Originale Autorin – Mariam Hashem
Top-Beitragende – Wanda van Niekerk, Mariam Hashem, Jess Bell, Kim Jackson, Tarina van der Stockt, Chelsea Mclene, Tony Lowe, Leana Louw, Robin Tacchetti, Jorge Rodríguez Palomino und Rachael Lowe
Verletzungen des vorderen Kreuzbandes (VKB) sind weit verbreitet – in den Vereinigten Staaten ereignen sich jährlich über 200.000 Verletzungen,(1)(2) und die Kosten für das Gesundheitswesen belaufen sich auf über 2 Milliarden US-Dollar pro Jahr.(3) Profisportler sind anfälliger für VKB-Verletzungen mit einer jährlichen Inzidenzrate von 0,21-3,67 % im Vergleich zu 0,03 % in der Allgemeinbevölkerung.(4) Diese Verletzungen führen zu langen Ausfallzeiten für Sportler aller Leistungsniveaus.(5) Die chirurgische Rekonstruktion des VKB hilft, die passive Stabilität des Knies wiederherzustellen, aber nur 65 % der Sportler sind in der Lage, die Leistung von vor der Verletzung wieder zu erreichen.(6) Frauen sindaufgrund von Faktoren wie einem stärkeren Valgusstress,(7)(8) veränderten Belastungsmustern und Kraftungleichgewichten einem höheren Risiko ausgesetzt.(9) Die Verletzungsmechanismen können sich je nach biologischem Geschlecht unterscheiden (Männer: mehr Kontaktverletzungen; Frauen: mehr Verletzungen bei Nicht-Kontakt-Situationen).(10)
Die langfristigen Folgen sind unabhängig vom gewählten Behandlungsansatz erheblich. Eine posttraumatische Arthrose entwickelt sich in 37,9 % der Fälle mit chirurgischer und 40,5 % der Fälle mit konservativer Behandlung innerhalb von 20 Jahren nach der Verletzung.(11) Insgesamt besteht ein 7-fach erhöhtes Risiko, nach einer VKB-Verletzung eine Arthrose zu entwickeln.(12) Es wird angenommen, dass eine veränderte Belastungsmechanik nach der Verletzung dazu beiträgt.(13)(14) Weitere Folgen können Instabilität, Unfähigkeit zur Rückkehr in den Sport sowie Rezidive (Rerupturen) umfassen.
Moderne chirurgische Ansätze geben einer frühfunktionellen Mobilisation den Vorzug vor einer längeren Ruhigstellung.(15) Erfolgreiche Ergebnisse hängen auch von der Durchführung wirksamer, hochwertiger Rehabilitationsprogramme ab.(16)(17)(18)
Eine VKB-Rekonstruktion oder -Reparatur geht mit guten postoperativen Ergebnissen einher, wenn der Sportler zuvor eine gute Kniefunktion hatte.(19) Daher sind die muskuläre Kräftigung und die Verbesserung der Beweglichkeit vor der Operation wichtig für eine erfolgreiche Rehabilitation.(20) Beginnen Sie unmittelbar nach der Verletzung mit der Betreuung und beurteilen Sie den Zustand sorgfältig anhand objektiver Messungen, um Fortschritte und Veränderungen zu verfolgen.
Die folgenden Ziele der präoperativen VKB-Rehabilitation („Prehabilitation“) sind prädiktiv für ein gutes postoperatives Ergebnis:(5)
Die präoperative Rehabilitation sollte auf einer aggressiven Kräftigung des Quadrizeps basieren, mit dem Ziel, den Quadrizeps-Index > um 90% zu erhöhen (Quadrizeps-Index = Verhältnis zwischen der Kraft des M. quadriceps femoris auf der verletzten Seite und der Kraft auf der kontralateralen Seite).(15)(21)
Die Prehabilitation einer VKB-Verletzung sollte nach Möglichkeit funktionsbezogen und nicht zeitbezogen sein. Ein Programm, das sich auf die Wiederherstellung der Muskelkraft, das Erreichen einer Quadrizeps-Hypertrophie und die Verbesserung der Sprungleistung konzentriert, führt zu einer besseren Kniefunktion nach der Operation.(5)(22)(23)
Die Forschung hat gezeigt, dass die Prehabilitation nach einer VKB-Verletzung die von den Patienten angegebenen Knieergebnisse („Patient-Reported Outcomes“) und die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung verbessert und eine schnellere Rückkehr zum Sport ermöglicht.(25) Patienten, die sich einer Prehabilitation unterzogen hatten, erzielten im Vergleich zu Patienten ohne Prehabilitation bessere Werte sowohl im IKDC-Score als auch im KOOS-Score und zeigten eine höhere Wahrscheinlichkeit, wieder ihren Sport auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Verletzung auszuüben.(26)
Vergewissern Sie sich, dass Ihr Patient psychisch auf die Operation vorbereitet ist. Verbringen Sie viel Zeit damit, Ihren Patienten über seine Verletzung, den chirurgischen Eingriff, das Heimprogramm, den Rehabilitationsprozess und die Ergebnisse aufzuklären.(27) Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Prehabilitation den Patienten bei der mentalen Vorbereitung auf die Operation helfen kann.(28)
VKB-Verletzungen treten häufig zusammen mit anderen Verletzungen auf, wie z.B. Meniskusverletzungen, Innenbandverletzungen, Knochenprellungen und Knorpelverletzungen.(29) Die Rezidivrate nach VKB-Verletzungen ist hoch: Etwa einer von fünf männlichen Profifußballern erleidet eine zweite VKB-Verletzung,(30) und Sportlerinnen mit einer früheren VKB-Verletzung haben ein 4-7 mal höheres Risiko einer erneuten Verletzung.(31) Darüber hinaus sind viele Spieler nicht in der Lage, ihr früheres Leistungsniveau wieder zu erreichen, was zu einer verkürzten Karrieredauer oder zu einem niedrigeren Leistungsniveau führt.(32)(33)(34) Es wird empfohlen, die Entscheidung über eine Rückkehr zur sportlichen Aktivität nicht auf zeitliche Kriterien zu stützen. Stattdessen sollte die Freigabe zum „Return to sport“ entsprechend dem Leistungsniveau erteilt werden.
Ein multidisziplinäres Team ist erforderlich, um den Sportlern zu helfen, sich zu erholen und ihr Leistungsniveau zu halten. Als Physiotherapeut sollten Sie die Kommunikationskanäle zu den folgenden Berufsgruppen offen halten und wissen, wann Sie Ihren Patienten an diese überweisen müssen:
Die Kommunikation zwischen Therapeut und Patient ist entscheidend für das Engagement und die Motivation des Patienten. Rehabilitation ist zeitaufwendig. Sie kann auch anstrengend und psychisch belastend für den Patienten sein. Ohne eine angemessene Motivation ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Patienten nicht engagieren oder das Programm abbrechen.(38) Die Beziehung zwischen Therapeut und Patient ist ein wichtiger Faktor für die Therapietreue.(39) Patientenedukation, Zielsetzung und die häufige Überprüfung der Ergebnisse zum Feedback helfen, das Engagement und die Adhärenz aufrechtzuerhalten.(40)
Das Ziel der Rehabilitation ist die Wiederherstellung der maximalen Leistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Minimierung des Risikos erneuter Verletzungen. Meilensteine und Ergebnismessungen leiten diesen Prozess und helfen, das Programm zu strukturieren und den Fortschritt zu verfolgen.(15)
In dieser Phase (0-6 Wochen) nach der Operation geht es darum, die chirurgische Naht / das Transplantat zu schützen und den Patienten auf die Wiederherstellung der Funktion vorzubereiten. Zu den Zielen des akuten Managements gehören:(41)
Der Schutz des Transplantats in der frühen postoperativen Phase umfasst das Management des Bewegungsausmaßes, Orthesen und eine abgestufte Belastung.(41)
Überlegungen zum Bewegungsausmaß: Beginnen Sie sofort nach der Operation (Tag 1) mit Übungen für die Beweglichkeit.(5)(42) Keine Knieflexion über 90°, bis die Nervus-femoralis- oder Saphenus-Blockade (Anästhesie/Schmerzmanagement) aufgehoben ist, um Schäden zu vermeiden, die durch das Fehlen der sensiblen Rückmeldung des Patienten oder durch Überbelastung entstehen können. Die Wirkung der Nervenblockade dauert in der Regel 48-72 Stunden an.(41) Sobald der Patient wieder über eine normale Sensibilität verfügt, ist das Bewegungsausmaß bis zur Schmerzgrenze freigegeben, wobei je nach Patientenkomfort und Quadrizepskontrolle von passiven zu aktiv-assistiven und aktiven Übungen übergegangen wird.(5) Das Erreichen der vollen Extension ist wichtig.(5)
Beachte: eine Bewegungsschiene (Motorschiene, CPM-Schiene) kann zwar kurzfristige Vorteile bei Schmerzen und Schwellungen in den ersten 3 postoperativen Tagen bieten, die derzeitige Evidenz zeigt jedoch keinen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu aktiven Bewegungsübungen. Darüber hinaus sind solche Geräte zeitaufwändig und kostspielig, was ihren Einsatz oft in Frage stellt.(18)
Ruhigstellungsschiene: eine Knieschiene zur Immobilisierung ist sinnvoll, bis die Blockade des N. femoralis/N. saphenus aufgehoben ist. Danach erfolgt der Wechsel zu einer Knieorthese mit Scharnier für 3-7 Tage oder bis der Patient in der Lage ist, eine endgradige Kniestreckung durchzuführen.(41) Die derzeitige Evidenz spricht nicht für den routinemäßigen Einsatz einer postoperativen Orthese nach einer VKB-Rekonstruktion. Eine Orthese kann Patienten zwar ein psychologisches Gefühl der Sicherheit vermitteln, bietet aber keine weiteren Vorteile, wie z.B. verbesserte chirurgische Ergebnisse (einschließlich Asymmetrie der Extremitäten, anteroposteriore Knielaxität und Erguss).(43)
Belastung: Für die ersten zwei Wochen nach der Operation wird eine Teilbelastung empfohlen, um Schwellungen und Entzündungen zu minimieren und ein vollständiges Abklingen des Ergusses zu ermöglichen. Das Erreichen der Vollbelastung in den ersten 6 Wochen nach der Operation ist mit hohen Werten im IKDC-Score verbunden.(44)
Mit dem Fahrradergometer ohne Widerstand kann am 10. Tag begonnen werden, oder wenn der Patient >110° passive Flexion erreicht hat.(45)
Mit einem Krafttraining unter Vollbelastung sollte bis zu 6 Wochen postoperativ gewartet werden.
In diesem Artikel finden Sie weitere Informationen zu den verschiedenen Phasen der VKB-Rehabilitation.
Hinweis: Die Nachbehandlungsprotokolle variieren je nach Operateur und Einrichtung. Befolgen Sie immer die spezifischen Vorgaben des Operateurs und machen Sie sich mit den Gründen für die Einschränkungen vertraut.
Ein Gelenk, dessen Homöostase gestört ist, ist in der Regel schmerzhaft, geschwollen und steif. Eine Überlastung auf ein Gelenk mit postoperativer Entzündung kann übermäßige Entzündungsreaktionen auslösen, die den Heilungsprozess verlängern. Eine häufige Überprüfung der Aktivitäten und eine Verringerung von Gewebestress bei Anzeichen einer Überschreitung der Gewebetoleranz sind erforderlich, um die Homöostase so schnell wie möglich wiederherzustellen.(46)
Die Wiederherstellung der Homöostase ist entscheidend, um diese Folgen zu verhindern:
Respektieren Sie den physiologischen Heilungsprozess und belasten Sie das heilende Gewebe schrittweise innerhalb seiner Toleranz, um eine Störung der Gelenkhomöostase zu vermeiden.(45) In das Rehabilitationsprogramm können verschiedene Maßnahmen integriert werden, um den Gelenkerguss zu verringern und die Homöostase des Gelenks wiederherzustellen, z. B. Lymphdrainage, pneumatische Kompressionsgeräte, Hochlagerung und aktive Muskelpumpe von Quadrizeps und Wadenmuskulatur.(45) Ein Rückgang der Schwellung auf ein Niveau von weniger als 0,5 cm Umfangsdifferenz zum kontralateralen Knie ist ein Meilenstein, ab welchem die Beweglichkeits- und Gleichgewichtsübungen schrittweise gesteigert werden können.(45)
Schmerzassessment: Verwenden Sie eine 11-stufige numerische Skala (0 = keine Schmerzen; 10 = stärkste vorstellbare Schmerzen) für funktionelle Aufgaben wie Aufstehen aus dem Sitzen, Gehen einer bestimmten Anzahl von Schritten oder Treppensteigen, um Schmerzen zu überwachen und Anpassungen der Belastung vorzunehmen.(5)
Überwachung von Ödemen: Überwachen Sie Schwellungen regelmäßig durch Messungen des Knieumfangs und der Ergusspalpation.(5) Die Patienten können ihren Knieumfang selbst messen. Eine Zunahme von mehr als 1 cm an der Patella ist klinisch signifikant und deutet auf eine übermäßige Belastung des Gelenks hin.(47)
Wenn Schmerzen und Schwellungen zunehmen, passen Sie das Rehabilitationsprogramm sofort an. Oft ist das Problem nicht die strukturierte Therapie, sondern die Aktivität des Patienten außerhalb der Sitzungen. Klären Sie Ihre Patienten über das Belastungsmanagement auf und erwägen Sie eine Aktivitätsüberwachung mit Schrittzählung oder Aktivitätsprotokollen.(5)
Häufige Arztbesuche (mindestens alle 10 bis 15 Tage) helfen dabei, den Fortschritt des Patienten zu überwachen und postoperative Komplikationen schnell zu behandeln. Einige postoperative Komplikationen sind:(5)
Unter- und oberhalb der Kniescheibe befinden sich jeweils taschenförmige Aussackungen der Gelenkkapsel. „Das anteriore Intervall des Knies ist der Raum zwischen der Patellarsehne und dem infrapatellaren Fettpolster (Hoffa) auf der Vorderseite und der anterioren Tibiakante und dem Lig. intermeniscale anterius auf der Rückseite.“(49) Der taschenförmige Recessus suprapatellaris hingegen liegt zwischen Femur und Quadrizepssehne. Diese Reserveräume ermöglichen es dem Kniegelenk, sich im gesamten Bewegungsausmaß frei zu bewegen. Während der Proliferationsphase (bis zu 6 Wochen nach der Operation) kann sich in diesen Zwischenräumen steifes, fibrotisches Narbengewebe bilden. Eine Vernarbung in diesen Bereichen kann das Bewegungsausmaß des Knies einschränken und zu einem Verlust der Kniestreckung führen.(49) Sie kann auch den Anpressdruck im Kniegelenk erhöhen, was zu anteriorem Knieschmerz und der Entwicklung einer Arthrose beiträgt.(50)
Die Vernarbung verringert auch den Momentarm des Streckapparats, wodurch die vom Quadrizeps erzeugte Extensionskraft reduziert wird. Dies könnte erklären, warum manche Sportler mit VKB-Verletzungen auch nach 9 Monaten postoperativer Rehabilitation nicht in der Lage sind, ihre Quadrizepsleistung wiederzuerlangen. Ziel ist es daher, einen geordneten Ablauf der Narbenbildung zu ermöglichen, ohne spätere Auswirkungen auf das Bewegungsausmaß und die Mobilität.
Bereits am ersten Tag nach der Operation sollte mit Bewegungsübungen begonnen werden. Diese Übungen erzeugen ein Druckgefälle im Knie und helfen dabei, Blut und Entzündungszellen aus dem Gelenk zu entfernen. Das in den ersten vier Wochen erreichte Bewegungsausmaß korreliert stark mit den Ergebnissen nach 12 Wochen, so dass frühe Fortschritte von entscheidender Bedeutung sind.(51)
Zu den eher passiven Mobilisationstechniken gehören: die vom Therapeuten unterstützte Flexion an der Bettkante; Wall Slides, bei welchen der Patient auf dem Rücken vor der Wand liegt und der Unterschenkel des operierten Beins vom kontralateralen Fuß unterstützt wird, um eine Flexion bis zur Schmerzgrenze durch Entlangrutschen an der Wand zu ermöglichen (die erhöhte Position hilft auch, den Erguss zu reduzieren); und die Flexion mit Pezzi-Ball. Bei der Flexion mit einem Pezziball (Gymnastikball) befindet sich der Patient in Rückenlage, das nicht betroffene Bein liegt entspannt in Streckung und das operierte Bein liegt auf dem Ball. Der Therapeut beugt das Knie des Patienten, indem er den Ball rollt, bis der Patient ein Beginn der Symptome meldet oder der Therapeut eine Gewebespannung bemerkt. Kleine Oszillationen im Endbereich helfen, das Bewegungsausmaß mit der Zeit zu erhöhen.
Das Fahrradergometer ist als Aktivität mit geringer Belastung ein nützliches Hilfsmittel in der akuten Phase des Managements, da die wiederholte Flexion-Extension die Beweglichkeit fördert und bei der Bildung einer glatten Narbe hilft.
Ein Extensionsverlust (Streckdefizit) ist eine der häufigsten Komplikationen nach einer VKB-Operation. Die volle Extension ist für eine effiziente Kontraktion des Quadrizeps und eine optimale Gelenkbelastung erforderlich. Bereits ein geringes Maß an Kniebeugekontraktur schränkt die Fähigkeit des M. quadriceps femoris ein, seine Maximalkraft wiederzuerlangen, was für funktionelle Ergebnisse wichtig ist. Ohne volle Streckung kommt es zu Belastungsspitzen, die die Kontaktkräfte im Gelenk erhöhen, die Entwicklung der Arthrose beschleunigen und das Risiko von vorderen Knieschmerzen steigern können.(52)
Maßnahmen zur Verbesserung der Extension:
Die Unfähigkeit, den Quadrizeps zu aktivieren, ist nach einer VKB-Rekonstruktion häufig und wird oftmals beidseitig berichtet. Der Verlust der Gelenkhomöostase führt zu Veränderungen in der neuralen Kontrolle. Darüber hinaus unterbricht der Verlust von Mechanorezeptoren des ursprünglichen VKB den ligamentär-muskulären Reflex zwischen dem Band und M. quadriceps femoris, wodurch die Fähigkeit zur Rekrutierung hochschwelliger motorischer Einheiten verringert wird. Dieses Phänomen, das als arthrogene Muskelinhibition (AMI) bezeichnet wird, tritt auf, wenn sich ein Muskel trotz fehlender zugrunde liegender neuromuskulärer Pathologie nicht kontrahieren kann – vielmehr resultiert es aus einer Verletzung des zugehörigen Gelenks.(5)(59) Die AMI stellt ein klinisches Hindernis für die Rehabilitation dar.
Interventionen wie Kryotherapie, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) und neuromuskuläre Elektrostimulation (NMES) können helfen, die Hemmung des Quadrizeps zu reduzieren.(60)(61)(62)(63)(64)
Zu den Strategien zur Verringerung der AMI gehört auch die Fazilitation der isolierten Quadrizepskontraktion, indem Patienten angeleitet werden, den Muskel gezielt anzuspannen und kompensatorische Aktivierungsmuster anderer Muskeln zu vermeiden. Eine mögliche Technik besteht darin, den Patienten anzuweisen, die Kniescheibe nach oben zu ziehen. Selbst wenn dieser einfache Hinweis nur eine minimale Kontraktion hervorruft, wird der M. quadriceps femoris dennoch aktiviert. Von diesem Punkt aus wird weitergearbeitet, um eine vollständige Extension des Knies zu erreichen. Der Verlust der endgradigen Extension des Knies äußert sich häufig in einem Gangbild mit gebeugtem Knie. Die endgradige Extension des Knies kann auch gefördert werden, indem der Patient gebeten wird, in Rückenlage „die Ferse von der Behandlungsbank abzuheben“.
Je nach klinischem Bild und Fachkenntnissen des Behandlers können zusätzliche Techniken zur Behandlung einer AMI in Betracht gezogen werden. Dazu gehören die lokale Gelenkkühlung, TENS in Kombination mit Bewegung, Techniken zur Ermüdung der Hamstrings, BFR-Training (Blutflussrestriktion) und Cross-Education-Training.(5) Wenn Sie mehr über diese Techniken lesen möchten, siehe: Optimising the early-stage rehabilitation process post- ACL reconstruction. (5)
Ein mehrphasiger Rehabilitationsplan für das VKB umfasst neun wesentliche Phasen. Der Zeitrahmen wird individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Sportlers abgestimmt:
Denken Sie daran: Überstürzen Sie die Rehabilitation nicht! Lassen Sie sich Zeit.
Sobald die Homöostase des Gelenks geschützt, das Bewegungsausmaß des Kniegelenks wiederhergestellt und die Belastungsfähigkeit erreicht ist, können die Patienten zur nächsten Phase der Rehabilitation übergehen. Diese Phase konzentriert sich auf die Ausdauerkomponente des periodisierten Krafttrainings. Der Patient ist bereit für die nächste Phase der Rehabilitation, wenn er Folgendes nachweisen kann:(45)
Wenn Sie mehr erfahren möchten, können Sie hier mehr über die neun Phasen des Rehabilitationsplans lesen.