompression oder Reizung des N. pudendus auf)
  • Persistierende genitale Erregungsstörung (anhaltende oder wiederkehrende, unerwünschte oder aufdringliche, quälende, abnormale Empfindungen, die nicht mit sexuellem Interesse verbunden sind. Auch Restless Genital Syndrome, RGS, genannt)
  • Chronisches Beckenschmerzsyndrom (eine beschreibende Diagnose)
  • Andere Arten von Schmerzen, die durch folgende Ursachen hervorgerufen werden können: hormonelle Veränderungen wie die Menopause (Wechseljahre), Unterleibs- oder Beckenoperationen, Autoimmunerkrankungen, inneres Narbengewebe, Darm- oder Blasenfunktionsstörungen, Beckengürtelschmerzen, Schmerzen am Iliosakralgelenk, Risse des Labrums an der Hüfte, myofasziale / bindegewebige Dysfunktion, Trauma oder Hypertonus und Überaktivität der Beckenbodenmuskulatur

Weitere Informationen zu einigen dieser Krankheitsbilder finden Sie hier. Um Beckenschmerzen erfolgreich behandeln zu können, muss ein Physiotherapeut eine sorgfältige Befunderhebung in einem biopsychosozial-spirituellen und integrativen Rahmen vornehmen. Weitere Informationen zur Behandlung finden Sie hier.

Referenzen(edit | edit source)

  1. 1.00 1.01 1.02 1.03 1.04 1.05 1.06 1.07 1.08 1.09 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18 1.19 1.20 1.21 1.22 1.23 1.24 1.25 1.26 1.27 1.28 1.29 1.30 Afolabi I. Common Women’s Pelvic Health Conditions Course. Plus , 2022.
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