Originale Autorin – Stacy Schiurring
Top-Beitragende – Stacy Schiurring und Jess Bell
Strukturierte Programme zur Patientenedukation können die Ergebnisse der Patienten nach der Implantation einer Knieendoprothese deutlich verbessern. Die Forschung zeigt, dass Edukationsprogramme nach einer Kniegelenksersatzoperation am wirksamsten sind, wenn sie sich mit den Themen Schmerzmanagement, Mobilisation und Übungen befassen. Idealerweise sollten sie interdisziplinär angelegt sein und auf affektive sowie psychomotorische Lernbereiche abzielen, um die Einstellungen, Überzeugungen, Verhaltensweisen und Fertigkeiten der Patienten zu verbessern.(1)
Die Edukation kann sowohl präoperativ als auch postoperativ auf vielfältige Weise erfolgen, darunter mündliche Anweisungen, schriftliche Informationsmaterialien, Videos und Gruppensitzungen.(1) Eine Studie aus dem Jahr 2022(2) ergab, dass Patienten, die an einer präoperativen Beratung eilnahmen, kürzere Krankenhausaufenthalte hatten und deutlich bessere physiotherapeutische Ergebnisse erzielten (z. B. größere Gehstrecken und verbesserte Kniebeweglichkeit).(2)
Rehabilitationsfachleute sind aufgrund ihrer Kenntnisse in Bewegungswissenschaft, Gelenkbiomechanik und funktioneller Wiederherstellung bestens geeignet, diese Programme durchzuführen. Sie können sowohl die körperlichen und funktionellen Herausforderungen angehen, mit denen Patienten während der Genesung konfrontiert sind, einschließlich Schmerzen, Beeinträchtigungen der Mobilität und Aktivitätseinschränkungen, als auch Komplikationen wie Steifheit, Muskelschwäche und eingeschränktes Bewegungsausmaß, und den Patienten evidenzbasierte Strategien für eine optimale Genesung an die Hand geben.
Die Themen zur Edukation in der häuslichen Rehabilitation nach einer Knieendoprothese können sehr vielfältig sein und reichen von dem Schmerzmanagement bis hin zur Sicherheit in der Wohnung. Diese Themen werden im Folgenden näher erläutert. Einige Themen, wie z.B. die Behandlung von Schmerzen und Ödemen, werden im Zusammenhang mit verschiedenen Interventionen diskutiert.
Eine Bewegungsschiene (Motorschiene, CPM-Schiene) ist ein motorisiertes medizinisches Gerät, das an einem Gelenk langsame und konstante passive Bewegungen durchführt. Ziel der Bewegungsschiene nach dem Einbau einer Knieendoprothese ist es, (1) die postoperative Steifigkeit und Narbenbildung zu verbessern, (2) das postoperative Bewegungsausmaß zu erhalten oder zu verbessern, (3) und Schmerzen zu reduzieren.(3) Bewegungsschienen werden seit Jahrzehnten in die postoperativen Nachbehandlungsschemata der Knieendoprothetik aufgenommen. Es mangelt jedoch an Evidenz für den Nutzen ihrer Anwendung, unter anderem hinsichtlich funktioneller Ergebnisse und Verbesserungen des Bewegungsausmaßes,(4) der Gelenksteifigkeit und/oder der Schmerzen.(5)(6) Die Verwendung einer Bewegungsschiene hängt meist von der Präferenz des Operateurs ab, aber die Toleranz des Patienten muss bei ihrer Verwendung immer berücksichtigt werden.
Therapieempfehlungen: Zwar gibt es kein standardisiertes Therapieschema für die Anwendung der Bewegungsschiene,(7) doch geben Verordnungen in der Regel mehrere Schlüsselparameter an, wie z. B.: (1) Dauer der Anwendung, einschließlich der Anzahl der Stunden pro Tag und der Anzahl der Wochen, in denen das Gerät verwendet werden soll; (2) angestrebtes Bewegungsausmaß in Flexion und Extension, wobei das anfängliche Bewegungsausmaß von der Toleranz des Patienten abhängt (Anmerkung: die volle Extension wird auf einer CPM-Schiene in der Regel als „0° Flexion“ angegeben); (3) Geschwindigkeit, die in der Regel auf 1-2 Zyklen pro Minute über den aktuellen Bewegungsbereich eingestellt wird;(8) und (4) Haltezeiten am Bewegungsende (nicht in allen Anweisungen enthalten). Die Einstellungen der Bewegungsschiene können je nach Verträglichkeit des Patienten angepasst oder gesteigert werden, und Patienten können die Schiene jederzeit per Knopfdruck anhalten. Bewegungsschienen können in Kombination mit Strategien zum Schmerzmanagement und zur Behandlung von Ödemen, wie Medikamentengabe und Kryotherapie, eingesetzt werden.
Einstellung der Bewegungsschiene: Eine Kniemotorschiene sollte so eingestellt werden, dass sie der Länge des Unter- und Oberschenkels des Patienten am besten entspricht. Das Sprunggelenk sollte zudem in einem bequemen Winkel im Gerät liegen. Für optimalen Komfort und eine effektive passive Bewegung: (1) stellen Sie sicher, dass die Kniegelenksachse der Flexion-Extension des Patienten mit dem Gelenk (oder Scharnierpunkt) der Bewegungsschiene ausgerichtet ist, und (2) stellen Sie sicher, dass die Hüfte des Patienten neutral positioniert ist, so daß sich das Knie weder nach innen noch nach außen neigt und die Kniescheibe zur Decke zeigt.
Das folgende optionale Video zeigt Ihnen, wie Sie eine Motorschiene für einen Patienten nach einer Knieendoprothese einstellen:
Ausführlichere Informationen über Bewegungsschienen finden Sie in diesem optionalen Artikel.
Kompressionstherapie ist die Anwendung von äußerem Druck (z. B. durch Kompressionsstrümpfe oder -binden) zur Verbesserung der Durchblutung, zur Verringerung von Ödemen und Entzündungen sowie zur Linderung von Schmerzen und zur Verbesserung der Kniestabilität.(10) Die Forschung legt nahe, dass eine Kompressionstherapie bei der Behandlung von Ödemen nützlich ist.(11) Wenn die Kompression mit einer Kryotherapie kombiniert wird, weisen Patienten weniger Ödeme auf, berichten über geringere Schmerzen und zeigen eine verbesserte Funktionsfähigkeit.(12) Ebenso weisen Patienten bei einer Kombination aus Kompression und Hochlagerung weniger Ödeme und ein verbessertes Bewegungsausmaß auf.(13)
Knie- oder oberschenkellange Kompressionsstrümpfe werden in der Regel unmittelbar nach der Operation empfohlen, wobei oberschenkellange Antithrombosestrümpfe (ATS) bevorzugt werden.(14) Im weiteren Verlauf der Rehabilitation können manche Patienten von der Verwendung einer Kniebandage profitieren, da diese eine anhaltende leichte Kompression und dadurch sensiblen Input für bessere Koordination und Stabilität bietet. Die Vorteile der Kompressionstherapie sind davon abhängig, inwieweit die Patienten sich an die Tragezeiten halten und die Strümpfe richtig anziehen (siehe unten).
Therapieempfehlungen: Die Patienten werden in der Regel dazu angehalten, so oft wie möglich Kompressionsstrümpfe zu tragen, insbesondere wenn sie aufstehen und/oder das Bein nach unten gehalten oder gelagert wird. Die Tragedauer wird im Laufe der Zeit schrittweise reduziert.(10)
Zu den zu behandelnden Themen in der Edukation gehören: (1) An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen, einschließlich der Verwendung einer Anziehhilfe; (2) die Empfehlung, die Strümpfe anzuziehen, während das Bein noch hochgelagert ist. Dies sollte idealerweise als erstes am Morgen geschehen, bevor der Patient das operierte Bein nach unten positioniert bzw. aufsteht; (3) wie man Falten in den Strümpfen erkennt und vermeidet sowie das Umschlagen des Strumpfes; an den Stellen, an denen der Strumpf umgeschlagen ist, erhöht sich der Druck, was das Risiko von Druckschäden für den Patienten erhöht.
Das folgende optionale Video zeigt Ihnen verschiedene Möglichkeiten, Kompressionsstrümpfe anzuziehen:
Ausführlichere Informationen zur Kompressionstherapie finden Sie in diesem optionalen Artikel.
Kryotherapie ist die Anwendung von Kälte auf den Operationsbereich nach der Knieendoprothese. Nach Implantation einer Knieendoprothese wird die Kältetherapie üblicherweise in Form von Eisbeuteln, handelsüblichen Kühlpacks und speziellen Geräten wie dem CryoCuff durchgeführt, der über eine motorisierte Pumpe kontinuierlich Kälte und Druck abgibt. Die Kryotherapie wirkt über mehrere miteinander verbundene physiologische Mechanismen, um Schmerzen, Ödeme und Entzündungen nach Verletzungen oder Operationen zu reduzieren.
Die Wirksamkeit der Kryotherapie hängt von der verwendeten Methode, der Dauer der Anwendung, der Temperatur der Kältequelle und der Tiefe des subkutanen Fettgewebes ab.(16) Die Forschung zeigt, dass Kryotherapie eine valide und vorteilhafte Methode ist, um Schmerzen zu lindern (obwohl dies nicht immer statistisch signifikant ist),(17) sowie um Ödeme und Entzündungen zu reduzieren und die Beweglichkeit des Knies in der akuten Phase der Heilung nach einer Knieendoprothese zu verbessern. Es gibt weniger Evidenz für die Anwendung nach der ersten Phase der postoperativen Genesung.(17)(18)(19) Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Kombination von Kryotherapie und Kompression das Ödemmanagement, die Durchblutung und den allgemeinen Patientenkomfort verbessert.(16)
Therapieempfehlungen: Der am besten durch Evidenz gestützte Ansatz scheint die intermittierende Kryotherapie zu sein, die in Sitzungen von 15–20 Minuten mehrmals täglich (typischerweise 3–6 Mal) während der ersten Woche nach der Operation angewendet wird.(19) (20) Es besteht jedoch kein Konsens über die optimalen Parameter wie Zeitpunkt, Temperatur, Häufigkeit und Dauer. Dies deutet darauf hin, dass die Kryotherapie zwar vorteilhaft ist, die spezifischen Therapieschemata in den einzelnen Studien jedoch stark variieren.(20)
Ausführlichere Informationen zur Kryotherapie finden Sie in diesem optionalen Artikel.
Die Energieerhaltung umfasst eine breite Palette von Techniken, die den Patienten helfen sollen, ihre Ermüdung und ihre Schmerzen im Laufe eines Tages zu kontrollieren und zu optimieren.(21) Techniken zur Energieerhaltung sind in vielen Rehabilitationsbereichen und -situationen nützlich, auch für Patienten nach einer Knieendoprothese. Die allgemeinen Prinzipien der Energieerhaltung lassen sich anhand der sechs „Ps“ zusammenfassen:(22)
Ausführlichere Informationen zu spezifischen Techniken der Energieerhaltung finden Sie in diesem optionalen Artikel.
Die Selbstwirksamkeit in Bezug auf Übungen und Training (engl. „exercise self-efficacy“) ist das Vertrauen einer Person in ihre Fähigkeit, erfolgreich ein regelmäßiges Bewegungsprogramm zu absolvieren und aufrechtzuerhalten. Dies lässt sich auf die Überzeugungen hinsichtlich der Mobilisationsfähigkeit von Patienten nach Implantation einer Knieendoprothese ausweiten. Die Teilnahme an regelmäßiger Bewegung und Mobilisation (z. B. Therapie und Aktivitäten des täglichen Lebens) trägt dazu bei, Kraft, Funktionsfähigkeit und Ausdauer zu verbessern sowie Schmerzen zu lindern.(23)
Eine qualitative Studie aus dem Jahr 2022(24) untersuchte Faktoren, die die Adhärenz bei Bewegungsprogrammen nach einer Kniegelenksersatzoperation beeinflussen, und identifizierte sechs miteinander verbundene Themen. Rehabilitationsfachleute können Edukation und Training an diese Faktoren anpassen.(24)
Eine Überweisung an einen Psychologen kann erforderlich sein, wenn der Patient Anzeichen von Schmerzkatastrophisierung (die Tendenz, die Bedrohung durch Schmerzen zu übertreiben und sich bei Schmerzen hilflos zu fühlen) und/oder Kinesiophobie (Angst vor Bewegung oder erneuter Verletzung) zeigt. Eine Studie von 2023(25) fand heraus, dass diese Tendenzen signifikant mit einer schlechteren Adhärenz zu den Übungen bei Patienten nach Implantation einer Knietotalendoprothese (Knie-TEP) assoziiert waren. Wichtig ist, dass diese negativen psychologischen Reaktionen sich nicht direkt auf das Bewegungsverhalten auswirkten, sondern eher indirekt durch ihre Wirkung auf die Selbstwirksamkeit bei den Übungen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten, die ihre Schmerzen katastrophisieren oder Ängste vor Bewegung entwickeln, weniger Vertrauen in die Bewegung haben, was zu einer geringeren Therapietreue während der Rehabilitation führen kann.(25)
Vorbeugung von Flexionskontrakturen: Verständlicherweise neigen Patienten nach dem Einsatz einer Knieendoprothese dazu, eine bequeme Position zu suchen, was häufig die Beugung des Knies ist (z. B. legen sie im Bett ein Kissen unter das Knie). Um Flexionskontrakturen vorzubeugen, sollten Patienten eine längere Positionierung in übermäßiger Beugung vermeiden, z. B. das Sitzen auf niedrigen Stühlen oder tiefen Sofas, die das Knie über einen komfortablen Flexionswinkel hinaus zwingen. Beim Ausruhen kann eine gewisse Flexion zwar anfangs zur Ödemkontrolle vorteilhaft sein, doch sollten Patienten dies durch Phasen der vollständigen Extension ausgleichen, um das Bewegungsausmaß zu erhalten. Der Schlüssel liegt darin, ein Gleichgewicht zwischen der kurzfristigen Positionierung zur Symptomkontrolle und langfristigen Lagerungsstrategien zu finden, die die Entwicklung von Kontrakturen verhindern und optimale funktionelle Ergebnisse fördern.(26) Rehabilitationsfachleute können Edukation zu folgenden Punkten bieten: (1) Erhöhung der Sitzflächen durch Hinzufügen eines festen Kissens auf einem Stuhl oder einer Couch oder durch die Verwendung eines Toilettenstuhls oder einer Sitzerhöhung beim Toilettengang; (2) Vermeidung des Platzierens eines Kissens unter dem operierten Knie in Rückenlage; (3) geeignete Übungen zur Förderung der Extension des Knies (z. B. Quadrizeps-Isometrie, endgradige Kniestreckung).
Hochlagerung des Beins zur Behandlung von Ödemen: Die Hochlagerung ist eine evidenzbasierte Maßnahme zur Behandlung postoperativer Ödeme nach Einsatz einer Knieendoprothese, da sie den venösen Rückfluss fördert. Die optimale Positionierung erfolgt in Rückenlage mit etwa 15 cm über Herzhöhe angehobenem Bein. Eine konsequente Hochlagerung über Herzhöhe ist für die Reduzierung postoperativer Ödeme unerlässlich. Regelmäßiges Hochlagern während des Tages in Kombination mit geeigneten Lagerungshilfen (z. B. Kissen oder Keile) kann postoperative Ödeme und damit verbundene Schmerzen erheblich reduzieren und gleichzeitig optimale Heilungsbedingungen fördern.(27)
Bitte sehen Sie sich diese beiden optionalen Videos an, wenn Sie weitere Informationen zur Lagerung nach einer Knieendoprothese wünschen. Das Video auf der linken Seite befasst sich mit der Positionierung und Hochlagerung des operierten Beins in Ruhe, während das Video auf der rechten Seite postoperative Schlafpositionen behandelt.
Belastung: Bei einigen Patienten können nach einer Operation Belastungsbeschränkungen gelten (z. B. Entlastung, Sohlenkontakt, Teilbelastung). Eine asymmetrische Belastung wird jedoch häufig trotz erlaubter Vollbelastung bei Patienten mit Knieendoprothese beobachtet. Unter Belastungsasymmetrie versteht man die ungleiche Verteilung von Gewicht oder Kraft zwischen der betroffenen (operierten) und dem nicht betroffenen (nicht operierten) Extremität bei Aktivitäten wie Stehen, Gehen oder Transfers. Nach einer Knieendoprothese kann eine Belastungsasymmetrie durch Faktoren wie Schmerzen, Muskelschwäche und einer postoperativen Beinlängendifferenz verursacht werden.(30) Die Normalisierung der durch die Belastungsasymmetrie bedingten kompensatorischen Bewegungsmuster ist oft ein vorrangiges Ziel von Physiotherapeuten und Ergotherapeuten.
Pflege und Überwachung der Operationswunde: Die Lage der OP-Wunde eines Patienten nach einer Knieendoprothese hängt davon ab, welche Operationstechnik verwendet wurde. Patienten können zudem kleine Wunden oder Schnitte um die primäre OP-Wunde herum aufweisen, wenn Drainagen (z. B. Redon-Drainagen oder Jackson-Pratt-Drainagen) gelegt wurden, um das Exsudat aufzufangen und die Ödembildung zu verringern. Diese Drainagen werden in der Regel vor der Entlassung nach Hause entfernt.(31) Chirurgen geben nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder nach dem chirurgischen Nachsorgetermin Anweisungen zur Wundversorgung. Gegebenenfalls entfernt der Chirurg oder ein Wundexperte alle Fäden, Nähte oder Klammern, die zum Verschließen der Operationsstelle verwendet wurden. Einige Chirurgen verwenden einen medizinischen Wundkleber oder selbstauflösende Fäden zum Verschließen der Operationsstelle.
In den ersten Tagen nach der Operation kann eine gesunde Operationswunde rot und ödematös sein und möglicherweise Blutergüsse um den Operationsbereich aufweisen. Im Laufe der Wundheilung lassen Rötung, Ödem und Hämatome im Bereich um die Wunde herum nach. Es ist wichtig, das Aussehen der OP-Naht selbst zu überwachen – sie sollte geschlossen (die Ränder angenähert) bleiben und keine auffälligen Öffnungen oder Lücken aufweisen. In den ersten Tagen nach der Operation ist es normal, eine geringe Menge an blutigem, klarem oder blutverfärbtem Exsudat zu bemerken. Wenn Wundsekret vorhanden ist, sollte es allmählich abnehmen.(31)(32)
Zur Überwachung einer Operationsnaht gehört das Achten auf Zeichen und Symptome einer Infektion, wie zum Beispiel: (1) verstärkte Rötung oder eine Verhärtung (Induration), die sich über die OP-Naht hinaus in den Bereich um die Wunde herum ausbreitet, (2) der Wundbereich fühlt sich heiß an und/oder ist druckempfindlich, (3) verstärkte Schmerzen, (4) trübes, gelbes, grünes oder braunes Wundsekret (bzw. eitriges Exsudat), (5) ein übelriechender Geruch, der von der Wunde ausgeht. Weitere Zeichen und Symptome einer schwerwiegenderen Infektion sind (6) Fieber über 37,8 °C (100 °F), das mit Schüttelfrost einhergehen kann, (7) Übelkeit und/oder Erbrechen sowie (8) das Aufbrechen der OP-Naht (Dehiszenz). Der behandelnde Chirurg sollte benachrichtigt werden, wenn eines dieser Zeichen oder Symptome bei einem Therapiebesuch festgestellt wird.(33)
Narbenmassage: Eine chirurgische Inzision wird durch einen komplexen, vierphasigen Heilungsprozess zur Narbe, der (1) Hämostase, (2) Entzündung, (3) Proliferation und (4) Reifung (Remodellierungsphase) umfasst. Nach dem chirurgischen Verschluss gerinnt die Wunde zunächst und bildet während der Entzündungsphase Granulationsgewebe. Das verletzte Gewebe wird durch Kollagenablagerung, Kollagenumbau und schließlich durch Narbenbildung repariert. Die Reifung (Remodellierung) beginnt etwa in der 3. Woche und kann bis zu 12 Monate dauern. Während dieser Zeit bilden die Kollagenfasern kleine Bündel. Ausrichtung und Qualität dieser Bündel bestimmen letztlich das endgültige Aussehen der Narbe. Die Narbenmassage sollte etwa 3-8 Wochen nach der Operation beginnen.(32)
Techniken der Narbenmassage umfassen die Anwendung sanften, direkten Drucks auf den Bereich um und über der Narbe, um die Heilung zu fördern und die Inzision zu glätten. Dies geschieht mit den Fingerkuppen des Zeige- und Mittelfingers oder mit dem Daumen. Regelmäßige Massage hilft, Verwachsungen zu lösen und die Geschmeidigkeit der Narbe zu verbessern. Idealerweise sollte die Narbenmassage 1 bis 2 Mal pro Tag für 5-10 Minuten durchgeführt werden. Bei der Narbenmassage werden hauptsächlich drei Arten von Bewegungen verwendet:(34)
Die Verwendung einer milden, unparfümierten Lotion ist hilfreich, um die Reibung über der Narbenstelle während der Massage zu verringern und den Bereich zusätzlich mit Feuchtigkeit zu versorgen.(34)
Bitte sehen Sie sich dieses optionale Video an, wenn Sie eine Demonstration der verschiedenen Arten der Narbenmassage sehen möchten. Es ist auch ein gutes Beispiel für Verwachsungen und verminderte Hautbeweglichkeit nach einer Knie-TEP-Operation.